Ausgabe 
27.7.1876
 
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Donnerstag, den 27. Juli

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1876.

ießener Wtzeiger

Meige- unii Amtsdick für den Kreis Meßen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark » Pf.

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politischer T h e i ü

Münster, 20. Juli. Heute begann vor dem hiesigen Appell-Gericht die Verhandlung in der Anklage des Ober-Präsidenten v. Kühl Wetter gegen den Dischof von'Mainz und den früheren verantwortlichen Redacteur desWests. Merk.", Grochtmann. Der Bischof war persönlich zugegen, während Letzterer nicht zum Termine erschienen war. Von beiden Seiten war appellirt worden. Aach Verlesung der Actenstücke ergriff zuerst der Bischof zu einer längeren Ver- theidigungs Rede das Wort, an die sich das Plaidoyer des Justiz-Raths Fmsting anschloß. Die Staats-Anwaltschaft hatte zuerst 1000 Mk. Geldstrafe gegen den Bischof beantragt, corrigirte sich aber nach der Vertheidigung des Letzteren dahin, daß sie die Summe auf 600 Mk. reducirte. Nach dreiviertel- pimdiger Berathung bestätigte der Gerichtshof unter Bezugnahme auf § 185 des Strafgesetbuches das auf 300 Mk., bezw. 20 Tage Haft lautende Urtheil ter ersten Instanz gegen den Bischof; das erste Erkenntniß gegen den Redac­teur desWests. Merk.", das auf einen Monat Gefängniß lautete, vermochte btr Appellhof jedoch nicht als angemessen zu erkennen; dasselbe wurde in eine Geldstrafe von 300 Mk., bezw. vier Wochen Hast abgeändert. In den übri­gen Bestimmungen schloß sich der Appellhof dem Erkenntniß der ersten In- Imz an.

Kassel, 25. Juli. Der Bischof von Limburg hat den Seitens der Re­gierung präsentirten Candidaten für die königliche Patronats-Stelle Weiskirchen als persona ingrata abgelehnt.

Kassel, 24. Juli. Der Plan, das heffen-darmstädtische Stück der Main- löeser-Bahn für den preußischen Eisenbahn-Fiskus zu erwerben, ist neuerdings

Anstiften des Herrn v. Broglie gefügt: er hat das Gesetz über die Verleihung der Univ.-Grade verworfen, meint dieRöp. franyaise" in zorniger Entrüstung. Die nachsichtigsten Geister können sich über die Bedeutung dieses Votums keiner Täuschung hingeben; die Unterrichtsfragen haben daran den allergering­sten Antheil und Mancher, der um keinen Preis auf die gefährlichen Anmaßun­gen des Herrn Dupanloup eingegangen wäre, wenn dieser oder seine Freunde am Ruder gestanden hätten, hat dem Rufe Gehör geschenkt, den Herr v. Broglie an die antirepublikanischen Leidenschaften richtete. Die Majorität des Senats gehört einer politischen Coalition an, die von einem klerikalen Generalstab be­fehligt wird. Die Zweideutigkeiten der cäsarischen Demokratie zerstieben nach denen des monarchischen Liberalismus: die Bonapartisten gehen den Weg, den Legitimisten und Orleanisten gegangen sind; die Feinde der Republik bilden nur noch ein einziges, das schwarze Heer. Heute stehen uns nichts als Klerikale gegenüber; es ist dies eine Vereinfachung, die uns durchaus nicht mißfallen kann; auf solche Weise wird das Land fortan vor Mißgriffen und Zaudern sicher sein."

Das ist also die Anerkennung für die wiederholten Bew eise von Mäßi­gung , von Versöhnlichkeit, von dem Wunsche, mit allen Gewalten im Frieden zu leben, die das Abgeordnetenhaus abgelegt hat. Ein von dem Ministerium eingebrachtes Gesetz, welches weit hinter den Wünschen des allgemeinen Stimm­rechts zurückgeblieben, von über drei Viertheilen der Abgeordneten genehmigt worden ist, wird von dem Senat verworfen, welcher vorsätzlich mit der Regie­rung, mit der Kammer, mit der Nation und, wie wir hinzufügen dürfen, mit der öffentlichen Meinung in Europa den Krieg aufnimmt. Alle Redner der Rechten haben um die Wette zugegeben, daß der Wille des Landes nicht zwei»

ctober gesucht.

