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Wo. 143« Freitag, den 23. Juni 1876.
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MW un- Amtsbktl für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mar? Pf.
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OintenA-x ^lolg der Annahme deS Antrages nicht täuschen; erlange er die Majorität, und stimme andererseits die erste Kammer für Verlegung, so werde etz die Regierung ein- — IZiiiflflf !»ch beim bisherigen Zustand belassen. Als Effect bleibe dann nur die schwere Dchä-
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„ i rc. dargethan wird. Die Annahme des Antrages kränke
--------- ... Professoren, die nicht berufen worden seien, um im Leichenzuge die Anstalt zu Grab zu tragen. Eine Vereinigung der Anstalt mit der Universität Gießen, Die sie der Ausschuß erster Kammer wolle, sei sachlich nicht rathsam, und würde keine Lisparnisse, sondern nur Mehrbelastung zur Folge haben. Man möge sich über den
Vacanz die eine oder andere Stelle nicht wieder zu besetzen, die Billigung der Kammer nidjl fanden, nachdem solche vom Ministertal-Präsidenten Kempff, Mtnisterial-Rath Finger, Abg Stüber, v. Buci, Conradi, Maurer u. A. bekämpft und von dem Ausschuß, theilweise mit Rücksicht auf von der Negierung abgegebene Erklärungen, als ohne
iigung der Anstalt, deren Odium auf die Abgeordneten falle, -die dem Anträge betge- Himmt hätten. An dieser Schädigung und diesem Odium wollte Redner keinen Theil Hüven. Abg. Dittmar trat gleichfalls für das Polytechnikum ein, indem er ausführlich im Nutzen dieser Anstalten erörterte. Abg. Edinger ist gegen jeden Abstrich an der AkgierungseFo'derung. Abg. Schulze ebenso, wünscht nur einzelne Aenderungen beglich der Anstalt. Abg. Racke bemerkte kurz für sich und seine politischen Freunde, iah sie dem Antrag deS Ausschusses nicht beisttmmen könnten, cs sei Aufgabe des Staates, die Cultur-Zwecke zu fördern. Hierauf wird die Debatte bis morgen vertagt
Darmstadt, 20. Juni. Se. Maj. der Kaiser von Rußland statteten Stute Mittag um 12 Uhr Sr. König!. Hoheit dem Großherzog einen halbstün- iiflen Besuch ab und besuchten sodann Se. Großh. Hoheit den Prinzen Karl w Se. Großh. Hoheit den Prinzen Ludwig. In der Begleitung Sr. Maj. itfanb sich Graf Adlerberg.
Darmstadt, 31. Juni. In der Sitzung der zweiten Kammer brachte Stute der Abg. Freihr. Nordeck zur Rabenau folgenden Antrag ein: Die Kam- Ar wolle beschließen, die Regierung aufzuforderu, die auf wirksame Durchfüh- lung des Titels 7 der Reichsverfafsung gerichteten Bestrebungen des Reichsadlers im Bundesrathe kräftigst unterstützen zu lassen, mag diese Durchführung kd> Herstellung eines einheitlichen Reichs-Eisenbahn-Netzes oder durch andere Gombniattonen herbeigeführt werden.
Berlin, 19. Juni. . Das deutsche Mittelmeer-Geschwader ist telegra- kscher Nachricht zufolge am 18. d. Mts. früh in Malta eingetroffen.
Berlin, 20. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt es für unbe- iMet, daß bereits bestimmte Beschlüsse über den Zeitpunkt der Neuwahlen
Großherzoglichcs Ministerium des Innern hat der Lebensversicherungs-Bank „Kosmos" zu Zeyst im Königreich der Niederlande die nachgesuchte Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen ertheilt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Gießen, den 21. Juni 1876.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Röder.
zum Landtage gefaßt seien; ebenso sei die Nachricht von der angeblich bevorstehenden Ernennung des Unter-Saatssecretärs Eck zum Chef des Reichs-Finanz- Amtes unrichtig; Eck behalte vielmehr die Leitung der Central-Abtheilung des Reichskanzler-Amtes. Ferner bemerkt dasselbe Blatt gegenüber einer Meldung in einer Korrespondenz der „Weser-Ztg.", daß ein aus die Zahl der lebenslänglichen Mitglieder des Ober-Verwaltungs-Gerichts bezüglicher Gesetz-Entwurf gegenwärtig dem Staats-Ministerium zur Berathung vorliege.
