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zweisitzigen Schulbänken ausgesprochen.
2. Die Rechnungen der hiesigen Armenkasse und der Plock-schen Stiftung für Jahr 1875 wurden heute vorgelegt und nichts zu beanstanden gefunden.
3. Als Vergütung sür's 1. Halbjahr 1876 für Reinigen der Lokalitäten der
Die Reichensand-Bahnhofsstraße beir.
Fi- Blitzableilkr aus den Realschulen und auf der höheren Mädchenschul, Pflasterung der Trottoirs auf dem Seltersbero,.
Pflasterarbeit am Seltersthor.
Das Creditoeneichnth zur Rechnung pro 1875.
Decreiur von Vermessungskosten.
• Polizeioerwaltung und für Feueranmachen in denselben wurden 15 Mark bewilligt.
4. Bei dem mit Schreiben der Gr. Oberförsterei Gießen vom 28. v. MtS. vorgelegten Wirthschaftsplan für die Waldungen der Stadt Gießen für das Jahr 1877 wird nichts zu erinnern gefunden.
5. Von Herrn Gastwirth Justus Müller wird ein Plan über Bauveränderungen in seinem Hintergebäude überreicht, welcher gebilligt wird.
6. Für das Gesuch des Herrn Fabrikanten August Weidig, welcher die Aufführung eines wohnlichen Gebäudes hinter seinem Wohnhause am Kreuz in der Nähe der Stadtbach bezweckt, glaubt die Stadtverordneten-Versammlung aus ianttäts-polizeilichen Gründen sich nicht aussprechen zu können.
7. Das Gesuch des Hrn. Reallehrers Dr. Ta sch 6 um Herstellung einer Mansarde auf seinem Hause in der Alicenstraße soll befürwortet werden.
8. Genehmigt wird die Herrichtung des Stegs in der StephanSmark über die Wiescck nach dem vorgelegten Plane, veranschlagt zu 185 Mark.
9. Von Hrn. Schreinermeister Ph. Chr. Euler kamen Pläne über Erbauung eines Wohnhauses mit Hintergebäude an der Ludwigsstraße zur Vorlage. Dieselben erhalten Zustimmung und soll das Gesuch befürwortet werden.
10. Wie in anderen Städten, so soll auch das hiesige Droschkenfuhrwesen .durch ein Regulativ geregelt werden. Zu diesem Zwecke wurde heute der desf. Entwurf berathen und mit den von der Commission beantragten Zusätzen rc. angenommen. Derselbe soll mit dem gutgeheißenen Tarif zur Genehmigung vorgelegt werden. Gießen, 24. Juli. Auszug aus dem Sitzungsprotocolle der Gr. Handelskammer vom 26. Juni 1876. Anwesend der Vorsitzende Hornberger und die Mitglieder Noll, Georgi, Liebrich und Silbereisen. Das Protocoll der vorigen Sitzung wird vor gelesen und genehmigt. Die Eingänge werden zur Kenntntß gebracht und theils den Acten, der Kaste und der Bibliothek überwiesen, theils zur Ctrculation bestimmt. Das Ersuchen der Gail'schen Wollenspinnerei, die Handelskammer möge bei Gr. Ministerium dahin wirken, daß es seinen Vertreter im Bundesrathc anweise, bei der in Aussicht stehenden Berathung desselben über die Erneuerung deS Zollveltrages mit Frankreich für eine vollständige Reciprocität der Zollsätze auf Kammgarn thätig zu sein, soll Gr. Ministerium des Innern zur thunlichsten Berücksichtigung empfohlen werden. Ein die
14. Gesuch des Metzgers Hermann Euler wegen Angabe einer Baulinie
Gießen, 25. Juli. Durch Ausbruch des Nervenfiebers im früheren Ebel'stei Hause am Asterweg, mußte der Unterricht in den zwei dort untergebrachtcn städtische!! Madchenklassen bis auf Weiteres geschlossen werden. Eine dieser Klassen ist bereit! schon f<it 3 Jahren ohne Lehrer.
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das sonst unvermeidliche Unglück. In Folge dieses Vorfalls ward der oster- i reichische General-Consul, Fürst Wrede, beauftragt, an die serbische Regierung ■ die Forderung zu richten, daß sämmtliche serbische Wachtposten am Donau-Ufer ' gänzlich eingezogen würden, und dies um so mehr, als es ja der österreichischen Intervention zu danken sei, daß die Türken sich verpflichteten, mit ihrer Donau- Flotille nicht über die Timok-Mündung hinaus zu operiren. Die serbische Regie rung hat sich daraufhin beeilt, die Einziehung sämmtlicher Wachtposten am Donau-Ufer über das Eiserne Thor hinaus zu verfügen.
