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Sonntag, den 28. Mai
Zweites Blatt.
io. 193
Gießen, am 24. Mai 1876.
Gießen, am 27. Mai 1876.
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tcn, um der Commission etwaige Auskunft zu ertheilen.
Röder.
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Jahrestages der Thronbesteigung des Fürsten Karl die Aufhebung der Frohn- arbeit beim Straßenbau beantragt.
Wien, 25. Mai Feldzeugmeister v. John, Ches des Generalstabes, ist am Schlagfluß gestorben.
Pesth, 24. Mat, Abends. Bei der Berathung über das Budget del Ministeriums des Auswärtigen in der Delegation des österreichischen Reicht- rathes spricht Referent Schaub die Hoffnung aus, die Regierung werde die im Vorjahre gebilligten Gesichtspunkte sesthalten. Graf Andrassy erklärt, es sei unmöglich, während der noch schwebenden Verhandlungen über die orientalische Frage Aufklärungen in Bezug auf Einzelheiten zu geben; es sei unstatthaft, daß das Parlament in solchem Falle eine bestimmte Direktive für das Vorgehen des Ministeriums vorzeichne, ebenso sei ei-e eingehende Discussion über jene Frage im Interesse der Sache unzuträglich. Wie schon wiederholt erklärt, seien die Ziele des Ministeriums: Erhaltung deS europäischen Friedens, Vermeidung weiterer Complicationen, Anbahnung verbesserter Zustände, welche die Wiederkehr von ähnlichen, die Monarchie bedrohenden Gefahren verhindern. Mit diesen Zielen sei auch die Delegation einverstanden. Was die Mittel zur Erreichung des Zieles betreffe, so sei es unstatthaft, solche während der noch schwebenden Action darzulegen. Der Minister betont schließlich das Einvernehmen mit den anderen Mächten und gibt der Hoffnung Ausdruck, Ehre, Unabhängigkeit und Selbstbestimmungs-Recht der Monarchie unter allen Um- ständen zu erhalten. (Lebhafter Beifall.) Der bei der Special-Debatte deS Budgets des Aenßern gestellte Antrag aus Aufhebung des Botschasterpostens beim Papste findet keine Unterstützung. Der Reichs. Finanzminister v. Holzge- than g'bt im Laufe der Sitzung noch ausführliche Erklärungen über die bestehen- oen gemeinsamen Activa und legt den Ausweis über den in seiner Verwahrung befindlichen Betrag der Reichs-Äctiva vor.
Pesth, 24. Mai. Der türkische Botschafter Aarifi Pascha ist hier angekommen und hat mit dem Grafen Andrassy conserirt. Auch der russische Botschafter Nowikoff ist hier eingetroffen. Der englische und der deutsche Bot- - schaster werden erwartet.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Wien, 22. Mai. Die erste größere Demonstration gegen das Tisza'sche
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition r Schulst raße, Lit. B. Nr. 18.
Darmstadt, 23. Mai. Nach der „M.-Ztg." beabsichtigt die Regierung eine Vorlage zur Abstellung der durch die Ueberschwemmung entstandenen Schäden einzubringen.
Aus dem Odenwald, 24. Mai, wird der „M.-Ztg." geschrieben: „Dem Vernehmen nach ist dieser Tage zu Wald-Michelbach durch die dortige Gensd'armerie eine Broschüre confiscirt worden, welche von Reservisten aus Mainz mitgebracht wurde, und deren Inhalt das Militär zum Ungehorsam
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Ausgleichs-Programm hat vorgestern in Miskolcz stattgefunden. Die von Melczer einberufene General-Versammlung der liberalen Partei nahm mit Stimmenmehrheit die Verwerfung des Wiener Ausgleiches an und beschloß, gegen den Ausgleich innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu kämpfen und allen übrigen liberalen Parteiclubs im Lande hiervon Mittheilung zu machen.
Wien, 24. Mai. Die „Polit. Corresp." erfährt, daß der Statthalter von Nieder Oesterreich die Auflösung des Arbeiterbildungs-Vereins wegen Ueber- schreitung des statutenmäßigen Wirkungskreises verfügt hat.
Wien, 24. Mai. Der „Polit. Corresp." werden aus Konstantinopel die wesentlichsten Punkte des politischen Programms der Softas mitgetheilt: Dieselben verlangen, daß der Sultan 5 Mill. Pfd. Sterling an den Staatsschatz abzebe, die Civilliste auf 1 Mill. Psd. Sterling reducire und den Kha- lifen-Titel ablege. Außerdem solle ein Nationalrath eingesetzt und der Posten des Finanz-Ministers einem Europäer anvertraut werden. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest: Das Ministerium hat ans Anlaß des zehnten
Betreffend: Aufsicht über daS Fasselvieh. r
Das Großhcrzogliche Kmsamt Gießen
an die Großhcrroqlicben Bürgermeistereien der nachbenannten Orte.