Berlin, 20. Juni. Das „Tagbl." enthält die Mittheilung, daß in diesen Tagen zwischen den drei leitenden Staatsmännern der Nordmächte auf telegraphischem Wege eine umfangreiche Correspondeuz geführt werde. Man sagt, Fürst Gortschakoff habe den Vorschlag gemacht, schon jetzt eine „neue Verständigung" herbeizuführen und zwar für den Fall, daß der Waffenstillstand zwischen Türkei und Insurgenten nicht jene Resultate zeitige, welche die drei verbündeten Mächte von denselben erwartet hätten. Graf Andraffy hätte unmittelbar darauf nach Ems auf, ebenfalls telegraphischem Wege geantwortet, daß seiner Ansicht nach es in diesem Augenblicke nicht angezeigt wäre, irgend eine Entscheidung im Vorhinein zu treffen. Man habe vielmehr den Lauf der Ereignisse abzuwarten, und später, falls dies nothweudig werden sollte, könne man dann Vereinbarungen treffen, wie sie eben die Natur der Ereigniffe erfordern würde. Fürst Bismarck, welcher gleichzeitig vom Text dieser Antwort des Grafen Andraffy unterrichtet wurde, hat dieser Anschauung beigepflichtet. In Ems beruhigte man sich dabei. Die diplomatische Welt erblicke aber in dieser ausweichenden Antwort des österreichisch-ungarischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten die Absicht, zunächst dem Orient gegenüber „freie Hand" zu behalten."
— Der Telegraph hat bereits gemeldet, daß Haffan, der Mörder Huffein Avni Paschas und Raschid Paschas, in Konstantinopel durch den Strick hingerichtet worden sei und in Pariser Blättern liegt schon eine minutiöse Beschrei- bung der Execution vor. Man muß also vorläufig glaube», daß der officiöse Telegraph die Wahrheit gesprochen. Nach dem Bericht über die Hinrichtung wurde Hassan an einen Maulbeerbaum aufgeknüpft, der in der Mitte des Hofes des Kriegs-Ministeriums steht. Der Strick war 2 Fuß lang und von der Dicke eines Fingers; die Schlinge befand sich unter dem linken Ohr. Hassan war von hohem Wüchse, so daß seine Beine fast den Boden berührten. Der Kopf des Gehenkten war leicht zur Rechten geneigt. Die Augen- waren geschloffen. Man hatte ihm die Arme frei gelassen und diese hingen schlapp am Körper herunter mit halbgeöffneten Händen. Ein Zettel, mit dem Urtheil beschrieben, hing dem Delinquenten auf der Brust, dieselbe bis zum Gürtel bedeckend. Haffan war ganz weiß gekleidet, durch sein Hemd schimmerte auf dem Rücken em breiter Blutstreif. Ein Cordon von Truppen hielt die Menge zurück in einer Entfernung von 10 Meter vom Delinquenten. Die Anwesenden, verhältnißmäßig wenig zahlreich, verloren sich auf dem sehr großen Platze, in dessen Mitte der einsame Baum stand, welcher als Galgen diente.
Gms, 20. Juni. Erzherzog Albrecht von Oesterreich ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Se. Majestät der Kaiser empfing denselben am Bahnhof.
München, 20. Juni. Die Kammer berteth heute den Gesetz-Entwurf, betr. die pfälzischen Bahnen. Art. la des Negierungs - Postulats (Ausdehnung der Zins-Garantie rc.), ebenso Ib (Ausdehnung der Garantie für den Bahnbau Bergzabern-Landau-Zweibrücken auf 8,915,000 Mk.), ferner den Antrag Hafen- brädl's (die Regierung zu ersuchen, mit der badischen Regierung bezüglich der Richtung der Bahn nach Bergzabern, event. statt derselben unter Herstellung einer direkten Verbindungsbahn zwischen dem Bogen bei Insheim (Pfalz) und einem passenden Punkte zwischen Kandel und Wörth, in Unterhandlung zu treten) wurden genehmigt.
