Einzelbild herunterladen

feinen göttlichen Inspirationen das Opfer des Verstandes und des Willens ,n bringen. Gan» gewiß, es ist dem katholischen (vaticanischen) Klerus unmöglich, den Vorschriften der Staatsgesetze nachjukommen."

Berli«, 19. Januar. SLmmtliche deutsche Lindtage dürften um ihre Meinung bezüglich des Uebergang« aller Eisenbahnen auf da« Reich befragt

Berlin, 19. Januar. In der gestrigen Sitzung des Bundesrathe« wurde dem Reichskanzler die Ermächtigung ertheilt, Verhandlungen wegen der Erwerbung des Kroll'schen Etablisiement« behufs Errichtung des Reichstags- Gebäudes einzuleiten. Außerdem wurde ein Gesetz-Entwurf, betr. die Verlegung des Beginns des Rechnungs-Jahres für den Reichs-Etat auf den 1. April, vorgele^rljn, lg Januar. Das Kammergericht hat das Erkenntniß des Stadtgerichts gegen den R-dacteur desMärk. Kirchenblatts", Jansen, durch welches Letzterer wegen Ausdruckes einer eine Beleidigung des Ministeriums Bismarck üwolvirenden Kammer-Rede des Grafen Praschma zu zweimonatlicher Gefänguißftrafe verurrheilt war, bestätigt. Das Kammergericht schloß sich dabei der Rechtsansicht des Stadtgerichts an, daß ein- einzelne Kammer-Rede den Schutz des § 12 des Strafgesetzbuchs nicht genieße.

Bremen, 18. Januar. Einem Telegramm an den Rordd. Lloyd zu­folge ist derSalier" wieder flott und heute früh nach Bremen weitergefahren.

Hesterreich.

Lokal-Notiz.

Gießen, 20. Jan. Beschlüsse aus der Sitzung der Stadtverordneten» Versammlung vom 13. Januar 1876.

1. Für die vacante Spritzenmeisterftelle wurde Herr Jacob Mau« angenommen und die Gebühren der Spritzenmeister bet auswärtigen Bränden für Tag und Nacht auf je 5 Mark festgesetzt.

2. Von Herrn Maurer Joh. Warner, welcher in seinen Garten am Hamm bauen will, kam das Baugesuch zur Vorlage, welche? befürwortet werden soll.

3. Desgleichen das Baugesuch des Oeconomen Herrn Karl Euler, welcher in seinem Hause in der Neustadt die Einrichtung eines Ladens beabsichtigt.

4. Der für die Straßenbeleuchtung pro 1875 vorgesehene Credit wurde mit Rück­sicht auf die Vermehrung der Brennstunden verschiedener Straßenlaternen um 825 M- 29 Pf. erweitert.

5. Die von 2 Schuldnern der Stadt nachgesuchten Fristen wurden bewilligt.

6. Eine Schulgeldbefreiung wurde auf Nachsuchen beschlossen.

7. Für verschiedene Rechnungen ist die zur Anweisung der Beträge auf die Stadt­kasse nöthtge Genehmigung ertheilt worden.

8. Auf Grund des Art. 15 der Instruction über die Behandlung der Einnahmen aus den Erträgen der Gemein-.ewaldungen vom 29. Juni 1837 wurde beschlossen, daß alle Steigerer gehalten sein sollen Bürgschaft zu leisten; ebenso die Stei­gerer von Heu- und Grummetgras.

--Die k. Post- und Telegraphen-Anstalten sind ermächtigt worden, die Noten nachstehender 16 Banken anzunehmcn: Der Badischen Bank, Bant für Süddeutsch­land, Bayerischen Notenbank, Bremer Bank, Chemnitzer Stadtbank, Danziger Pliliat- bank, Frankfurter Bank, Hannoverschen Bank, Commerzbank in Lübeck, Kölnischen Privatbank, des Leipziger Cassenveretns, der Magdeburger Privatbank, Provinzial- Actienbank des Großherzogthums Po en, Sächsischen Bank in Dresden, Slädttschen Bank in Breslau und Württembergischen Notenbank

Pesth, 19. Januar. Das Unterhaus hat den Gesetz-Entwurf, die Ver­waltungs-Reform betr., in namentlicher Abstimmung mit 217 gegen 66 Stim­men als Grundlage für die Special-Debatte angenommen.

Arankreich.

