Sonntag, den 28. Mai
1896
Erstes Blatt
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Anzeige- unö Amtsblatt für ben Kreis Gießen
Erscheint täglich mit Ausnahme be8 MontagS Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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Gießen, am 26. April 1876.
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Arankreich.
cischen Insurgenten operiren Insurgenten-Chef Beukowski
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Berlin, 24. Mai. Die „Prov.-Corresp." resumirt die Berothung des Herrenhauses über die Eisenbabn-Frage und betont dabei, die Regierung ver-
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch Vie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Paris, 24. Mai. Es ist in den letzten Tagen viel von einem inter klonalen Studenten-Congrcß die Rede gewesen, der im Herbst in Lüttich statt
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AuS Hessen, 26. Mai. In Rheinhessen gewinnt der Altkatholicismus immer mehr Boden; so fand auf Christi Himmelfahrtstag auf Einladung katholischer Einwohner von Odernheim, Kreis Alzey, in der dortigen protestantischen Kirche, die auf Ansuchen freundlichst überlasten wurde, eine Versammlung statt, wobei Pfarrer Steinwachs von Offenbach und Pfarrer Rieks von Heidelberg Vorträge hielten. Die Eröffnung sand Nachmittags um 2 Uhr
und n 'T mit ihnen die Kirche bilden."
Berlin, 24. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt osficiös: Die sormeltk Berusung des Eroßh. Hess. Minister-Präsidenten Herrn Hosmonn zum Präsidenten des Reichskanzler-Amtes stebt gutem Vermbmen nach unmittelbar bevor. Ebenso die Ernennung des Staatssekretärs v. Bülow znm preußischen
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lagert mit etwa 5000 Mann bei Gabrova.
Türkei.
Die „Däfense" enthält nnterm 20. Mat folgende
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Bukarest, 23. Mai. Unter der mohamedantschen Bevölkerung herrscht große Aufregung, da die christlichen Insurgenten alle türkischen Dörfer in Brand stecken. Der Hauptherd der Jnsurrection ist das Quellengebiet de- Jautra-Fluffks im Balkan. Im nördlichen Thracien wüthet der Aufstand nicht minder heftig, als in Bulgarien. Derselbe hat sich von dem rechten schon über das linke Ufer des Tundscha-Flusses ausgebreitet. Die bulgarischen und thra- nach einem gemeinsamen Plane. Der bulgarische
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Konstantinopel.
Beschreibung des Leichenbegängnistes der beiden Consuln:
Betreffend: Die Gewährung von nackträglichen Vergütungen für Kriegsleistungen der Gemeinden. r
Das Großhcrzoglichc Krcisamt Gießen
an die Großherzoqlichen Büraermeiftereien des Kreises.
Das am 25. d. Mts. ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 21 enthält das Gesetz vom 5. d. Mts. über nachträgliche Vergütung von Kriegsleistungen. Art. 1 dieses Gesetzes bezieht sich auf Vergütung von Leistungen, welche den früher zum Norddeutschen Bunde gehörigen Gemeinden, bereits vergütet worden. Es können also in dem hiesigen Kreise keine Ansprüche auf Grund des Art. 1 liquidirt werden. Dagegen können die in Art. 2 bezeich-
' neten Vergütungen für Fonrage und für gefallene Pferde auch von Gemeinden unseres Kreises in Anspruch genommen werden. Solche Ansprüche muffen bei Vermeidung des Verlustes innerhalb 6 Wochen, vom Tage des Erscheinens des Gesetzes im Großherzoglichen Regierungsblatt an gerechnet, angemeldet und durch ordnungsmäßige Urkunden belegt werden. Sämmtliche Liquidationen sind bei uns, und zwar in doppelter Ausfertigung einzureichen. Fit Liquidationen der Vergütunas - Erhöhung für gelieferte Fonrage (Art. 2 Abs. 1) sind uad) dem für die Liquidation von Mundverpflegung und Fourage eingeführten Formular aufzustellen, als Beleg ist ihnen, außer der Empfangsbesche'nigung des Truppentheils, beizufügen eine beglaubigte Abschrift der Quittung, welche die Gemeinde über die Bezahlung des Kaufpreises der Fonrage von dem Verkäufer derselben empfangen hat und eine Bescheinigung, daß die Gemeinde nicht in der Lage war, die Fonrage zu einem billigeren Preise anzuschaffen.
Sollten einzelne Gemeinden bereits solche Ansprüche liquidirt haben, ohne daß ihnen bis jetzt eine vollständige oder überhaupt eine Vergütung dafür r zu Theil wurde, weil es seither an einer gesetzlichen Bestimmung hierfür fehlte, so genügt nunmehr eine ausdrückliche und bestimmte Erklärung, daß die damalige Liquidation als nunmehrige Liquidation gelten solle. Derartige Erklärungen sind dann aber alsbald einzureichen, damit noch vor Ablauf der ‘ sechswöchigen Frist etwaige Mängel bei der damaligen Liquidation abgeändert werden können.