Darmstadt, 19. Juni. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde zunächst ohne Debatte beschlossen, einem Antrag des Abg. Hirschhorn gemäß, die Regie) ung um beschleunigten Erlaß einer Instruction zu dem Gesche über die Zusammen- k8»ng der Grundstücke von 1871 zu ersuchen. Sodann wurde in die Weite:-Beratung dir Budgets eingeticten und die Abtheilung „Geschäfts Zweige der Justiz" erledigt- Aar den Verhandlungen heben wir hervor, daß folgende vom Ausschuß vorgeschlagene Ersuchen 1) das Bezirks-Strafgericht Michelstadt einzuziehen und dessen Competenzen dem Bezirks-Strafgericht Darmstadt zu übertragen; 2) das Bezirksgericht Alzey nach Vioinz zu verlegen; 3) von den beiden Präsidenten oes höchsten Gerichts bei eintretender
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bew>. zu bewilligenden Lummen voraussichtlich in nächster Zeit erhöhte Ansprüche an bit Stände nicht kommen würden, und bat, indem er sich Weiteres für die folgende Matte verspürte, um Ablehnung des Antrags und volle Bewilligung der geforderten betrage, welche der Ausschuß gekürzt haben will. Abg. Hemzerling beleuchtete ausführlich den Antrag auf eventuelle Aushebung der Anstalt. Der Antrag habe eine peinliche Aufregung hier und in anderen Theilen des Lander heroorgerufen. die Presse stehe auf der Seite der Anstalt, der dankenswerthe Vortrag des Bürgern: sters Ohly und die von ihm veranlaßte Denkschrift hätten eingehend die Grundlosigkeit des An- • trage- dargethan. Die Gründe des Ausschusses wären vielleicht genügend, wenn .:ne -neue Gründung in Frage stünde, nicht aber, wenn ctz sich, wie jetzt, um das Fort- : bestehen der Anstalt handle. Einem solchen Antrag würde man nur beitr ren können, wmn entweder Hessen ober die Anstalt vor der Insolvenz stünden. Beid s sei nicht । ber Fall. Die hessischen Finanzen stünden, wie selbst der Ausschuß an kenne, und noch näher ausgeführt wird, gut, so daß eine Steuererhöhung nicht nölhig sei. Andere Staaten wendeten viel mehr für ihre Anstalten auf, z. B. Braunschweig, Baden rc. Wenn auch die Ausgaben wüchsen, so nähmen doch auch die Einkommensteuer-Capita- Ikn erheblich zu; ein bedeutenderes Wachsen der Ausgaben sei von jetzt ab nicht mehr imzunehmen. Die Anstalt sei eine blühende, wie durch Nachweisungen bezüglich der
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Wien, 20. Juni. Wie die „Polit. Corresp." meldet, wird die Begegnung der Kaiser von Rußland und Oesterreich auf Schloß Re'.chstadt am 8. Juli statthaben; vielleicht werde auch Kronprinz Rudolf den Kaiser von Rußland in Reichstadt begrüßen. Fürst Gortschakoff werde demnächst eine Urlanbsreise in die Schweiz antreten.
Wien, 21. Juni. Der „Tagespresse" und der „Deutschen Zeitung" zufolge hätte der Kaiser das Entlassungs-Gesuch des Kriegs-Ministers v. Keller
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. weitere Erheblichkeit tm Wesentliche fallen gelassen worden waren. Bet „Vtsitations- ßommiffion* ward der Antrag des Ausschusses, die genannte Commission als Behörde zu befeitigen, abgelehr.t. Bei „Reisekosten und Diäten" erklärte die Regierung auf fine feitrt Bemerkung Küchler's, daß eine allgemeine Regulirung der Diäten-Frsge rc. in Aufsicht . A I stehe. Hierauf ward in die Berathung über den fiüher ausgesetzten Posten „Polytech- UNAvskst, ver-1 njkrim" eingetreten. Zunächst wendete sich Ministerialrath Knorr gegen den Antrag VVN dts Ausschusses, wonach an cen beiden Hochschulen Kosten erspart, und nöthigenfalls
das Polytechnikum ausgehoben werden solle. Er weift auf die Blüthe der Anstalt, loioie darauf hin, daß nach den in der letzten und den in dieser Periode bewilligten,
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