Pari-, 18. Januar. Ein Schreiben des Herzogs Decazes, in welchem derselbe sich für di?Annahme der Candidatur für das achte Pariser Arron­dissement erklärt, besagt: Sie können darauf zählen, daß ich, dem Beispiele des Marschall-Präsidenten gemäß, der treue Diener der Gesetze bleiben werde, welche die Grundlage unserer jetzigen Regierung bilden. Die Republik wird pflichtgetreu und beharrlich das Werk verfolge«, dem wir uns Alle geweiht haben: einen ehrenvollen und geachteten Frieden, welcher Frankreich würdig ist. Ein gegen innerliche Erschütterungen gesammeltes und geschütztes Frankreich kann sich diesem Werke der Beruhigung mit umsomehr Vertrauen widmen, als es sich täglich von den Gefühlen mehr unterstützt und mehr ermuthigt fühlt, welche Europa nicht für ein Land zu hegen aufhören wird, desien Unglück weder seinen emsigen Fleiß noch seinen edlen Antrieb und seinen unerschütter­lichen Glauben an seine Bestimmung schwächen könnte.

Belgien.

Brüssel, 18. Januar. Nach einer Depesche derJnd6p." ist die Wahl in den Vogesen gegen Buffet ausgefallen. In Marseille, wo Gam- betta sprechen sollte, hat General Lewa! das betr. Banket verboten.

England.

London, 17. Januar. Zu Woolwich werden mit indischem Eisenerze Versuche angestellt, deren Ausgang für Indien und die Zukunft seiner Indu­strie von größter Wichtigkeit ist. Kohle und Eisen werden nämlich fast in ganz Indien gefunden, aber die Qualität dieser Mineralien ist gering und das in­dische Eisen ist bisher unbenutzt geblieben, weil das Klima den Gebrauch der gewöhnlichen Frischöfen nicht zuläßt. Nun hat die indische Regierung Proben von indischer Kohle und von Eisenerz nach England geschickt, damit die Brauch­barkeit der Kohle untersucht und der Versuch gemacht werde, das Eisen in den Crampton'schen Drehöfen zu frischen, die auch in Indien eingeführt werden könnten. Die Bedeutung der Versuche für Indien ergibt sich von selbst.

London, 18. Januar. Der Dampfer des Nordd. LloydSalier" ist bei Westcowes (Insel Wight) gestrandet. Die Wiederflottmachung ist bisher nicht gelungen. Wahrscheinlich muß die Ladung ausgeladen werden. (s. Bremen.)

London, 19. Januar. Gutem Vernehmen nach hat das englische Ca- binet beschloffen, die Note des Grafen Andraffy im Principe zu unterstützen. DieTimes" fügt hinzu, es seien einige Detailfragen noch weiter zu prüfen. DerTimes" wird auS Philadelphia vom 18. Januar gemeldet: Der Regierung der Vereinigten Staaten sind bereits auf die in der Angelegenheit der Insel Cuba erlassene Circular-Note Antwortschreiben mehrerer Mächte von durchaus befriedigender Natur zugegangen.

Spanien.

Madrid, 16. Januar. Aus San Sebastian sind gestern Nachmittag zwei Bataillone Landesmiliz und Marine-Infanterie ausgerückt und haben die Höhen besetzt, welche die carlistische Batterie auf Ventaciquin beherrschen. Von Pionieren wird die eroberte Stellung befestigt. Ueberhaupt sollen die feind­lichen Batterieen auf der Linie des Arratsain von dem Feuer der detachirten Forts sehr gelitten haben. General Moriones hat eine große Geldsendung empfangen und ist somit in der angenehmen Lage, seine Truppen auszahlen zu können. In Navarra hat die Division Delatre starke Stellungen eingenom­men, welche den Engpaß von Roncal beherrschen, und General Martinez Cam­pos bereitet eine Bewegung vor, welche sich gegen das Baztan-Thal, also auch gegen die Verbindungen der Carlisten mit Frankreich richtet.

Madrid, 19. Januar. Eine officielle Regierungs-Depesche meldet: Tristany hat am 18. Jan. dem spanischen Consul in Bayonne seine bedingungs­lose Unterwerfung erklärt. DerTiempo" schreibt, daß die Vorposten der Carlisten in der Provinz Navarra zur Armee der Regierung übergegangen seien. Der General Martinez Campos hat zwischen Pampelona und Lermoltoa (?) eine wohl verproviantirte Stellung eingenommen.

Washington, 18. Januar. Staats--Secretär Fish erklärte in der Sitzung der Commission für auswärtige Angelegenheiten hinsichtlich der ameri­kanischen Circular-Note über die Cuba-Frage: dieselbe habe lediglich eine mora­lische Unterstützung der fremden Mächte im Falle einer Mediation oder Inter­vention der Vereinigten Staaten in der Cuba-Frage nachgcsucht. Die Regierung sehe einer freundschaftlichen Antwort von Seiten Spaniens entgegen, wie denn überhaupt die Verhandlungen zwischen Spanien und Amerika auf beiden Seiten auf das Entgegenkommendste geführt worden seien.

Schulangelegenheiten.

