Lokal-Notiz.
Gießen, 27. Mai. Auf dem am Dienstag und Mittwoch stattgebabten Vieh- markt waren aufgetriebcn: 1066 Stück Rindvieh und 1458 Stück Schweine.
Gießen, 27. Mai. Wie alljährig, so auch dieses Jahr, feiert der diesige Turnverein sein 29. Stiftungsfest am 11. Juni. Der Ort dieses Festes ist die bekannte und romantische Badenburg. DaS Programm ist ein sehr gediegenes. Mittags 1 Uhr Abmarsch von der Turnhalle nach der Badenburg, daselbst angekommen, Sckau- und Preisturnen. Abends PreiSocrtheilung und Feuerwerk. Die Zwischenpausen werden durch die tüchtigen Leistungen unserer Regimentsmusik ausgefüllt. Nichturner können durch Mitglieder eingesührt werden, insbesondere wäre cs sehr wünschenswerth, wenn die älteren, all auch früheren Mitglieder eine rege Betbciligung bei diesem Feste zeigten. Der Besuch von fremden Turnern scheint nach den Anmeldungen recht zahl- retch zu werden._______________________
* AlS besänftigendes und reizmilderndes Mittel bet katarrhalischen Assertionen ist eine Abkochung von Isländisch Maos von jeher anerkannt worden, die jedoch durch den bitteren üblen Geschmack schwer zu nehme« ist. Diesen werthvollen Arzneistoff in eine angenehme und bequeme Form zu bringen, hat sich Herr Apotheker Karl Engel< Hard in Frankfurt a. M. zur Aufgabe gestellt und es ist ibm gelungen, eine Isländische Moos-Pasta herzustellen, welche sich durch lieblichen nicht zu süßen
Krankreich.
PariS, 24. Mai. „Bien Public" richtet folgende Fragen an die Regierung: „Ist es wahr, daß der General de GeSlin (Platzcommandant von Parts) zu den bürgerlichen Leichenbegängnissen Emissäre sendet, die ihm die Officiere und Soldaten bezeichnen sollen, welche diesen Leichenbegängnisse^ in Uniform oder in bürgerlicher Tracht anwohnen? Ist es wahr, daß diese Soldaten und Officiere bestraft werden, wenn sie einem bürgerlichen Leichenbegäng- niß anwohnen? Ist es wahr, daß der jüdischen oder der protestantische Religion angehörende Unterofficiere ihres Grades beraubt wurden, weil sie sich weigerten, bei einer katholischen Ceremonie einen Zug zu commandiren? Ist eS wahr, daß gewisse Officiere sich weigern, auf den Registern der jüdischen oder protestantischen Soldaten eine andere Religion einzuschreiben als die katholische ? Ist es wahr, daß man den jüdischen und protestantischen Soldaten verbietet, den Leichenbegängnissen ihrer jüdischen oder protestantischen Verwandten anzuwohnen? Ist es wahr, daß die jüdischen und protestantischen Soldaten von den Almoseniers, die sie um jeden Preis bekehren wollen, fortwährend belästigt werden. ?"
Paris, 24. Mai. Die heutigen Blätter bringen einen von 600 Studenten unterzeichneten Protest gegen die Betheiligung deutscher Studenten an dem internationalen Congresse, worin es heißt, es sei kein FreundschaftSver- kebr der französischen mit der deutschen Jugend möglich, so lange Elsaß und Lothringen von den Eindringlingen unter die Füße getreten würden.
— Hier wiederholt sich das Gerücht, daß die Pforte die Vorschläge der Mächte abgelehnt habe.
PariS, 25. Mat. Das amtliche Blatt veröffentlicht die Ernennung von vier Präfekten, sowie einer großen Anzahl von Unter-Präfekten und General- Secretären.
PariS, 26. Mai. Bligniöres, ehemaliger Finanz-Jnspector, ist zum französischen Commiffär bei der ägyptischen Amortisations-Kasse ernannt worden.
Sfafiett.
Rom, 26. Mai. Einige Journale melden, daß Correnti nach Paris abgereist ist, um mit Rothschild über die Baseler Convention zu verhandeln. In seiner Begleitung befinden sich Bignami, Administrator der oberitalienischen Bahnen, Walvaro, Cabinetschef im Ministerium des Aeußern, und Biglia, Beamter im Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Die „Opinione" glaubt zu wissen, Correnti werde sich auch nach Wien begeben «nd solle von der italienischen Regierung beauftragt sein, über eine Zusatz-Convention zu der Convention von Basel zu verhandeln, deren Grundlagen bereits festgestellt seien.
Rom, 26. Mai. Weiteren Mittheilungen zufolge stimmten in der gestrigen Abendsitzung der Kammer-Commission sechs gegen, einer für die Baseler Convention. Crispi, der Führer der Majorität der Kammer, enthält sich der Abstimmung. Der Berichterstatter Puccint erhielt zur Vorlegung des Berichts eine vierzehntägige Frist.
