Einzelbild herunterladen

rath MV^ür den dienstlich abwesenden- Minister deS Innern, ferner Nußwurm, Hauck, Marquardsen, Huhn und Völk betheiliqen. Schließlich wird der An­trag, unterstützt von einer ziemlich großen Mehrheit, auch von Seiten der Liberalen, an eine Commission von 14 Mitgliedern »erwiesen. Nächste Sitzung unbestimmt, keinesfalls vor Freitag.

HeNerreich.

Wien, 13. März. DerPolit. Cvrresp." zufolge bestätigt sich die Nachricht, daß Ljubobratic am 10. d. Mts. bei Jmofchi auf österreichischem Gebiet von einer österreichischen Patrouille angehalten und verhaftet wurde. In seiner Begleitung befanden sich mehrere Insurgenten Osficiere seines Stabes, wie Georg Petcovich, Balordich, Miscich und Cesari, und eine Holländerin, Namens Markus, welche ebenfalls verhaftet wurden. Ljubobratic fammt seiner Begleitung soll im Innern Oesterreichs internirt werden.

Schweiz.

Bern, 10. März. Oberhalb Niederbipp, meldet man aus dem Jura, ist in Folge der starken Regengüsse und des Sturmwettcrs der letzten Tage ein großer Erdrutsch eingetreten. Bis jetzt sind 15 Jucharten Wald vernichtet und noch immer droht die Ablösung neuer Massen, so daß das am Bergab­hange liegende Dorf Walden, wenn nicht anderes Wetter eintritt oder der Erdstrom abgelenkt werden kann, vor der Verschüttung kaum zu retten ist. Die Regierung hat Ingenieure und Hülfsmannschaft an Ort und Stelle ent­sandt. Leider sieht es nicht so aus, als ob der mit schwarzen Regenwolken verhangene Himmel sich bald lichten wollte.

Basel, 13. März. Auf der Eisenbahn-Linie Mühlhausen-Straßburg ist heute früh 5 Uhr in Folg- Einsturzes einer Brücke bei Dörnach ein Zug verunglückt, wobei drei Personen schwer und mehrere andere leicht verwundet wurden.

Frankreich.

Paris, 12. März. Heute weht über uns ein tüchtiger Frühlingssturm; der Pariser steht an der hochgeschwollenen Seine und wundert sich über die meeresähnlichen Wogen, die der Wind in dem gelben Flusse auswühlt; die üblichen Unglücksfälle werden nicht fehlen. Zn der Politik sieht es ruhiger aus; man wartet allerseits ab, was das Ministerium thnn werde. Nur die Bonapartisten machen noch unsägliches Geschrei über die Gefahr der Lage und ihre Blätter prophezeihen mit löblicher Unverschämtheit, daß der Marschall demnächst genöthigt sein werde, zum Staatsschatz zu greifen oder seinen Platz an den Bonapartismus abzutreten.

Paris, 13. März. Die Kammer wählte Gr6vy mit 462 von 468 Stimmen zum definitiven Präsidenten. Der Senat wählte den Herzog Äudiffret- Pasquier mit 203 Stimmen zum Präsidenten. Die Bonapartisten und Legiti­misten haben sich der Abstimmung enthalten. Zu Vice-Präsidenten wählte der Senat die gemäßigten Republikaner Märtel und Duclerc und die der Rechten angehörigen Ladmirault und Kerdrel. Jnles Simon, welcher von der Linken gegen Kerdrel aufgestellt worden war, unterlag. Die Kammer wählte zu Vice- Präsidenten Bethmont, Rameau, Lepöre (Republikaner) und Durfort von der Rechten, den auch die Linke acceptirt hatte. Savant Guigniaut, Mitglied der Akademie der Inschriften, »st gestorben. Der Finanz-Minister Say hat Villet, einen höheren Beamten des Finanz-Ministeriums, auf den Wunsch des Khedive nach Aegypten geschickt.

ßngland.

