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L .roC(fte, sind noch einige Ulemas, die mit der Verschwörung in Verbindung Landen, ausgewicsen worden; die Ruhe ward nirgends gestört.
__ DaS Gerücht vom Ausbruche von Unrubeu in Jamboli in Bulgarien I jrl) v„n der Regierung dementirt. Ein Telegramm des Gouverneur von Mama (Sliwno) erklärt, daß die Ruhe in Jamboli nicht gestört und kein Kord vorgekommen sei.
— Ueber d-s bereits gemeldete Complott gegen das Leben des Groß- |Lrg und Midhat Paschas hat die Pforte an ihre diplomatischen Vertreter ststm Auslande mitthcilen lassen, daß die Ruhe in Konstantinopel bei Entdeckung ! tcr Verschwörung und den damit zusammenhängenden Verhaftungen nicht ge- j pTt 'spera, 25. October. Es bestätigt sich, daß die Pforte erklärte, sie sei lereit, den sechswöchentlichen Waffenstillstand anzunehmen, wofern die Mächte sich verpflichteten, falls nach Ablauf dieser Frist die Friedens-Verhandlungen xoch kein Resultat ergeben hätten, eine abermalige Frist von weiteren 6 Wochen, Ind wenn auch dann noch keine Einigung erfolgt sei, eine zweimonatliche Verlängerung des Waffenstillstandes zu bewilligen. Jgnatieff hat, wie verlautet, f jierauf erklärt, er glaube nicht, daß Rußland diesen, wenn auch versteckt, auf «inen fünfmonatlichen Waffenstillstand hinauslaufenden Forderungen der Pforte ' zustimmen würde.
Ragus«, 24 October. Der Fürst von Montenegro bat den Vertre tern der Mächte" officiell eröffnet, er könne aus zwingenden Opportunitäts- Gründen keinen längeren als sechswöchentlichen Waffenstillstand annehmen.
Amerika.
New-N^rk, 24. Octobcr. Laut Berichten aus Haiti ist in San Domingo eine Revolution ausgebrochen und werde der Präsident Espaillat durch Gonzales ersetzt.
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Lokal-Notiz.
Gieße«, 26. Oct. Die Westendhalle zu Frankfurt a. M. wurde an Herrn Krämer, seither Bewirthschatter der biefigm Bahnhofs-Restauration für 10,000 Mark jöhrlichvom Eisenbahn-Fiskus vermiethet.
Verwischtes.
Gießen, 26. Oct. Dis zu den Zeiten des Landgrafen ßubroig_Vlll. war es herkömmlich, daß in der Festung Gießen bei Errichtung eines neuen Soldaten-Hoch- aerichts (Galgens die Einwohner von Wieseck den von den Zimmerleuten gefällten gichbaum berbeischaffcn und die Schäfer und Beisassen in Gießen bei dessen Aufrichtung helfen mußten. In Darmstadt mußten die Bessunger den gefällten Eichbaum msabren, die Darmstädter Leinweber und Beisassen aber bei dessen Aufrichtung helfen. Schäfer, Leinweber und Beisassen hielten nach den Begriffen der damaligen Zeit dieseo I Geschäft für schimpflich und machten -sich gewöhnlich aus dem Staube, wenn sie zu solchen Leistungen bestellt wurden. Als im Jahre 1739 in Darmstadt ein neues Sol- diten Hochgericht erbaut werden sollte, trat letzterer Fall abermals ein und nun befahl Llindgraf Ludwig VIII., daß der durch die Zimmerleute gefällte Eichbaum von den Bessunaern in die Stadt gefahren und von allen Zimmer- und Schmiedmeistern der Obergrafschaft, nebst ihren Gesellen (damit keiner dem andern einen Vorwurf machen könne) verfertigt und aufgerichtet werden sollte. Dieses geschah denn auch, und der Auditeur mutzte den ersten Schlag mit einer Zimmeraxt auf den Baum führen.