Belgier».
Brüssel, 24. Mai. Die Repräsentanten-Kammer hat mit 58 gegen 42 Stimmen den Gesetz-Entwurf. betr. die Genehmigung der Convention von Terneuzen, abgelehnt; drei Mitglieder enthielten sich der Abstimmung. Nach Ablehnung des ersten Artikels bezüglich des Ankaufs der Lüttich-Limburger Eisenbahn erklärte der Arbeits-Minister, die Berathung der übrigen Artikel sei nicht mehr erforderlich. Die Kammer vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit.
Spanien.
Madrid. Das Ende der Begnadigungsfrist für die carlistischen Soldaten und Beamten ist um einen Monat verlängert worden. Die Königin Christine, die Großmutter des Königs, ist am 22. dss., Abends, hier eingetroffen.
Türkei.
Ragufa, 26. Mai. An der Spitze von 2000 Insurgenten machte Pantovtc, unterstützt durch Bewohner des Districts von Gaczko, auf Achmet Mukhtar Pascha, welcher auf dem Marsche nach Bilek war, bei Kobylaba einen Angriff; nach achtstündigem Kampfe und großen Verlusten auf beiden Seiten mußte Mukhtar sich nach Gaczko zurückziehen.
Ragufa, 26. Mai. Aus slavischer Quelle wird über das bereits gemeldete Gefecht berichtet, daß die Türken auf dem Marsche von Gaczko nach Bilek geschlagen und mit einem Verluste von 600 Todten und vielen Verwundeten zurückgeworfeu seien.
Afrika.
— Von dem Vertrag mit dem Sultan von Zanzibar zur gänzlichen Unterdrückung des Sclavenhandels wird der Times aus Kalkutta gemeldet: Karawanen zum Kauf von Sclaven und zur Sclavenjagd im Jnneru des Landes sind verboten, die Straßen für den Sclaveuhandel geschlossen. Sclaven- schiffe, die an die Küste kommen, und Sclavenkarawauen, die aus dem Innern kommen, sollen aufgegriffen, die Sclavenhändler mit Gefängnißstrafe bestraft werden.
Geschmack auSzeichnet und bei häufigem Genuß den Magen nicht säuert. Die Verpackung in Schachteln ist derart, daß datz Präparat, wenn el nicht allzu großer Feuchc t'gkett aulgesetzt ist, keine Veränderung erleidet. Die Isländische MooS-Pasta hat sich in kurzer Zeit in allen TheiDn Deutschlands, sowie des Auslandes eingeführt, dieselbe wird von den Aerzten mit Vorliebe verordnet und ist in den meisten Apotheken zu haben.
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Gesundheits-Mehlspeise:
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Seit 30 Iabren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden nd bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bet (Jen Mögen-, Nerven-, Brust, Lungen- Leber- Drüjen-, Schleimkaut-, Athem«, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Sckwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkett, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrboidcn, Wassersucht, Fieber, Schwindel, ©lutau?» icigen, Ohrenbrausen, Uebelkcit und Erbrechen selbst wäbrend der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie al- Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug iuS 80 000 Certisicaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certisicate eoni Profesior Dr. Wurzer, Geb. Mebicinalrath Dr. F. W. Denecke, ordentlicher Profesior der Medicin an der Universität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Campbell, Proj-cp.r Dr. D^dö, Dr. Urc, Gräfin Castlestuart, Marquise de Drehan, und vielen anderen cchg<si<lltcn Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.
Abgekürzter Auszug aus 80/000 Certisicaten.
Brief von der hocyel^en Marquise de Bröhan.
Neapel, 17. April 1862.
Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furchtbaren Zustande von Abmagerung und Leiden, aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder u schreiben, batte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Vcrdauuna, fortwährende Schlaflosigkeit und war in einer steten Neivenaufrequng. die mich hin und her trieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Aerzte, sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meinet \'ciben. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revalesciire versucht, und letzt, nachdem ich ei Monate davon gelebt, sage ich dem lieben Gott Dank. Die Revalesceere verdient daS 'ödjfie Lob, sie hat mir die Gesundbri' völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meine iellschafiliche Stellung wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung ueiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.
Marquise de Brs han.
Nr 75,877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und r'uftröhrcn-Katarrb, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehranstalt Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.
Nr. 65,715. Fräulein de Montloui- von Unverdaultchkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.
Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
Die Revalescifcre ist vier Mal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.
Preise der Revalescierc '/r Pfund Mk. 1,80 Pf., 1 Pfd. Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. Mk. >,70 Pf., 12 Pfv. mt. 28,50 Pf.
Revalescierc Chocohlee 12 Tassen Mk. 1,80 Pf., 24 Taffen Mk. 3,50 Pf., 48 Tasten Mk. 5,70 Pf. u. s. w.
Revalescierc Biscuiten 1 Pfd. Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. Mk. 5,70 Pf.