London, 10. März. Die letzten Nachrichten über die Bewegungen des Prinzen von Wales in Indien kommen aus Indore, der Hauptstadt des mächtigen Maharadscha Holkar, wo der britische Thronfolger mit großer Herz­lichkeit, wenn freilich mit viel geringerer Pracht als in anderen indischen Haupt­städten und Fürstensitzen empfangen wurde. Hier besuchte der Prinz noch einige indische Große; es wurde eine Staats-Versammlung abgehalten und Geschenke wurden gewechselt und mit dem üblichen Banket und Ball in der Wohnung des britischen Residenten die Feierlichkeit beschlosien. Die indische Rnndreise des Prinzen hat somit ihr Ende erreicht, und dieTimes" wirst jetzt einen Rückblick auf die Zwischenfälle und Ereignisse derselben und läßt noch einmal alle die Entwürfe und Befürchtungen, alle die Hoffnungen und Erwartungen vorüberziehen, welche sich an diesen für England und Indien gleich bedeutungs­vollen Schritt knüpften. Die Einwürfe sind beseitigt, die Befürchtungen zer­streut, ja, übertroffen. Und so kann denn dieTimes" ihrer vollen Befriedi­gung Ausdruck verleihen; es schleicht sich sonnt kein einziger Mlßton in ihre Betrachtungen.

London, 12. März. Wie derGlobe" erfährt, haben, seitdem die britische Regierung beschlosien, Deutschland in seinen Forderungen gegen China wegen des piratischen Angriffs auf dieAnna" zu unterstützen, die Eigner eines britischen Kauffahrteischiffes, welches angeblich vor 4 Jahren in chinesischen Gewässern geplündert wurde, ihren Fall der Erwägung des englischen Ministe­riums unterbreitet.

London, 12. März. Nach einer Meldung aus Kalkutta hat die Königin den Prinzen von Wales zur Erinnerung an seinen Besuch in Indien zum Obersten von acht eingeborenen Regimentern ernannt, von denen vier zu künftig den Prinzen selbst als Inhaber bekommen werden, während die vier anderen den Namen der Königin führen. Gestern trat der Prinz, nachdem er eine Abschieds-Adresse der städtischen Behörden entgegengenommen, in Bombay an Bord des Serapis seine Heimreise an. Außer den Sympathieen der Bevöl­kerung bringt der hohe Reisende noch allerlei werthc und kostbare Angedenken mit. ' Abgesehen von den reichen Geschenken an Gold und Edelgcstein und seiner eigenen Jagdbeute, bestehend aus Tigerfellen und Elephantenzähnen, haben die indischen Fürsten sein Reisegäck auch mit vielen lebendigen Geschenken beschwert, liebenswürdigen kleinen Bestien, jugendlichen vielversprechenden Tigerchen, halb­ausgewachsenen Elephanten und anderen Vertretern der reichen indischen Thier­welt. Was der Prinz wohl hier mit denselben anfangen wird? Als Hauslhiere in Marlborough-House sind sie schwerlich zu verwenden. Einstweilen ist nur bekannt, daß das Truppen - Transportschiff Himalaya als Arche Noah Dienste leisten und die Vierfüßler in Bombay an Bord nehmen soll. Wer weiß, was später noch alles geschieht? Vielleicht ist eine der vielen Folgen der indischen Rundreise, daß Elephanten hier als Rennthiere in die Mode kommen. Es wäre dies eine hübsche Abwechslung in Rotten Row.

41 Türkei.

Konstantinopel. Aus Trebinje wird von Anfang März gemeldet: Von Volona sind 2000 Centner türkischen WeizenS in Ragusa mit der Bestim­mung für Trebinje angelangt, welche die ottomanische Regierung behufS unent­geltlicher VeltbeUung unter die Familien des Kadtluks (GerichtsbezirkeS) Trebinje mit der gemessenen Weisung übersandte, sowohl Christen als Mohamedaner ohne Unterschied des Standes "damit zu betheilen. Seit einigen Tagen ist bte Bevölkerung damit beschäftigt, den gespendeten Mais in Empfang zu nehmen, von welchem an jede Person Mann oder Weib 40 Oka (90 Pfund' verabfolgt wurden. Am 22. Februar wurde der versammelteu christlichen und muselmännischen Bevölkerung der Ferman des Großvezirs publicirt, der im Namen des Sultans alle früher zu Gunsten der Bevölkerung Bosniens und der Herzegowina crlasienen Verfügungen neuerdings bestätigt und theilweise auch schon die neuesten Reformen vollständig auSeinandersetzt. Die eingeborenen Türken hörten mit Mißvergnügen zu, während die Christen sich ziemlich gleich­gültig verhielten.

