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beit, daß die gegenwärtig im Besitze der türkischen Armee befindlichen Positio­nen von den Serben wieder besetzt werden; jede Einfuhr von Waffen und Munition in die beiden Fürstenthümer ist zu untersagen, desgleichen der Zuzug von Freiwilligen ans dem Auslände wirksam hintanzuhalten; der serbischen und montenegrinischen Regierung soll untersagt werden, den benachbarten aufständi­schen Provinzen irgend welche Hülfe zu leisten.

Konstantinopel, 13. October. Die Pforte hat den hiesigen Vertre­tern der fremden Mächte eine Mitrheilung zustellen lassen, worin'die neu zu begründenden Institutionen der Türkei aufgezählt und entwickelt werden. Eine gesetzgebende Versammlung, gewählt von den Einwohnern der Hauptstadt und den übrigen Verwaltungs-Bezirken, soll alljährlich drei Monate in Konstantino­pel tagen, um das Reichsbudget und die Stenern festzustellen und neue Gesetz- Entwürfe zu berathen. Außerdem soll eine andere Versammlung mit dem Wirkungskreise eines Senates geschaffen weiden. Gegenwärtig arbeitet eine Commission hoher mohamedanischer und christlicher Würdenträger unter dem Vorsitz von Midhat Pascha ein Gesetz aus, wodurch die Functionen obiger beider großen Körperschaften näher bestimmt werden. Die Commission ist fer­ner mit der Berathung eines Gesetz-Entwurfs beschäftigt, betr. die Reorgani­sation der Provinzial-Verwaltuna. Die Reorganisation wird alle Bestimmungen des Gesetzes über die Vilayets zur Ausführung bringen und ferner darauf ab­zielen, daS Wahlrecht in großem Maßstabe auszudehnen. Die Generalräthe der Provinzen sollen die Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen überwachen. Während der Zeit, in welcher die Generalräthe nicht versammelt sind, sollen die Executivbeamtcn durch Verwaltungsbeamte überwacht werden, welch' letztere gleichwie die Generalräthe von der Bevölkerung gewählt werden. Schließlich wird in der Mittheilung an die diesigen fremden Gesandten bemerkt, daß die in obiger Weise beabsichtigten Institutionen den bezüglichen Wünschen der Mächte entsprächen, Garantieen für eine gute Verwaltung darböten und eine gründliche Besserung derselben herbeiführen würden.

Pera, 12. October. Die Pforte hat Waffenstillstand bis zum 15. März beantragt und gleichzeitig an die Großmächte das Ersuchen gerichtet, betreffs Regelung der einzelnen Punkte ihrerseits Officiere zu delegiren; die türkischen Befehlshaber werden beauftragt, sich mit letzteren, sowie mit den serbischen und montenegrinischen Truppenführern in Einvernehmen zu setzen. Die Demar- cations-Linie soll auf Grundlage des derzeitigen Besitzstandes festgestellt werden, doch wäre die türkische Regierung bereit, ihre Positionen auf serbischem Gebiete zu räumen, falls man sich von serbischer Seite verpflichten würde, dieselben nicht zu besetzen.

Gießen, 14 Octobr. Auszug au« den Sitzungen der Großherzoglichen Handels- kammer vom 29. August und 3. September 1876.

Anwesend: Der Vorsitzende Hornberger und die Mitglieder Noll, Georai, Koch, Liebrich und Silbereisen. * '

Die Eingänge werden theils zu den Akten genommen, theils der Bibliothek und der Casje überwiesen, theils zur Eirculation bestimmt.

Ein Schreiben der Handels- und Gewerbekammer von Oberbayern betreffend die Gewichtsabruuduug bei Wagenladungsgüteru führt zu dem Beschluß, an das Reichs- Eisenbahnamt eine Eingabe zu richten, in welcher im Interesse deS Handels und Ver­kehr- zu befürworten sei, daß statt der oe^enwärtigen Berechnungsweise der Fracht bei Wagenla'oungsgütern, wonach jeder 100 Kilo übersteigende Theil des Effectwgewtchtes für volle 100 Kilo gerechnet wird (§. 32 des Eisenbahnbetriebsreglements), daS frühere Berhältniß, nämlich die Berechnuugsweise nach Zehntel-Centnern wieder eingeführt werde, und daß die Rückkehr zu einer btm früheren Berhältniß entsprechenden Gewichts­abrundung auch für Stückgüter wünichenswertb sei.

Bezüglich des die zukünftige Eisenbahnpolitrk Deutschlands betreffenden Punkte- oer Tagesordnung beschließt die Kammer, nach Anhörung des von den Herren Georgi und Silbereisen erstatteten Gutachtens, letztgenannten Herrn anheimzugeben, ihr Referat Berücksichtigung der Eventualität der Erwerbung der Eisenbahnen durch das Jteid) zu vervollständigen, und dasselbe dann unter den Mitgliedern vor weiterer Berathung und Beschlußfassung circuliren zu lassen.

Serbien.