Der Frankfurter Anzeiger vom 12. d. enthält einen längeren, mit großer Sach- kenntniß verfaßten Artikel über das Thema:Die Ueberbürdung unserer Jagend mit Schularbeiten." Wenngleich in besagtem Artikel theilweise besondere Verhältnisse der F r a n k f u r t er Schulen besprochen werden, so enthält dieselbe aber auch rm Allgemeinen so viele beherztgenswerthe Wahrheiten, die für alle Schulen, also auch für Gteßc n'S Schulen passen, daß wir uns nicht versagen können, dieselben vollständig auch hier zum Abdruck zu bringen.

Die Ueberbürdllng unserer Jugend mit Schularbeiten.

Immer wieder und mit Recht wird die Klage laut, daß unsere Jugend, beson­ders die Schüler höherer Unterrichtsanstallen durch ihre Schularbeiten so seyr in Anspruch genommen werden, daß sie keine Zeit zur Erholung und zum Verkehre mit Eltern und Geschwistern finden. Es ist nun in einem .Eingesandt" im Frankfurter Anzeiger der Vorschlag gemacht worden, alle Unterrichtsstunden bis auf 2, welche an einem Nach­mittage zu ertheilen wären, wenigstens in unfern höheren Anstalten auf die Zeit von 712, resp. 81 Uhr zu verlegen. ES ist erfreulich, daß auch von Seiten des Pub­likums auf diese Weise ein warmes Interesse für das Wohl der Jugend an den Tag gelegt wird, und der Verfasser jenes Artikels beweist zugleich, daß er persönlich den höchsten Werth auf die Wechselwirkung von Schule Und Haus lege; denn in der That kann erstere nur bann ihre Aufgabe erfüllen, wenn sie von letzterem unterstützt wird. Sollen unsere Söhne, wie dort ausgeführt wird, 5 volle Nachmittage schulfrei sein, so müssen die Eltern weit mehr noch al§ bisher die Arbeiten ihrer Kinder zu Hause überwachen; sie werden mehr als je den Gang des Unterrichtes verfolgen und einen immer innigeren Verkehr zwischen Schule und Haus fördern müssen. Der schule käme also auf diese Weise die neue Einrichtung gewiß sehr zu Statten; aber bei aller Achtung vor dem regen Interesse unserer Familien für baS Schulleben, für die Fortschritte unserer Jugend, bei aller Achtung vor dem guten Willen des Vaters und der Mutter, dem Kinde bei seinen Schularbeiten behülflich zu sein, können wir doch nicht leugnen, daß uns sehr gewichtige Bedenken gegen eine etwaige Durchführung der gemachten Vorschläge aufsteigen.

Datz Leben macht, zumal in unserer guten Stadt Frankfurt, so hohe Ansprüche an jeden Familienvater, daß er meist seine ganze Zeit dem Berufe widmen mutz, und eS bleiben ihm demzufolge kaum etliche Augenblicke übrig, um sich überhaupt mit seinen Kindern zu beschäftigen Da nun der Erwerb die Meisten von früh Morgens bis spät Abends in Thättgkeit hält, so ist es ja gar nicht zu verwundern, wenn der Vater, müde aus dem Geschäft nach Hause kommend, keinen Sinn mehr für die Schularbeiten seiner Kinder mitbringt und froh ist, wenn die Kinder soviel wie möglich in der Schule sind; ist es ja doch nur allzu wahr, daß den meisten unserer Familien gar nicht damit gedient wäre, wenn die Kinder noch mehr zu Hause sein sollten, als wie Sonntags, Mittwoch und Samstäg Nachmittags und bann die vielen und langen Ferien, in denen gar Manche mit den Kleinen und Großen gar Nichts anzufangen wissen! Die Fälle, wo sich die Eltern wirklich mit Erfolg persönlich der Leitung der Schularbeiten während der 5 freien Nachmittage unterziehen könnten, dürften doch wohl kaum so sehr häufig üorfommen, und vielleicht eben nur da, wo namentlich der Vater nicht von einem Geschäfte gebunden wäre. Der Vortheil käme also sicherlich nur wohlhabenden Familien zu Gute, die, wenn sie nicht selbst die Arbeiten leiten könnten, doch wieder zu einem Privatlehrer ihre Zuflucht nähmen, welcher die 5 freien Nachmittage mit den Kindern zu verkehren hätte, und damit wäre die erstrebte Ent­lastung unserer Jugend geradezu wieder illusorisch. Wir dürfen un8 nämlich auch durchaus nicht verhehlen, daß der größte The;! unserer Jugend nicht so selbstständig und vernünftig ist, um die 5 freien Nachmittage ohne Höhere Leitung in der richtigen Weise zu verwenden, und wir mochten befürchten, daß die gewährten Erholungsstunden nur allzu häufig eine crwünschte Gelegenheit zu gemüthlicher Bummelei würden. Außer­dem machen Lehrer gerade nicht die Erfahrung, daß die Schüler nach freien halben oder ganzen Tagen, also am Donnerstag und Montag Morgen, besonders frisch wären; es macht sich im Gegentheil alsdann eine auffallende Schlaffheit und Energielosigkeit geltend, und mag auch die vorgeschlaaene Einrichtung in andern Städten sich glänzend bewährt haben, so scheint sie uns doch aus noch anderen hier nicht erwähnten Ursachen in Frankfurt durchaus nicht allgemein einer günstigen Aufnahme sicher fein zu können. Was nun die etwaige Verlegung des Mittagsessens auf V,2 Uhr betrifft, so dürfte dieselbe bei unfern gegenwärtigen Verhältnissen denn doch auf weit mehr Schwierig­keiten stoßen, als es von vorn herein den Anschein hat. Gibt es ja doch Familien genug, deren Kinder verschiedene Schulen besuchen, und wenn nun die einen um 2 Uhr wieder in der Anstalt zu sein hatten, so könnte das Mittagsessen häufig von Vzl bis Vj2 Uhr dauern, ganz abgesehen wiederum auch hier von Rücksichten auf das Geschäft.