Mostar, 10. März Amtlicher Meldung zufolge wurde Selim Pascha, welcher mit 2500 Mann und einem Transport Lebensmittel behufs Verpro- viantiruug von Piva von Gacko nach Piva marschirt war, auf dem Rückmärsche von den Insurgenten angegriffen. Letztere suchten ihm den Weg abzuschneiden; in dem Gefechte, welches sich hierauf entwickelte, verloren die türkischen Trup­pen 60 Todte und 54 Verwundete. Die Verluste der Insurgenten waren noch erheblicher.

Amerika.

New'York, 11. März. Die Journale melden, daß Diaz in Rio- Grande eine Jnsurrection gegen die Regierung von Mexiko hervorgerufen bat. Der Commandant der amerikanischen Truppen an der Grenze hat Befehle zur AufreäOhaltung der strengsten Neutralität erlasien.

Washington, 11. März. Der Senat hat den District New-Mexiko unter die Unions-Stiaten ausgenommen.

Men.

Bombay, 11. März. Der Prinz von Wales hat gestern Abend auf dem DampferSerapis" die Rückreise nach England angetreten.____________

Lokal-Notiz.

Gießen, 15. März. Die Stadt versucht eben den Stadtgraben auszupumpen. Zu diesem Zwecke steht au der Hartinann'schen Schanze eine Dampfmaschine mit einem Pumpmeik tn Verbindung, welches in einer Minute 40 Ohm Wasser auswerfen soll. Die Pumpe arbeitet seit Montag Mittag ohne Unterbrechung, ohne daß aber bis jetzt eine Verringerung des Wassers zu bemerken wäre. Viele Leute meinen, cs hieße dieses Wasser in den Rhe'n tragen.

--Im Laute der vergangenen Woche sind in und um die Stadt während verschiedener Nächte wieder sehr arge Rohheiten auSiesührt worden. So wurden z. B- in der Realschule 8 Fenster em.zeworsen, am Möhl'schen Garten wurde in der ersten 'Nacht das Thor ausgeboben und ins Wasser geworfen, in der zweiten Nacht wurde dasselbe eingetreten. Auf die Schienen am Neustädter Thor wurde ein W rtastisch placirt, in der Stadt eine Mass: Thürdrücker abgeschlagen, so u. A auf der Maus bürg u. s w Hoffentlich wird unser: sehr tüchtige Polizei den Uebelthätern nachspüren und sie zur Rechenschaft ziehen.

--Eine Fahrt mit Hindernissen hatte am Sonntag Nacht eine Gesellschaft Herren von einer Festlichkeit zu Staufenberg. Während der Heimfahrt per Chaise war die Chaussee mit umgestürzten Pappelbäumen verbarrikadirt Statt nun selbst gefahren zu werden mußten die Atmen den Wagen oft über den Chausseegraben heben, und die in die Höhe stehmden Aestc Niederhalten. Dabei sollen oft Falliments vor- gekommen sein. Ausgehalten haben sie bis unterhalb der Badenburg, wo der Kutscher seinen leeren Wagen über Wicseck nach hier lenkte und die Herren d.nn allein die Baumbarlikaden stü'Mten.

Vermischtes.

Darmstadt. Die Prüfung der einjährig Freiwilligen zeigt gemäß der neuen Prüfungsordnung gegen früher abweichende und erhöhte Ansprüche. Der deutsche Auf- iatz, zu dem ivcfot die geringsten Andeutungen gegeben wurden, mußte zweif llos gut sein, wenn die Zulassung zur mündlichen Prüfung erfolgen sollte, in welcher namentlich Mathematik, Geschichte und Literatur streng geprüft wurden.

Unter solchen Umstä tden ist es doppelt erfreulich, daß die jungen Leute, welche aus Gießen tn voriger Woche zur Prüfung kamen, bestanden haben. Wie die An- meldungspapiere ergeben, gehören dieselben deut Institut des Herrn Dr. Kübel an.

Am 19 Januar d. I hat das Ober-Tribunal ein für die Landwirthe sehr wichtiges Erkenntniß gefällt. Ein Landwirth, welcher ein bei ihm großgeworoenes, oder sonst ausgestelltes Stück Vieh schlachtet und dasselbe im Ganzen oder in einzelne Stücke zerlegt, veräußert, w'rd als Metzger betrachtet und kann angehalten werden, für seinen Dilettantismus die Gewerbesteuer als Metzger zu bezahlen.

