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gung Milan's, Aufhebung der Miliz, Reduction der serbischen Wehrkraft, Be­setzung Belgrads und Zahlung einer (Kontribution, verzichtet dagegen auf die Neu-Investitur Milan's, die Erhöhung des Tributs und den Bau der Eisen­bahn Alexinatz-Belgrad.

Wien, 16. Sept. DieWiener Abendpost* sagt: Mit den von der Pforte fvrmulirten Friedensbedingungen hat die von den europäischen Mächten eingeleitete Friedensaction die erste concrete Grundlage gewonnen. Man hat es offenbar mit einem ersten Vorschläge zu thun, und daß derselbe nicht schlecht hin angenommen wird, daß also dem mäßigenden und berichtigenden Einfluffe der Cabinette noch weite Gebiete erschloffen bleiben werden, Ist kaum zu bezwei­feln. Mindestens darf man vorweg bemerken, daß die Formulirung der Note eine sehr unvollständige ist. Allem Ermessen nach werden auch die Bürgschaften, welche die Pforte bezüglich der Verbesserung des Looses der christlichen Bevöl­kerung in den insurgirten Provinzen, also bezüglich der Durchführung der Reformnote vom 30. December zu geben haben wird, eine Stelle, wenn nicht in dem Friedensinstrumente selbst, so doch in den Friedensverhandlungen ein­nehmen müffen.

Serbien.

Belgrad, 14. Septbr. Der serbische Ministerrath lehnte einstimmig die vertraulich mitgetheilten Friedens-Bedingungen der Pforte ab.

Die Serben haben gestern Saitschar wieder eingenommen. Osman Pascha retirirte bis Veliki- Jzvor. Die Serben errichteten bei Kutun eine Brücke über die Morawa.

«Holland.

Amsterdam, 15. September. Nachdem während des gestrigen Tages vollständige Ruhe geherrscht hatte, erneuerten sich die Unruhen während der Nacht am Königsplein und einigen anderen Punkten der Stadt. Das Militär schritt am Königsplein ein und trieb die Ruhestörer auseinander, wobei einige Personen durch Soldaten verletzt und auch mehrere verhaftet wurden. An anderen Stellen wurde die Ordnung von der Polizei wieder hergestellt. Der Bürgermeister hat für einzelne Stadttheile die Schließung der Schanklocale von 8 Uhr Abends an vorgeschrieben.

Amsterdam, 15. Sept. Die Tumultuanten waren gestern Abend weit weniger zahlreich. Eigentlicher Widerstand kam nicht mehr vor. Wohl wieder­holten sich die Zusammenrottungen, aber zumeist genügte das Anrücken der gemischten, aus der Bürgergarde und Truppen gebildeten Patrouillen, um die Haufen auseinander zu sprengen. Die Meuterer hätten sich vielleicht nicht zurückgezogen, wäre es nicht stadtbekannt gewesen, daß in AmerSfort wie in Utrecht ganze Batterien Artillerie bereit standen, um auf's erste toignal nach Amsterdam befördert zu werden. Hätte man die Sache nicht gleich Anfangs sehr ernst genommen, so wären ganz bestimmt heute ärgere Excesse zu bedauern. Die Rädelsführer drohten mit Zerstörung und Plünderung der reichsten Ge-

Bermtfchtes.

Recklinghausen. Fünf der oorjäbitgen Abiturienten des hiesigen Gym­nasiums, welche sich vor dem Examen die Themata zu den Arbeiten zu verschaffen wußten, sind vom KreiSgerichte zu je drei Monaten Gcsängniß und Verlust des Abitn- rienten-Zeugnisses verurtyeilt worden. Diese sollen damals den Briefträger bestochen haben, den Brief ihnen einzuhändtgen, welcher die nach Münster zur Genehmigung gesandten Themata dem Gymnasial-Director wieder zustellte. Wie es heißt, ist der Briefträger damals kurz vor seiner gerichtlichen Vernehmung gestorben. (So berichtet dieDoctm. Zeitung".)

Nach Beendigung der Manöver lagen in einem Schafstalle zu Lieskau, unweit Halle, 44 Pferde der Ulanen. Gegen Abend fingen 2 Pferde an sich zu schlagen und zertrümmerten dabei die Stalllaterne. Es entstand Feuer, welches das Stallge­bäude total in Asche legte; dabei verbrannten 2 Pferde und das Sattelzeug von 3t Pferden. Der Feuerschein war selbst in Halle sichtbar. Ulanen-Pferde als Brand­stifter: ein neuer Beitrag zur Verbrechens-Statistik.

