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Rvm, 22. März, lieber die Bildung des neuen Cabinets sind weiter gemeldet: Nicotera wird das Portefeuille des Innern, Zanardellt daS der öffentlichen Arbeiten, General Mez-acapo das Kriegs-Portefeuille und Cappino den Unterricht übernehmen.

Rom. Der Cardinal Hohenlohe soll seinen College» Ledochowsky um eine Unterredung gebeten und ihn darin gefragt haben, ob er in Gemeinschaft mit ihm versuchen wolle, die Schwierigkeiten zu beseitigen, welche zwischen dem Vatican und der deutschen Regierung obwalten; Ledochowsky habe sich indessen Vorbehalten, erst die Meinung des Papstes zu erfragen. DieJtal. Nachr." wollen diese nicht sehr wahrscheinlich klingenden Angaben aus bester Quelle haben.

England.

London. Die ausführlichen Berichte unserer Blätter über die Reise des Thronfolgers, welche noch immer aus Indien einlaufen, sind zwar vom Telegraphen schon längst überholt, enthalten aber doch viel Interessantes, be­sonders über den letzten Abschnitt der Reise, den Jagdausflug in Nepal. Die Anstalten, welche hier getroffen wurden, damit der Prinz die aufregenden Freu­den der Tigerjagd in vollem Maße genießen könne, sind in der That von erstaunlicher Großartigkeit. Nicht weniger als 800 Stephanien wurden bei dem großen Tigertreibjagen in Bewegung gesetzt, bei welchem der Prinz sechs solcher Bestien erlegte, und eine wilde, tolle Jagd mag es gewesen sein. Wie zahl­reich die Tiger noch in dem Röhricht von Nepal Hausen, davon kann man sich eine annähernde Vorstellung machen, wenn man hört, daß Sir Jung Bahadur, der Premier von Nepal, während seiner Jägerlaufbahn deren 600 getödtet hat und ein anderer Großer des Landes, eifersüchtig auf diese Lorbeern, es ihm gleichzuthun sucht und auch schon bis zum 550. gekommen ist.

Rußland.

Petersburg. DerTimes" wird aus Paris gemeldet, eine russische Armee von 12,000 Mann habe unter dem Vorwande, Räuber verfolgen zu wollen, die nördliche Grenze von Korea überschritten. Wenn die Thatsache richtig ist, hätte Rußland den Augenblick, wo Japan mit Korea in Krieg ge- rathen sein soll, nicht übel gewählt, um in den Besitz eines guten Hafens am Stillen Ocean zu gelangen. Schon im Jahr 1861 zeigte es Lust, sich der japanischen Insel Tsusima stillschweigend zu bemächtigen; wurde aber durch Englands Wachsamkeit daran verhindert.

Türkei.

Konstantinopel, 22. März. Die Pforte ist officiell benachrichtigt worden, daß der Fürst von Montenegro den Senats-Präsidenten und die Se^ uatoren Boscowich und Urbissa nach Grahovo entsandt habe, um dortselbst seine Befehle wegen Aufrechterhaltung strikter Neutralität gegenüber der Herze­gowina bekannt zu geben.

Ragusa, 22. März. Zwischen Ahmed Mukhtar Pascha und Jnsur- genten-Führern schweben Verhandlungen wegen einer Waffenruhe; falls dieselbe zu Stande kommen sollte, sollen während ihrer Dauer die Commissare der Pforte mit den Jnsurgenten-Führern weitere Unterhandlungen eingehen.

Amerika.

Rew-Aork, 22. März. Es ist Hierselbst eine weit verzweigte Ver­bindung entdeckt worden, welche falsche Werthpapiere der Vereinigten Staaten- Banken anfertigte. Vier Hauptbetheiligte sind verhaftet worden. Von der Küste werden zahlreiche Schiffbrüche in Folge der letzten Stürme gemeldet. Noch nicht weiter bestätigten Nachrichten aus Galveston zufolge haben die mexikanischen Insurgenten die Regierungs-Truppen in der Provinz Oajaca geschlagen.

