flfit zwar kräftige, ja sehr starke Ausdrücke, indeffen sei hierin Wohlwollen und Mäßigung |u üben.
Berlin, 20. Mai. Der „Reichs-Anz." ist in der Lage, die Nachricht verschiedener Zeitungen, datz der hiesige türkische Botschafter während der Mini, sterbesprechungen am 13. Mai sich bei dem Reichskanzler und dem Staats- Secretär des auswärtigen «mte« anmclden lieg, aber nicht empfangen werden konnte als vollkommen unwahr zu bezeichnen. — U-ber das Leichenbegängniß der ermordeten Consuln in Salonichi Meldet der „Re>chs-Änz." : das hierbei beobachtete Leremoniell ist von den Delegirten Deutschlands und Frankreichs mit der türkischen Behärde und den Lommaudanten der fremden Kriegsschiffe vorher sestgestcllt worden; dem militärischen Ehrengeleit der deutschen und französischen Marinetruppen schloffen sich die türkischen Militär- und Livil-Behörden, sowie die Ofsi-iere und Mannschaften sämmtlicher Kriegsschiffe an.
Wiesbaden, 18. Mai. Heute Vormittag ist in Sachen des Dom. capitulars Dr. Moufang von Mainz von der Strafkammer des königl. Kreis- aerichts dahier das Urtheil publicirt worden. Dasselbe lautet auf Abweisung der Berufung, Bestätigung des erstinstanzlichen Urtheils (250 Mk. Geldbuße) und Verurtheilung des Appellanten in die Kosten dtt Berufungs-Instanz.
München, 19- Mai. In der heutigen Sitzung der Abgeordneten- Kammer empfahl Stobaeus, als Berichterstatter über die Wahl in Edenkoben, den Antrag der Abtbeilung auf Gültigkeits-Erklärung. Die Kammer nahm diesen Antrag ohne Discussion an. Bei dem Bericht über die Wahl im Wahlkreis Kandel erklärte hierauf der Abg. Häuser, es liege keine Gesetzwidrigkeit, sondern nur ein Versehen vor, und empfehle er demnach den Antrag der Ab- theilung auf Gültigkeit« - Erklärung. Der Abg. Schels machte zwar geltend, daß Art. 10 des Wahl-Gesetzes direct verletzt fei, jedoch wolle er dem Abthei- lungs-Antrage nicht entgegentreten. Dieser wurde, nachdem auch noch Mini- sterial-Commiffär v. Riedel für denselben cingetreten war, von der Kammer angenommen.
ÖVflmrtrfi
Wien, 19. Mai. Feldmarschall v. Rodich hat in Folge der Berliner Vereinbarungen den Befehl erhalten, mit Mukhtar Pascha und den Insurgenten- Führern über eine Waffenruhe zu unterhandeln. Die Zusammenkunft soll in der Suttorina stattfinden.
Wien, 19. Mai. Die Regierung hat einen Vertrag wegen Kaufs der Braunau-Straßwalchener Bahn, vorbehaltlich der Genehmigung des Curatel- Gerichts und des Parlaments, abgeschlossen; als Kaufpreis ist eine Million Gulden in 5procentigen garantirten Prioritäten stipulirt.
Pesth, 19. Mai. Der Budget-Ausschuß der Delegationen hat mit unwesentlichen Abstrichen das Ordinarium und das Extra - Ordinarium des Marine-Budgets angenommen. Nur der Posten, betr. das Kasemattschiff „Drache", wurde gestrichen.
Pesth, 20. Mai. Der „Pesth. Corrcsp." zufolge begrünen am 7. Ium in Wien die Conferenzen von Fachmännern der beiderseitigen Finanz- und Handels-Ministerien behufs endgültiger Feststellung der Zollsätze. Gleichzeitig werden die Berathungen über die endgültige Lösung der Bankfrage fortgesetzt.
Dänemark.
Kopenhagen, 19. Mai. König Georg von Griechenland ist an einem gastrischen Fieber erkrankt. Die Krankheit zeigt jedoch keine beunruhigenden Symptome.
Arankreich.