Die mißlichen Creditverhältnisse, die in einem Theile der Lausitz, namentlich durch die Zapp'jchen und Schuster'schen Bankvereine heroorgernfen worden sind, haben einen speculativen Töpfermeister in HoyerSwerda bewogen, seinen Mitmenschen anzu- rathen, zu der alten guten Sitte des Geldvergrabens zurückzukehren. Zu diesem Fweck erließ er im Hoyerswerdaer Wochenblatt folgende Anzeige:Da Gelo zu verborgen jetzt sehr unsicher ist, so verfertige ich von heute ab Töpfe zum Geldvergraben mit verschließbarem Deckel in allen Größen. F. A. Schuster." Die Hoyerswerdaer Strumpf­wirker werden sich hoffentlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihre Fabrikate in gleichem Zwecke zu empfehlen. ______________

Literarisches.

Die beiden neuesten Nummern der Jllustrirten F r au e n - Z ei t un, (vierteljähriger Abonnementspreis M. 2.50) enthalten: I Die Moden-Nummer (35): Promenaden- und Reit-Anzüge, Herbstmäntel und Paletoi, gestrickte Tücher, hoh, Taillen- und Kle>derärmel, Hüte, Hauben, Haarsrisuren. Kragen nebst Cravaten uni passendem Taschentuch, Schleppenträger, Gürtelschnur mit Fächerkctte, Rehsell-TepM Negligö- oder Arbeilskorb und Wäschebeutel mit Buntstickerei. Handtuch, verziert mit Kreuzstichbordüren, gehäkelter Schwammbehälter und Börse. Kleiderbürste, Arbeits- kästchen und Mappe mit Silberstlckeret. Decke in venetianischer Stickerei auf Leinwnnl Zeitungshalter (Waldmosack). Bunt- und Weißstickereten, gehäkelte Spitzen und Ein­sätze. Bordüren und Spitzen in Tülldurchzug. Verschiedene Muster und Ausführung!» für gestrickte und gehäkelte Tücher re. re. mit 62 Abbildungen und einem großen colM rirten Modenkupser. II. Die Unterhaltungs-Nummer (36): Clara Ziegler. Von Emm Laddey. Von der Höhe. Von Ottilie Wildermuth. (Schluß). Im Berlinn - Thiergarten. Von W. v. Dünheim. X. (Schluß.) Einige Kapitel über Spitz« > Von Jacob Falke. III. (Schluß.) Verschiedene?: Literarisches re. Wirthschafi-g ltches: Candirte und glaetrte Früchte (nach französischen Reeepten). Briefmappe - Frauen-Gedenktage. Ferner folgende Illustrationen: Clara Ziegler als Medea. - Aus dem Berliner Thiergarten: Ansicht der Sieges-Allee mit sechszehn Rundansicht« Von Emil Doepler. Alte Spitzen: Punto grosse; vom Taufkleid König Karl l. om England. Venelianiicher point de rose (Roselina). Altarbehang in point de Genes

Hube der Heerengracht, und Maueranschläge verkündeten frech diesen Plan, indem sie gleichzeitig mit Brandstiftung drohten. Hoffentlich kehrt jetzt alsbald die Ruhe zurück. Aber wir haben hier Tage verlebt, deren Erinnerung nicht so bald schwinden wird. Die Kirrneß ist und bleibt abgeschafft.

ArarUkeich.

Paris, 15. September. DerAgence Havas" wird über die Mit­theilung der Pforte an die sechs Pariser Vertrags-Mächte ans Konstantinopel vom 14. c. Folgendes gemeldet: Die Pforte hat heute den Botschaftern der sechs Mächte von der Antwort Kenntniß gegeben, welche sie auf die identisch abgefaßte, aber gesondert überreichte, den Waffenstillstand betreffende Note der Botschafter erlassen hat. Hiernach erklärt es die türkische Regierung für un­möglich, den Waffenstillstand zu bewilligen, äußert aber ihre Bereitwilligkeit, den Frieden auf Grundlage folgender sechs Punkte anzunehmen: Besatzungs- recht der Festungen, welche bis zum Jahre 1857 eine türkische Garnison hatten; Schleifung der seit 1857 von Serbien angelegten Festungen; erneute Investitur des Fürsten Milan in Konstantinopel; Reduction des Effectivstandes der ser­bischen Armee auf 10,000 Mann und drei Batterien; Erbauung einer Serbien durchschneidenden Eisenbahn. Worauf sich der sechste Punkt bezieht, ist noch nicht bekannt. Die Nothwendigkeit der Besetzung der bedeutendsten serbischen Festungen behufs Verhinderung eines neuen Angriffes wird in dem Document nachdrücklich geltend gemacht. Hinsichtlich der auf Grundlage der bezeichneten Punkte einzuleitenden Unterhandlungen über den Friedensschluß stellt die Pforte alles Weitere den Mächten anheim.