Washington, 21. März. Die parlamentarische Anklage gegen den weiland Kriegsminister Belknap scheint wieder in Gang zu kommen, da das ihrer Fortführung entgegengetretene Hinderniß durch die voraussichtliche Rück­kehr des entflohenen Zeugen verschwinden wird. Marsh hat dem Polizeibeamten, den der General-Staatsanwalt nach Canada aus seine Spur gesandt, seine Bereitwilligkeit erklärt, zurückzukehren und Zeugniß abzulegen, wenn ihm und seiner Frau Straflosigkeit zugestchert werde. Die Regierung ist auf diese Be­dingung eingegangen, und so sieht man dieser Tage der Ankunft des Flücht­lings entgegen. Die Ausschüsse des Repräsentantenhauses, welche Betrügereien oder Unterschleife, die in verschiedenen Regierungs-Abtheilungen vorgekommen sind, zu untersuchen haben, sind gegenwärtig nicht weniger als dreizehn; einigen von ihnen sind überdies mehrere Fälle zugleich überwiesen worden. Der stell­vertretende Gouverneur Davis von Mississippi hat, nachdem die gegen ihn eingeleitete Anklage mit der Schuldigerklärung geendigt, sein Entlassungsgesuch eingereicht. Jetzt ist auch der Gouverneur Ames als Angeklagter vor dem Senat von Mississippi erschienen und hat fünf Tage Zeit zur Beantwortung der Klage erhalten.

Washington, 22. März. Die betr. Senats-Commission hat ihren Bericht über die Ernennung Dana's zum Gesandten in London erstattet. Sie spricht sich darin gegen diese Ernennung aus.

Vermischtes.

In Caub sind nunmehr die Leichen aller Verschütteten, mit Ausnahme der eines kleinen Mädchens, aufgefunden worden.

Im Mannheimer Tagblatt finden wir nachstehenden Heiraths-Antrag: Ein schöner Mann in jungen Jahren, Den sein Beruf dem Staat geweiht, In Damenkenntniß unerfahren, Benützet die Reclame heut. Den Heirathsantrag heut zu Tage Ist man im Blatt nicht ungewohnt, Und hoff' auch ich, das diese Frage Bald sich mit holder Antwort lohnt. Ich biet' ein sorgenfreies Leben Dem Weibe, das mir eigen wird, Und schau auf vieles Geld nicht eben, Da Anmuth meist mir convenirt. Jevoch, wenn da, ist mir Vermögen Nicht unerwünscht, und noch zuletzt Ist eS die Hausfrau allerwegen Die in der Ehe mich ergötzt .... Ich bitte, da ich muß nun enden, Mir A. B. . . 9 postlagernd, hie Die süße Antwort einzusenden Nebst holdester Photographie.

Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicm »nd ohne Kosten durch die Gesundheits-Mehlspeise:

uni °: kl.

Southampton, 23 März Das Postdampfschiff de8 Nord Capt. de Limon, welches am 11. März von Newyork «bgegangei Uhr NachtS wohlbehalten hier angekommen und Hal nach Landung d bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3 Uhr Morgens die fortgesetzt. ___________________

Literarische-.

n , . von Ernst Eckstein redigirte, im Verlage von Joh. Fr. Hartknoch in Leipzrg erschemende w in

D eutfcke Dichterhalle"

bringt in ihrer 5. Nummer folgenden interessanten Inhalt:

Gedichte von AlexiS Aar, Karl Gerok, Feodor Wehl, Hermann Lingg, Hieronv- mus Lorm, Adolf Peters, Bernhard Hoffmann-Gera, Felix Dahn, Kurt Mook, Sovbie Veitch, Emil Barthel, Karl Barthel, Karl Zettel. Von den Sternen. Ein Skirren- blatt von Ernst Eckstein. Lebende Bilder im Malkasten zu Düsseldorf. Von Adolf Kohut. Vermischte Mittheilungen. Offener Sprechsaal. Ein Lied im höheren Ton. Von H. Hirt. Briefkasten. y