Es fragt sich nun aber, wie dem liebel anders abzuhelfen wäre, und da müssen wir gestehen, daß es nöthig erschiene, dasselbe an der Wurzel zu fassen. Im Allge­meinen werden den Schülern von den Lehrern eben viel zu viele Aufgaben, s o w o h l s ch c if t l t ck e a l s auch mündliche, gegeben. Jeder dersel - benverlsngt von Seiten der Zöglinge eine ganz besondere Be- rücksichtigung seines Unterrichtsgegenstandes und viele geben darum auch ganz besonders zahlreiche Arbeiten für i h r speciel- les Fach ohne Rücksicht darauf, daß alle Collegen dasselbe Recht haben und von demselben auch oft Gebrauch machen. Alle Aufgaben müßlen nun eigentlich theils abgehört, theilS der Correctur unterzogen werden, und die Correcturen ach dieses Lehrerkreuz! sind ja bei massenhaften Arbeiten und selbst bei größter Gewissenhaftigkeit nicht einmal völlig durchführbar. Es läuft also viel Oberflächlichkeit mit unter, und doch kann sich der Lehrer nicht anders helfen; denn der Zeitgeist verlangt sogenanntes positives Wissen, und zwar in den mannig­fachsten Fächern. Um den vorgeschriebenen Lehrstoff zu bewältigen, urn dieses Vielerlei in das arme Gehirn hineinzuarbeiten, muß ja stets geschrieben, auswendig gelernt, eingepfropft und e ngetrichtert werden, so daß die Masse deS erlernten Positiven den selbstständigen Gedanken nicht allzuviel Spielräume läßt. Wenn nun auch sogar dcr Cultusminister eine Beschränkung der Schularbeiten verräth, so ist dieser Vorschlag kaum ausführbar, wenn nicht zugleich eine Beschränkung der Fächer sowie der denselben zugetheil- ten Unterrichtsstunden vorgenommen wird. In unfern Realschulen sollen Deutsch, Franzö­sisch, Englisch und auch noch Lateinisch neben einander betrieben werden; das ist des Guten fast zu viel, und unter diesemZuviel" leidet entschieden die Entwicklung. Wir haben in unseren höheren Schulen keine Zeit und keine Ruhe für die Entwickelung des Stoffes. Es wird nur gegeben und empfangen; denn die Gedanken aus unfern Schülern her-

IjesS

I »'«U "iu6i

ääs I im ®cjeJ,r.a Hchulwe'

' s:Sy* -EZ

M« °L- 8=6^ werden konnte; InM datz die 6ltem n »1 Nachmittagen bdiii bestimmt würbe, ' rmpiehlen dürfte, bene die Eltern übtrW wen« sie selbst B Bei dieser Einrichtung in der Schule zuma mehr biede rein käme, ganz aMM>

Ferßeig

Mittwoch bt von Vormitto sollen auf bem Hirst, gert werben:

1) Maurerarbeit, w 2) Steinhamrarbeit, 3) Zimmerarbeit

4) Schreinerarbeit 5) Schlofserarbeit

6) Gußeisenliefermik 7) Weißbinderarbeit

8) (Weisungen Wen, btn 18. I-

Großh. Bürgerr $1. Br

S tfc*

Dienstag den

Vormittags - sollen im Alten-B Districten Hangelstei

69 Stämme Fichte von 15-41 C 8-20 Meter Li Festmeter,

246 Fichtenstangen i

Dachsparren um ;,5 Rmtr. Nadelprl

vechrrgert werden.

$er Anfang ist {n ietm»'

®rk?U ecI'am 17.

Bürge, 364) Wli ' vrertag

68 "

e »1

CTlWun

Vaften?^"eter