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^efammten Habe beraubt worben, da bei bem schnellen Umsichgreifen des Feuers weder an Löschen noch an Netten zu denken war- Vollständig machtlos war die unglückliche Bevölkerung dem entfesselten Elemente preisgegeben. Die Schrecken biefer Nacht wurden noch vermehrt, als man die entsetzliche Kunde vernahm, daß auch fünf Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Mit einem Worte — das Unglück ist so groß, daß jede Schilderung hinter der Wirklichkeit zurückbleibt.
Cron berg. Die hiesige Feuerwehr wt d kommenden Sonntag den 27. d. M Nachmittags 2 Uyr eine Hebung an ihrem neuen Steiqerhaus abhalten und werden sich auch auswärtige Feuermehrkameraden zu dieser Hebung einfinden In dem Ober- taunuskreiie ist das Feuerlöschwesen in schönster Blüthe, daher von Interesse einer solchen Hebung beimwohnen, man sieht uno hört stets etwas Neues, es werden Mel- nungen über die Handhabung uno Bedienung der Geräthe ausgetauscht, über das Praktische oder Mangelhafte einzelner Requisiten gesprochen, und dgl. mehr, alles dies kann nur zur Förderung des gemeinnützigen Löschwesens beitragen und daher sind solche Zusammenkünfte immer nutzbringend, zumal wenn, wie dies prinzipiell bei der Feuerwehr eingeführt, keine Festlichkeiten mit denselben verbunden sind. Die herrliche Taunusgegend und die Eisenbahn-Verbindung mit Frankfurt, Homburg, Rheingau lassen auf eine zahlreiche Beteiligung auswärtiger Kameraden hoffen. Auch her Vorsitzende deS Verbandes Hr- Branddirecter Sch eurer wird mit einer Anzahl Wies dadener Kameraden hierher komme».
— (Der schlagendste Beweis) In einem Dorfe war ein neuer Tränktrog für das Rindvieh angeschafft und halb in die Mauer eingelassen worden. Einige der Gemeindeverwaltung Hebelwollende behaupten nun, der Trog stecke so tief in der Mauer, daß das Vieh seinen Kopf nicht ordentlich hineinbringen und bequem saufen könne. Der Gemeindevorsteher, zur Berichterstattung aufgefordert, nimmt gehörigen Augenschein, untersucht mit seinem Kopfe genau bte Weile der Oeffnung in her Mauer und berichtet sodann, daß nach der von ihm angestellten Hntersuchung die Oeffnung auch für das größte Rindvieh weit genug sei.
London. Wie der Times aus Madrid telegraphirt wird, herrscht in Spanien eine fürchterliche Hitze, wie eine solche seit 1800 nicht dagewesen. In Madrid schlafen Hunderte von Personen auf den Dächern von Häusern und Balkons. In Sevilla schlafen viele Leute auf der offenen Straße. Die Temperatur ist 101° F. (fast 31° R ) in schattigen Zimmern Madrid ist gänzlich verödet und seine Straßen sind schweigsam. Nach einem andern Telegramm ist die Hitze in Andalusien im Zunehmen begriffen und find in Sevilla 40 Feldarbeiter dem Sonnenstich erlegen. Die Weinftöcke verdorren in Folge der glühenden Hitze
Newyork, 18. Aug. (Per transatlantischen Telegraph) Das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Oder, Capt. C- Leist, welches am 5. August von Bremen und am 8- August von Southampton abgegangen war, ist heute 12 H hr Mittags wohlbehalten hier angekommen.
Die neueste Darstellung der Kirchen-Geschichte beider Hessen.
Es gibt kaum ein deutsches Territorium, in dessen Geschichte sich Die Entwickelung der gejammten evangelischen Kirche unseres Vaterlandes so abspiegelte, wie das Hessen-Land, das Gebiet des ehemaligen Kurfürstenthums Hessen und des jetzigen Großherzogthums Hessen-Darmstadt. In dieser' Ansicht hat uns kürzlich wieder die Lectüre eines Buches bestärkt, das für jeden Gebildeten, besonders aber für die Bewohner Hessens, von großem Interesse ist. Es ist die zu Marburg im Verlage der Sipmann'schen Buchhandlung (C. Kraatz) erschienene „Kirchen-! Geschichte beider Hessen" von Professor Heinrich Heppe, deren erster Band so eben fertig rorltegt. Für die Behandlung dieses Stoffes dürfte sich wohl kaum eine qualificirtere Persönlichkeit finden, als Heppe, der, selbst ein geborener Hesse und von warmer Liebe und Anhänglichkeit zu feinem Heimath-Lande erfüllt, schon seit vielen Jahren als Lehrer an der Marburger Hochschule wirkt, und deffen mannhaftes Kämpfen gegen die von Vilmar beabsichtigte Lutheranisirung der reformirten Kirche Kurheffens unvergessen bleiben wird.
