Ausgabe 
16.4.1876 Erstes Blatt
 
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DcutsMand.

Frankreich.

rüheren Angaben, daß die Verhandlungen mit den Insurgenten in der Herze­gowina nicht gescheitert seien; der mehrgenannte russische Agent Wesielitski Bozidarervitsch, welcher nunmehr des officieaen Charakters der ihm früher voll Petersburg aus übertragenen Mission entkleidet sei und jetzt als Mandatar der Insurgenten auftrete, werde sich zunächst behufs Verhandlungen mit dem Statt­halter v. Rodich nach Zara, von dort sodann nach Wien, Petersburg und Kon- iantinopel begeben, um den betr. Regierungen eine Declaration der Insurgenten zu unterbreiten und auf Grund letzterer die Garantie der Ausführung der be­willigten Reformen, zu deren Annahme die Insurgenten bereit seien, zu erwirken.

begründen.

Gießen, den 3. April 1876.

Paris, 12. April. Wie aus sicherer Quelle verlautet, soll die Herzo­gin de Magenta, die Gemahlin des Marschalls Mac Mahon, Präsidenten der Republik, eine osficielle Stellung erhalten, um bei den officielleu Feierlichkeiten und bergt repräjentiren zu können. Schon früher war die Rede, in dieser Hinsicht der Kammer einen Antrag zu stellen. Die kürzliche Ankunft der Köni­gin von Holland in Paris brachte die Sache wieder zur Sprache. Der Msr- chall Mac Mahon und die holländische Majestät wohnten nämlich allein der ersten Vorstellung der Jungfrau von Orleans in der großen Oper an. D>e Marschallin blieb weg, weil man nicht wußte, ob sie der Königin den Vortriit lasten sollte oder nicht. Im Elysüe scheint man auf die Ordnung dieser Frage schon deshalb zu halten, weil man hofft, 1878, wo die neue Ausstellung statl- findet, viele fürstliche Besuche zu erhalten.

Paris, 12. April. Große Heiterkeit erregt hier, daß der Bischtt von Angers, der bekannte heißblütige .ultramontane Msgr. Freppel, Herrn de Falloux, einen höchst frommen Katholiken und Freund von Dupanloup.de Mitglieder der Kirchenverwaltung von Segrs, den Unter-Präfekten des letzteren Ortes, den Präfekten von Angers und einen Theil des Staatsrath mit den Bannfluch belegt hat. Das Verbrechen dieser Herren besteht darin, der heil. Kirche angehörenden Grund und Boden verkauft zu haben oder Mitschuldige be> diesem gottlosen Werke gewesen zu sein. Der Srchverhalt ist folgender : Daö Hospital zu Segrä, zu desten Gründern der wegen seiner Frömmigkeit uid Wohlthätigkeit bekannte Herr de Faüoux gehörte, mußte seine Küche vergrößert und wandte sich, um den dazu nothweudigen Grund und Boden zu erhalte', an die Verwaltung der Kirche der Stadt, die neben dem Hospital liegt. Dtt Kauf kam durch Vermittlung des Herrn de Falloux zu Stande,^der Unter-Präf°l von Segrä, der Präfekt der Maine-Loire und zuletzt der Staatsrath gabu ihre Zustimmung. Der Bischof Freppel erhob aber nun Einspruch und wollt« nicht zugeben, daß man in seiner Diöcese Kirchengut veräußerte, und da mni nicht aus ihn hörte, so sprach er über Alle den Bannfluch aus.weil sie w : Kirche ihres Eigenthums beraubt." Zugleich entwarf er einen Hirtenbrief, tji i seiner ganzen Diöcese die Bestrafung dieserGottlosen" anzukündigen. De Fu loux, der davon Kenntniß erhielt, eilte hierauf nach Paris, um die 3nter^' tion des päpstlichen Nuncius in Anspruch zu nehmen, der wenigstens den Biscko' bestimmte, seinen Hirtenbrief nur an die Pfarrer zu senden. Ueber die Sah! elbst wurde aber an den Vatican berichtet, und man erwartet den Eutsch^ des Papstes. Die ganze Angelegenheit ist sehr komisch, aber sie hat auch iW ernste Seite, da sie darthut, zu welchen Hülfsmitteln schon jetzt die franz^-

(deftmdd).

Wien, 12. April. DiePolit. Corresp." meldet in Bestätigung ihrer

Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen.

