Ausgabe 
22.2.1876
 
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treten auch wieder Gerüchte von einem bevorstehenden Lonvenio auf.

Bayonne, 19. Februar. Die Alphonsisten haben Penna Plata nommen.

Rumänien.

Bukarest, 19. Februar. Der Senat hat das Recruttrungsgesetz unwesentlichen Modifikationen angenommen.

Lokal-Rotiz.

GisHeu, 21. Febr. Mit der gestrigen 4. Gala- oder Damensitzung hat der Carneoalverein »Türkei" Hierselbst sein offictelles Ende erreicht. Wenn wir sagen officiell, so meinen wir damit das Ende der Reden und Vorträge die zur Er­heiterung der Türkinnen und Türken unter und neben dem Affen alias der Tutt gehalten worden. Rückblickend auf die angenehmen Stunden, die der Verein in seinen Mit» gliedern uns bereitete und auf den Genuß den viele, sehr viele humoristische Dor- boten, so können und müssen wir am Schlüsse d:r Saison gestehen, daß der diesjährige Carneval der schönste war der bis jetzt hier bestanden. Abgesehen von ernigen Kleinlichkeiten und Reibereien waren die Stunden, die man in oem Verein verlebte geeignet, jeden Hypochonder umzusttmmen. Zudem war durch den Wen­zel ichen Saal ein Local geboten, welches für den Verein nickt besser und schöner sein konnte und Türke Wenzel hat auch sein redlich Theil dazu beigetragen, daß die Geld­beutel der Türken so ziemlich alle an der Schwindsucht laboriren.

Was speciell die gestrige 4. Galasitzung anbelangt, so reihte dieselbe sich würdig an die vorhergehenden an (wenn sie dieselben nicht übertraf?). Von Anfang bis zum späten Schluß konnten unsere Türkinnen und Türken nicht aus dem Lachen heraus kommen. Sehr groß war der Jubel über den Bericht der Deputation die den Verein in Mainz vertreten und mit dem dortigen VereinHumoristischer Thier-

Mainz, 17. Febr. Ein dreijähriger Knabe, welcher einigemale zusah, wenn dem Vater die Haare geschnitten wurden, wollte in dem Haarkünstlerfach an dem zwei­jährigen Schwesterchen Uebungen machen, indem er die auf dem Tische liegende Scheere nahm und dem Sckwesterchen frischweg die Haare nach Stiftenkopfart schnitt. Das ließ sich die Kleine wohl gefallen und oas Unglück wäre nicht so groß, wenn dabei der Knabe nicht auch den oberen Theil des rechten Öhrchens abgeschnitten hätte, in Folge dessen das Schwesterchen fürchterlich schrie und die Mutter herbeigeeilt kam, welche natürlich nickt wenig erschrak. Vor wenigen Tagen trug es sich zu, daß ein Knabe mit einem Rasirmesscr spielte und sich zwei Fingerchen durchschnitt. Daher Vorsicht mit spitzigen und schneidenden Gegenstä nden bei Kindern!

In einem Berliner, höchst feinen Restaurant bestellte kürzlich ein Herr ein Beefsteak. Man brachte ihm auf elegantem Teller das Gewünschte, aber in äußerst kleinem Format.Warten Sie!" sagte er zum Kellner, besah ihn lange und genau, und sagte dann: .S'ist richtig! Von dieser Sorte Rindfleisch können Sie mir ein Beefsteak machen lassen."

Aus Baiern. Eine Geschichte die für die Betreffenden leicht übel ablaufen kann, wird aus Ursollen (Oberpfalz) berichtet. Es übernachtete daselbst vor einigen Tagen ein Trupp Zigeuner, der Tags darauf seine Wanderschaft sortsetzte. Im Wirths- hause zu Ursollen gefielen zwei bet dem Trupp befindliche Zigeunerdirnen einigen Gästen, die sich denn an die Mädchen machten, sie regalirten rc. Die übrigen Anwesenden, darunter der Herr Bürgermeister, hatten ihren Spaß dabei, und um der Heiterkeit die Krone aufzusetzen, improv sirte der letztere eine Civiltrauung im Wirthshause und gab kraft des Gesetze- der Herr Bürgermeister ist zugleich Standesbeamter der Gemeinde die Zigeunerinnen mit den bäuerische i Anbetern in seiner Eigenschaft als Standes­beamte zusammen. Die Zigeunerdirnen behaupteten rechtmäßig getraut zu sein, wenn auch vielleicht auS keinem andern Grunde, als um den nunmehr nüchtern gewordenen Bauern, deren einer Weib und Kinder hat Geld abzulocken, und dem Standesbeamten kam hinterdrein die Einsicht, daß er schändlichen Mißbrauch mit seinem Amte ge­trieben habe.

Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Spanien.

Madrid, 18. Februar. Die Regierungs-Truppen haben Arroniz, Mo- rantin und Aberin besetzt. General Tasiara bombsrdirt Estella von Villatuerta aus, bei einer Distanz von 2 Kilometern. Man glaubt, die Carlisten werden Estella schleunigst räumen. Die carlistische Junta von Guipuzcoa ist nach Frankreich geflüchtet.

Madrid, 18. Februar. König Alphons hat nunmehr den Oberbefehl der Armee übernommen und, wie bereits gemeldet, den General Quesada zum Chef des Generalstabs im königlichen Hauptquartier ernannt. Die Abreise von Vittoria nach Vergara erfolgte heute früh; in Vergara, woselbst der König morgen eintrifft, wird derselbe von den Generalen Loma, Moriones und Oue- sada erwartet.

Madrid, 19. Februar. Die Einnahme von Montejurra wird bestätigt. General Calderon von den Carlisten ist gefangen genommen. Die Verluste der Regierungs-Truppen werden auf 300 Mann angegeben.

Bayonne, 19. Februar. Die Desertionen und Auswanderungen der Carlisten nehmen zu. Dem Vernehmen nach hat General Primo de Rivera die Position von Montejurra, welche Estella beherrscht, besetzt. Neuerdings

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das Band freundschaftlich-carnevalistischen Humors anknüpfte. Wenn wir aut unterrichttt sind so bietet auch der nächsten Samstag stattfindende M ° s k e n b a l l nnh ber ^aftnacb t u« am Di-nsta« so cid b-s Schönen und Ueberraidjenbtn ba& wirAick mit vieler Spannung den Dingen entgegensieht, die sich ereignen sollen. DockÄscret wollen wir sein und unfern schönen Leserinnen nichts vorher verrathen;

VberralfÄ wirb um so größer sein. Zum Schlüsse drücken wir noch den herz- ttcken Wunsch aus, daß unsere Türkei blühen und gedeihen möge bis zum fernsten qmc w Nutz und Frommen aller Lachlustigen und Aerger aller Gegeißeltem

Kietzen 21. Febr. Nächsten Mittwoch den 23. b. raub Herr Burmeister m . w Reuter« »or le für a halten. Wer nur einigermaßen

Sinn für die Neuter'sche Poesie hegt, wird es mit Freude begrüßen, hier einen leben: biaen fesselnden Vortrag im plattdeutschen Dialect zu Horen. Herrn Burme.ster geht ein sehr guter Ruf voraus und aus den uns vorliegenden Referaten ersehen wir, dsü seine Vorlesungen überall mit wahrer Begeisterung angenommen wurden. Fritz Reuter hat durch seine lebendigen, von Lebenswabrhelt, Gemuth und Witz übei pru- delnden plattdeutschen Dichtungen die Poesie auf ihren ttticken Quellengrund zurück

L fSerr Dr Burmeister hat e« verstanden, m die Intentionen des Dichters estnudrinam^^Hoffcn und^wünfchcn wir, daß fcmc V-rl-san» recht sehr bcfucht wird

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o s « 17 -k-bruar Aus Manchester wird telegraphlrt, daß der

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auf L. angegebem Zusammenstoß der DampferFrankonia"

?albe" Meile von Admiralty Pier b-Dover.^ Der^Stra.hc^ gelaufen war, um d^oten z ' v rannte dadurch gegen das andere

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condemnirt worden Bezug auf den Zusammenstoß der

w Stratbcltzde" geht die Ansicht Sachverstand,ger dahin. Frankoma und ,Mr°thclYv g Y befindlich gewesenen

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Ladung nicht b-schädtgt ru f«nJn DampfschiffStrahtelyde" Seal, 18. Sebnmr. vem n b ^^cht worden;

sind 28 Personen durch hiesige Bo^e TW 3uftanbe starker Erschöpfung mid

fcie meisten von ihnen befanden sicy in lvv -^remn-Rsvtgatlon-

^Company, welcher auf der Fahrt von London nach Hamburg war;Dragon" konnte noch eine Viertelmeile zurücklegen und sank dann im seichten Wasser.

