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Dienstag, den 16. Mai
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Preiö vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Kopenhagen, 11. Mai. Eine Verfügung des Ministeriums des Innern vom 8. d. Mts. ordnet an, daß alle vom Ausland eingeführten Pferde von der Veterinärpolizei an der Grenze oder am Landungsorte sorgfältig zu
her Verein.
°i, Abends 9 Uhr: 'üchtscursus in tn (2556 Der VMgnd.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Staat ist auch von der ersten Kammer einstimmig genehmigt worden.
Oesterreich.
Wien, 12. Mai. Der „Polit. Corresp." zufolge ist Mukhtar Pascha
in Mostar angekommen. Die Korrespondenz erwähnt eines Gerüchtes, wonach dessen Eintreffen in Mostar mit der Absicht der Pforte zusammenhänge, direct mit den Insurgenten wegen Abschluß eines Waffenstillstandes zu verhandeln.
Wien, 13. Mat. Der von hier ausgewiesene Bankier Aub hat behufs Ordnung seines Geschäfts einen Aufschub bis Ende dieses Monats erhalten.
Dänemark.
Ikiifftfifanb.
Darmstadt, 12. Mai. Heute hat der seit dem 10. d. Mts. versam melte Finanz-Ausschuß der ersten Kammer seine Berathungen über das vom Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer durchberathene Staats-Budget abgeschloffen, und die gesetzlich vorgeschriebene gemeinschaftliche Sitzung beider Ausschüsse steht in den nächsten Tagen bevor. Da sofort nach dieser letzteren Sitzung die Ausschuß-Berichte des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer zum Druck gelangen, so erwartet man die Zusammenberufuug der zweiten Kammer zu Anfang Juni. ,
Berlin, 11. Mai. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses des Centralverbandes der deutschen Industriellen in Leipzig faßte derselbe unter aiiDeren Beschlüssen auch den: „An den Fürsten Reichskanzler die Bitte zu richten, bei dem bestehenden herzlichen Einverstandniß mit den beiden Kaiserreichen möglichst auf eine Erleichterung der wirthschaftlichen Beziehungen zwischen dem deutschen und russischen Reiche hinwirken zu wollen."
Berlin, 11. Mai. Zum Kaiserbesuch schreibt die „Prov.-Corresp.": Die Kraft der Drei-Kaiser-Polittk hat sich gerade in der letzten Zeit, gegenüber den Schwierigkeiten, welche durch die Vorgänge in der Türkei hervorgerufen worden sind, aus's Reue erfolgreich bewährt; so groß die Verschiedenheit der Gesichtspunkte und Interessen der einzelnen Mächte in Bezug aus die angeregten Fragen an und für sich ist, so hat doch die aufrichtige Gemeinschaft fried« lichen Wollens und Strebens, welche von dem Drei'Kaiserbund ausgehend, mehr und mehr alle europäischen Großstaaten verknüpft hat, zu einer Verständigung über eine friedliche Einwirkung geführt, durch welche eine Beilegung der Bewegung in den aufständischen Provinzen der Türkei versucht und die Ausdehnung derselben auf die Nachbarstaaten verhindert werden sollte.
Nachdem die ersten Schritte den gehofften Erfolg nicht haben erreichen lassen, wird es nunmehr die weitere Aufgabe der gemeinsamen europäischen Friedens-Politik sein, die Mittel und Wege in Betracht zu ziehen, um den kundgegebenen Absichten Nachdruck zu verleihen.
Berlin, 12. Mai. Das Abgeordnetenhaus genehmigte nach mehrstündiger Debatte in dritter Lesung das Ansiedelungs-Gesetz nach den Anträgen der Commission. Der Handels-Minister trat abermals für die Vorlage ein, und wies die liberalen Fortschritte derselben gegenüber der bisherigen Gesetzgebung nach. Die Vorlagen wegen Ablösung der den Kirchen und Schulen int Regierungsbezirk Wiesbaden zustehenden Holzabgaben und «egen Ablösung der Real lasten im Regierungsbezirk Kassel wurden in zweiter Lesung angenommen. Bei den hieraus folgenden Wahlprüfungen wurden die Wahlen Hasenkamp s, Döms und des Grasen Arco für ungültig erklärt, die Wahlen Czarlinski's, Ofterrath 8, Potworonski's und Respondek's beanstandet, diejenige Worzewski's für gültig
redung.
