Ausgabe 
28.3.1876
 
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Ho. 14. Dienstag, den 28. Marz S87«.

cticlicncr Mireiger

Aykize- np.li AmtÄIM für den Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

(Spedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Amts- und Anruftage am hiesigen Gerichte jeden Dienstag und Mittwoch von 8 bis wir gleichzeitig 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr Nachmittags abgehalten werden, daß jedoch in den Monaten April, Mai, Juni, Juli, August und September dieselben um 7 Uhr Vormittags ihren Anfang nehmen werden, und es im eigenen Interesse Derjenigen, welche am hiesigen Gerichte zn thun haben, liegt, zur Vorbringung ihrer Angelegenheiten möglichst präcis an den Vormittagen zu erscheinen.

Lich, den 20. März 1876.

Wilhelm.

kein Interesse mehr bei der Verwaltung des Schul-Vermögens. Das Ministe­

rium des Innern hat deshalb bestimmt, daß nunmehr allgemein auch das con-

h x Wouelle Schul-Vermögen (mit Ausnahme der sog. kleinen Confessions-Schulen) flllv vJll«'11- statt in den Kirchen Fonds in den Gemeinde-Kassen verwaltet werde. Die Ver­

einzeln zu erwidern, öffentlich zum Ausdruck zu bringen wünscke. Zu dem Be- hufe veranlasse Ich Sie, diesen Erlaß alsbald zu publiciren.

Berlin, den 24. März 1876.

IRflnn, der sich quI elltrarbeiten verlieht acht bei einer Herr ))lel gleich Eickum 118-20 Jahren, d« n versieht, findet di Stelle. Näheres n- igs- und AuskM Zimmerirannjii

Großherzogliches Landgericht Lich. Weyer.

Deutschland.

Aus dem Großherzogthurn Hessen, 24. März. Nach der seit­herigen Praxis wurden die zur Dotation von Conscssions-Schulen gehörigen Kapitalien regelmäßig in den Local-Kirchen-Fonds verwaltet, und die Lehrer bezogen direct aus letzteren die Zinsen. Dieses Verfahren erschien angemessen, weil meistens die Kosten jener Confessions-Schulen zugleich mit dem Ausschlag der kirchlichen Bedürfnisse auf die Mitglieder der Confessions-Gemeinde aufge-

An den Reichskanzler.

Berlin, 25. März. Richard Wagner hat während seines hiesigen Aufenthalts auch das Project eines Ankaufs seines Bayreuther Theaters durch das Reich betrieben, (?) doch scheint er mit diesem Plane außerhalb des Kreises seiner nächsten Anhänger nicht viel Anklang gefunden zu haben.

Kaiserslautern, 25. März. Zu Schock (Bezirksamt Pirmasens) hat in der einer hiesigen Firma gehörigen Pulver-Fabrik gestern eine Explosion stattgefunden, wodurch zwei Arbeiter getödtet und einer verwundet wurde.

Oesterreich.

Wien, 24. März. DieTagespresse" veröffentlicht ein Schreiben aus Petersburg, dessen von dem Blatte als verläßlich bezeichneten Mittheilungen zu entnehmen ist,daß Rußland und Oesterreich zur Wahrung des Friedens im Oriente fest zusammenstehen und daß eine österreichische Intervention in Serbien nicht eintreten werde, wie immer auch die Würfel in Belgrad fallen mögen." DiePresse" meint, daß man der Entwicklung der Dinge im Orient, ungeachtet der noch nicht geklärten Situation in Serbien, mit ziemlicher Ruhe entgegensehen könne, und daß die Wirren, welchen durch den großen Pacifica- tionsact der Mächte ein Ende gemacht werden soll, auch fernerhin auf Bos­nien und die Herzegowina localisirt bleiben werden. Allein das finanzielle Elend drohe eine Klippe zu werden, welche das ganze Pacificationswerk ge­fährde, wenn man nicht auch hier mit derselben Energie eingreife.

Wien, 24. März. DerPolt. Corresp." wird aus Belgrad gemel­det: Der Kriegsminister trifft zwar Maßnahmen, als wenn der Krieg unab­änderlich feststände, denn die serbische Armee ist in sechs Operations-Divisionen eingetheilt, jede zu 6000 bis 7000 Mann; gleichzeitig hat auch ein großes Avancement im Officiercorps stattgefunden. Gleichwohl kann nur auf das Aus­drücklichste'betont werden, daß die ausschlaggebenden politischen Factoren ins- gesammt aus die Erhaltung des Friedens hmwirken; die friedliche Strömung ist die überwiegende und wird es trotz der andauernden Minister-Krisis hoffent­lich auch bleiben.

Pcsth, 24. März. Die Deputirten-Kammer hat die Vorlage wegen Regelung des Königsbodens gegen die Stimmen der Sachsen angenommen.

Holland.

