Ausgabe 
24.2.1876
 
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Donnerstag, den 2 t Februar

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

der zurück nach Italien zu erwirken, wurde, wie wir von zuverlässiger ^ette erfahren, nicht abschlägig beschieden, vielmehr wurde, da verfassungsmäßig der Kaiser in den Gang des gerichtlichen Verfahrens nicht anders eingreifen kann, als in der Form einer Begnadigung oder Strafmilderung, das Gesuch dem hiesigen Stadtgericht zur Kenntnißnahme zugeschickt. Inzwischen wurde das Project, daß Graf Arnim sich hierher an das Krankenbett seines Sohnes be­gebe, sowohl von der hier weilenden Familie des Kranken, als auch vom Grafen Arnim aufgegeben, da der Arzt, Geh. Sanitälsrath Dr. Wilms, bit mit Rücksicht auf den Krankheitszustand des Herrn v. Arnim-Schlagenthin ge gründete Befürchtung aussprach, daß die Ankunft des Vaters den Instand des

Deutschland.

Darmstadt, 20. Februar. Der Finanzausschuß der ersten außeror- entlichei: Landessynode hielt gestern zwei Sitzungen ab. Gegenstand der Be rathung bildete der von Großh. Oberconsistorium vorgelegte Entwurf eines .Budgets für die evangelische Kirche des Landes pro 1876. Dem Vernehmen nach wird der Präsident des Ausschusses, Abg. Wernher (Nierstein), die Be- richterstattung über diesen Gegenstand selbst übernehmen. Ein Zusammentritt der Synode steht bevor, sobald der desfallsige Bericht im Druck erschienen sein wird.

Darmstadt, 21. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben beute Vormittag 11 Uhr den bisher am hiesigen Hofe beglaubigt gewesenen königlich preußischen außerordentliä en Gesandten und bevollmächtigten Minister, Geheimen Legationsrath von Wentzel, behufs Ucbergabe seines Abberufungs- Schreibens zu empfangen gernht. Unmittelbar darauf wurde der königlich preußische Legationsrath, Fürst zu Linar, in besonderer Audienz empfangen und übergab das Schreiben, wodurch er als königlich preußischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister an Großherzoglichem Hofe beglaubigt

worden ist.

Berlin, 21. Februar. Das Immediatgesuch, welches die Frau Gräfin

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Kranken verschlimmern könnte.

Ein bei dem Betriebe einer Eisenbahn verunglückter Eisenbahnbedien­steter, welcher zwar nicht die Achtsamkeit, welche ein vorsichtiger Dritter im Eisenbahnverkehr anzuwenden pflegt, gehabt, wohl aber diejenige Achtsamkeit bewiesen hat, welche ein vorsichtiger Eisenbahnbediensteter anzuwenden pflegt, ist berechtigt, vom Betriebs-Unternehmer Schadenersatz zu fordern. Erkenntniß des Reichs-Oberhandelsgerichts, 111. Senat, vom 17. Januar d. I.

Berlin, 21. Februar. Nach den Zusammenstellungen des Reichskanzler- Amts waren bis Ende December v. Js. für Rechnung des Reichs an Landes Silbermünzen für 366,497,733 Mk. 19 Pfg. und an Landes-Kupfermünzen fnr 1,932,668 Mk. 26 Pfg., zusammen also für 368,430,401 Mk. 45 Pfg. ein gezogen worden.

Karlsruhe, 21. Februar. In der zweiten Kammer, welche heute ihre Sitzungen wiederaufnahm, wurden von Seiten der ultramontanen Partei drei Interpellationen eingebracht, und zwar 1) betr. die Angelegenheit des Priesters Glattfelder in Balg; 2) über die Stellung der Regierung zu dem Plane der Erwerbung der Eisenbahnen durch das Reich und 3) betr. das Petitionsrecht bet niederen Angestellten. Der Finanz-Minister brachte das außerordentl'che Budget zur Vorlage. Die erste Interpellation soll nächsten Donnerstag vom Staats-Minister Jolly beantwortet werden.

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Hesterreich.