I. V.:

Dr. H o s f m a n n , Regierirngsrath.

chende Gesetzgebung erlaffeu

Feldmarschall Moltke ist allerdings leidend und fühlt sich auch in Rom noch unwohl, doch hofft man, daß eine längere Erholung ihn wieder stärken werde, und von seinem Rücktritt ist noch nicht die Rede. Er führt noch jetzt die Oberleitung des großen Generalstabswerkes über den französischen Krieg fort.

_ Nack unb i Wil üb*', gemartwn (nut UeUte WM Meinausmris yeh SU HeMM gliche Lage W W Der andere Mrnheim, wo tn Wambach (am Rh' iiehten Orte verheer ttbum des cHmalii fallende Wasserm! vermehrte sie den Westlich gegen -Helzthal, und nor' »der Hagel- und Ä Uten sechs Orte, wi «Selzthales ober, fftnb entsetzlich, der Uinö Nieder-Jngelk »Schluchten zeigt, t Öbeiiraben wurde, i ttief auf ganze Str -Strecken weit, na Dnd, zum Theil n -Zu dem Tosen bei Pause- niebtrbrani 'Lhatsache, dag vor Mr 5000 fl. sottgl i man Mauern einst ! rnerden müssen, ent drochen, so würden

- Die Wzt -Dellachim's, der in > umherreist, indem et llassen" scheint dem lllainr tznovrdrn zu 'N* nach, und dann sich sell Portion Schulden

schen Bischöfe greifen, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

Paris, 12. April. Es scheint nunmehr bestimmt, daß die allgemtir Ausstellung im Jahre 1878 auf dem Marsfelde, in der Nähe des Trocabcru an derselben Stelle, wie im Jahre 1867 stattfinden wird.

England.

London, 12. April. DieMorning Post" dernentirt ihre eigene: Mel­dung, daß das Ober-Cornrnando die Reise englischer Officiere nach -oer principiell untersagt habe. Von Freunden Schenck's wurde aus Washin^ telegraphirt, daß seine Wiederanstellung Hierselbst wahrscheinlich sei.

London, 12. April. Nach einer Meldung desReuter schen Bmea aus Singapore vom 9. April wären in Perak wieoer von Neuem Unru-' ausgebrochen.

Darmstadt, 13. April. Der Bericht des Gesetzgebungs-Ausschusses zweiter Kammer über den von der Negierung vorgelegten Gesetz-Entwurf über die Sterb-Quartale der Volks-Schullehrer ist nunmehr im Druck erschienen. - Derselbe ist erstattet von dem Abg. v. Wedekind (Darmstadt), und befürwortet, von einzelnen sachlich nicht erheblichen Aenderungs-Vorschlägen abgesehen, die Annahme des Entwurfs. _ r,.. >