Paris, 16. Sept. DieAgence Havas" meldet : Der von derFrance" gestern veröffentlichte Vertrag wird in diplomatischen Kreisen für absolut apo­kryph angesehen.

Lofal'Notiz.

Gießen, 18. Sept. Die Ausstellung des hiesigen Geflügel-Vereins war gestern trotz des ungünstigen Wetters und der projektirten Luftfahrt deS Herrn W. Wenzel ehr zahlreich besucht. Wenn auch nicht so reichhaltig und mannigfaltig ausgestellt wie die große Ausstellung im verflossenen Jahre, so bietet sich bei der heurigen Localaus st-llung für den Liebhaber und Züchter von Geflügel manches Sehenswerthe. Nach dem Catalog sind 338 Nro. mit un Ganzen 775 Stück ausgestellt. Es finden sich die kleinsten Raren von Bantams bis zu den größten der Cochinchinas vertreten. Ebenso auch die schönsten und seltensten Taubenracen. Was die ausgestellten Kanarienvögel anbctrifft, so bedarf es wohl keiner besonderen Erwähnung; sind doch unsere hiesigen Kanarienzüchter schon Jahre lang bekannt und auf den größten Ausstellungen als Preisrichter verlangt. Eine Colleklion exotischer Vögel dient mehr zur Decoration Der Verkauf war am gestrigen Tage noch nicht so lebhaft, dagegen verspricht der heutige Tag nachzuholen, was gestern umständehalber nicht geschah.

Gießen, 18. Sept. Wie aus dem Jnseratentheil ersichllich, wird Herr Wolff auS Frankfurt, der uns durch seinen vor mehreren Jahren hier ertheilten Unterrtchl noch rn bestem Andenken geblieben, mit Ende dieser Woche hier wieder einen Kursus seines, die Handschrift verbessernden Unterrichts, eröffnen. Uebcr seinen wiederholten Auseiithalt in Marvurg lesen wir:Marburg, den 15. Sept- 1870.Schön- und Schnellschreiben" sind zwei Erfordernisse, die von der immer fortschreitenden Zeit an einen jeden Menschen gestellt werden. Das zu lernen ist uns in unserem sonst so indifferenten Marburg durch Herrn I. Wolff aus Frankfurt a. M. eine gute Ge­legenheit geboten worden. Die Methode dieses Schretblehrers ist eine so vortreffliche, Oa6 ihr das größte Lob in jeder Beziehung gezollt werden muß. Hcroorgegangen aus einem ernsten und tiefen Studium zeigt un? jene Methode die richtigen Wege, wie wir beim Schreiben Hand, Arm, Papier rc. rc. halten müssen, wte wir schön und schnell schreiben können. Der Erfolg war darum auch hier wieder ein sehr glänzender und kann er nur da fehlen, wo dem Unterrichte die nöthige Aufmerksamkeit versagt wird. Nicht allein wurde die Schrift verbessert und eine individuelle Federhaltung beigebracht sondern ist durch letztere, wie wir aus Resultaten hiesiger älterer Herren gesehen eine . vollständige Umwandlung der Schrift eingetrcten. Andere steife und zitternde Hand­schriften haben eine Geläufigkeit und Festigkeit angenommen und ist daS Zittern, bei Manchen sogar der Schreiberkrampf unterdrückc und beseitigt worden. So können : wir nur Herrn Wolff empfehlen als einen gewissenhaften Lehrer, dessen Methode in i 8 Stunden schön und schnell schreiben zu lehren in der Thal keine Charlatancrie ist, sondern durch günstige Erfolge schon sich aufs Vortrefflichste bewährt hat. Dr.ß.