Wien, 20. Februar.Dziennik" bestätigt, daß dem Cardinal Ledo- chowsky der Wink ertheilt worden sei, seine Anwesenheit in Krakau abzukürzen und die beabsichtigte Reise nach Lemberg zu unterlasten.Dziennik" tadelt es, daß sich Polen gefunden haben, welche diesem bekannten Gegner der nationalen Bestrebungen Ovationen bereiten. DiePresse" bemerkt dazu:Wir würden einen solchen Schritt unserer Regierung völlig der Sachlage angemeffen finden, denn der Cardinal, der anfänglich erklärte, es habe ihn gedrängt, am Grabe des heil. Stanislaus seine Gebete darzubringen, ist beträchtlich von diesem Ziele abgeschweift und macht unverhohlen in national-politischer Agitation. Abge­sehen davon, daß wir selbst die Erhitzung des polnischen Chauvinismus inner­halb unserer Grenzen absolut unnöthig finden, find uns ferner die freundschaft­lichen Beziehungen zu Deutschland und Rußland viel zu werth, um sie durch den Herrn Grafen Ledochowsky und seine Schürereien trüben zu lasten. Es hätte dem Cardinal zu erwägen nahe gelegen, daß er nicht gut daran thue, die Gastfreundschaft Oesterreichs zu mißbrauchen; da er es an dem erwarteten Tact hat fehlen lassen, wäre es sicherlich angezeigt, ihn in die nothwendigen Schranken zurückzuweisen."

Wien, 21. Februar. Im Abgeordnetenhause brachte heute der Abg. Fux eine Resolution ein, wonach das Haus in Anerkennung der Nothwendigkeit einer Heeres-Reduction die Negierung ersuche, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und diesen Beschluß des Hauses dem gemeinsamen Ministerium des Auswärtigen mitzutheilen. Demnächst wurde das Kloster-Gesetz nach längerer Debatte in der Fassung des Herrenhauses angenommen, ebenso die Vorlagen, betr. den Bau der Eisenbahnen Mürzzuschlag-Neuberg und Botzen-Meran.

Wien, 21. Februar. Von unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die ösierreichische Negierung den Grafen Ledochowsky bald nach seiner Ankunft in Krakau aufgefordert hat, seine Neise durch Galizien abzubrechen und sich jeder Demonstration zu enthalten, die als gegen freundnachbarliche Negierungen ge­richtet erscheinen könnte. Gutem Vernehmen nach geht Graf Ledochowsky von Krakau direct nach Rom.

Wien, 21. Februar. Von unterrichteter Seite wird gemeldet, daß der hiesige türkische Botschafter dem Grafen Andrassy eine Abschrift des Circular­schreibens Naschid Paschas vom 13. Februar übergeben habe, in welchem die Durchführung der Reformen gesichert wird.

Wien, 22. Februar. Cardinal Ledochowsky ist gestern in Wien einge­troffen ; zum Empfang am Bahnhöfe waren nur wenige feudale NeichsrathS- Abgcordriete und einige Theologen nebst dem Jesuiten - Provinzial erschienen, dagegen hielt sich der Erzbischof von Wien, der päpstliche Nuntius, überhaupt das Gros des Klerus und des Feudal-Adels fern. Die Donau-Regulirungs- Arbeiten bei Wien sind noch immer durch Hochwasser gefährdet, doch werden allseits entsprechende Vorkehrungen zur Sicherung getroffen.

Wien, 22. Februar. Der Budget-Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat die Vorlage, betr. die Aufnahme der Goldrenten-Anleihe und die Bewilli­gung eines Credits zur Hebung deS galizischen Nothstandes bewilligt.

Prag, 21. Februar. Bei der Landtagswahl in den Land-Gemeinden hat die Verfassungs-Partei den Wahlbezirk Königinhof gewonnen ; der Candidat der Verfassungs-Partei wurde mit 67 gegen 59 Stimmen, die der Candidat der Alttschechen erhielt, gewählt. In vielen Wahlbezirken erhielten die Ver­fassungstreuen und die Iungtschechen ansehnliche Minoritäten.

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Bekanntmachung.

Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 14. December v. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden:

Montag den 6» März d. I. und folgende Tage:

für Diejenigen, welche in den Jahren 1856 und 1859 geboren sind.

Montag den 13. März d. I. und folgende Tage:

für Diejenigen, welche in den Jahren 1857 und 1858 geboren sind.

Die Prüfung beginnt an jedem Tag. Morgens 8 Uhr, dahier in der alten Kanzlei, Louisenplatz 2.

Zugleich machen wir auf die neue Prüfungs-Ordnung zum einjährig Freiwilligen Dienst, Anl. 2 zu § 91 der Ersah'Ordnung vom 28. Sep­tember 1875, wiederholt aufmerksam, und insbesondere auf § 2, worin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstände gestellten Anforderungen ent­halten sind.

Darmstadt, den 7. Februar 1876.

Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

v. M a r q u a r d, Reg -Rath.

V' Tasefl'd v. Arnim-Boitzenburg an den Kaiser gerichtet hat, um ihrem Schwiegersohn, iVftl t 50 Ps.sdem Grafen Arnim, freies Geleit an das Krankenbett seines Sohms und^vie-

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