Heppe's hessische Kirchen-Geschichte, die Frucht langjähriger Studien, gibt uns in großen übersichtlichen Zügen ein getreues Bild der kirchlichen Entwickelung des Hessen-Landes auf Grund der sorgsamsten, vom Verfasser bereits vor dreißig Jahren begonnenen Forschungen. Alle über
«diesen Gegenstand aus früherer wie neuerer Zeit existirenden Quellen und Hülfs-Mittel haben eingehende Prüfung und Benutzung gefunden. Die Lectüre des Buchs ist indessen skeinesweg^ durch umfangreiche Citate oder Excurse erschwert, die Sprache ist klar und für jeden Freund der Geschichte. deutscher Geistesentwickelung wohlverständlich und anziehend. Das ganze Werk soll nach Ankündigung des Verlegers noch im Laufe dieses Jahres durch einen zweiten Band seinen Abschluß erhalten. Wie der Verfasser im Vorworte angibt, soll dieser die Kirchen-Geschichte des ehemaligen Kurfürstenthums bis zum Jahre 1831 und die des Großherzogthums Hessen bis 1832 umfassen, d. h. bis zu dem Zeitpunkte, wo in beiden Staaten eine constitutionelle Staats- Verfassung und die bis in die neueste Zeit fortbestandene Kirchen-Verfassung zur Einführung gelangten. Der erschienene Band reicht bis zum Jahre 1604 und behandelt in seinem letzten Paragraphen die territoriale Entwickelung Hessen-Kassels und Hessen-Darmstadts zur Zeit des Ablebens der Söhne Philipps des Großmüthigen, der Landgrafen Wilhelm IV. und Georg I
Die politische Geschichte Hessens von den ältesten Zeiten an bildet den Rahmen für die ganze Darstellung, die, ohne sich in's Breite zu verlieren, in möglichst engem Raume uns alles Wissenswürdige aus dem kirchlichen Leben Hessens vorführt. Daneben hat der Verfasser auch der sonstigen Culturgeschichte des Landes gebührende Aufmerksamkeit geschenkt und namentlich auch eine zusammenhängende Geschichte des hessischen Hnterrichts-Wesens aller Stufen geliefert mit Benutzung und Erweiterung der gründlichen Forschungen auf diesem Gebiete, die er schon vor Jahren in der „Zeitschrift für hessische Geschichte und Landes-Kunde" veröffentlichte.
Ganz besondere Beachtung hat Heppe, wie sich auch erwarten ließ, den beiden Momenten der hessischen Kirchen-Geschichte zu Theil werden lassen, wo diese nicht blos hessisches oder deutsches, sondern ganz allgemeines Interesse für die Geschichte der Menschheit besitzt, den Zeiten des heiligen Bonifacius und denen des großen Hessen-Fürsten, dessen Andenken auch das Buch gewidmet ist, des Landgrafen Philipp des Großmüthigen. Der von der päpstlichen Curie bis auf den heutigen Tag so hochgepriesene „Apostel der Deutschen" erscheint hier in dem Lichte, wie ihn seit den letzten Jahrzehnten die Forschungen Jaffe's, Rettberg's, Ebrard's und A. Werners dem Auge eines Jeden gezeigt haben, der überhaupt sehen will. Ls liegt dem maßvoll urteilenden Verfasser fern, den Eindruck der gewaltigen Persönlichkeit des Bonifacius herabmindern, seine großen Verdienste um die Einführung des Christcnthums gerade im Hessen-Gau verkleinern zu wollen. Aber er zeigt uns ihn andererseits wieder namentlich von der kirchenpolitischen Seite feiner Thätigkeit als den rücksichtslosen Vollstrecker von Roms Willen, als den Vernichter der längst vor ihm in Süd- und Mittel-Deutschland ausgebreiteten, aber den päpstlichen Primat nicht anerkennenden, irisch-schottischen Missionskirche, als den siegreichen Kämpfer für die Idee, Deutschland zur römischen Kirchen-Provinz zu machen.
Besonders jedoch wird für Jeden, der sich mit der Geschichte der Reformation näher beschäftigt, Heppe's Schilderung der Thätigkeit Philipp's des Großmüthigen auf kirchlichem Gebiete in Zukunft ein unentbehrliches Hülfsmittcl sein Bei aller Begeisterung für den großen Landgrafen ist indessen der Verfasser keineswegs blind für dessen Schwächen.