(Eine Generalprobe.) In einem Orte bei Rudolstadt, wo noch der Klingelbeutel in der Kirche existirt, ist folgende wahre Geschichte passirt. Es wird ein neuer Klingelmann angestellt, der. um in der Kirche keinen Bock zu schießen, eine Probe zu Raufe anstellt. Er macht sich einen Beutel mit Klingel an seine Stange, geht mit seinem 9jährigen Sohne auf die Sckeune, stellt verschiedene Strohschütten, die Personen »erstellen, aufrecht, und übt sich, indem er vor jeder Schütte klingelt, in feinem neuen Berufe. Einen hübschen Bückling vor feinem Sohn machend, versiebt er es unb fällt I hinterrücks zum Sckeunenloch hinunter. Indem er unten im Stroh herumkrabbelt,
aus dem er sich nicht heraus arbeiten kann, kommt seine Frau zu einer Thür fierehr roel^e vom Hausboden auf die Scheune führt, und fragt den Jungen nach seine« Vater. Dieter antwortet naiv: „A hat eh ubn bei Männern eingesammelt, a mutz notiger sei bei de Weiber." ’
(Den Tabakrauchern droht eine große Gefahr ) In der Nähe von Spandau, im sogenannten Radelande, hat ein Landwirth den Versuch gemacht, eine Strecke Landes mit brasilianischem Tabak anzubauen. Die Pflanze soll so vortrefflich aufgeganaen sein, daß eine sehr ersprießliche Ernte erhofft wird. Ist dies wirklich der Fall, dann beabsichtigt der Unternehmer mit dem Tabaksbau in größerem Maßstabe oorzugehen Den Rauchern erblüht sonach die Aussicht auf echt „importirte" Radelander Cigarren.
Aus Hallstadt in Oberösterreich wird dem „Grazer Volksdlatt" geschrieben: „In einem Stollen unseres Salzbergwerkes zeigt sich ein Phänomen, dar feit meh- reten Tagen schon Gegenstand allseitiger Aufmerksamkeit geworden. Vor einiger Zeit war es, daß eine größere Gesellschaft das Innere des Salzberges besichtigte; ein Mit« gUeb dieser Gesellschaft feuerte einen Pistolenschuß ab; gleich darauf bemerkte man mitten an einer Felswand eine Flamme, etwa einen Centimeter breit unb fünf bis sechs (Zentimeter hoch, von intensiv gelber Farbe. Seitbem bauert bfefe Flamme, weit» bin ihr feuriges Licht verbreitend. Offenbar ist hier ein Gas entzündet, das aus einer schmalen Felsen-Ritze hervorströmt; mit freiem Auge hat man jedoch nicht die kleinste Spalte in der Felswand entdecken können. Man fürchtet sehr, daß die Entzündung der Gase sich weiter verbreiten und eine Explosion verursachen könnte. Ein greiser Bergknappe erzählt, daß vor vielen Jahren etwas Aehnliches vorgefallen sei, unb baß damals die ganze Sache einen günstigen Verlauf nahm, indem bie Gasflamme nach einiger Zeit von selbst erlosch."
Lübben. Das hiesige kgl. Kreisgericht hat die Ehefrau eines wohlhabenden Bauern auS Schlepzig wegen Fälschung eon Butter, die sie mit geriebenen Kartoffeln gemengt und in bie Stadt verkauft hatte, zu drei Monaten Gefängniß, dreihundert Mark Geldbuße, Vertun der bürgerlichen Ehrenrechte auf ein Jahr und Tragung der Kosten verurthellt (So sollte es allen Lebensmittelfälschern ergehen!)
. - wollen nicht unterlassen, unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, daß falsche Einmarkstücke im Umlauf sind. Dieselben sind, wa- die Prägung betrifft, täuschend nachgemacht, an Gewicht aber leichter als die richtigen Einmarkstücke, scheinbar von Blei unb namentlich an dem hohlen Klange, sowie daran zu erkennen, daß sie, auf der Hand gerieben, einen schwarzen Strich auf derselben zurücklaffen. Von den falschen Münzen, welche in neuester Zeit in den Verkehr gebracht worden sind, erscheint eine Sorte 50-Pfennigstücke als ganz befonders gefährlich, weil diese Falsifikate dem Aussehen unb dem Klange nach sehr schwer von den echten Stücken zu untertreiben sind. Nur durch ihren weichen und fettigen Griff machen sich die tadellos gepiägten, mit der Jahreszahl 1875 und dem Münzzeichen „AA" versehenen 50« Pfennigstücke verdächtig Die Einkerbung am Rande ist anscheinend gleich beim Guß hergestellt unb nur an der Stelle, an welcher das Gießloch der Form einsetzt, nachgearbeitet. Dies ist da« augenscheinlichste Kennzeichen.