Berlin, 12. Mai. Nachdem Graf Andraffy heute Nachmittag vordem Gala-Diner im Adler-Saale mehrere Stunden bei Gortschakoff verweil! hatte, begaben sich unmittelbar nach der Tafel, an welcher Fürst Wsmarck nicht theilgenommen und sich entschuldigt hatte, Fürst Gortschakoff und Staats- rath Jomini zum Fürsten Bismarck zu einer Eonferenz, an welcher such Graf Andraffy wieder theilnahm. Es heißt, Gortschakoff werde morgen mit dem Kaiser Alexander nicht abreisen und seinerseits noch einige Tage hier bleiben Auch über Andraffy's Abreise ist Näheres noch nicht bekannt.
Berlin, 12. Mai. Fürst Gortschakoff wird, wie nunmehr definitiv bestimmt ist, von hier nicht nach Wildbad gehen, sondern in der Begleitung des Kaisers Alexander während deffen Aufenthalt in Emö verbleiben; erst wann der Kaiser nach Jugenheim sich begibt, geht Gortschakoff nach Wildbad.
Berlin, 12. Mai. Heute Mittag hat die dritte gemeinschaftliche Konferenz der drei Kanzler bei dem Fürsten Bismarck stattgesunden. Kaiser Alexander besuchte gestern den Fürsten Bismarck und die Feldmarschalle Gras Wrangel und v. Manteuffel. Heute Mittag dejeunirten Kaiser Alexander, Kaiser Wilhelm, der Kronprinz und die übrigen hier anwesenden Fürsten bei dem Osficier- Corps des Kaiser Alexander-Regiments. Morgen folgen die drei Kanzler der Einladung des Kaiser« zum Diner.
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Frankreich.
Paris, 12. Mai. Der „Temps" meldet, laut durchaus zuverlässigen Nachrichten hätten die türkischen Behörden, im Widerspruche mit den officiellen Nachrichten, in Salonichi auch noch nicht eine einzige Verhaftung vorgenommen; wahrscheinlich seien die Behörden der gewöhnlich schon fanatischen und ausnahmsweise noch äußerst gereizten Bevölkerung gegenüber ohnmächtig; die Leichen der ermordeten Consuln seien noch nicht einmal beeidigt, unb, man müsse auf die zum Glück nahe bevorstehende Ankunft europäischer Streitkräfte rechnen, uqi die Beamten der Pforte zu stärken; der Aufstand sei keineswegs durchaus ein vereinzelter Fall, man habe schon vorher lebhafte Befürchtungen gehegt und m-ncherlei Anzeichen hätten die Aufregung verrathen, welche unter der mohame- dorischen Bevölkerung wegen des Aufstandes in der Herzegowina herrsche. Am 6 Mai sei das Gerücht verbreitet gewesen, die Mohamedaner schickten sich an,' du Christen niederzumetzeln; die Konsuln hätten Berathung gehalten und sich hierauf zum Gouverneur begeben, damit er militärische Vorsichtsmaßregeln tr.ffe. Bier Tage hindurch habe man in Furcht geschwebt und sich auf das A.rgste gefaßt gemacht; mehrere Consulate seien von Europäern besetzt worden, uck sie im Nothsalle zu vertheidigen; türkische Schildwachen seien an verschiedenen Punkten ausgestellt worden. Alles sei still geblieben; aber in der Nacht hä'ten Mohamedaner sich bewaffnet in der Moschee versammelt. Der englische C-wsul Bluut habe sich zurückhaltend benommen ^iind sich geweigert, zu der Be- rachnng der Consuln zu kommen; er sei in der Stadt umhergegangen und habe sich über die grundlosen Besürchtiinflen seiner Collegen lustig gemacht. Blunt, setzt cer Berichterstatter des „Temps" hinzu, galt für einen großen Turkophüeu. Skit dem Januar hatten die Mobamedaner wenig Achtung mehr vor den Consuln. 3n>ei Thatsachen deuten darauf hin: erstens, als der französische Consnl mit seiner Fran spaziren fuhr, versetzte ein Mohamedaner dieser einen Schlag msi dem Stocke; zweitens, als an einem andern Tage ein Mohamedaner dal
