Ausgabe 
17.6.1876
 
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D. Red.

') Siehe Inserat d. heut- Zeitung.

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DelicatesienhLndlern im ganzen Lande.

In Gießen zu haben bei Müller 4 Schwager.

Abmagerung. o

Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Fußen. n. .

Die Revalescifere ist vier Mal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenes Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen. .

Preise der Revalesciferc Vz Pfund Mk. 1,80 Pf., 1 Pst>- Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd> 1,70 ^Reva^fereThoco^e^ Tasten Mk. 1,80 Pf-, 24 Taffen Mk. 3,50 Pf-, 48 Dssa Kf' (WmJ

und 163164 Friedrichsstraße, und bei vielen guten Apothekern, Droguen- Specerei-

Himmel bedeckte sich mit Wolken; Nachmittags erhob sich ein Sturm und Abends »egann es zu regnen.Hat nichts zu sagen!" trösteten sich die Madrider. -Morgen wird eS wieder schönes Wetter!" Aber es regnet auch den andern Tag.Wenn es nur den dritten Tag aufhört!" ginge es, aber nun schsn kleinlauter durch die Reihen der Budenbesitzer, jedoch auch den dritten Tag regnete es. Die Landbewohner zogen durchnäßt, aber mit fröhlichen Gesichtern den guten heiligen Jsidorus, der den Bauer nicht zu Schanden werden läßt, preisend, heim. Bei den Madridern aber stellte sich eine furchtbare Erbitterung gegen den Schutzpatron der Stadt ein. Ein altes Weib, welches mit Pfeffernüssen handelte, hatte ihren Stand auf der Toledo-Brücke, dem Heiligenbilde gegenüber. Der Wind hatte ihr Zelt umgeweht, der Regen ihre Waareu durchnäßt. Voll Zorn griff sie am dritten Tage in ihre durchweichten Pfeffernüsse hinein und warf unter furchtbarem Fluchen Geschoß auf Geschoß dem Heiligen ins Gesicht. Dies war das Zeichen, daß sämmtliche Budenbesitzer mit Steinen und sonsti­gen Gegenständen ein Bombardement auf den Heiligen eröffneten. Der Pfarrer von San Jsidoro eilte zum Schutze seines Patrons herbei. Umsonst.Nieder mit dem Faullenzer! Nieder mit dem Schelm!" beulte die Menge. Die anwesenden Polizei­diener waren zum ernstlichen Einschreiten ohnmächtig. Als aber gar die abziehenden Landleute vernahmen, wie man ihrem Heiligen mitspielte, machten sie Kehrt und er: griffen dessen Partei. Messer wurden gezogen, Flinten abgefeuert und das Schluß- : tsbleau des Festes bildete eine Anzahl Todter und Verwundeter zu Ehren des

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Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießer

Gottesdienst.

Sonntag, den 18. Juni.

Morgens: Pfarrvicar Schöner.

Nachmittags: Pfarrverwalter Schlosser- (Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 18. bis 24. Juni besorgt Pfarrer Dr. Seel.)

Alaken.

Rom, 14. ^unt. In der heutigen Sitzung der Kammer, welche das definitive Einnahme-Budget von 1876 b-ri-th, bemerkte der E!» Mmghett., daN die Ziffern des von Depretis vorA-l-gt-n Budgets ferne, Mmghettl Vor­anschläge bestätigten, und daß der Finanz-Minister dieselben gemäßigt gesunden habe, indem er sie um 5 Millionen erhöhte. Depretis eonstatme, daß die Voranschläge Minzhetti's in den Thatsachen begründet und mäßig waren, daß fie aber vorausgesetzt hätten, daß Activreste versügbar seien und man nicht weiter- Ausgaben mache, als sich bereits als nothwendig herausgeftellt hatten.

England.

London, 15. Juni. Ein in derTimes" veröffentlichtes Schreiben der hiesigen spanischen Finanz-Commission bezeichnet di- am 12. Ium nach London telegraphiite Meldung desDiario Espannol über den zukünftigen Zinssuß der dreiprocentigen spanischen Sraats-Anleihe als unrichtig.

Türkei.

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Frischbsckrr ?u Gießen.

Sonntag, den 18. Juni 1876. ®. Rühl am Rathhaus, Ernst &1 ' sells in der Wallthorstraste, E. Sauer aus dem Seltersweg. _--

