Dienstag, den 19. September
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AWge- iihö Amlsblck für den Kreis Gießen
rüertetzäÄklich 2 ^ark 20 Pf. mit Brinaevlohn. Durch die Post deßogen vierteljährlich 3 Mark SO Pf.
erscheint täglich mit Ausnahme M MontagA. Expeditio«r Schulstraße, Rt. L. Nr. 18.
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Badische Bank in Mannheim,
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Württemberger Notenbank in Stuttgart.
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Gießen, cm 8. April 1876.
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Bayerische Notenbank in München, Bremer Bank in Bremen, Breslauer Bank in Breslau, Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz, Kölnische Privatbank in Köln.
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Danziger Privatbank in Danzig, Frankfurter Bank in Frankfurt am Main.
Hannoversche Bank in Hannover, Leipziger Kassenverein in Leipzig, Lübecker Commerzbank in Lübeck,
Magdeburger Privatbank in Magdeburg, Posener Privatbank in Posen, Sächsische Bank in Dresden, Bank für Süddeutschland in Darmstadt,
Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Corporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landes- für welches dieselben zngelasien sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.
Um das Publikum vor Nacktheil zu bewahren, wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichs-Gesetzblatte" erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutsch- ' " auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Besugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zu Zahlungen gebraucht werden:
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder.
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Darmstadt, 15. Sept. Ueber die von dem Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer in Betreff des Budgets in den letzten Sitzungen gefaßten Beschlüsie erfährt man, daß der Ausschuß, vou untergeordneten Punkten abgesehen, überall, wo Differenzen zwischen der ersten und zweiten Kammer hervor- getreten sind, Beharren auf den früheren Beschlüffen empfiehlt. — Nachdem der vierte Ausschuß den Antrag Dumont, die Entschädigung für Einquartierung der Truppen in Friedenszeiten, sowie den Antrag v. Rabenau, die Durchs führung des Tit. VII. der Reichsverfassung über das Eisenbahnwesen betr., in Berathung genommen hat, wird am 22. d. auch der Gesetzgebungs-Ausschuß zusammentrelen, um über die drei Entwürfe, betr. die Gehalte der Volksschullehrer, den Bauplan der Stadt Mainz und die Eheverlöbniffe in den rechtsrheinischen Provinzen, sowie über den Antrag Möllinger und Genossen wegen Berücksichtigung der ganzen Einkommensteuer bei Feststellung der Com- munalsteuern zu berathen.
Darmstadt, 15. Sept. Da der wegen seiner Renitenz gegen die neue Kirchenverfassung abgesetzte lutherische Pfarrer Kraus von Rothenberg gegen das Urtheil des hiesigen Hofgerichts, welches ihn wegen unbefugter Vornahme geistlicher Amtshandlnngen mit einer Geldstrafe von 200 Mark belegte, Caffa- tion eingelegt hat, so wird dieser Rechtsfall demnächst vor dem höchsten Gerichtshof verhandelt werden.
Darmstadt, 15. Septbr. Der Finanz-Ausschuß zweiter Kammer hat seit dem 7. d. Mts. bereits einige iLitzungen gehalten und fährt damit fort. Die Berichte über die Punkte, worin erste und zweite Kammer in ihren Be schlüffen von einander abweichen, sollen fertig gestellt und zunächst Verhandlnng und vorläufige Beschlußfaffung über das Finanzgesetz in Aussicht genommen sein. Gleichzeitig sind eine Reihe von anderen Berichten in diesem Ausschüsse zu erledigen, z. B. Petition und Antrag wegen Anlage resp. Verlegung einiger Stationen bei den oberhessischen Bahnen, Petition der Steueraufseher um 83er- willigung von Taggeldern, weiterer Bericht über die Ortenberger Petition für Erbauung einer Zweigbahn von Stockheim nach Ortenberg, die Regierungs- Anforderung von 18,000 Mark für den Wiederaufbau einer Scheuer auf dem Gute Neu-Ulrichstein, Erledigung der Gesetzvorlage in Betreff der dauernden Dotirung der evangelischen Landeskirche u. s. w. Von den desfallsigeu Reffe reuten Theobald, Möllinger, Schröder und Martin sollen die Berichte bereit sein. In Kürze steht dann eine gemeinsame Verhandlung dieses Ausschuffes mit Großh. Regierung zu erwarten, welcher ordnungsmäßig bald eine gemein same Sitzung der ersten Ausschüffe beider Kammern über das den Plenas pro- ponirende Finanzgesetz folgen muß. Die Sitzungen des Plennms zweiter Kammer dürften voraussichtlich erst im Monat Oetober stattsinden.