Konstantinopel, 22. Juli, Abends. Die seitens der rumänischen Regierung an die Pforte gerichteten Forderungen betreffen, wie die „Ägence Havas-Renter" erfährt, folgende Punkte: Officielle Anerkennung des Samens „Rumänien", diplomatischen Rang für den Agenten der rumänischen Regierung in Konstantinopel, Prägung von Münzen mit dem Bilde des Fürsten, Recht der Ordens-Verleihung und des Abschlusses von Handels-Verträgen, Lösung gewisser Differenzen betreffs der rumänischen Schiffer in Kilia, Abtretung eines Dheiles der Donau-Mündungen an Rumänien.
Konstantinopel, 22. Juli, Abends. (Amtliche Meldung.) Eine Ab- theilung von 5000 Montenegrinern, welche den türkischen Posten bei Brana angriffen, wurden nach hartnäckigem Kampfe unter Zurücklassung von 200 Todten zur Flucht genöthigt; die montenegrinischen Verschanzungen wurden zerstört.
Konstantinopel, 24. Juli. Nach einem Regierungs-Telegramm aus Mostar vom 24. Juli stieß Mukhtar Pascha gestern Morgen bei Bichina unweit Nevesinje auf den Feind und nahm nach achtstündigem Gefecht alle Stellungen der Montenegriner ein; letztere mußten sich unter großen Verlusten zurückziehen.
Semlin, 22. Juli. Der österreichische General-Consul Fürst Wrede ist gestern auf dem Landungsplätze in Belgrad von dem Pöbel insulttrt worden. Näheres fehlt. Serbien hat auf österreichische Neclamation sämmtliche Uferposten bis zum Eisernen Thore eingezogen. Der serbische Minister Miloskovicz ist mit einer Special Mission nach Bukarest abgegangen. Fürst Milan wird zunächst die Truppen besichtigen. — Kirejeff, der Secretär der Petersburger Gesellschaft zum „Rothen Kreuz", Bruder des Adjutanten des Großfürsten Konstantin, ist vor Saitschar gefallen. Osman Pascka hat am Dienstag und Mittwoch bei Saitschar den Serben blutige Treffen geliefert, letztere wurden zurückgedrängt. Die Verluste sind beiderseits enorm. Oesterreichische Monitors sind nach Semlin zurückgekehrt.
Griechenland.
Athen. Obgleich das Ministerium Komnnduros-Zaimis mancherlei An fechtungen von Seiten der Parteien Deligeorges und Trikupis unterliegt, so is es doch nicht wahrscheinlich, daß der König für's Erste in eine Cabinets-Ver- änderung einwilligen würde, da das gegenwärtige Ministerium die Zügel Der Regierung fester als seine Vorgänger in den Händen hält und während der Abwesenheit des Königs die Ruhe allenthalben aufrecht erhalten hat. Gegen i>en General-Secretär des Ministeriums des Innern, welcher aus einer amtlichen Reise nach Korfu Verbindungen mit den bosnischen Aufständischen angeknüpft hatte, ist eine Untersuchung eingeleitet worden. — Dieser Tage werben über Marseille 30,000 Chaffepots und zehn Batterieen Krnpp'scher Geschütze in Athen erwartet, die den Anfang der neuen Bewaffnung bilden sollen.
Amerika.
New - Aork, 23. Juli. Aus Mexico wird gemeldet, daß Lerdo de Jejada mit großer Majorität zum Präsidenten von Mexico wiederge- wählt ist.
verspätete Bestellung der Morgenpost in Gießen betreffendes Schreiben Kaiserl Dfir* Pos^Dwectwn. rn welchem erklärt wird, daß bie Angelegenheit an Ott und Stell! durch einen Eommissar untersucht und von dem Ergebmsse demnächst Mittheilu^ gemacht werden solle, wlrd verlesen und zu den Acten genommen. 0
Gießen, 24. Juli. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 27. Juli 1876, Nachmittag 4 Uhr, im Rathbaussaale folgen:
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1. Vergebung der Hast'sch en Stiftungszinsen pro 1876.