E. Pistv

von Preußen wieder auf die Tagesordnung gebracht worden. (H. M.-Ztg.) München, 25. Juli. Die Abgeordneten - Kammer berieth den Gesttz-

* htV»tCTtll Entwurf, betr. den Credit für die außerordentlichen Bedürfnisse des Heeres, , und genehmigte die' einzelnen Positionen ohne besondere Debatten, meist nach "^fflnnmtrbfltatnä ^en Ausschuß-Anträgen. Nur bei der Position für die Verbesserung der Kaser- u '' * mungs-Verhältniste der Mannschaften wurde das Postulat der Regierung im

.Zander Hoismli betrage von 390,000 Mk., statt des nur 100,000 Mk. vorschlagenden Aus- btt kitgtu^ schuß-Antrages angenommen. Die Gesammt-Summe der Bewilligungen beträgt 12,190,072 Mk., während die Regierung einen Betrag von 15,257,800 Mk.

felhaft ist, daß die Aeußerungen des allgemeinen Stimmrechts ganz unzweideu­tig lauten; sie haben sich nicht begnügt, dies anzuerkennen, sondern sich ihres Widerstands gerühmt, und das französische Volk ist es, über das sie den Sieg davongetragen zu haben sich schmeicheln. Das ist die Rolle, welche der Senat sich selbst angewiesen hat; er hatte seine Absichten schon hinlänglich errathen lassen, als er aus Trotz den mit vollem Recht unpopulärsten Mann des Landes den in allen Wahlen durchgefallenen, wieder aufrichtete.

Es war nicht eine einzelne Laune, sondern der Anfang einer auf syste­matische Herausforderung eingerichteten Politik; jetzt haben wir den Conflict

München, 24. Juli. Die kürzlich durch die Blätter gegangene Nach- richt von einem Verkauf einer größeren Partie von Chastepot-Gewehren Seitens ber bayerischen Kriegs-Verwaltung dürfte bezüglich deS Bestimmungs-Ortes i dahin zu berichtigen sein, daß derselbe nicht Frankreich ist. Sie sind, so viel Lman hört, von Griechenland angekauft. (Nbg. Corresp.)

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Krankreich.

Pariö. Ein Schrei der Entrüstung geht durch die gesummte republi- Mdje Presse Frankreich«. Der Senat hat sich den Nathschlügen und dem

ia Nr.» entbölt:

Wien, 24. Juli. Dem hiesigenTelegr.-Corresp.-Bureau" wird aus | Belgrad vom 24. d. gemeldet: Der serbische Generalstab hat beschlossen, daß Eeieral Tschernajeff Akpalanka und Babina Glava, sowie überhaupt alle die- jmigen Positionen räumen solle, welche Abdul 5kerim Pascha leicht einneh- tnen könnte.

Wien, 24. Juli. Aus einem Brief eines bei der Armee befindlichen kelgrader Professors, der das Schlachtfeld zwischen Supovatz und Mramor, em linken Ufer der Morawa, besuchte, bringt diePresse" Folgendes:Der tilblick des Schlachtfeldes an einzelnen Stellen ist unbeschreiblich. Kürbisflaschen, ta, Ranzen, Mäntel, tobte Hunde, Leichen gefallener Serben lagen kunter­bunt durcheinander. Kaum daß ein Leichnam zu sehen war, an dem mich nicht k barbarischsten Verstümmelungen erschreckt hätten. Hier ber grinsende augen- bse Kopf eines Serben, dem man die Lippen abgeschnitten hatte, dort eine 8?icke ohne Nase und Ohren mit cannibalisch verstümmelten Extremitäten, während die Türken ihre Todten und Verwundeten auf 84 Ochsenwagen nach Mch gebracht hatten, blieben die Leichen der serbischen Soldaten aus dem kchiachtselde liegen und verpesten nunmehr in Folge der eingetretenen Verme­ng die Luft."

vergeschlagen hatte. Im Laufe der Debatte gab der Kriegs-Minister die Er­klärung , daß die Commission der Sachverständigen nach vollzogener Prüfung btr erhobenen Anstände das aptirte Werder-Gewehr als vollständig kriegsbrauch­bar erklärt habe.