Darmstadt, 16. Septbr. Da mehrfach der Fall vorgekommen ist, daß einzelne Local-Einschätzungs-Commissionen grundsätzlich ihre Gemeinde Angehörigen zu niedrig eingeschätzt haben und die hermalige Gesetzgebung dasselbe nicht immer mit Erfolg zu verhindern im Stande war, so soll nach dem Entwurf des neuen Einkommensteuer-Gesetzes das Reelamationsrecht Seitens der Steuerbehörden ein umfaffenderes sein und die betr. Gemeinde für den Fall, daß sie in höherer Instanz wiederholt unterliegt, die durch die mehrfachen Revisionen entstehenden Kosten zu tragen haben. Der Finanz-Ausschuß zweiter Kammer erklärt sich damit einverstanden und erblickt in dieser Bestimmung eine Handhabe, um solchen Fällen dauernder Renitenz zu steuern.
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Darmstadt, 16. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Den Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen Dr. I, !"n>i Heinrich Heinebach mit Wirkung vom 1. October d. I. an und den frVer an dem Gymnasium zu Darmstadt Professor Dr. Friedrich Zimmermann 'n Wirkung vom 15. Oetober d. I. an in den Ruhestand zu versetzen, und zwfik Beide auf ihr Nachsuckcn und unter Anerkennung ihrer langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste und unter Verleihung deS Ritterkreuzes I. Klasse des Philippsordens.
Berlin, 16. Septbr. lieber eine Entgleisung, welche leicht folgenschwer hätte werden können, werd aus Podwoloczyska dem „Dziennik" wie folgt tele- graphirt: „Der russische Hofzug, mit welckem der Czar auf oer Kiew-Brzeskcr Eisenbahn die Reise nach Odessa unternahm, ist bei Zmiranka entgleist, wodurch der Czar eine leichte Verletzung erhielt und sich zu Fuß bis zur Station begeben mußte. Der Czar war über den Unfall sehr ungehalten."
Berlin, 15. Septbr. Nachdem der Präsident des Reichskanzler-Amts, Stastsminister Hofmann, aus Varzin wieder hier eingetroffen ist, wird die Publication der kaiserlichen Ordre wegen Berufung des Bundesraths in nächster Zeit erwartet. Wie versichert wird, ist in der letzten Sitzung des preußischen Staatsministeriums, der Herr Hofmann beiwohnte, die Frage der Verlängerung der Eisenzölle mit besonderer Rücksicht auf die Lage der deutschen Industrie zur Erörterung gelangt. Allem Anschein nach hat der Finanzminister Camphausen in entschiedenster Weise an der Auffassung festgehalten, daß kein Grund vorliege, die völlige Beseitigung dieser Zölle länger hinauszuschieben. Schon daraus ergibt sich, daß Verhandlungen zwischen den Bundesregierungen über eine entsprechende Gesetzesvorlage nicht in der Schwebe sein können.
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Wien, 15. Septbr. Ueber die russisch-türkischen Beziehungen in Asien liegen der „Polit. Corresp." zwei verschiedene Berichte vor. Der eine, aus St. Petersburg datirt, befaßt: „Von der asiatischen russisch-türkischen Grenze werden hierher öftere türkische Raubanfälle und selbst wohlorganisirte Raubzüge gemeldet, die, begünstigt durch das zerklüftete und waldige Terrain, sich weit in das russische Land ausdehne« und die Bewohner dieser Grenzorte tn einen förmlichen Kriegszustand versetzen. Angesichts der bisherigen ziemlichen Entblößung (nach der „Neuen Fr. Pr." sollten dagegen noch fast sämmtliche tür> kische Linientruppen an jener Grenze stehen) der türkischen Nachbar-Provinzen von Truppen, da dieselben gegen Serbien und Montenegro aufgeboten worden sind, ist eine jegliche Urgirung dieser Angelegenheit auf diplomatischem Wege überflüssig und wird sich deshalb die russische Regierung gezwungen sehen, an der Grenze einen Truppencordon zu ziehen." — Aus dem Kaukasus wird demselben Blatte gemeldet: „Da die Berichte der russischen Eonsuln in Türkisch- Armenien übereinstimmend von kriegerischen Vorbereitungen der Pforte in der Nähe der kaukasischen Grenze zu melden wisien, so werden die im Kaukasus befindlichen russischen Truppen concentrirt. Bis nun sind bei Alexandropol zwei Divisionen zusammengezogen worden."
Wien, 15. September. Übereinstimmenden Meldungen der Abend- Blätter zufolge würde die officielle Notification der von der Pforte aufgestellten Friedens-Bedingungen an die österreichische Regierung noch im Laufe des heutigen Nachmittags erfolgen.
Wien, 15. Septbr. Der türkische Botschafter überreichte beute folgende Friedens-Bedingungen im auswärtigen Amte: Die Pforte fordert neue puldi-