2. Gesuch um Bewilligung einer Freistelle an der Realschule. ° Verloosung städtischer Obligationen.
Hrn. Stadtbaumeisters vorgenommen und heute Bericht erstattet hatte, wurde sich für Beibehaltung der Pläne und gegen die vorgeschlagene Anschaffung —
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Aus d er Bergstraße, 18. Juli. Der Stand der Feldfrüchte ist an du ganzen Bergstraße ein so schöner, wie seit langen Jahren nicht und v.rspricht die Enm eine sehr einträgliche zu werden. Korn, Weizen und Tabak Heben gleich vorzüglich uni der Weinstock verspricht noch reicheren Ertrag, als wie im Vorjahre. Obst gibt ebenfalls reichlich, Nüsse, in Hülle und Fülle. An einzelnen Orten wird das jfai bereits geschnitten, in acht Tagen sind wir mitten in der Erndte.
M ainz, 20. Juli. (Unberufene Gäste.) Gestern Nachmitlag ka nen die ersten wenngleich ungerusenen Gäste des demnächst hier abzuhaltende., Schützenfestes an. nämlich ein Schock Bauernfänger und eine Abteilung Freizügigkeilsnymphen mit ihm betreffenden Louis, — eine ganz nette Gesellschaft. — Unsere Polizei wird gut daia thun, wenn sie diesen Gästen einige Ammei ksamkeit schenkt.
Eaub, 16. Juli. (Bergrutsch.) Die energisch betriebenen Arbeiten zur W tlgung des durch den Bergrutsch angehäuften Gerölles und Schuttes schreilen jetzt h rasch und Gottlob ohne jeglichen Unfall vorwärts, daß schon am Montag der Felsko,, wrrd entfernt werden. Das auf demselben bisher stehende Eichenbäumchen soll ati das Grab bei seiner Zeit Verschütteten verpflanzt werden.
Bonn, 18. Juli. Heute Abend ist Karl Simrock gestorben. Er war es, btt durch seine herrlichen Uebertragungen das deutsche Volk mit den ehrwürdigen (Sprad): denkmalen seiner Vorzeit bekannt gemacht hat. Sein „Nibelungenlied" und sein „Amelun- genlied ' sichern ihm für alle Zeiten einen hohen Platz unter unfern Dichtern. Er ftanl in der Mitte der siebenziger Jahre.
Wesel. Ein von den Behörden verfolgter Verkäufer von .Kunstmehl" ist hia verhaftet worden, als er eben em Billet nach Holland tielöft hatte. Einer harten 6traft dürfte der gewissenlose Betrüger nicht entgehen.
Vill^ngen, 17. Juli. In den letzten Tagen kamen hier zwei merkwürdig Falle von Wuthkrankheit bet Pferden vor. Zuerst erkrankte das einzige Pferd eind Fuhrmannes und heute ein solches von einem neben dem letztem wohnenden Gastminhi Die Thiere geberdeten sich im wahren Sinne des Wortes ganz toll unü bissen fn Stücke Fleisch aus dem eigenen Körper. Dieselben wurden, nachdem die Wuthkrankhei constatirt war, sogleich gelobtet- Das zuletzt erkrankte Pferd war nachgewnsener.nch von einem wuthoerdächtigen Hunde gebissen woroen, während man von dem zua eikrankten dieses nicht wußte. Leider ist zu befürchten, daß möglicher Weise noch gri ßeres Unglück nachfolge; denn es sollen von dem nämlichen Hunde auch einige P«> sonen gebissen worden sein. (Kattsr. Ztg.)
Tilsit, 16. Juli. Die bef mnte Abenteuererin Bertha Weiß aus NaM welche ihre Gaunerstreiche gewöhnlich in Männertracht ausführte, soll gegenwärtig, da „T. Z." zufolge, in der serbischen Armee als Major (!) bienen. Wenn sich die .Tilsila Zeitung" feinen Bären hat aufbinben lassen; so kann die „schöne Bertha" stolz fina^ „Ich bin der Major! Ich bin der Major!"
— (Romeo und Julie) In Wichita, Kansas, sind ein 90jähriger JungM und eine 70jährige Jungfrau mit einander durchgegangen, weil man ihrer Verl» rathung Hindernisse in den Weg legte. (Wenn junge Leute sich einmal das Heirats« in den Kopf gesetzt haben, ist eben fein Halt mehr.)