). Lloyd Am crtca, l war, ist heute 12 für Southampton Reise nach Bremen

Seit 30 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Äthern«, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutauf. steigen, Ohrenbrauscn, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammcnmilch vorzuziehen. Ein Auszug aug 80,000 Certtficaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certisicate vom Professor Dr. Wurzer, Geb. Medicinalrath Dr. F. W. Benecke, ordentlicher Profesior der Medicin an der Universität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Dedd, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brehan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekürzter AuSrug auS 80,000 Certtficaten.

Brief von der hochedlen Marquise de Brehan.

Neapel, 17. April 1862.

Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furcht­baren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder 5U. schreiben, hatte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Verdauung, fort­währende Schlaflosigkeit und war in einer steten Nervenaufrcqung, die mich hin und her trieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Äerzte, sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderuna meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revalesciere versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage ich dem lieben Gott Dank. Die Revalesciere verdient das höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meint gesellschaftliche Stellung wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.

Marquise de Brähan.

Nr 75,877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehranstalt Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.

Nr. 65,715. Fräulein de Montlouis von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.

Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Füßen ic.

Die Revalesciere ist vier Mal so nahrbaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.

Preise der Revalesciere i/2 Pfund Mk. 1,80 Pf., 1 Pfd. Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. Ml. 5,70 Pf., 12 Pfd. Mk. 28,50 Pf.

Revalesciere Chocolatee 12 Taffen Mk. 1,80 Pf., 24 Taffen Mk. 3,50 Pf., 48 Tasten Mk. 5,70 Pf. u. s. w.

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In Gießen zu haben bei Müller L Schwager. (24

Man hört immer unb überall über schlechte Zeiten und Mangel an Verdienst klagen. So lange jedoch das große Publikum sich so wenig um seinen Besitz kümmeri, wie man daraus ersieht, daß z. B. neben vielen Tausenden längst gezogenen aber not nicht erhobenen Loosen ein Lütticher Trefferloos mit Fs. 60,000, Hessische mit fl. 15,000, 10,000, 7000, 2000, 1000 rc., Nassauer mit fl. 3000 rc., Freiburger mit Fs. 50,000 rc, St. Genois mit fl. 50,000 rc. rc., demnächst verjähren, darf man sich nicht darüber wundern. Würden die Leute sich mehr um ihr Eigenthum kümmern, so dürften manch! Klagen verstummen.

Wir erinnern hiebei an dasNeue Finanz- und Verloosungsblatt" von A Daun in Stuttgart (8000 Auflage), '^jährlich M. 1. 75.. welches in jeder Nummer 7 Origi­nalberichte von verschiedenen Börsenplätzen, mehr als 800 Course und die pünktlichsten Verloosungs- und Restantenlisten aller verloosbaren Effecten bringt. Eine einzige Notiz darin kann schon das ganze Abonnement decken.

Frischbäcker ? u Gieren.

Sonntag, den 26. März 1876. W. Lang in der Neustadt, H. Kuhn am Kreuz, L- Keil in den Neuenbäuen._____________________________________________

Kirchliche Anzeigen

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag, den 26. März.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Au die Vorstände des evang. Dekanats Gießen.

Betreffend: Die Erhebung der Jahresbeiträge für den Gustav-Adolf-Verein.

Sie werden ersucht, die Jahresbeiträge für den Gustav-Adolf-Verein für das laufende Jahr baldigst erheben und an Großh. evang. Dekanat einsender zu wollen.

Gießen, den 23. März 1876.

Für den Vorstand des Zweigvereins Gießen:

Dr. See l.

Nachmittags: Pfarroerwalter Schlosser-

(Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 26. März bis 1. April besorgt Pfarrvicar Schöner.

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