Vermischtes.

A u s d e m K r e i s e S ch o t t e n. Als das Institut des einjährigen Freiwilligen- dienstes auch in unserem Lande eingeführt wurde und der Berechtigungsschein zu den- r n; L/v* für die Qber-Secunda eines Gymnasiums und die Absolvtrung

iner SSte »worben »em fonnu war oorauszusehen, daß der Zud za . böberen Lehranstalten sehr groß und das Niveau allgemeiner Bildung herabge- drückt wuden würde, indem die letztere nicht mehr als Zweck, sondern als Mttelgall. auiemehi kut gewordenen Klagen haben bte Richtigkeit der Voraussetzung bestätigt. Es war deshalb ein ebenso edler als glücklicher Gedanke des

in seiner Vaterstadt ein Gymnasium intz Leben zu rufen- Nachdem die Stadt Eubach «-in sebr sckönes gesund liegendes, stattliches Gebäude zu diesem Zwecke erstanden, mih her (Sraf'cktiae Lehrerkräfte gewonnen hatte, konnte das Gymnasium am ^6. Oct. »« S<5M«n aSffnet werden, welch- sich auf die °i-'unteren Klassen von Scrta bis Tertia vertheilen, und wird sich Mit dem neuen, Mit Ostern beginne - den Schuljahre, wo zwtt weitere tüchtige Lehrer eintreten werden, noch_"ne Unter ^frmiba anschließen sodaß diese jugendliche Anstalt eine recht freudige Entwickelung k- o cht. Wtt wün ch-n ihr dieselbe um so mehr und rechnen aus d-eselb- um so sickcrcr als die localen Verhältniffe für die Bildung der Jugendäußerst «ünst g smd. Denn schon die freundliche, gesunde Lage deS Städtchens Laubach an ^er westlichen Abdachung deS Vogelsberges und an dem Anfang der Wetterau, die herrlichen Wal- dunaen die ländliche Stille können nur vorthetlhaft auf das Gemüth der Jugend wirken ' Und dann ist dieselbe durchaus der Gefahr des^großstädtischen Lebens entrückt, auf eine innige Weise im Verkehre mit dem Familienleben, als auch mit den^Lehrern nnh hphnrf b?r foaenannten strammen Disciplin innerhalb und außerhalb der Schule ^tbL«°S^ -in fehr intensiver ist und die auswar,gen Eltern besbalb einer schweren Sorge enthoben sind. Auch ist trotz der abgeschlossenen idylli- fckm Still- d-r V-rk-hr mit d-r großen W-l- doch sehr leicht zu -rr-'ch-n, mdem bte Stationen Lich und Grünberg durch Postverbindung in ganz kurzer Zeit erreicht w ^n kbnnm Auch müssen wir noch einen Umstano ehrend anerkennen, welcher den Charakter des Gymnasiums ans eine sehr präctse Weise ausspricht. D-nn wenn man auch demselben wegen der formalen Bildung mchr bte Psl-g- der °lten Sprach- zuer-

In hnf man in neuerer Zeit in richtiger Würdigun« der allzcmetnen Bildung m mnso großer Berechtigung der Mathematik eine gleiche Stelle angewiesen und dadurch h,m fflnmnafium Eine Bedeutung gegeben, welche die Realschule niemals erreichen wird. Die Bedeutung welche die Mathematik auch auf dem Gymnasium bub-n muß, hat nämlich der Graf Solms-Laukach dadurch in Helles Licht gestellt, baß er ein.n Math - i ninfifpr nn hie Knitze der neuen Lehranstalt gestellt hat, womtt freilich nicht gesagt i uerVen soll, daß die Sprachbildung in ihrer Gleichberechtigung v^kaunt worben wäre, XA n Li h m Matbematiker in ihrer Tüchtigkeit ebenso anerkannte Philologen wirken, , da neben d-m ^a'^n^r'n ^ ^nafium in Laubach SchÜl-r bilden wird

m lcke fick fvSier ebenso leicht für einen industriellen als für einen bealen Berus i entscheiden können und somit das Ziel unserer geistigen Entwicklung - den