Konstantinopel, 10. Juni. Die heutigen Blätter veröffentlichen den Wortlaut des Schreibens, welches Abdul Aziz nach seiner Absetzung an «ultan Murad gerichtet hatte. In der Voraussetzung, daß das seltsame Gemisch von Selbstverblendung. Größenwahn und Kriecherei von Interesse für Ihre Ls sein wird, lasse ich nachstehend die Uebersetzung folgen:Abdul Aziz an Sultan Murad Zuerst empfehle ich mich in die Hände Gottes, dann der Gnade Eurer Majestät. Bei Gelegenheit Ihrer Thronbesteigung erlaube ich mir, Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche zu übermitteln und gleichzeitig meinem tiefen Schmerze darüber Ausdruck zu geben, daß es mit trotz aller Anstreng - aen nicht gelungen ist, das Glück der Nation zu begründen. Mögen Eurer Majestät Bestrebungen einen besseren Erfolg haben! Ich hoffe, daß Sie nicht veraefen werden, daß ich Viel für die Größe des Staates gethan habe, und ich bitte Sie zu bedenken, daß diejenigen mich in die gegenwärtige traurige Lage gebracht haben, welche ich früher bewaffnet und mit hohen Ehren beklei­de? hatte. Menschlichkeit und Großherzigkeit empfehlen, die Unglücklichen und Leidenden zu unterstützen, deshalb bitte ich Eure Majestät, mir hochgeneigtest erlauben zu wollen, daß ich meinen jetzigen M.ufent^t6olt 2^?.^ höchste Gewalt und die Souverainetät trete ich an Abdul Medsid s yanutie ab. Abdul Art,." Die Antwort Murads ist zwar nicht officiell bekannt geworden, doch ist es mir gelungen, von einem türkischen Imam in Erfahrung zu bringen, daß der Sultan in seiner Erwiederung sich darauf beschränkt hat, für die Glück­wünsche seines Vorgängers zu danken, unter Hmzufugung, daß die Verhältnisse es ihm nicht erlaubten, dem Wunsche d-ffelben nach Entfernung aus der R-si- denz zu willfahren. -

fatn ,z Abends zu starken Zusammenrottungen an vielen Stellen. und zu^thätlichen Zusammenstößen zwischen den gegnerischen Parteien ; die Bur- g-rgarde wnrde aufgeboten und nahm mehrere Verhaftungen vor. Aehnliche aU ^uni.6^' den lärmenden Kundgebungen von gestern Aü,nd ist die Ruhe während der Nacht nicht weiter gestört worden. Der

»st die R Y 9 beI Fjan,-Minister Malou dem Bürgermeister v^n BrüM für deffen Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung feinen ®ant Äffef14. Juni, Abends. Di- Aufr-gung dauert noch fort, ist je­doch aerllmer a s gestern. All- katholischen Institute werden bewacht. Di- Straßen d?r Stadt werden von lärmenden Banden durchzogen, welche di-Fen- k-rsch-iben des Instituts Saint Louis zerschlagen haben. Einige Verhaftungen sind neuerdings wiederum vorgenommen worben. Tue G-nsd armen- patrouillirt ! < Stabt In Antwerpen dauern ebenfalls die Unruhen noch fort, VoUsbäüsI durchzAen di- Stadt mit d-m Rufe:Ni-d-r Malou!" Di- kachillffchen Etablisfements und Klöster werden von der Polizei und'Burger- aarde bewacht. An dem Gebäude des katholischen JournalHandelsblad , Ä an dem Institute Saint Norbert sind die Fensterscheiben zerschlagen Die Gensd'arm-ri- hat Feuer gegeben und sind mehrere Personen verwundet worden auch haben Verhaftungen stattgefunden. Aehnliche Vorgänge werden aus Gent berichtet; auch hier wurden b« katholischen Institute an9eflIlffen U1'b d-shchb die Lammte Polizei ausgeboten. In Lüttich dagegen herrscht voll- ständia- Ru^^ u 3uni| Mitternachts. Etwa 10 000 Manifestanten durchziehen die Straßen, unter d-m Rufe nach Kammer-Auflösung , und zerstö­ren die Häuser von Katholiken, darunter das G-baude eines klerikalen Blattes. M- Gensd'armerie haut ein; es setzt Verwundungen und Verhaftungen, endlich stellt die Bürgergarde zu Roß und zu Fuß die Ordnung her.

Seit 30 Jabren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise totüerftan.en bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medlcin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- Md Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaullchkett, Verstopfung Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Bluiaus. steigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als 1

Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. Gin Au z; aus 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter CertlficLü vom Profeffor Dr. Wurzer, Geh. Medicinalrath Dr. F. W. Benecke, ordentlicher P^'ffeffor da Mcdicin an der Universität Marburg, Medieinalrath Dr. Angelstrin, Dr. Shoreland, Dr Campbch Professor Dr. Deds, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brehan, und vielen andern hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekürzter Auszug auS 80,000 Certificaten.

Brief von der hochedlen Marquise de Brähan.

1 Neapel, 17. April 1862.

Mein Herr! In Folge einer L-berkantheil war ich Jett sieben Jabren in elnenii MJ baren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu s ;u schreiben, hatte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Verdauuna, so- mährende Schlaflosigkeit und war in einer steten Nnvenaufrequng die mich hin unt.her m» und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch. Äerzte, sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung mm« I Leiden. In völliger Verzweiflung babe ich Ihre Revalesciöre u.nb lc& . y,.

I crei Monate davon gelebt, sage ick dem lieben Gott Dank. Die Revalesciere v rd ent U höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesellschaftliche Stellung wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die V rfich meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.