Versailles, 19. Mai. In der heutigen Sitzung des Senats verliest Franclieu einen an den Minister des Innern gerichteten Brief; in demselben wird gegen eine Stelle des vor Kurzem von dem Minister erlassenen Circulars protestirt, durch welche angeblich der eine eventuelle Revision der Constitution für die Zukunft offen haltende Verfassungs-Artikel verletzt werde. Der Minister des Innern Marcere führt dagegen aus, dieser Artikel der Verfassung müsse dahin ausgelegt werdeli, daß er wohl zu Aenderungeii der Verfassnug im liberalen Sinne, nicht aber zum Umsturz oder zu einem Wechsel der Regierungsform ermächtige. Hierauf kündigte Franclieu die Einbringung einer Interpellation bezüglich dieser Angelegenheit an. — In der Deputirten-Kammer beantragt Naqnet (Radikaler), die Regierung möge zur Einsetzung einer Commission behufs Prüfung der Geschäftsführung und gegenwärtigen Lage des Crödit soncier ausgesordert werden, und ersucht die Kammer, den Antrag als einen dringlichen jn behandeln; da der Finanz-Minister nicht anwesend ist, so wird die Abstimmung über die Dringlichkeit bis aus Weiteres vertagt.
Versailles, 19. Mai. Deputirten-Kammer. Nachdem im weiteren Verlaufe der Sitzung der Finanz-Minister erschienen, erklärt sich derselbe gegen die Dringlichkeit der Berathung des Antrages Naquet: der allgemeine Credit könne nicht unberührt bleiben, wenn das Parlament eine Untersuchungs Com- Mission zur Prüfung der Lage der Finanz-Gesellschaften niedersetze. Allerdings stehe der Credit foncier gewissermaßen unter der Ueberwachung der Regierung, aber man könne unmöglich zugeben, daß die Regierung sich in die Geschäfte der Regierung einmische; der Regierung liege cs nur ob, die von ihr ernann-
ten Directoren der Gesellschaft, wenn dazu Veranlassung vorliege, von ihrem Posten zu entfernen. Der Minister fährt fort, er könne versichern, daß die vom Credit foncier ausgegebenen 1400 Mill. Frcs. Obligationen sichere Pfänder zur Unterlage haben; die anderen Operationen des Credit foncier, möchten dieselben sein, welche sie wollen, könnten die Situation deffelben nicht beeinträchtigen. Schließlich betont der Miiiifter, daß er seine Pflichten kenne und zu erfüllen wissen werde. Hierauf wird die Dringlichkeit, für welche nur 7 Mit- glieder stimmen, abgelehnt.
Versailles, 20. Mai. In der Sitzung der Deputirten-Kammer machte der Abg. Castellano dem Minister des Innern anläßlich der Ernennung der Maires den Vorwurf, daß er die Radikalen begünstige. Minister Marcvre erklärte, daß er die gemäßigte Republik wolle. Der Deputirte Bordona schlug eine Tagesordnung vor, in der gesagt ist, daß die Kammer in der Erklärung des Ministers mit Befriedigung den Ausdruck ihrer eigenen liberalen Politik finde. Diese Tagesordnung wurde mit Einstimmigkeit von 343 votirenden Abgeordneten angenommen. Die Kammer vertagte sich bis Donnerstag.
Italien.
Rom, 19. Mai. Garibaldi hat seine Demission als Deputirter gegeben, dieselbe jedoch alsbald wieder zurückgezogen.
Neapel, 19. Mai. Die Panzerschiffe „Ancona", „Castelfidardo" und „Tonte Verde" sind nach Taranto abgegangen.
England.
London, 20. Mai. Die Plaidoyers in Sachen der „Franconia" sind heute beendigt. Der Gerichtshof behält sich den Urtheilsspruch vor.
Griechenland.
Athen, 19. Mai. Aus Kreta wird gemeldet, daß eine allgemeine Volksversammlung dem Gouverneur erklärt hat, sie muffe auf der Ausführung der von Ali Pascha versprochenen Reformen bestehen.
Türkei.
Konstantinopel, 19. Mai. Die Tommiffäre der Pforte in Salonichi melden von dort: Heute hat die Beerdiguug der beiden ermordeten Eonsuln mit großer Feierlichkeit und bei vollkommener Ruhe der Bevölkerung statt- gesundem_______________________________________________________________
Vermischtes.
Falsificate. Es circuliren Nachbildungen von Thalerftücken mit preußischem Gepräge mit der Jahreszahl 1860, 1864 und insbesondere 1867. Die Falsificate sind aus Composilions-Metall hergestellt und an dem unsaubern Guß leicht erkennbar. Von den echien Thalerftücken unterscheiden sich die nachgeahmten, daß sich auf ihrem Rande keine Arabesken und keine Inschrift bifindet.