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Dr. Osann ist bei der zweiten Kammer der Stände ein Antrag auf Gewährung eines jährlichen Beitrages aus Staatsmitteln zur Gründung einer Kasse für verunglückte Feuerwehrleute, sowie zur Hebung deS Löschwesens im Allgemeinen eingebracht worden und wird demnächst zur Verhandlung gelangen. Da die Annahme dieses Antrages für unS und die Entwickelung des Löschwesens in Hessen von entscheidender Bedeutung ist, so erscheint es geboten, daß auch wir Feuerwehrleute nach Kräften zur Erreichung dieses seit Jahren angestrebten Zieles beitragen Wir fordern Sie deshalb aus als bald mit den in Ihren Kreisen gewählten Abgeordneten in Verbindung zu treten, den­selben mit allen möglichen Erläuterungen an die Hand zu gehen und deren Interesse an unserer Sache wach zu rufen. Da obiger Antrag wahrscheinlich kurz nach Wieder­eröffnung der zweiten Kammer zur Vcrhandlung kommt, so bitten wir nicht zu zögern und haben die feste Uederzeugung, daß falls die Kammer zusttmmt, von Seiten der Regie­rung fein Wiederspruch erfolgen wird. Wir werden Sie später benachrichtigen wann die Kammer über diese Angelegenheit in öffentlicher Sitzung beraten wird und bitten Sie hierbei recht zahlreich im Ständehaus zu erscheinen.

Mainz, 15. Febr. (Ein perfider Ehegatte.) Vor etwa acht Monaten heirathete ein Fabrikant in Hanau die Tochter eines hiesigen Wein-Industriellen. Es zählt dtese Tochter zu den Schönen des schönen Geschlechts und außerdem erhielt sie eine Mitgift von 10,000 fl. Man sagte damals, die Heirath sei eine Neigungsparthie. Nun kehrte aber vor Kurzem die junge Frau zu ihren Eltern zurück mit Der traurigen Botschaft, wofür leider der Glaube nicht fehlt, daß der Ehemann durchgedrannt sei und kurz vorher bte Frau noch um da- Eigenthum ihrer Möbel dadurch gebracht habe, daß er von ihr unter plausiblem Vorwande einen Blanco-Stempelbogen unterschreiben ließ, welcher nachher die Eigenihums-Uebertragung der Möbel an einen Gläubiger enthielt. Auf diese Weise hat die Frau nicht nur den Gatten, dessen Treulosigkeit in so diastisch- perfider Weise sich zeigte, sondern auch ihr Vermögen verloren, und eS wird nicht schwer zu entscheiden fein, ob sie den Verlust des treulosen Gatten, oder denjenigen ihres Ver­mögens schwerer beklagt. (M. T.)

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Paris, 18. F^ru<tt. D beleibigt war, ju einem Mo-

wegen des Artikels in we che ecrurt^i(t worden.

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Carlisinus werden ernsthaft, und m t v "f, Mfluß ausüben werden, lauf der ^ba''isch°n Ang-ieg-nhe t/beschuldigen Deeazes, daß er den

Die Legitim,sten sind wuihenv o ©me gestatte. Seme Organe

Alphonsisten Verletzungen f z elfliten einfa^, es habe kein spa-

lassen sich nicht auf Dtscufsion -r , , bcn Immerhin ,st di« That-

nisches Kriegsmatenal den fra z s ch unmittelbar an der französischen

Grenze Heat, tut b«be bet0t hbm, die Operationen zu

rade mit Rücksicht darauf h l . fünfzig geweihte Kreuze zuge­beschleunigen. Der Heck. Vater hat den » be, dieselben in

ch-d., »"AL-.-7 L»-« ch»!». »chd. Di. pflcger angewiesen sind, d>°ietven , cy Madrid wird von

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L Rivera °uf Gnade und Ungnade ergeben.

W. Die§ mitgli Anmeldungen der oben beze! nach 8 3 des 2 schluß bet Stadl vom 16. Sepleml deren Ausmfl d ausbezahlt werd, 1. März schriftti unterzcichnüm E Gießen, flm 2i Großhcrzoglicbe ____________A.

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Bett.: Güterve der Frankfu scheu Bahn Hessischen Li Zu dem Gütei Nachtrag XVI e t Mts. in Ärafl Derselbe entba a ordentlich, ten Berkel schlirf, Bahnen, wege, S braer Bah, b. bireett §ra. omd)iebtne genlobunger .... Kilogramm^ Gutzeu, btn 17.

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Pättbtgen Pacht wnnen nur im ohne j?0|}en - dchlt werden.

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