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Donnerstag, den 24. August

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich S Mark W Pf-

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. lUrt Micr mehr gibt, während jeder beliebige Halunke und Landstreicher gegen ein

Q vVjrj-L- bm nicht gefallendes Urtheil appeüiren kann. Preßvergehen gehören, zumal m

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land statt.

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Der Kaiserliche Ober-Postdirector. D e i n i n g e r.

Jnbeil au sprechen, die aber trotzdem, nach einer Fiction des Gesetzes, für un- ;eblbar gelten und gegen deren Wahrspruch es keine Appellation an andere

Erscheint täglich mit Ausnahme bei MontagS. Expeditionr Schulstraße, Rt. 8. Nr. 18.

nach

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Berlin, 22. Aug. Die Justiz-Commission des Reichstages hat be- nimitlich beschlossen, die Preßvergehen und Verbrechen den Schwurgerichten überweisen, und es wird viese Frage in der bevorstehenden Reichstags-Session Entscheidung kommen. In einzelnen Staaten, so in Bayern und Baden, i,sieht die Einrichtung bereits, während sie in Preußen durch das Gesetz vom j. März 1854 wieder abgeschafft wurde, seitdem aber eine lieberale Forderung lieb. Nicht uniutereffant ist nun, wie sich soeben das clericaleBayrische \ .ZMland" über die Einrichtung ausspricht:Nach den Erfahrungen, die damit 1 Bayern gemacht worden sind, ist es weder im Interesse der Presse noch der j Misprechung, bezw. Gerechtigkeit wünschenswerth und empfehlenswerth, daß Ur Vreßveraehen von Geschworenengerichten abgeurtheilt werde, denen nicht

eilen von allem Anderen zu schweigen - sogar die nothige geistige ff. Znf.-ReztS. 9lt wgung abgeht, ein vor dem Forum be^

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Misch bewegten Zeiten, vor rechtsgelehrte Richter, derenUnabhängigkeit" ja )*ii Niemandem anzuzweifeln ist, und zwar im Interesse der Gerechtigkeit, «mäßiger Rechtsprechung und selbst des öffentlichen Rechts. Wenn Bismark tarn verhilft, so wird von uns wenigstens nichts dagegen eingewandt.

6rrr Sigl hat allerdings mit den münchener Geschworenen wiederholt recht bittere Erfahrungen machen müssen; interessant aber wäre es doch, zu erfahren, * etwa die preußischen Ultramontanen, welche ja für allgemeines und directes Wahlrecht, sowie für andere schöne Dinge schwärmen, dieser Ansicht ihrerseits

anzeigte, antworteten mit lakonischem Kopfschütteln, und als man die Sache dem neuen PlatzcomMandanten anzeigte, soll dieser höchst verwundert gesagt haben, er wisse von keinem Verwundeten. In Wirkichkeit soll er dem ihn sa­genden Tscherkessenmajor, was mit den blessirten Serben zu geschehen habe, ruhig geantwortet haben:Wir brauchen sie Nicht", und diese edle Antwort mit viel bedeutendem Augenzwinkern begleitet haben, worauf Mirza Bey me Abtheilung seiner Leute durch eine Hinterthüre in das Spital geführt habe. Bin­nen wenigen Minuten wurde den Unglücklichen der Garaus gemacht. Die Leichen sollen bis Nachts im Spitale liegen bleiben, dann aber durch zwanzig indeß acquirirte Bulgarenwägen außerhalb der Stadt gefüllt unb in einer der Saiczar im Norden umgebenden Schluchten untergebracht werden. Dies erzählt man ganz offen und ungescheut in der Stadt und einer der höheren Offiziere, den ich darüber interpellirte, hatte den Muth, mir ms Gesicht zu sagen, daß es unwahr sei, daß man verwundete Serben in Saiczar voraefunden hätte, mir, der ich Gelegenheit hatte, dieselben zu Sceletten abge- maaert, in langen Reihen von unreinlichen Betten hingelagert zu sehen.

Wien, 19. August. DemPesther Lloyd" geht aus Ragusa die Mel­dung zu, daß die Türken mit großer Macht gegen die Grenze Montenegros vordringen, weshalb Fürst Nikita die Herzegowina verlaffen habe und nach Montenegro zurückgekehrt sei. Sein Schwiegervater, Peter Vukotic, blieb m der Herzegowina zurück, um Mukhtar Pascha in Schach zu halten.