London, 4. März. Die Juwelen räuber, welche von Z it zu Zeit Feld­züge gegen die Schmuckkästen brr hohen englischen AdelSdamen unternehmen, haben ihre unliebsame Thätigkeit wieder einmal mit großer Energie begonnen und reiche Beute davongetragen. Am Montag routb.n fast gleichzeitig drei Diebstähle der Art verübt, und zwar bei Lord Taynham (zu Tower-House, ShoaterS-hill) Schmucksachcn und Geschirr im Wcrthe von. 1000 Pf. St, beim Earl of Egmont (zu Baukleao) um 4000 Pf. St. Juwelen entwendet. Die Diebe bekunden nicht nur große Verwegenheit, sondern bewiesen auch, daß sie mit der Lscalgeographie aus's Allerbeuc ve.traut seien- londoner Geheimpolizisten sind zur Wiedereroberung der gestohlenen Schätze ausge- 30c.cn und werden nun ihterseits alle Liste und Schlauheit aufbieten, um oen siecyea Dieben auf die Sput kommen. Wer aus d:m ränkeoollen Kampie als Sieger h-roor- geht, muß die Zukunft lehren.

Southamptom, 9. März Das Poftdampfschlff des Rordd. Lloyo Salier, Capt H. C. Franke, welches am 26. Februar von R.wyork abgegangen war, ist Herne 9 Uhr Moigens wohlbehalten hier angetommen und hat nach vandung utr für Southampton bestimmten Passagieie, Post und Ladung 11 Uhr Voim.ttags die Reise nach Bremen fortgesetzt. _______________ _______ ________________

Landwirthschaftliches.

Die B e einU ächtigungen der Spiritusproducenten bei der Ab lieferung des Spiritus durch den Gebrauch fehlerhafter Alkoholometer haben Herrn Henze-Weichnitz Veranlassung gegeben, bet dem Reichstage dahin zu pelitioniren, daß alle Eichungsämter des deutschen RncheS mit Normal-Alkoholometern versehen weiden und die Anweisung erhalten, in streitigen Fällen, wenn sie darum angerusen werden die Stä.ke des Spiritus amtlich und endgültig festzustellen. Herr Hei ze ver­weist darauf, daß die geeichten Alkoholometer incl. der Temperatu.differenz von der Norm bis V10, Pioz abweich n fen, was bei zwei Alkoholometern dein des Käufers und des Veikäufcis, aver ein ganzes Procent ergibt, wobei es im Interesse des Käufers liegt, sich einen niedrig zeigenden Alkoholo neter zu verschaffen, während der Landwirth ein Instrument fast ausnahmslos ohne Auswahl von dem Mechanikus zu beziehen in der Lage ist. Es eniftrbt daraus ein Streitpunkt und in der Regel eine Bcnachihelli- gung des Producenten, deren sich zu erwehren er nicht im Stande ist, weil bciöe In­strumente geeicht sind und eine Behörde nicht existitt, die im Besitze eines Normal alkoholomettrs und dadurch im Stande wäre, die Streitigkeiten zu entscheiden. Dem Abg. Di. Braun, dein Hr. Henze seine Petition übergeben hatte und der Präsident des Reichskanzleiamtes, Hr. Dr. Delbrück, sollen sich Dem Anträge günstig ausge­sprochen haben.

März

Kesi>nl>ere?

Heiai!

Bett ess: Die öta

Wir bringen kenntniß, daß Ti am 23. v. M.voi Mt Gießen 1 Met worden I

Eießen, am 11 Großherzogliche

__________SL

iöffüll

Der Bedarf ar Wen für das folt1 1110 1876/77 soll

Mittwoch 1 Bonn an Vorderhause on den Wenigsti sieben werden, w tobet

Eießen, den 12 Großherzoglich

I. __Op. Öaliffiifc Wir bringen

Kenntnis,, daß 0 Mltestrüe MchkZ. ließen, Lich. Hnng mt> von -lesen E Düdcl^heim zur !ll Gießen, den 10.

1248) Dir a

Gemeindet "lese und Tam L WeHolj-Veff Große,i-BM

Bürgerm __Wc

Berstei AHM»

zu Gr! feit«, t

in Accor

*: p flafftrar6ei, Äotn

de» 11. ,