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*' I Wien, 22. Juli. DemPesther Lloyd" zufolge hat die griechische Re-

% aa"unb die,^ | lierung die bündigsten Versicherungen ihrer fortgesetzten vollsten Neutralität ab- 1"«h 3 OrW11^ gegeben. Der russische Botschafter in Wien erklärte in zwangloser Unterhaltung ia tie von Rumänien angeregte Grenzberichtigung als vollständig undiscutirbar,

M^vdies aber gab Rumänien in Wien vollkommen befriedigende Aufklärungen

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unausgesetzt vor uns. Das Cabinet muß vollkommen aufgeklärt sein; es weiß, was ihm seine Schüchternheit in der Wahl der Beamten, sein Widerstand gegen die Gemeindefreiheit, sein Zögern, sich der großen Strömung der republikani­schen Demokratie anzuvertrauen, genützt haben. Hoffentlich wird es keine Opfer mehr fordern, die zu gewähren kein Grund vorliegt, da es den Lohn dafür nicht erlangen kann. Herr v. Broglie hat seine Majorität, das ist wahr; die Regierung hat die ihrige, wenn sie will, und zwischen Beiden besteht der Unterschied, daß, wer nicht das allgemeine Stimmrecht für sich hat, nichts hat, während das Ministerium mit dem Beistand der Gewählten des allgemeinen Stimmrechts, mit dem Lande, das hinter ihm steht, in der Lage ist, allen Feindseligkeiten die Stirn zu bieten und alle Angriffe zurückzuweisen. Der Krieg ist erklärt; die Kammer hat das Menschenmögliche gethan, ihn zu ver­meiden , aber es ist, wie es scheint, unvermeidlich und unter solchen Umständen ist es uns nicht unlieb, sogleich das Unbehagen abzuschütteln, das die Folge der immer über uns schwebenden Drohung war. Was uns betrifft, so lasten wir die Verantwortung dieses ersten Angriffs Denen, die ihn ausgesonnen haben; aber es beunruhigt uns nicht, wir sind bereit, ihm gegenüber zu treten, und wiederholen dem Manne vom 24. Mai, was wir ihm nach seinem ersten und gefährlicheren Siege zuriefen:Meine Herren, das ist Krieg; Sie werden sich nicht beklagen, wenn man die Gesetze des Staates auf Sie anwendet!"

Paris, 24 Juli. In parlamentarischen Kreisen verlautet, Larochette (Legitimist) werde morgen den Herzog Decazes wegen der Erhebung der fran­zösischen Gesandtschaft in Rom zum Range einer Botschaft interpelliren.

England.

London, 24. Juli, Abends. Im Unterhause erwiderte der Unter- staats-Secretär Bourke auf eine Anfrage Asheley's, es existire kein Vertrag, welcher die Grenze Aegyptens an der Küste des Rothen Meeres südlich der alten Grenze näher festsetze; er glaube, die Grenze sei allmälig durch Firmans weiter ausgedehnt worden. Disraeli erklärte gegenüber dem Mitglieds Jen­kins , selbstverständlich seien Erklärungen der Minister des Aeußern an das auswärtige Amt immer osficiell. Marquis of Hartington zeigte an, er werde keinen Antrag in Betreff der orientalischen Frage einbringen. Disraeli setzt in Folge dessen die Discusfion über die orientalische Frage auf nächsten Montag fest und theilt mit, die dem Hause heute vorgelegte Korrespondenz über die Vorgänge in Salonichi beziehe sich theilweise auf die Sendung der Flotte nach der Besika-Bay.

London, 24. Juli. DemReuter'schen Bureau" zufolge verhandelt Lord Derby mit dem amerikanischen Gesandten wegen Abschlusses eines neuen