Zu beziehen durch Du Barry <fc Co. in Berlin, W. 28—29 Passage (Kaiser-Galleries und 163—164 Friedrichsstrake, und bei vielen guten Apothekern, Droguen- Specerei' uni Deltcatefsenhändlern im ganzen Lande.
In Gießen zu haben bei Müller 4b Schwager. <24
Auszug aus den Standesamtsregiltern der Stadt Gießen.
Vom 19. Mai bi« 26. Mai 1876.
Verehelichungen.
Am 24. Mai. Ludwig Schmidt, Arbeiter, mit Elisabeth Schmidt.
Geborene.
Am 16. Mai. Klara, Tochter dcS Banquiers Simon Reuilinger. — 18. Theodore, Tochter des Lithographen Marlin Loos. — 19 Heinrich Karl. Sohn des Schlossers Heinrich Runkel. — 20. Margarethe Elisabethe Georgine, Tochter be3 Taglöhners Heinrich Roth. — Dorothea, Tochter des Maurers Johannes Brück. — 15. Ludwig Karl, Sohn des Kaufmanns August Kröll- — 18 Eduard, Sohn des Vergolders Peter Ritsert. — 19. Auguste Karoline, Tochter deS Tapezie-s Gustav Renner. — 20. Karoline. Tochter des Heizers Heinrich Bommer. — 18. Karl Ludwig, ein unehelicher Sohn von Gießen. — 16. Heinrich, ein unehelicher Sohn von auswärts. — Ludwig, ein unehelicher Sohn von auswärts- — Philipp, ein unehelicher Sohn von auswärts — 22 Rudolph, ein unehelicher Sohn von Gießen. — 23. Karl Emil Christian, Sohn des Tapeziers Heinrich Malkomesius. — Katharine, Tochter des Magazindieners Balthasar Wießner. — 22. Heinrich Karl, Sohn des Schneidermeisters Peter Leinweber. — 20. Helene, Tochter dcs Kaufmanns Johann Adam Heppe.
Gestorbene.
Am 20. Mai. Mathilde Pfeiffer, 5 W- 10 T- alt- — Ludwig, ein uneheliches Kind von auswärts, 5 T alt. — 23. Philipp Konrad Heidt, Sohn des Bäckers Karl Heidt, 12 T. alt. — Marie, Wittwe des GastwirthS Louis Weynandt, geb. Fauerbach, 44 I. alt. — 24 Marie, Wittwe deS Johann Hildebrand, geb Feick, aus Udenhausen, Kreis BlSfeld. — 25. Ein todtgeborener Sohn drs Locomotivfübrers Heinrich Lutholpb-
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 23. Mai. Ludwig Mohr, Schuhmacher dahier, ein Wittwer, und Anna Rudolph, ehel. Tochter des zu Haingrund verstorbenen TaglöhnerS, Michael Rudolph- Äen 25. Mai. Ludwig Schmidt non Biedenkopf, und Elisabethe Schmitt, ehel. Tochter des zu Günterode verstorbenen AckersmannS Diehl Schmitt-
Getaufte.
Den 31. Mai. Dem Arbeiter an der Köln-Mindever Bahn dahier, Johannes Damshäuser, ein Sohn, Wilhelm Jakob, geb. den 7. März
Denselben. Dem Professor der Medicin, Dr. Ferdinand Adolf Kehrer, ein Sohn, Hugo Ludwig Friedrich, geb. den 27. April.
Denselben. Dem Sch-chmacher dahier, Wilhelm Herbert, ein Sohn, Ludwig Martin Wilhelm, geb- den 20 April-
Denselben. Dem Dienstknecht dahier, Ludwig Kloos, ein Sohn, Johann Ludwig, geb- den 27 April.
Denselben. Dem Schlosser an der Oberbessischen Bahn dahier, Georg Jung, eine Tochter, Elisabethe, geb. den 3. April.
Denselben. Dem Taglöhner dahier, Wilhelm Seng, eine Tochter, Lina Juliane, geb. den 31. April-
Den 25. April Dem Cigarrenfabrikanten babier, Christian Julius Nattmann, ein Sohn, Julius Gustav Johann Adolf Wilhelm Karl^ geb. den 2. April.
Beerdigte.
Den 20. Mai. Christian Friedrich Plank, ebd. Sohn des verst. Bürgers und Rotheerdere-, Andreas Plank, alt 46 I. 8 M 27 T-, gest. den 18 Mai.
Den 24. Mai. Marie Weynandt, geb. Fauerbach, Wittwe des verst- GasthalterS, Louis Weynandt, alt 43 I. 5 M- 7 T-, gest. den 23. Mai.
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Für die Wasserbeschädigten in HeideSheim sind ferner bei uns eingegangen: Gemeinde Steinbach 100 M.; Gemeinde Heuchelheim 100 M- und Gemeinde RutterShauien 45 M-
Um weitere Gaben bittet
Die Expedition dieses Blattes.
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