Amerika.

Newyork, 16. Sept. Das gelbe Fieber hat in Savannah an eit zugenommen; gestern allein starben 27 Personen.

Besondere Aekanntmachungen

Bekanntmachung.

4826) In unserem Firmen-Register ist heule folgender Eintrag vollzogen worden:

Israel Rothschild von hier, Inhaber der hiesigen FirmaI. Rothschild", hat dem Carl (genannt Charles) Levy von Hamburg, zur Zeit in Gießen, Procura erthetlt-

Gießen, den 15. September 1876.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

_____Bötticher._____________

Oefsintlicbe Aufforderung.

Die Erben des ledig verstorbenen Hein­rich Karl Förster von Lich haben dessen Nachlaß unter der Nechtswohlthat des In­ventars angetreten, weßhalb Forderungen an denselben

binnen 14 Tagen

bet dem unterzeichneten Gerichte anzumelden sind, wenn sie bei Regulirung des Nach­lasses Berücksichtigung finden sollen.

Lich, den 13. September 1876. (4810

GroßherzogltcheS Landgericht Lich.

Weyer.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

4831) Im Nachgang zu unserer Bekannt­machung vom 9 d- Mts. bringen wir hier­mit zur Kenntniß des Publikums, daß die im Nachtrag 19 zum Hessisch-Rheinisch Westfälischen Verbandsgüter - Tarife auf Seite 14 und 15 aufgeführte anderweitige Classification für Gaswasser in Fässern und Papier in Kisten verpackt, erst mit dem 1. November er. zur Anwendung gelangt

Gießen, den 15. September 1876. Großherzogliche Directton der Oberhesstschen Eisenbahnen.

___________Mohn.__

Oeffentliche Aufforderung.

Die erschienenen Gläubiger haben in dem Liquidations - Protocoll mit Johannes Lotz Eheleuten von Villingen ein Arrange­ment getroffen, das in unserer Registratur zur Einsicht offen liegt Unbekannte Gläu­biger werden aufgesordert, innerhalb 4 Wochen von heute an. etwaige Einwen­dungen dagegen vorzubringen, als sonst dasselbe bestätigt werden wird.

Hungen, am 15. September 1876. (4411 Großherzogliches Landgericht Hungen.

C e l l a r i u s, Landrichter.

Aersteigerungerr.

Donnerstag den 21. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in der RestaurationLahnstein" dahier nachverzcichnete Gegenstände frei­willig gegen Baarzahlung versteigert:

ein Büffet, ein Clavier, ein Sopha, Wirthstische, 60 Stühle, Vorhänge, Rou- leaux, Marquisen, Glasglocken, Bütten, Züber, Eimer, ein Zinkkessel, Mtstbeet- fenster, Kleiderhaken und eine große Partie französischer Rothwein in Flaschen. Gießen, den 16. September 1876.

In Auftrag:

__________M. Pilger.______(4801

Obstversteigerung.

Freitag den 22. September d. Js, Vormittags von 8 Uhr an, soll das hiesigeGemeindeobst bestehend in Aepfeln. Birnen und Nüssen, an Ort und Stelle versteigert werden.

Der Anfang ist am Vicinalweg nach Wieseck.

Alten-Buseck, am 16. September 1876. Großherzogl. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 4830) Wagenbach.

Freitag den 22. d. M., von Vormittags 10 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde-Obst meistbielent verkauft werden, wozu Kaufliebhaber ein­ladet

Fronhausen, am 16. September 1876.

Der Bürgermeister: ________________Ruth.___________(4818

Holzversteigerung

in der Fürst!. Oberförsterei Lich- Dienstag den 26. September soll im District Meilbach nachverzetchnetes Hols versteigert werden:

Scheith. Prügelh. Stockh. Reish Raummeter Buchen 65 16 38 64

Nadelholz 6 28 157 3)2

257 Fichtenstämme von 1541 Centiintr.

Durchmesser und 820 Mtr. Länge, mit II8V4 Cubikmtr. Inhalt und 174 Fichtenstangen, mit 27% Cubik ntr- Die Zusammenkunft findet Morgens 9 Uhr auf der Hattenröder Straße, 1 Stunde von hier, statt; jedoch kommt Bauholz erst nach 10 Uhr zum Verkauf.

Lich, den 16. September 1876. (4316

Wimmenauer, Forstrath.

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