Dennoch bleiben die Tage Philipps des Großmüthigen für Hessen eine hehre, glanzvolle Zeit. Fühlten wir uns doch beim Lesen jenes Abschnitts hessischer Geschichte nur zu lebhaft wieder an die wehmüthigen Worte gemahnt, die im August 1866 zu Marburg ein anderer treuer Sohn des Hessenlandes Karl Justi, jetzt in Bonn als Professor der Kunstgeschichte wirkend, in Der Vorrede zu seinem classischen Buche über Den großen Archäologen Winkelmann niederschrieb. Dort heißt es: „Hnd wenn wir auch unser altes Haus in Hessen, Das uns in diesen Monaten über dem Kopf zusammengebrochen ist, sonst laut und oftmals eng, modrig, baufällig gescholten haben : jetzt, wo wir uns in das neue, geräumige, zweckmäßig eingerichtete eingewöhnen sollen, brauchen wir uns zu schämen, die Schwachheit einzugestehen, daß wir zuweilen mit elegischen Regungen an jenen gothischen Stammsitz zurückdenken? Lacht uns nicht aus, ihr Kinder berneuen Zeit, wir und unsere Väter haben gar zu lange darin gewohnt, wir wissen selbst nicht, wie lange. Seine Giebel streckten sich schon in den deutschen Himmel hinauf, als die Balken zu dem großen Palast noch bescheidenes Buschwerk waren. Hnd an seinen Wänden hingen so edle Ahnen-Bilder, so stattliche Trophäen! .... Allein das Alles ist gewesen!"
So, glauben wir, denkt auch Heinrich Heppe, den gewiß Niemand einen Particularistcn schelten wird, wenn er uns mit berechtigtem Stolze Bilder aus der großen Vergangenheit seines Volks-Stammes und seines Fürsten-Geschlechts vorführt. Seiner „Kirchen-Geschichte beider Hessen", die sich seinen zahlreichen früheren Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiete würdig ansckließt, wünschen wir daher in den Kreisen der Gelehrten wie unter dem übrigen gebildeten Publikum die freundliche Aufnahme, welche ein Werk verdient, das, wie wenige, geeignet ist, uns das Verständniß der Geschichte des deutschen Protestantismus zu erschließen.
limtntö wat.
iltdicnen 3, Schreinerarbeit
/.l5 btrffyvf "V 4) Backofenarbeit, l,k6en- ben 2O'c ... i-H x
Gießen, den 20. August 1876.
I. A.:
Körner, Bezirksbauaufseher.
51 (4402
Psg- 10
als:
1) Maurerarbeit, veranschl zu
Stelle ®« “‘L ■)< -
2) Zimmerarbeit,
3 Schreinerarbeit,
Besondere Bekanntmachung.
4293) Das im District Philosophen- wnld versteigerte Holz muß in den nächsten acht Tagen abgefahren werden als sonst Anzeige zur Bestrafung gegen die Säumigen erhoben wird.
Gießen, den 22. August 1876.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
A. B r a m m.
Mk. 64 12 18 168
Kerfteigerungen.
Arbeitsversteigerung
zu Klein-Linden.
Freitag den 25. Auaust, Morgens um 9 Hhr, fallen auf dem Rathhaus zu Klein Linden rachstehende Bauarbeiter, durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden,
■ Aä
Holzversteigerung
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 28. August 1876, von Vormittags 9 Hhr an, l'oll im Gießener Stadtwalde, Forflwartei ktolzenmorgen, in den Districten Venusberg und Hegholz, nachverzeichneles Holz versteigert werben:
10 Rmtr. Nadel-Scheitholz,
§61 „ „ Prügelholz,
2'28 „ „ Stockholz,
5100 Wellen „ Reisholz,
234 Kiefern- und Fichten-Stämme von 5—16 Mtr Länge und 15—30 Mtr. Durchmesser, mit 74,47 Festmeter,
359 Kiefern- und Fichten-Stangen, mit.
34,80 Festmeter,
Die Zusammenkunft ist auf der Grün- Zy Straße an dem Vicinalwcg nach w®bflen.
Kietzen, am 23. August 1876. (4412
^roßherzoglicke Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm.
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Allgemeiner Anzeiger.
Donnerstag den 24. August, Nachmittags 2 Hhr, lasse ich vor meinem Hause Fenster, Thüren, altes Bauholz u. dgl. öffentlich versteigern. (4385
G. P h. F i ll m a n n.
Aeilgebotenes.
Feinsten Ginmachesfig, Prima Weinessig,
empfieblt (3987
Gg. Willi, Weldig.
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