— Die Leipziger Ost ermesse, schreibt man von dort, starb eines jähen Tode- nach vorausgegangenen Schüttelfrösten, denn sie erlag, wie einige ihrer früheren Schwestern, dem „kalten Fieber", das sie sich in den mcphittschen Sümpfen des GründerthumS zugezogen. Dr. Krach drückte ihr die Augen zu. Es wird weder um laute noch um stille Tbeilnahme gebeten, denn die Dahingeschiedene war, wie man zu sagen pflegt, keinen Schuß Pulver werth. Ueber ihrem Grade jedoch feiert der Held deS Tages, Meister Renz, fortwährend große Triumphe, denn ein neue» Fest folgt dem anderen, so daß er sich veranlaßt findet, um dem kolossalen Andrang des Publikums zu genügen, täglich zwei Vorstellungen zu geben. Die Eisenbahnen machen dabei ein gutes Geschäftchen, denn nur des Circus wegen miethen sich größere Gesellschaften in Nachbar- städten Extrazüge, indem sie die Plätze telegraphisch vorausbefteUen.
London. Vor dem Central-Criminalgcrichte kam am 4. Mat die Untersuchung gegen die griechischen Seeleute zum Abschluß, welch im October des vergangenen Jahres auf der Fahrt von Antwerp n nach New Orleans den Capitän und dle beiden Officiere des englischen Schiffes „ßennie* ermordeten, an der französischen Küste landeten, verhafte unb von den französischen Behörden nach England ausgeliefert wurden. Es standen z ierst 11 Angeklagte vor dem Richter, meist Griechen und Türken griechischer Abkunft, doch war auch ein Düne, ein Engländer und ein Oefterreicher unter ihnen. Schon bei der Voruntersuchung wurden drei der Angeklagten freigelassen, gegen zwei weitere konnte die Anklage nicht aufrecht erhalten werden und zwei wurden von den Geschworenen für nichtschuldig befunden. Die letzten vier aber, die Griechen Cargalis, Ca-caris, Caludis und Kaida, erklärte die Jury für schuldig^des vorsätzlichen Mordes, und das Urtheil des Richters lautete auf Tod durch den «Ltrang Der Belgische Schiffskoch Heydonck, den die Meuterer wohl nur deshalb schonten, weil keiner von ihileu des Steuers kundig war und sie ibn deshalb nicht entbehren konnten, und dessen Entschlossenheit und Klugheit es hauptsächlich zu danken ist, daß die Mörder der verdienten Strafe nicht entgangen sind, erhielt eine Belobung und eine Beloh-j nung von 50 Lstr. Die Möroer legten, wie bei ihrer Kreueltbat die größte Unmensch- lichkeit und Kaltblütigkeit, so während der Untersuchung die größte Unmenschlichkeii an den Tag Ja auch das Urtheil des Richt.rs schien keinen sonderlichen Eindruck auf fi? zu machen: wenigstens verriethen sie nicht die geringste Erregung, als sie aus dem Saale geführt wurden. Seit Jahren ist kein ärgerer Fall von Meuterei auf Schiffen vor englischen Gerichten zur Verhandlung gekommen. Im Allgemeinen aber nehmen die Beispiele von Widersetzlichkeit und Unbotmäßlgkelt fremder Matrosen gegen ib e englischen Cap töne in beunruhigender Welse Überband, ein Umstand, den auch Richter Brett beim Fällen des Uitheils betonte.
Southampton, 17. Mai Das Postdampsschiff des Nordd. Lloyd Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, welches am 6. Mai von Newyork abgegangen war, ist heute 7 Udr Abends wohlbehalten hier angekommen, und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Mosel Überbringt 494 Passagiere und volle Ladung.
2715) Im Firmen Register deS unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden:
Die Wittwe des Carl EmmeliuS, Sophie, geborene Remy, zu Gießen setzt das von ihrem Ehemanne betriebene Fabrikgeschäft unter der bisherigen Firma Carl Em melius für ihre eigene Rechnung fort und hat jedem ihrer Söhne Louis und Heinrich Emmelius dahier Procura ertheilt.
Gießen, den 20. Mai 1876 Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
In Verhinderung Großh. Stadtrichters: Oppermann.