Wien, 21. August. DerPolit. Corresp." wird von angeblich durch- aus acmbitirter ©eite aus Belgrad vom 21. August gemeldet: Gestern sind Seitens der diplomüttschen Agenten Englands, Frankreichs unb Italiens einer­seits und von Seiten der drei nordischen Großmächte andererseits an die »bische Regierung Eröffnungen gelangt, welcke fich auf die eventuelle Anbah- nung von Friedens-Verhandlungen beziehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Großmächte den Moment sür gekommen erachteten, der serbischen Regierung bemerklich zu machen, daß ihr Appell an die guten Dienste der Großmächte behufs Herbeiführung des Friedens nicht unberücksichtigt bleiben würde. Rtsttc soll die gemachten Eröffnungen im Namen der serbischen Regierung nut Dank entgegengenommen und zugleich versprochen haben, dieselben in ernsteste Erwä­gung zu ziehen. Für die Aussicht, daß diese Erwägung kaum mit einem nega­tiven Ergebniß endigen dürfte, spricht der Umstand, daß die Pforte gewisse erst kürzlich für eventuelle Friedens-Verhandlungen mit Serbien officiös aufgestellte Bedingungen in Folge von nachhaltigen Einwirkungen Seitens Einer Groß­macht jetzt wesentlich zu modificiren bereit sein soll. Schon jetzt hält mau dafür, daß die eventuellen gemilderten Friedens-Bedingungen der Pforte sich auf Leistung von Kriegs-Entschädigung ^uud Garantieeu gegen künftige Friedens­störungen durch Serbien beschränken dürften. .

Triest, 19. August. Es verlautet das Gerücht, daß in Retimo auf Caudia ein Aufruhr ausgebrochen sei. Es herrsche große Aufregung auf bet Insel unb es finde eine starke Bewegung für eine Vereinigung mit Griechen-

rtben unb bis Nov^l _^eun, Wallthochäl ,c»WO2dctv| *

KrcmLreich.

Paris, 19. August. Der Marine-Capitän Grimal. welcher eine Zeit lang Regierungs-Commiffar bei dem dritten Kriegsgericht in Versailles war, das die Untersuchung gegen die Mitglieder der Commune führte, wurde zu fünf Jahren Gesänguiß unb zehnjährigem Verlust seiner bürgerlichen Rech^ verurtheilt. Früher schon breimal wegen unehrlicher Hanblungen disciplinarifch bestraft, hatte Grimal dennoch die Stelle eines öffentlichen Anklägers erhalten. Als solcher unterschlug er wichtige Papiere und benutzte dieselben nach seiner Absetzung zu Artikeln für die bonapartistischen Blätter.

Daris, 21. August. Bei einem gestern zu Domfrsnt stattgehabten Bankett erklärte der Minister des Innern, Mareöre, die Republik werde Frank­reich die Ruhe geben, welche daffelbe wünsche; die Republik bedrohe keineswegs Eigenthum und Religion. Nach des Ministers Wunsche solle die Negierung die Staatsbürger lehren, sich ohne Regierung zu behelfen. Die soeiale Frage werde gleich anderen Problemen durch die Freiheit gelöst werden. Die Republik sei fest begründet; die Rechtschaffenheit und Geradheit Mae Mahou's seien ihre Bürgschaft und Stütze und zugleich ein Beispiel für Alle.

Bekanntmachung.

Zu Lich und Echzell werden am 1. September d. Js. Telegraphen-Anstalteu mit beschränktem Tagesdienst (vergl. § 4 der Telegraphen-Ordnunz Pr d«s Deutsche Reich) eröffnet.

Darmstadt, den 18. August 1876.

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Wie« 18. Aug. Die Ermordung der S-rbffcheu Verwundeten in rr N Wien. Tabl." schreibt über bas gräß-

Der Corresponbent 0^ fcur$IÄUft eine furchtbare

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Berlin, 22. August. DerReichs-Anz." schreibt:Nachrichten aus :!Wsreu zufolge fmb bie General-Gouverneure unb Gouverneure ber chinefischen ^ßenprovinzen neuerdings wieber angewiesen worben, der Unterdrückung der Seeräuberei ihre besondere Aufmerksämkeit zuzuwenben unb workommenben Falls iöjcit die nöthigen Maßregeln zur Verfolgung der Räuber durch die ihnen zur Fasüaung stehenden Kriegsschiffe zu veranlassen. Es läßt sich nicht verkennen, chinesischen Behörden namentlich während der letzten Jahre in dieser totung recht thätig gewesen sind; die früher so häufigen Klagen der an der '^lfffahrt in den chinesischen Gewäffern Betheiligten über Belästigung durch Seeräuber haben in der letzten Zeit fast ganz aufgehört. Hoffentlich werden iii neuerdings von Peking ergangenen Weisungen dazu beitragen, den Eifer der Stoben nicht erkalten zu lassen." - Die rumänische Regierung hat dte Vor- lünft nach welcher von jedem nach Rumänien emtretenden Ausländer die Äuf- vckmg einer bestimmten Geldsumme zu verlangen war, anfgehoben.

Stuttgart, 20. August. Für den Empfang des Deutschen Kaisers bt Vorbeieitungen sür den 21. September getroffen. Derselbe wird hier, von tzmkfurt kommend, Nachmittags erwartet. Auf den 22. September ist Parade M königlich württembergischen Armee-Corps bei Ludwigsburg und auf den « Sevtember Corps-Manöver anberaumt. Von hier aus wird sich der Kaiser i-in Karlsruhe nach Weißenburg begeben, dort den elsässischen Cavallerie- ltisionsübungen unter General v. Witzendorf beiwohnen die Schlachtfelder «, Weißenburg und Wörth besichtigen und, so weit bis jetzt bekannt am !!. September hierher zurückkehren, wo für den 28. September ein Volksfest in Aussicht genommen ist

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