Amsterdam, 21. März.Holland' in Noth l" Wer kennt nicht den grausen Schrei in den Zwanziger Jahren? Hoffentlich wird es dieses Jahr nicht zu so furchtbaren Katastrophen kommen, wie damals; es herrscht schon Schrecken und Leiden genug in diesem Augenblick. Namentlich von der Maas her ertönt ein erschütternder Hülfe-Schrei. Nord-Brabant ist aufts Fürchter­lichste heimgesucht. Der Wassersnoth hat sich die Hungersnoth zugesellt. Ganze Dörfer hatten sich vor den gefürchteten Deich-Brüchen geflüchtet. Mit Hab und Vieh harren sie der Rettung, der Hülfe. Zusammengedrängt auf engem Raum oder in einigen höher gelegenen Häusern, wie sie sind, fehlt es dort den Menschen an Nahrung, dem Vieh an Futter.Brod, Brod, um das nackte Leben zu fristen!" so lautet der Verzweiflungs-Schrei, der Eine« aller Orten entgegenschallt. Berittene Boten kommen täglich an und bitten um schleunige Absendung von größeren Schiffen, um die obdachlosen, dem Hunger- Tode ausgesetzten Leute in Sicherheit zu bringen. Die niederländische Mild- thäligkeit gibt mit vollen Händen und spendet ungezählte Hülfe. Aber das Elend ist gar groß.

waltung von eigentlichem Kirchen-Vermögen, Welches nur zu Schulzwecken ver­wendet wird, bezw. von Stiftungen für die Sckule, die nach der Stiftungs- Urkunde . von den Kirchen - Vorständen zu verwalten sind, bleibt dieselbe wie bisher.

Darmstadt, 25. März. Dem Comitö für Erbauung einer directen Eisenbahn zwischen Darmstadt und Offenbach ist nachstehende Entschließung Sroßh. Gesammt-Ministeriums d. d. 18. März 1876 zugegangen:Auf das in Ihrer Eingabe vom 28. December v. I. vorgetragene Gesuch wegen Her- Mung einer directen Bahnverbindung zwischen Darmstadt und Offenbach eröff neu wir Ihnen unter Rückgabe der damit vorgelegten Pläne, sowie des darauf bezüglichen Berichts des Herrn Dr. Hügel, daß die Großh. Negierung sich richt veranlaßt findet, die Erbauung der projectirten Bahn auf Staatskosten tn's Auge zu fassen. Für diese Entschließung ist insbesondere maßgebend, daß, Venn auch die Nützlichkeit und Annehmlichkeit einer directen Bahn zwischen Darmstadt und Offenbach mit Berührung der zwischenliegenden Orte Arheilgen, Egelsbach, Langen, Sprendlingen und Neu-Uenburg zugegeben wird, hieraus lie Notbwendigkeit einer mit der Main-Neckarbahn in dem kurzen Abstand von durchschnittlich 20 Minuten parallel laufenden Bahn nicht gefolgert werden kann. Nachdem die Verbindung der Main-Neckarbahn mit der Frankfurt- Febraer Bahn über die Louisa hergestellt ist, wird demnächst auf Grund des mit der vormaligen freien Stadt Frankfurt abgeschlossenen Staatsvertrags vom 30. November 1865 (Reg.-Blatt 1866 Nr. 25) ein directer Verkehr sowohl für Personen, wie für Güter zwischen Darmstadt und Offenbach ohne Berüh­rung von Frankfurt eingerichtet werden und hiermit die für den Localverkehr zwischen den Stationen der Main-Neckarbahn störende Nothwendigkeit des Um- vegs über Frankfurt in Wegfall kommen. Die zwischen der projectirten Bahn lind der Linie Darmstadt-Offenbach bestehende Differenz in der ^änge reducirt sch nach Eröffnung der Verbindung über Station Louisa aus nur 4,88 Kilo­meter, wobei aber die Steigungs- und Krümmungs-Verhältnisse der neuen Linie ungünstiger sind, als auf der Main-Neckarbahn."

Das Comit6 wird demnächst eine Sitzung berufen, um weitere Schritte in dieser Angelegenheit in Erwägung zu ziehen. (M- Stg-J

Berlin, 25. März. DerReichs-Anz." bringt an seiner Spitze nach- ßchenden Allerhöchsten Erlaß:

Die Theilnahme, welche Ich an bedeutsamen Gedenktagen bei Meinem §olke zu finden gewohnt bin, hat sich, wie vor Kurzem an dem hundertjährigen Geburtstage Meiner in Gott ruhenden Frau Mutter, der Königin Luise, so oud) an Meinem eigenen diesjährigen Geburtstage wieder in überaus reichem Maße gezeigt. An beiden Tagen find Mir von nah und fern, selbst aus fer­nen Welttheilen, Glückwünsche, Widmungen, Gegenstände der Erinnerung und Zuwendungen mannigfachster Art in größter Anzahl zugegangen. Je mehr Ich solche Beweise treuen Gedenkens schätze, um so tiefer fühle Ich Mich für Die; selben zum Dank verpflichtet, welchen Ich bei der Uuthunlichkeit, jede Adresse

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IrarrLreich.

Paris, 24. März. Der heute vom Senat gewählte Ausschuß zur Vorberathung des Amnestie-Antrages besteht aus den Republikanern Krantz, de Malleville, Fourcaud und Michel, und fünf Royalisten. Alle sind gegen

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Mifl kosten für sämmtliche Volks-Schulen nunmehr aufbringt, und im Falle der

l IfH Vereinigung confessisnell getrennter Schulen in gemeinsame Schulen die Be­schlußfassung über die Verwendung des vorhandenen Vermögens lediglich den Gemeinde- und Schul-Vorständen überwiesen ist, haben die Kirchen-Vorstände