Bau- und Wcrkholz.
Die fürstliche Oberförsterei Lich verkauft nachverzeichnete Holzsorttmente in Partteen
Allgemein«
von milldestcns 10 Kubikmetern zum Taris preis aus der Hand:
1) im Distrikt Hard, ca. V« Stunde von hiesiger Eisenbahnstation:
217 Kiefern-, Fickten- unb värchenstämme von 15—36 Centimtr. Durchmesser, und 5—1" Mtr. Läi'.ge, mit zusammen HO1/' Kubikmtr. und
25 dergleichen Stangen, mit 2Kubikmtr. Inhalt:
2) im Diftrict Langberg bei Mühlsack- sen, ca. 1 Stunde von hier:
223 F'chten- und Kiefernstämme von 15—32 Centimtr. Durchmesser und 6—18 Mtr. Länge, mit 863/< Kubikmtr. und
132 dergleichen Stangen von 9—14 Centimtr. Durchmesser und 6—16 Mtr. Länge, mit 17 Kubikmtr. Inhalt;
3) im District Hohler, unweit der alten Gießener Straße, ca. V2 Stunde von hier:
’t Anzeiger.
25 Weißtannenstämme von 18—43 Centimtr. Durchmesser und 4—19 Mtr. Länge, mit 22‘/2 Kubikmtr. unb
8 Fichtenstämme von 16—27 Centimtr. Durchmesser unb 10-12 Mtr Länge, mit 3 Kubikmtr Inhalt;
4) im Diftrict KcllerSberg, am Garben- teicher Vtemalweg, ca. ’/i Stunde von hier:
260 Kiefernflämme von 15—41 Centimtr Durchmesser unb 6—17 Mtr. Länge, mit 142V, Kubikmtr. Inhalt;
5) im Diftrict FuchSftranch, ca. 3/< Stunden von hier:
25 Fichten- und Kiefernstämme von 15—31 Centimtr. Durchmesser und 7—12 Mtr. Länge, mit 71/« Kubikmtr und
58 Fichtenstangen von 6—14 Centimtr. Durchmesser und 5—12 Mtr. Länge, mit 4 Kubikmtr. Inhalt;
6) im Diftrict Meilbach, an der Hatten-
röder Straße, ca. 1 Stunde von hier 30 Fichtenstämme von 17—41 Centimtr
Durchmesser und 8—18 Mtr. Länge, mit 21d/< Kubikmtr. und
17 Fichtenstangen mit l'/r Kubikrn. Inhalt Bei Abnahme größerer Partieen (2D Kubikmtr. und mehr) in fortlaufender Nummernfolge tritt eine entsprechende Preis ermätzigung ein. Gegen ivorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1877 gestartet
Kauflustige wollen sich an den Unterzeichneten wenden Das unter Nr. 1 unb 2 verzeichnete Holz wird von dem Foru schützen Dörrn er 1. dahier, dasjenige unter Nr 3 biS 5 von dem Forstschützen Dörrn ec II dahier und das unter Nr. 6 vor dem Forstschützen Weiß zuÄurkhard-felder auf Verlangen im Walde vorgezeigt.
Lich, den 12. Mai 1876. (257t
Wimmenauer, Forstrath.
Samstag ben l L um 911 Gin bei Vorsteher Ma haifluS demdortige ^mtr. Buchen
Kmlr Stöcke und sodann 57 Fichten-l unb 366 Rmtr. s , ?>0tke unb Reiser Nborf, den 20. M<
$fr Bürgen —-----Eolnr
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Montag de Uffen wir Morgens ■ Ratter Wagen 1 Amerikaner ffiafl1 l Rollwagen, 9 Oeconomiewagen, I ratifp. Pli«1“'5 1 , »w4 2 gättd mit 3»™, iovit
Holz-Äersi
Dienstag den < »erden m den Waldw ttannhem folgende ho
1) > Mr 109 SichenM« r Länge und M bis mcsser, mit 71 ss
2) Im M 117 Achten-StM Länge und von Durchmesser, mi 329 Stangen I. un
Festmeter.
Bemerkt wirb, do «usgezeichnet schön i sch iu Sparren und 11 Eichm sind für e |el| geeignet und t 1 Uhr zur Versteigeri Der Anfang ist M f iel Sichel im Hol^ Naunheim, ben 19.