Die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte Commission wird die Besicktigungder Gemeinde-Zuchtftiere und Zuchteber an folgenden Tagen vornehmen:
Dienstag den 30. Mar,
ru Daubringen, Mainzlar, Treis a. d. Lda., AUendorf a. d. Lda., Staufenberg, Ruttershausen und Lollar.
Mittwoch den 31. Mai,
zu Wieseck, Alten-Buseck, Trohe, Rödgen, Grosten Buseck, Beuern, B.erSrod, Winnerod und Reiskirchen.
Donnerstag den 1. Juki,
zu Gießen, Heuchelbeim, Allendorf a. d. Lahn, Gloßen-Linden, Lang-GönS, Leihgestern und Klem^mden.
Sie wollen die Bullen- und Ebcrhalter anwcise«, zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission der deren Emtreffen vorzuführen, auch sich selbst bereit
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Betreffend: Die Feuervisitation pro 1876. , , ~
Das Großhcrzogliche Krcisamt Gießen
an die Großherroalichen Bürgermeistereien Allertshausen, Birklar, Climbach, Geilshausen, Grünberg, Harbach, Hungen, Kefselbach, Lauter, Londorf, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Steinheim, Stockhausen, Weickartshain und Wettershain.
Wir erinnern Sie an Wiedereinsendung der Feuervisitationsprotocolle mit Bescheinigung über den Vollzug unserer, denselben mscribirten Verfügungen binnen
14 Ta0Cn‘ v. Röder.
jtrnung aus Göttingen in nähere Beziehungen zur Leipziger Universität, Au- sangs in der bescheidenen Stellung als Privatdocent, seit 1840 aber als ordentlicher Profeffor des deutschen Rechts, als welcher er bis vor wenigen fahren ausgezeichnete, von zahlreichen Schülern aus allen Theilen Deutschlands besuchte Vorlesungen hielt, bis er sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück- zog. Einer der ältesten und erklärtesten Führer und Vertreter der Partei, welche die Einigung Deutschlands unter Preußen auf ihre Fahne geschrieben hatte, war Albrecht bereits 1848 als einer der Vertrauensmänner der Bundesversammlung zum Zwecke einer Revision der Bundesverfassung mit thätig und entwarf mit Dahlmann den Entwurf zu einem deutschen Grundgesetz; später vertrat er einen hannoverschen Wahlbezirk in der Nationalversammlung zu Frankfurt. Die folgenden Jahre seines Lebens waren ausschließlich der akade- mischen Thätigkeit gewidmet, obwohl er mit höchstem Jntereffe dem Gange der „ihr «’L.iif nationalen Bewegung folgte. Die ausgezeichnete Integrität des Charakters und die nie versagende HerzenSgüte, welche den Verstorbenen stets auszeichneten, »erden ihm bei den vielen Freunden und Verehrern, die er sich erworben, ein bankbares Andenken sichern.
München, 26. Mai. Die früheren fünf liberalen Abgeordneten für A i sind heute mit 246 von 247 Stimmen wiederge- 35 ultramontanen Wahlmänner waren zur Abstimmung
TMll' I hti Wahlkreis München flin A I ivählt worden. Die 35 Kikßt" 1 , A erschienen.
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Ailfeige- uni Amtsblatt sm -en Kreis Meßen.
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auffordert.
Berlin, 24. Mai. Wir erfahren, daß die für die beiden Wittwen der [in Salonichi ermordeten Consuln beanspruchte Entschädigungssumme sich zusammen auf 40,000 Psd. Sterling beläuft.
Leipzig, 23. Mai. Am 21. d. M., Abends gegen 10 Uhr, wurde eine der gefeiertsten Größen der Leipziger Hochschule, Geh. Hofrath Dr. 55 Cj.Jfl Wilhelm Eduard Albrecht, ganz plötzlich, nachdem er noch am Tage munter -5^1 durch die Straßen der Stadt gehend gesehen worden, durch einen Gehiruschlag l getroffen, der ihm das Bewußtsein raubte und den am 22. vss., Vormittags erfolgten Tod des so schwer Betroffenen veranlaßte. Mit Albrecht ist der
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| letzte der Göttinger Sieben, welche den schmachvollen Staatsstreich des Königs
j Ernst August 1837 nicht anerkannten und deßhalb ihr Amt Preis geben mußten, A hkimgegaugen.. Vor ihm starben Wilhelm Grimm, Dahlmann, Jakob Grimm, Gervinus, W- Weber und Ewald. Der Verewigte trat bald nach seiner Ent-