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^Staats Minister. Was die sonst beabsichtigten Aenderungen in den Reffort- ™ ^Verhältnissen des Reichskanzler Amtes betrifft, so werden diese, soweit sie eine größere grundsätzliche Bedeutung habe«, voraussichtlich erst im Herbst d. I.
folge das Ziel, ohne nach irgend welcher Seite hin Zwang auszuüben, die aus ter Zersplitterung und finanziellen Ausbeutung entspringenden Mißstände im deutschen Eisenbahnwesen zu beseitigen und auf die Verwaltung der Eisenbahnen so einzuwirken, daß dieselben den Ansprüchen der Nation hinsichtlich der |V Verkehrs- und der Landesvertheidigung durch zweckmäßige Anlage und erhöhte 9 keistungsfähigkeit genügen. — Die „Prov -Eorresp," bespricht ferner den Gang ! )P ter Verhandlungen in beiden Häusern des Landtags; die Ausdehnung der $ 3P Zession etwa bis zum 20. Juni werde voraussichtlich genügen, um die schließ
I'che Verständigung über alle noch vorhandenen Differenzen herbeizuführen. Auch bestätigt die Correspondenz, daß der Kaiser im Laufe des Sommere obreren großen Eavallerie - Manövern, namentlich auch bei Metz, beiwohnen
heilt brieflich
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statt.
— Abg. Schröder veröffentlicht in der „W. Ztg." mit Bezugnahme auf die wegen der Kirchensteuer entstandene Bewegung eine Erklärung, in welcher h am Schluffe sagt: „Ich kann nur wünschen und bitten, daß meine Glau- —jochne»18 bkrsgenosjen den Gedanken an einen Austritt aus unserer, durch eine große L-—Geschichte doppelt theueren und geheiligten Kirche nicht leicht und rasch zur Ausführung bringen. Weder ihnen und ihren Familien, noch der von Gott ■ gewollten neuen nationalen Entwickelung des deutschen Volkes dürste es zum Segen gereichen. Zur Abstellung wohl begründeter Beschwerden und zur Erreichung großer, dem evangelisch-protestantischen Volke, wozu auch die hessische _____ - Landeskirche gehört, unleugbarer gesteckter Ziele bedarf es, wie Überall im n lu Dtrr!aft »^en' Mühen und Ausdauer. — Vergesse man nicht, daß die gewiffen- Hafteste Prüfung in so heilig ernster Sache Pflicht eines Jeden ist, sowie daß unsere evangelischen Geistlichen in der Gemeinde stehen, ein Theil von ihr sind
inten soll. Der Gedanke wurde durch die Studenten-Deputationen bei Micheles S Begräbniß angeregt. Die deutschen Studenten sollen, wie in einer Vorver- ammlung nicht ohne Widerspruch festgestellt wurde, „nicht ausgeschloffen" werden. Einige clcricale Blätter machen den Urhebern des Vorschlages gar einen Vorwurf daraus, daß sie ihre internationalen Verbrüderungs-Ideen auch auf die gottlosen Deutschen ausdehnen wollen. Wir denken nicht, daß die deutschen Studenten viel darnach fragen werden, ob man sie einlädt oder nicht, da ic im Allgemeinen für internationale Schwätzereien wenig Sinn haben, und etwas Anderes kommt doch bei dem Congreffe wohl nicht heraus. Das hat ein früherer Versuch der Art im Jahre 1865 schon gezeigt.
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London, 25. Mai. Tie Geschwader der verschiedenen europäischen Mächte, welche demnächst in türkischen Gewässern versammelt fein werden, stellen die größte Flottenmacht dar, welche je in jenen Wassern vereinigt war. Die dorthin gesandten deutschen, russischen und italienischen Schiffe sind bereits bekannt. Das englische Geschwader werden folgende Schiffe bilden: Tie „Devastation", das stärkste derzeit bestehende Panzerschiff, mit 4 35.Tonnengeschützen und 350 Mann; der „Hercules", Panzerschraubendampfer, 14 Geschütze 640 Mann; der „Swiftsure", Panzerschraubendampfer, 14 Geschütze 470 Mann; der „Jnvincible", desgl., 14 Geschütze 500 Mann; die „Pallas", desgl., 8 Geschütze 260 Mann; der Aviso „Helicon", Raddampfer, 2 Geschütze 73 Mann; der eiserne Raddampfer „Antelope", 3 Geschütze 60 Mann; das Kanonenboot „Ccckatrice", 2 Geschütze 46 Mann, und daS Schraubenkanonenboot „Torch", 5 Geschütze 67 Mann. Das wären neun Schiffe mit 66 Geschützen (darunter 4 700-Centnergkschütze) und 2016 Mann. Dazu kommt das Schiff des Herzogs von Edinburgh, „Sultan", mit 12 Geschützen und 600 Mann, und im Nothsall der „Monarch" mit 7 Geschützen und 530 Mann und ter „Triuu ph" mit 14 Geschützen und 460 Mann. Das Gesammt-Ge- jchwader würde dann 12 Schiffe, 99 Geschütze und 3606 Mann zählen.
London, 24. Mai. Wie der „Standard" erfährt, hat das in Dover liegende Canal-Geschwader, welches nach Madeira gehen sollte, Gegenbefehl erholten und ist zugleich angewiesen worden, sich bereit zu halten, um erforderlichen Falls zu dem Mittelmeer-Geschwader abzugehen.
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