— (Auf einem großcn Fuße leben.) Diese Redensart, die bekanntlich „Lei- wie ein Vornehmer ober Reicher" bedeutet, ist auf folgende Weise entstanden: Gottsr-l von Plantagenet, ein Graf von Anjou, ließ sich, um einen Auswuchs um Fußei« verbergen, von einem geschickten Meister Schuhe mit sehr langer Spitze machen. U l,_ uuu Höflinge hatten natürlich nichts Eilige-es zu thun, als dies nachzuahmen, und so far.ii 11Seiten &
die großen Schuhe in Mode. Da aber immer Einer für noch vornehmer als ber arid lifnk-.n ie
gelten wollte, und diese Vornehmheit durch bie Größe der Schuhe auszubrücken fid" so wuchsen die Schuhe und das Volf sagte von den großen Herren: „11s son eur a grand pied.“ (Sie sind auf großem Fuße.) Im 14. Jahrhundert hatten übrigen; !lt Schuhe ein bestimmtes Längenmaß nach dem Range der Person, bie fie. trug; die itr« lürstlichen Person waren 2Va, bie eines Grafen ober Barons 2, eines Edelmanns l > die eines Bürgers 1 Fuß lang.
— (Orientalische Glaubens-Scala.) Der Times-Correspondent au6 JRaju: stellt eine Art L-cala auf, bis zu welchem Grude den orientalischen Telegrammei P trauen sei. Von türfischen Berichten, osficiellen ober nicht officiellen, glauben Sie nih^ ba§ aus Ragusa ober Spalato herrührt; glauben Sie das Gegentheil von dem, vii aus Trebinge, Mostar, Scutari ober von Paschas im Felde herfommt; was aber ad u„ 1UI irgenb einer anberen Quelle fommt, das lassen Sie drei Tage „Ouarantame" halta l!-). Montenegrinische Nachrichten findet derselbe Correspondent leidlich glaubwürdig! " 1 >» «
Glaubwürdigkeit des Wiener „Tageblattes' wird rühmlich anerfannt.
Newy ork, 21. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) DaS Postdampsci" deS Nordd. Lloyd Neckar, Capt. W. Willigerod, welches am 8. Juli von Bremen uri am 11. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wotlst« @ie§cn h halten hier angefommen. N ' rn <<•
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Afrika.
Cairo, 23. Juli. Das Gerücht. daß Scialoja, das italienische Mitglied der internationalen Finanz-Commission Hierselbst, seine Entlassung gegeben habe, ist unbegründet._______________________________________________________________
Lokal-Notiz.
Gießen, 24. Juli. In ber Sitzung der Stadtverordneten vom 6. Juli wurde folgendes zur Verhandlung gebracht:
1. Zur Erbauung eines Schulhauses für die höhere Mädchenschule waren Pläne angefertigt und zur höheren Genehmigung vorgelegt worden, welche mit einigen Desiderien, bezüglich der inneren Eintheilung u. s. w. zurückgefommen waren. Nachdem diese Sache nochmals der dafür bestehenden besonderen Commission übergeben worden und dieselbe eine eingehende Prüfung unter Zuziehung des
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Gesuch des Fabrifanten Wilhelm Löb er VI. um Bauerlaubniß
Gesuch des Bierbrauers Pöschel um Bauerlaubniß.
Gesuch des Karl Haas um Erlaubnis zur Vornahme von Bauveränderuni
Gesuch des Conrad Atzbach um Eclaubniß zur Vornahme von Bau- Veränderungen.
Bebufs Verminderung von Lchreibereien und Jncassokosten st' suchen wir die geehrten Inserenten dringend, kleinere 5^ ferate bei der Aufgabe gefälligst baar bezahlen zu wollen.
Expedition deS Gießener Anzeigers.
Literarisches.
Im Verlage des Photolithographischen Instituts von H. Graap in 2ße®fl erschien soeben Karte der Länder der unteren Donau,bearbeitet von Akrl- Müller. Dieselbe in der Größe von 53/43 Cent- und im Maßstabe von 1 :2,500,011 umfaßt den größten Theil Galiziens nebst Bukowina, Ungarn mit ©iebenbürgd Slavonien, Kroatien, die Militärgrenze und das Dalmatische Küstenland, SoSiitl Serbien, Herzegowina, Montenegro, Türkei (Albanien, Rumelien, Bulgarien), Rmk nien (Moldau und Wallachei), Bessaiabien und Podolien, Odessa und bad Meer Bei der voraussichtlich größeren Ausdehnung des Kriegsschauplatzes geuinü! die Karte, die über 4000 Ortschaften nachweift, da sie die sämmtlichen anarenzeiida Gebietstheile umfaßt, an erhöhtem Interesse. Es hat sich bereits in der kurzen ß® von 3 Wochen die dritte Auflage als nöthig erwiesen. _________________
Die Annoncen-Expedition Dietrich Sf Eo. in Caffel nimmt bie prompte Besorgung von Anzeigen in sämmlliche Zeitungen Dcutschl^» und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. ^Eafleln Tagespost'.) III