' Marquise de Bräban.

Nr 75,877. Florian Köller, K- K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen-rri Luftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung. .

Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehrais - Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung. .

Nr. 65,715. Fräulein de MontlouiS von Unverdaulichkeit, Schlafiofigkut

Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicm und ohne Kosten durch die Gesundheits-Mehlspeifc: HIMÜI °". Kl.

Vermischtes.

Worms, 13. Juni. In Folge des in der Schweiz sowohl wie in ganz Süd- und Mitteldeutschland seit einigen Tagen eingetretenen Regens ist. der Rhein bedeutend aeitieaen und hat bis heute Nachmittag am hiesigen Pegel die Hohe von 2,98 Jt. über Wittel erreicht. Die Nachrichten vom Oberrhein lassen mit Sicherheit ein weiteres Striaen erwarten An der hiesigen Entwässerungsmaschine werden bereits die Bor- ^hrunaen zu deren sofortiger Inbetriebsetzung getroffen. Hoffentlich werden wir vor S'fÄft d<>«...

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Drei von tiefen wurden schwer verletzt sofort INS allgemeine LBsWLWÄMLWNK 2w$£s,:Ha amSW ^ücrae0- iT^eb^ Jsidorus ist einer der Schutzpatrone von Madrid warenBlnu*Ä schrecken vertilgt wurden, drohten zu verdorren. Regen war dnngenr' nothtg^ Zvre Tage vom 13. bis 15. Mai sind dem heiligen JsidoruS geweiht, aus Nah und Fern strömten daher die Landbewohner nach Madr d, um vondem gu H 6 zerf[eben Bildniß auf der Toledo-Brücke festlich geschmückt war, einen milden^Regen zu rflehen. Andererseits baten aber die Madrider Gastwirthe, die S^ch^aub ud en. Besitz er und Etz- waarenhändler ihren Patron um Sonnenschein wahrend jener Tage. ^uf°ngUch sch der Heilige die Partei der Madrider gegen das Landvolk.ergriffen zu haben, b z 13 war prächtiges Wetter, auch an diesem Tage gmg die Sonne strahlend auf. Dtt Boutiauen-Besitzer schwammen in Wonne, die Bauern jammerten und schlugen s ch. die Brust vor dem Heiligenbild. Um 10 Vormittags drehte sich plötzlich der Wind, ber|

heil. Jsidorus." ___________

Geheimmittelschwindel und Wissenschaft. Nachstehendes, gewiß wich­tiges Ürtheil eines Fachgelehrten wollen wir nicht unterlassen, hiermit zur allgemeinen Kenntmtz unserer Leser zu bringen.

Zu wiederholten Malen und von den verschiedensten Seiten auf die von dein, Köniql. Preußischen Apother Dr. L Tiedemann zu Stralsund dargestellten Pen-tsao- Präparates aufmerksam gemacht, babe ich gern die Gelegenheit ergriffen, die Wirk, samkeit derselben bei vielen, und mir sehr nahestehenden Personen zu beobachten. Wir haben es hier mit einem Arcanum zu thun, dessen Wirksamkeit bei Schwächezuständen, mögen dieselben noch so veraltet und die Folgen der betrübendsten Ursachen sein, ge­radezu in Erstaunen setzt. Manches schon geknickt erscheinende Leben hat durch den Gebrauch dieses köstlichen Mittels neuen Lebensmuth geschöpft und die erstorben ge­glaubte Tbatkraft wiedergewonnen. Wenn eines, so darf dieses segensreiche und wohl- thätige Präparat nicht mit den Mitteln verglichen werden, deren marktschreierischen Anpreisungen verlocken und namenloses, unsagbares Elend im Gefolge haben. & verdient (daß ich alles in Allem sage) das Prädicatvorzüglich" und die allgemeinste Beachtung der Leidenden.

Profeffor Dr. Mahler, Berlin.

Inhaber der goldenen Medaille für Wissenschaft und Kunsts

zu Watzenb Montag den « Mittags um u ubn ck dem Rathhaus

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' bhaAackit, 2) Planirarbeit, » 3) Steinbrechen, Fahren und Zerschlagen das veranschlagt zn

4) Grabenarbeiten, veri Gießen, den 16. Ium

Körner, BM HeugraSvers bei der Stad Montag den 19. un Juni 1876 jedesmal vm um, soll das Heugras Wiesen versteigert werd Montag den wanden Mesen vorher 9 weger-L-or, am Pr/tenö iN unb Heegssranch.

6ien(tflg den 2 !M den Ochsenwiesen, der Ionen und hinteren Stolzei Btntifcb.

Die Zusammenkunft ist Montag den 19. Juni a

Thor ui i^cnstag den 20. Juni i wieser Die Äroßh. Bürgerme lügenden Orte werden ers Gemeinden bekannt mach Gießen, am 13. Juni: Großh. Bürgermeist A. Bram Hengras-Bers Donnerstag den 2 .on Morgens 9

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