Aus Rheinhessen, 12. April. Unter den anregenden Erscheinungen unseres politischen Lebens ist eine neulich in Pfeddersheim (bei Worms) von 1 dem Provinzial-Ausschuß der deutschen Fortschrittspartei in Rhemhessen veran­staltete Versammlung besonderer Erwähnung werth, hauptsächlich wegen der Theilnahme des Reichstags-Abgeordneten des Kreises (Worms-Heppenheim), des Fabrikanten C. W. Heil in Worms, welcher, zu den bedentenvsten Indu­striellen Süddeutschlands zählend, neben dem Bericht über die jüngste ^,hatig- keit des Reichstags auch die bedeutendste Frage des Tages, die der Uebernahme der Eisenbahnen durch das Reich, behandelte. Es sei, sagte der Redner, eine aus sich selbst, aus dem Interesse des Handels und des Verkehrs herausge­wachsene Angelegenheit, in welcher der hohe Blick und der praktnche Tact des Reichskanzlers den richtigen Weg gefunden habe. Die 163 Eomple;- von Eisenbahnen, welche in dem Reich- beständen, hätten sich den Bedürfnissen d--> Verkehrs nicht entsprechend entwickelt. Von allen Vorschlägen und Plänen, die gemacht seien, führe feitet zu dem dem Verkehr und Handel erwünschten Ziele. Man müffe zu einem System greifen, welches eine kräftige einheitliche Leitung des Eisenbahnwesens verbürge. Die Erfahrungen in Frankreich seien für das einheitliche Staatsbahnsystem . günstig ; auch theilweise in England. In letzte­rem Lande seien die Folgen der einheitlichen Leitung der Privatbahnen neben den staatlichen Einrichtungen leicht erkenntlich. Die größeren Privatbahnen hätten nach und nach die Heinere« verschlungen und beuteten nun ungehindert das Publikum aus. Nur bei einheitlicher Leitung des Verkehrswesens sei die Vervollständigung der Netze zu erwarten, namentlich der Bau von sog. Vici- nalbahnen, welche zur Entwicklung der Landwirthschaft nothwendig seien. Auch im Betriebe zeige das vielgestaltige Eisenbahnwesen nachtheilige Dinge, laufe jeder Wagen auf den deutschen Bahnen in 24 Stunden durchschnittlich nur eine Strecke von 35 Kilometer, die übrigen 85 Kilometer (17 Stunden müffe er meistens auf Rangir-Geleisen stehen bleiben oder geschoben werden. Auf diese Weise sei die Leistung in der Ausnutzung der Bahnen auf ungefähr 42 pCt. der wirklichen Fähigkeit durchschnittlich vermindert. Das Nebenein­anderbestehen der verschiedenen Verladungs und Tarissysteme, des Raum- und Gewichtssustems, habe diese Uebelstände noch vergrößert; eine durchgreifende Reform sei unabweisbar geworden. Die Verwaltung durch das Reich sei, wie man an der Analogie der Reichsbank sehen könne, nicht so schwierig. Werde eine richtige Eintheilung getroffen, und zu der Betriebsverwaltung, wie bet der Reichsbank, tüchtige, erfahrene Geschästsmänner als Beiräthe zugezogen, so sei für das große Ganze wie für die Einzelheiten des Betriebes leicht zu sorgen. Die Versammlung nafym diese Darstellungen eines auf dem einschlagenden Ge­biete im Jnlande wie im Auslande sehr orientirten und wesentlich beteiligten Praktikers mit großem Beifalle aus. Den Schluß bildeten Reden über die Inneren hessischen Angelegenheiten und die Organisation der Partei. Mit einem lebhaften Hoch auf Kaiser, Kanzler und Reick schloß die Versammlung.

Berlin, 12. April. Auch Holland werde, befürchtet dieGermania", den Mahnungen Deutschlands, mit ihm gemeinsame Sache gegen die Kirche zu machen, nickt widerstehen und schließlich eine den deutschen Maigesetzen entspre-

14.

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Zurückstellungsansprüche sind vor dem Musterungsternüne bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei oder spätestens iu dem Termin vorzubringen. Ver. spätste Gesuche ^"'p^ a"" G^brechen^leidch die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit. Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche

. S ?u ch -mtÄ aÜsg°st-llte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen,

i; «uilevsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten.

Das persönlich Theil zu nehme», steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welch- bei dem Aufrufe nicht -n«-s-nd sind,

zieht em Mstglled sämmtliche ihrer Gemeind- angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige -

.. ®) ^otzh rzoguip a i_ @nmi) fceI ^nen t wieder z>,gehenden Stammrollen zu der Musterung v°rz>'lad°n.

die aus^vaM sich a>rfhaU d ,ch ) ^./Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu s-in und sich d-rum zu bemühen, daß dstL-tz?eren^,?rbestimnsten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschaftes ein unständiges und ruhiges Verhalten.beobachten. Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet

Wenn ein Milttärpflichtig-r wegen g > * J Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen.

i° 'st Äs lits ob, daraus aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militär-

unwkirdia ist und sind deßhalb die erforderlichen Nachweis- amtlich zu erwirken und vorznlegen.

d'-»st-Dt" Bllönüü»«» über Zurückstellungsansprüche sind von den Großherzoglichen Bürgermeistereien, soweit es noch Nicht geschehen, baldthunlichst spätestens in dem Musterungstermine an die Ersatz-Commission gelangen zu lassen.

Im Anschluß an das Ersatz^Geschaft findtt^ ^lpril im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg,

Samstag den 28. April im Rathhaussaale zu Gteßen und

Donnerstag den 4. Mai im Rathhaussaale zu Lich

Weferöe- und Landwehr-Mannscbasten rücksichtlich ihrer bäuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt.

b'C ^^ AabIn dahe?di-j-nig-n Reftrvist-n und Landwehrmänner, sowie di- Ersatz-Reservisten 1. Classe, welche .m Falle einer Embernfung auf Zurückst-llunz wegen häuslicher Verhältnisse -inen Anspruch machen zu können glanben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche 9