Wo. 138
Samstag, den 17. Juni
1876
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Meßmer Müssiger
Aussige- sud Amtsblatt sie i?i Kreis Gieße»
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Darmstadts 14. Juni. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer «Ute der Abg. Schröder folgende Anfragen an Großh. Regierung:
1) Ob dieselbe den Weiterbestand der Verordnung vom 23. Febr. 1850, Betr. die Staatsaufsicht über neue Religions-Gemeinschaften und Versammlungen zu kirchlichen Zwecken, in allen ihren Theilen für zulässig erachtet, nachdem las Gesetz vom 23. April 1875, die rechtliche Stellung der Kirchen- und Reli- Wls-Gemeinschaften im Staate betr., erlassen worden ist.
2) Insbesondere, ob die Aufrechthaltung der §§ 22 und 11 jener Ver- Bibtiung vom 23. Febr. 1850 in ihrem vollen Umfang nach Erlaß fraglichen
Mainz, 12. Juni. Die heute faktisch zur Einführung gekommenen gemeinsamen Schulen durch Vertheilung der Schulkinder nach Bezirken sollte «lilh hier nickt ohne die übliche ultramontane Comödie abgehen. Die „Englischen Fräulein" fanden es nämlich für gerathen (nachdem dem Gesetze ent- stechend ihre fernere Verwendung im Schuldienste von der Regierung nicht genehmigt worden war), die Einräumung der nöthigen Locale in dem seither Mn ihnen benützten Gebäude zu verweigern. Die Oberin, eine Schwester des tzerrn Dr. Moufang, stützte sich auf das Altenauer'sche Vermächtniß (von Mlchem zwei Mädchenschulen zu halten sind) und glaubte, nachdem die Stadt mit namhaften Zuschüssen bei dem neuen Hause der „Englischen Fraulein" be- Migt ist, und über die Verwendung der Stiftung ein gesetzlicher Anstand gar nicht besteht, die Locale für die dorthin zu verlegenden acht Schulen verweigern ukönnen. Darauf ließ der Bürgermeister die Räumlichkeiten mit Gewalt Mn. Die, „Englischen Fräulein" haben den gerichtlichen Weg beschritten.
Berlin, 14. Juni. In einem Artikel über die Reise des Kaisers nach Zms und die vorausgegangenen Phasen der orientalischen Frage äußert sich die Hwu.-Corresp." folgendermaßen: Dem Ernste und der Macht des Friedens- Maukens in dem Bunde der drei Kaiser ist es vor Allem zuzuschreiben, daß >uch bei der unerwartet veränderten LagL in kurzer Zeit eine Verständigung btt die wettere Haltung der Mächte und damit eine neue Stärkung der Frie- ' ^-Hoffnungen erreicht werden konnte, sonach auch in diesem Falle die Spe- ihtion auf Differenzen zwischen den leitenden Mächten vereitelt wurde.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 1*8.
3) Ob Großh. Regierung eine Gesetzes - Vorlage über das Recht des sieim Austritts aus den Kirchen- und anerkannten Religions-Gemeinschaften zu machen gedenkt?
-Holz, Bohlen 2C. bestens enipsvh!a. Preise, bitte id> tc
Euler,
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«kitragsbestlmmungen sei allerdings bestritten, auch seien der Anerkennung der ^deutscher Seite aus diesen Bestimmungen abgeleiteten Ansprüche eine Reihe ^Schwierigkeiten, sowie überhaupt die ganze dortige politische Lage hindernd engetreten. Nunmehr hätten aber die diesseitigen Bemühungen den Erfolg ^geführt, daß der General-Gouverneur von Cuba auf Grund von Madrid Zerlassenen Befehles die executortsche Beitreibung von Kriegsabgaben resp ^gsverkäuse gegen dort ansässige Deutsche einstweilen und bis zur Verstän- Pg unter den beiderseitigen Negierungen aussetzen ließ.
Posen, 15. Juni. Das hiesige Kreisgericht hat den Grafen Stanis- ^Plater wegen Unterschlagung und Untreue zu zwei Jahren Gefängniß 5 ^'00 Mk. Geldbuße verurtheilt.
Kissingen, 14. Juni. Fürst Bismarck ist heute Abend hier ein-
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nru'cke Mk c: Petzes zulässig ist, oder sich doch empfiehlt?
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Metgie».
Brüssel, 14. Juni. Die Aufregung in den Städten dauert fort. In Antwerpen mußte die Vürgergarde wieder eiuberufen werden. Man befürchtet ür heute Abend eine Wiederholung der Zerstörungs-Scenen. Etwa 100 Verhaftungen sind vorgenommcn worden.
Brüffel, 14. Juni. Anläßlich der Deputirten-Wahlen fanden gestern Abend geräuschvolle Kundgebungen von großen Volksmassen vor mehreren'katholischen Instituten statt, die in Folge dessen unter den Schutz der Bürgergarde gestellt werden mußten; mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Auch ick
München, 14. Juni. Die Eröffnung der Kunst- und Kunst-Jndustrie- Ausstellung fand heute Vormittag 11 Uhr unter Betbeilizung der Ausstellenden - und zahlreichen Publikums statt. Der Director der Ausstellung, v. Miller, wies in einer Ansprache an Prinz Luitpold auf die hohe Bedeutung der Kunst ' die Entwicklung des Gewerbes hin und constatirte mit Genugthuung die 1 starke Betheiligung von Ausstellern aus allen deutschen Ländern, Oesterreich 1 und der Schweiz., Prinz Luitpold erklärte demnächst im Namen des Königs die Ausstellung für eröffnet, worauf der Director v. Miller ein dreifaches Hoch auf den König ausbrachte. Die Ausstellung gewährt einen prachtvollen Anblick ; viele Häuser sind geflaggt.