Duisburg. („Freßactionär.") Neulich gerietben zwei Industrielle in Wort- wechfel, unb in der Hitze des Gefechtes nannte der eine den andern „Freßactionär " Als Kommentar zu des Wortes Bedeutung fügte er bei: „Und sie kaufen heruntergekommene Actien, blos um an den Versammlungen theilzunehmen und gratis hintren ZU können. Dann greifen Sie die Verwaltungsräthe an, so daß Sie noch ein Trink - gelb fliegen, wenn Sie schweigen." (Diese Art von Schweigegeldern und diese Industrie ist gewiß modern.)
(Aus dem bayerischen Oberlande.) Wie jetzt noch, so vor mehreren Jahren pflegt Se. Mai-stat der König Ausflüge ins Gebirg zu nehmen, nach Achsee, Kochel rc. Ein Bauerlein in dieser Umgegend, welcher das Unglück hatte, auf die Gant zu kommen, nahm davon Notiz und glaubte bei dieser Gelegenheit dem König seine Bitte um Unterstützung anbringen zu können. Er hatte wirklich das Glück, angesprochen zu werden und dabei seine Bitte vorbringen zu dürfen; allein der König geruhte einfach zu erwidern, daß er, das Bäuerlein, wohl nicht gut gehaust hätte. Tiefbetrübten HerzenS kehrte unser Bauer zu seiner Behausung zurück, theilte seiner Frau unb seinen Kindern bie UnglückSkunde mit und sah mit Bangen den Tag der Exekution herbeieilen; am bestimmten Tage fand die Feilbietung deS AnwesenS statt, und es hatten sich mehrere Käufer eingefunden, J>abei ein schlichter Lehrer der Umgebung; die Versteigerung nahm ihren Anfang und Sieger blieb unser Lehrer. Die Gläubiger drangen auf sofortige Erlegung, fußend auf bie Versteigerungsbebingnisfe; schon glaubten Alle, daß dem Lehrer dies nicht möglich wurde, als er in die Seitentasche des Rockei griff unb ein Telegramm der königlichen Kabiiietskanzlei hervornahm, des Inhalts, das Anwesen deS Bäuerlein zu steigern unb baß bie Auszahlung bei ber königlichen Kabinetskasse sofort erfolgen werbe; bas arme Bäuerlein konnte sich kaum von dem unvorhergesehenen Glück erholen.
Allgemeiner Anzeiger.
Mindere AeLamitmachuiig-n
Bekanntmachung.
Samstag den 28. d. Mts., Vormittags, sollen tn dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung — Nahrungsberg im Hause von I. B- Singer — nachbenannte RetnigunAs-Arbeiten, -Ns:
1) Entleerung der Latrinen - und Müllgruben der Zeughaus-Kaserne und des Garnison-Lazaretbs um 9 Uhr.
2) Reinigung der Kasernen - Bett - und Handwäsche um VrlO Uhr im Submissionswege vergeben werden.
Die bezüglichen Bedingungen liegen auf dem vorbezeichneten Geschäflszimmer zur Einsicht aus.
Gießen, den 23. October 1876. (5502
Grohherzogliche Garnison - Verwaltung.
Bekanntmachung.
Die Lieferung ber für bas Dienstpersonal der Oberhessischen Eisenbahnen im Jahre 1877 erforberl-chen Dienstmützen soll im Wege der Submission vergeben werden unb ö sind Lieferunasangebote spätestens bis zum 110. November d. I., Vormittags 10 Uhr, g versiegelt und mit ber Aufschrift | »Offerte zur Lieferung von Dienstmützen" »versehen, portofrei bei ber unterzeichneten
Direciion einzureichen.
