Freitag, den 28. April
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Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl SS Pf.
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Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. EUPs-itionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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habe Delbrück erklärt, er fühle sich körperlich und geistig so angegriffen, daß er eines längeren Ausruhens bedürfe. Diese Ueberzeugung, die sich inzwischen nur noch mehr bestärkte, habe den Entschluß, seine Demission zu geben, hervorgerufen, welchen Entschluß zu erschüttern auch allen Anstrengungen des Reichskanzlers nicht gelungen sei. — Der „National-Zeitung" wird weiter positiv versichert, daß von einem Wechsel der an den Namen Delbrück sich anknüpfenden Politik nicht die Rede sei und daß der Name und die Vorgeschichte eines in Aussicht genommenen Nachfolgers die vollständige Garantie bieten, daß ein Verlaffen des bisherige^ Weges in keiner Weise beabsichtigt sei.
Berlin, 25. April. Die Reichsbank ist bekanntlich nach § 13, Alinea c des Reichsbaukgesetzes befugt, gegen zinstragende, auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen nicht deutscher Staaten, sowie gegen staatlich garantirte ausländische Eisenbahn-Prioritäts - Obligationen Darlehne zu ertheilen. Das Reichsbank-Direktorium hat nun in einem hierauf Bezug habenden Regulativ diejenigen Papiere bestimmt, welche von der Reichsbank und deren Filialen belehnt werden dürfen. Die österreichischen Papiere befinden sich darunter nicht. Wie verlautet, haben die Regierungen Oesterreich-Ungarns beschlossen, in Folge besten gegen die deutsche Reichsbank wegen dieser Ausschließung österreichischer Papiere von der Belehnung vorzugehen und die Rückgängigmachung dieser Maßregel bei dem Reichskanzler zu erwirken.
— Der „Augsb. Allg. Ztg." wird aus München geschrieben: Einige Blätter wissen von einer Anfrage Württembergs in München zu berichten, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen der Mittelstaaten in Berlin hinsichtlich der Reichs-Eisenbahn-Angelegenheiten bezogen habe und von dem Münchener Cabmet ablehnend beantwortet worden sei. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, führt sich diese Nachricht auf einen bereits vor Monaten erfolgten Meinungsaustausch über die Frage zurück, ob es zweckmäßig und ausführbar sei, einen Schritt im Bundesrathe zu thun —. em Gedanke, welcher schon durch die damaligen parlamentarischen Vorgänge irn bayerischen und sächsischen Landtag und durch die späteren Verhandlungen in den württembergischen Kammern überholt wurde. Wenn man übrigens bei Verbreitung dieser Notiz von der Annahme ausgehen sollte, daß die Haltung der Mittelstaaten in der Reichs-Eisenbahn- srage der Uebereinstimmung entbehre, so dürfte der weitere Verlauf der Sache zeigen, daß diese Annahme eine irrthümliche ist.
Berlin, 26. April. In der Debatte über die Eisenbahn-Vorlage entwickelte Abg. Richter als erster Redner in mehr als zweistündiger Auseinandersetzung hauptsächlich die politischen Gesichtspunkte, die zur Ablehnung zwingen. Er fragt, weßhalb die Sache nicht zunächst an den Reichstag gebracht worden sei; dann brauchte der preußische Landtag nicht mehr darüber zu discutiren. Preußen sei gewohnt, wo Deutschland gesprochen, wenn auch widerstrebend, seine Opfer zu bringen, allein der Reichskanzler dürfe nicht den Landtag gegen den Reichstag förmlich aufhetzen und so beider Würde abmindern. Schon zerfielen in dieser Frage die Parteien in ^Landsmannschaften und die einzelnen Regierungen befehdeten sich durch ihre Reptilien-Fonds gegenseitig, wie sie es als Glieder eines Staates nicht thun dürfen. Der Reichskanzler besitze in dieser Frage das Vertrauen der Mehrheit nicht.
Berlin, 26. April. Bei der heutigen ersten Berathung her Vorlage, betreffend das Eisenbahnwesen, spricht Richter (Hagen) in ^/zstüüdiger Rede gegen die Vorlage. Fürst Bismarck ergreift demnächst das Wort: „Ueber die Sache selbst behalte ich mir noch vor, als Ressort-Minister zu sprechen und will jetzt nur eine irrthümliche Angabe des Vorredners, bezüglich des allgemein beklagten Rücktritts von Delbrück berichtigen. Es liegt nicht der geringste Schatten einer Wirklichkeit dafür vor, daß Delbrück's Rücktritt mit dieser oder irgend einer anderen schwebenden Frage zusammenhängt. Zwischen dem Kaiser, ihm und mir waltet nicht der geringste Meinungs-Unterschied in irgend welcher Frage ob. Delbrück hatte stets den Muth seiner Meinung und würde mit dieser nicht zurückgehalten haben. Ich habe 25 Jahre mit ihm gearbeitet, ordnete meine Ansicht oft seiner besseren Ansicht unter und würde die Vertagung der Eisenbahn-Frage seiner Rückkehr vorgezogen haben. Nach der anf- retbenden Thätigkeit des letzten Jahrzehnts war es für Delbrück unmöglich,
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An die verehelichen Mitglieder des lnndw. Vereins von-Oberhessen.