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Berlin, 13. Mai. Kaiser Alexander empfing heute nach seiner Rückkehr von einer Morgen-Promenade den Fürsten Gortschakoff, um dessen Bericht über die gestrige Conferenz der drei Kanzler entgegenzunehmen. Im russischen Bot- chasts-Hotel arbeiten außer dem Botschafter v. Oubril die Staatsräthe Jomini und Hamburger und der russische Botschafter in Wien v. Nowikoff theils an dem Material zu den weiteren Conftrenzeu, theils an den Depeschen, welche zur Orientirnng der betreffenden auswärtigen Vertreter Rußlands abgefertigt werden. Fürst Gortschakoff bleibt, soweit bis jetzt bestimmt ist, jedenfalls bis Moutaa hier.
Berlin, 13. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm heute das Ansiedelungs- Gesetz in definitiver Abstimmung an und genehmigte den Gesetz-Entwurf über die Betheiliguug des Staates an dem Eisenbahnbau Itzehoe-Heide ohne Debatte in dritter Lesung; ebenso in erster und zweiter Lesung die Vorlage über Beseitigung der einzelnen kirchlichen Abgaben, unter Annahme der von Richter (Sangerhausen) und Windthorst (Bielefeld) gestellten Anträge, die Aufhebung der Abgaben auch auf die Begräbnisse auszudehnen. Darauf folgt die zweite Berathung des Gesetzes über den Gebrauch der Amtssprache, wovon die §§ 1 und 2 mit mehreren Abänderungen angenommen werden.
Köln, 13. Mai, Vormittags. Durch 'eine Keffel-Explosion in der Gummi-Fabrik am Sanct Cuniberts - Thore wurden 17 Personen unter den Trümmern begraben. Bis heute Mittag sind fünf Personen tobt, sieben schwel verwundet hervorgezogen. Drei in der Nähe gelegene kleine Häuser sind ein- gestüizt. (Siehe Verm.)
München, 13. Mai. Der König hat den Staatsrath Eisenhart seiner Stellung als CabnietS-Secretär enthoben. Gutem Vernehmen nach wird der bisherige zweite Secretär, Staats-Anwalt Ziegler, der Nachfolger des Herrn Eisenhart.
Dresden, 12. Mai. Der Ankauf der Leipzig-Dresdener Bahn für
erklärt.
Berlin, 12. Mai. Dem „Univers* wird gemeldet: Die Pforte hat den vull utr Gouverneur von Salonichi benachrichtigt, daß die zur Entschädigung der Familie untersuchen find, der beiden ermordeten Consuln bestimmte Summe durch eine der Bevölkerung Salonichi's aufzuerlegende außerordentliche Steuer gedeckt werden soll.
Berlin, 12. Mai. Der „Reichs-Anz." meldet: Die Stimmung der Bevölkerung in Salonichi ist noch so erregt, daß bei den unzureichenden militärischen Vorkehrungen der Pforte für den Schutz der Christen das Begräbniß der ermordeten Consuln bisher nicht stattfinden konnte. Dasselbe wird erst nach dem Eintreffen einer größeren Zahl fremder Kriegsschiffe und der noch von Konstantinopel erwarteten Verstärkung der Garnison stattfiudeu.
Berlin, 12. Mai. Fürst Gortschakoff empfing heute Mittag 1 Uhr drn Besuch des Grafen Andraffy und hatte mit demselben eine längere Unter-
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