Muster unb Lieferungsbebingungen können bei unserer Kanzlei ober Magazinsver- Mültung eingesehen werben.
Gießen, ben 23. October 1876. (5537
Großherzogliche Diversion
der Oberheffisch en Eisenbahnen. Mohn.
' ****'■ 1 I
AeilgeSotenes.
Neufchateler Käse
empfiehlt (5479
Emil Fischbach.
Gießen, den 24. October 1876.
Betreffend: Besuch der Fortbildungsschule.
Nachdem die höchste Schulbehörde genehmigt hat, daß in dem kommenden Winterhalbjahr statt der gesetzlich zum Besuch der hiesigen Fortbildungsschule verpflichteten 3 Jahrgänge nur die zwei ersten Jahrgänge im Alter von 14 und 15 Jahren herangezogen werden, fordern wir hiermit diejenigen jungen Leute, die in diesem oder dem vergangenen Jahre die Volksschule verlassen haben auf, sich
Donnerstag den zweiten November, Abends 8 Uhr, im Lokal der Stadtknabenschule einzufinden, und zwar die 14jährigen ,m Saal Nr. 4, die 15jährigen im Saal Nr. 3. Jeder Schüler hat ein Heft oder einen Bogen weißes Papier nebst Feder mitzubringen.
Lehrherrn, Dienstherrschaften und Arbeitgeber haben nach Art. 25 des Volksschulgesetzes den Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuch der Fortbildungsschule nöthige Zeit einzuräumen. Zuwiderhandlungen werden mit einer Polizeistrafe von 2—20 di. geahndet.
Wir hegen jedoch die Zuversicht, daß es bei den hiesigen Meistern und Arbeitgebern genügen wird, auf die Wichtigkeit und Bedeutung dieses Unterrichts hinzuweisen, um sie zu veranlassen, die jungen Leute zu einem pünktlichen, fleißigen und ersprießlichen Besuch der Schule anzuhalten und ihrerseits alles zu thun, um diese neue Einrichtung zu einer segensreichen Entfaltung für die Volksbildung zu bringen. (5549
Der Großh. Bürgermeister Der Großh. Schnlinspector
A. Bramm. Vigelius.
5521) Wafchkonsole, ladirte, zu ver- kaufen bei Schreinermeister Tränkn er I.
Feinste
Gothaer Cervelatwurst empfiehlt (5175
_____Emil Fischbach.
Bänder und Sammete in allen Farben und Breiten empfiehlt trotz großer Steigerung zu alten Preisen (5315
A. Fangmann.
5338) Eine große Partie leere Cigarrenkistchen verkauft billig
H. Schäfer.
~ LliMkommm eine Sendung feuerfestes Gesundheits-Kochgeschirr, sowie steinerne Einmachstöpfe und große Auswahl tn Bunslaner Waare.
PH. Pfeiffer, 5511)_________________Tiefenweg 49.
Die Dünner Fahnensalmk in Bonn a. Rhein liefert auch Theater- decoratlonen auf Stoff gemalt. (5524
Schellfische u. Backfische
empfiehlt (5546 H. Kurth.
5475) Zweischläfrige Bettlade und großer Tisch zu verkaufen.
_____________________Kanzleiberg B- 67.
5316) Bashliks, Capuzen, wollene Tücher billigst bei _______A. Fangmann._
Ml. Martinen
empfiehlt (5484
__________Emil Fischbach.
Federbetten, neue unb gebrauchte, letztere sehr gut erhalten, Unterbetten, Deckbetten, Kissen, Roßhaarmatratzen, Bettstellen mit Sprung- feber-Einlagen unb SophaS, billig bei 4609) I. Rothenberger, Linbenplatz.
Aepfelkraut,
Holl. Syrup, feinstes Aepfelgelec, feinen Bienenhonig empfiehlt
5446)__________Gq. Wilh. We tbig.
5426) Russischen Caviar (Astrachan),Elbcaviar empfingen frische Sendung
I. A. Busch Söhne.
Marinirte Häringe
empfiehlt (4659 Kmil Fischbach.
Pserde-Teppiche | in allen Prüften und Qualitäten empfiehlt C. W. Dietz am Markt.