Nach Beschluß der Großherzoglichen Centralstelle für Landwirthschaft vom 18. Februar d. I. tritt im Juni eine Commission von Landwirthen und Vertretern von Feuerversicherungs-Gesellschaften zusammen, um das landw. Mobiliar-Feuerversicherungswesen auf einer den berechtigten Interessen der Landwirthschaft entsprechenden Grundlage neu zu reguliren.
Die Resultate dieser Berathungen werden voraussichtlich in bedeutenden Erleichterungen für das landw. Versicherungswesen bestehen, und nach Feststellung derselben alsbald bekannt gemacht werden.
Mit Rücksicht auf die Verhandlungen, welche über diesen Gegenstand in den Versammlungen des landw. Provinzialvereins von Oberhessen gepflogen worden sind, mochen wir die Mitglieder des Vereins auf diese dermaltgc Sachlage aufmerksam, um sie in die Lage zu versetzen, — im Falle sie das ihren Interessen entsprechend halten, — Die Resultate der oben erwähnten Commissionsberathungen abzuwarten, bevor sie zu Neuversicherungen schreiten.
Friedelhausen, am 22. April 1876. Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen:
A. Frh. v. Nordeck zur Rabenau.
DcirMIand.
Darmstadt, 25. April. Die Nr. 21 des Großherzogltchen Regierungsblatts hat folgenden Inhalt:
1. Gesetz, die Gewährung von nachträglichen Vergütungen für Kriegslei- fiungen der Gemeinden betreffend.
2. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, die Aufhebung der mit der königl. bayer. Regierung abgeschlossenen Uebereinkunft wegen der gegenseitigen Kostenberechnung in strafgerichtlichen und polizeilichen Requisitions- sällen betreffend.
3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Bestä- tigirng von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.
4. Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 14. März dem Schullehrer an der ersten Gemeindeschule zu Laichen, im Kreise Friedberg, Georg Schmidt, das silberne Kreuz des Philipps-Ordens, am 2. April dem Bureaudiener bei dem Bezirksstrafgericht Küßen, Johannes Frutig, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste", am 8. April der Vorsteherin des Elisa- bethenstifts in Nieder-Ramstadt, Louise Marx, die goldene Verdienstmedaille bet Ludewigs-Ordens zu verleihen.
5. Namensveränderung.
6. Dtenstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 25. März den von der Frau Gräfin zu Erbach-Fürstenau auf die erste Gemeinde-Schulstelle zu Steinbach präsentirten Schullehrer Jo- janneS Adelberger zu Falken - Gesäß für diese Stelle zu bestätigen ; an dems. Tage der Schulaspirantin Mathilde Frank aus Homberg a. d. Ohm eine Lehrerinstelle an der höheren Mädchenschule zu Gießen, dem Schullehrer Diedrich Will zu Leihgestern die Gemeinde-Schulstelle zu Langenhain, am 28. März dem Schulverwalter Karl Ludwig Länder aus Friedberg die Gemeinde- tzchulstelle zu Schadenbach, am 29. März dem Schulverwalter Johann Kopp aus Odernheim eine Lehrerstelle an den städtischen Schulen zu Darmstadt zu übertragen; am 7. April den von dem kath. Pfarrer zu Ober-Abtsteinach und ha Schulvorständen zu Ober-Abtsteinach, Unter-Abtsteinach, Trösel, Flocken- !ach und Gorxheim auf die Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Abtsteinach präsen- tiiten Schulverwalter, Joseph Taddäus Schönig aus Mosbach, für diese Stelle jii bestätigen; am 9. April den Hofwagenwärter Adam Zinn aus Maar zum Hosstallfouragewärter zu ernennen.
7. Dienstenthebungen.
8. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königl. Hoheit der Großherzog buben allergnädigst geruht: am 14. März den Schullehrer an der ersten Ge- Utndeschule zu Kaichen, Georg Schmidt, auf sein Nachsuchen und unter An- akennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, am 18. März den Schullehrer an der ersten Gemeindeschule zu Steinfurt, Christian Müller, auf fein Nachsuchen, am 3. April den Schullehrer au der Stadt-Mädchenschule zu Trrmstadt, Ludwig Kiffeberth, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung feiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, am 10. April den Conducteur bei hr Main-Neckar-Eisenbahn, Jost Rühl, in den Ruhestand zu versetzen.
9. Csncurrenzeröffnungen. Erledigt find: die sechste und siebente Gemeinde- Echulstelle zu Kostheim mit einem jährlichen Gehalt von 942 Mk. 85 Pfg.; lic Gemeinde-Schulstelle zu Hainchen mit einem jährlichen Gehalt von 771 Mk. ® Pfg'; die zweite Knaben-Schulstelle zu Alsfeld mit einem Anfangsgehalt bon 942 Mk. 86 Pfg.; dem Stadtvorstand zu Alsfeld steht das Präsenta- : Asrecht zu dieser Stelle zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Schlechtenwegen mit ' sm Gehalt von 685 Mk. 85 Pfg.
10. Sterbefälle.
Berlin, 25. April. Die „National-Zeitung" widmet anläßlich der i Entlassung Delbrück'S diesem und seiner staatsmännischen^ Thätigkeit Worte der ärmsten Anerkennung und erklärt, in der Lage zu sein, positiv versichern zu tonen, daß ausschließlich persönliche Verhältnisse demselben untersagt haben, Mn Amt weiter zu führen. Schon während der letzten Reichstags-Session
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