Cannstatt, 15. Juni. Der Neckar ist bedeutend gefallen.
Friedrichshafen, 15. Juni. Der Bodensee ist nicht weiter gestiegen, vielmehr im langsamen Abnehmen begriffen.
HesterreLÄ.
Wien, 14. Juni. Die „Polit. Corresp." bringt die Meldung, bei Gelegenheit der Rückreise des Kaisers Alexander von Jugenheim nach Warschau sei eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich in Aussicht genommen.
Wien, 14. Juni. Der „Polit. Corresp." zufolge wären.die neuen Beglaubigungs-Schreiben für den österreichischen Botschafter beim Sultan, Graf Zichy, bereits nack Konstantinopel abgesendet. — Wie dieselbe Correspondenz aus Bukarest meldet, hat der Ministerrath beschlossen, sämmtlichen in Rumänien wohneiiden Fremden die Strafbestimmungen bezüglich Conspiration gegen auswärtige Staaten, Organisirung bewaffneter Banden und Waffenlieferung in Erinnerung zu bringen.
Pesth, 14. Juni. Auf eine in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses an die Regierung gerichtete Interpellation über die Haltung derselben in der orientalischen Frage antwortete Minister-Präsident Tisza, daß die ungarische Regierung sich stets mit dem gemeinsamen Ministerium des Aeußeren in Verbindung gehalten habe; letzteres werde nack wie vor bemüht sein, in friedlichem Sinne zu wirken. Das Haus nahm diese Antwort zur Kenntniß.
ArauLreich.
Paris, 14. Juni. Großfürst Michael wird morgen der Revue im Bois de Boulogne beiwohnen und sodann Abends nach Deutschland zurück- retsen. Dem „Temps" zufolge würde das Ministerium, welches heute bei Dufaure versammelt war, seine Entlassung einreichen, wenn bezüglich der Can- didatur Buffet's zum Senat, welcher das Ministerium abgeneigt ist, Differenzen mit Marschall Mac Mahon entstehen sollten.
Paris, 14. Juni. Die türkische Botschaft erklärt die Gerüchte von dem Tode der Sultanin Valide und des Sohnes des früheren Sultans Abdul Aziz für unbegründet.
Paris, 15. Juni. Der „Agence Havas" zufolge ist von einer Minister- krife anläßlich der morgen.vorzunehmenden Wahl eines lebenslänglichen Senators niemals die Rede gewesen; die darüber von einigen Zeitungen gebrachten Mittheilungen sind demnach unbegründet. — Das umlaufende Gerücht von einer beabsichtigten Fusion des Credit foncier und des Credit Agricole scheint, wie die „Agence Havas" erfährt, nicht unbegründet zu fein.
Versailles, 14. Juni. Der Senat hat den Gesetz-Entwurf, durch welchen die Regierung ermächtigt wird, die Ausprägung von Silbermünzen durch Verfügung einzuschränken oder zu suspendiren, angenommen und sich darauf bis Freitag vertagt.
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Betreffend: Die Lieferung der Formularien zur Standesbuchfübrung^ <3 M ™ 0/(5 \>v
Das von Ihnen bestellte Formularpapier haben Sie innerhalb 14 Tagen bei uns in Empfang zu nehmen. Gießen, den 15. Juni 1876. ö 0 '
Großherzogliches Landgericht Gießen.
I. V. d. D.:
— Hofmann, Landgerichts - Assessor.
fischen den Berliner Berathungen und der Emser Kaiserbegegnung liegt ein , Ämtsanier Moment der Zeitgeschichte, aber wiederum hat sich in entscheiden- ‘Ä O**'11’1 iB Stunde die hochherzige Gesinnung bewährt, in welcher Kaiser Alexander * »11 Kaiser Wilhelm so vollkommen eins ist.
°TaUDflS uic Berlin, 14. Juni. Nach dem heute publicirten Erkenntniß in dem k-rop^ MtV dmeß gegen die Gründer der Bank für Sprit- und Producten-Handel (vorm. jnb ward jeder der Angefchuldigten zu 6 Monat Gefängniß und 3000 Mk.
':cn ur b Mbuße, eventuell entsprechender Gefängnißstrafe verurtheilt.
' ? Berlin, 14. Juni. Bezüglich der Äiegssteuern und außergewöhnlichen
' ' welche den auf Cuba ansässigen und etablirten zahlreichen Deutschen
Zerlegt worden sind, theilt der „Reichs-Anz." mit, daß die deutsche Regie- - zum Zwecke der Befreiung der Deutschen von den gedachten Abgaben
' sl Handlungen mit Spanien angeknüpft habe. Die Auslegung der bezüglichen
nv.'BuchhanUV'
Ließen. , eiungskrH ahres 1813. -
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