Belgrad, 10. October. Nach amtlichen Nachweisen beläuft sich die Zahl der in serbische Kriegsdienste übergetretenen Oesterreicher (flavischen Stam­mes) auf 10,000 Köpfe. Deren Stimmung ist aber jetzt, da sie von den Russen ganz in den Schatten gestellt sind, nichts weniger als rosenfarben. Wie dreist und hoffärtig treten dagegen die 6000 Rusten auf? Das klirrt und raffelt, rennt und läuft, schimpft und flucht in den Straßen herum, daß man sein eigenes Wort nicht versteht. Sie haben Geld wie Heu und sind grob wie Bohnenstroh! So will es aber der Serbe haben, er merkt hieraus, daß er dem Rusten und nicht der Rüste ihm zu Dank verpflichtet ist; außerdem weiß man, daß die Rusten in Zukunft nicht von den Serben abhängig sein werden, ihre Stellen bei der Armee bleiben ihnen offen, sie behalten eine gesicherte Exi­stenz, während die unglücklichen Oesterreicher später an dem Hungertuche nagen oder sich zu jeder Stellung bequemen müsten, die das Ministerium in einer Anwandlung von Großmuth ihnen aubietet. DiePoltt. Corresp." meldet, die serbische Kanonengießerei arbeite auf das Angestrengteste; preußische Arbeiter aus Spandau seien bereits eingetroffen.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Dänemark.

Kopenhagen, 11. October. Anläßlich der Budgetverhandlung griff Berg das Ministerium heftig an und forderte dastelbe auf, abzutreten aus Rück- fickten auf die innere und äußere Politik, sowie auf die Dynastie, da kein an­derer Ausweg aus der vorhandenen Krise möglich sei. Estrtip antwortete, das Ministerium wolle gern abtreten, aber nicht vor Männern weichen, die einen Befestigungsplau aufgestellt, dem sie selbst keinen Werth beilegen könnten. DaS Folkething repräsentire nur einen Theil des Volkes; die Dynastie sei zu erha­ben, um als Gegenstand der Erörterung zu dienen. (H. N.)

KürLri.

Konstantinopel, 12. October. Die Seitens der Pforte aufgestellten Bedingungen für den Waffenstillstand sind folgende: Es soll verhindert wer-

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~ October. Dem Bremser an der Köln-Gießener Bahn, Gottfried Schäfer, ein Gotin, Eduard Ludwig Jakob, geb 5. September.

Denselben. Dem Bürger zu Londorf und Kutscher dahier, Johann Ludwig Olcmotz. em Sohn, Karl, geb. 24. September.

Denselben. Dem Gastwirth dahier, Friedrich Wilhelm Lauterbach, eine Tochter, Elise Auguste, geb. 15. August.

Denselben. Dem Bürger zu Dorfgill und Schneider dahier, Heinrich Muhl, eine Tochter, Anna Katharine, geb. 13 August.

Denselben. Dem Bürger zu Nister und Schlosser dahier, Peter Giehl, ein Sohn, Heinrich, geb. 7. September.

aeriditetT mHiraTpn ^enerroe6r) Ku8 Massachusets wird berichtet, daß da« neu ein- ley College dem berühmten Basar College in einer Beziehung ent

$bcn nx" ®T^tcrc5 bat nämlich eine Feuerwehr aus seinen weiblichen TrrDamen-Feuerwehr-Corps nicht etwa allein des­halb errichtet worden, um die Gebäulichkeiten des Erziehungshauses resp. Pensionats

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felbft bei rimm auSbrechendcn Feuer zu schützen, al» vielmehr deshalb, um den iunae» D?mcn möglichst in praktischer Weise beizubringen, wie sie sich später in ihrn eiaene« Häuslichkeit einem solchen Unfälle gegenüber zu verhalten haben. Die Anstalksleitun« geht von dem Grundsätze aus daß die meisten Feuer namentlich in Wohn- und son- st,gen Pilvathausern am schnellsten und sichelsten gleich bei ihrer Entstehung ,u löschen lind, wenndie bemtdben nahen Personen Kaltblütigkeit genug bewahren, um die Sache gleich richtig anzufassen und die geeignetsten Maßregeln zur Verhütung und Ausdrei- tung des Feuers ergreifen «zu können. Diese Kaltblütigkeit Lat aber nicht Jeder und namentlich wird sie selten bet Frauen und Mädchen der besseren Stände gesunden die ia gewohnt sind, dergleichen lediglich als Männerarbeit zu betrachten. Don diesem Standpunkte aus ist das wohl noch nicht dagewesene Vorgehen der Anstalt entschieden "l^^lknnung zu betrachten und cs wäre sehr wünschenswerth, wenn auch bei uns nicht allein in ähnlichen Anstalten, sondern überhaupt auf den Schulen den Kindern nahe gelegt würde, wie sie sich solchen Unfällen gegenüber am Besten zu helfen haben ~ obenerwähnten Wellcsley College sind zwanzig Handspritzen durch das

ganze Gebäude vertheilt und daneben je sechs Eimer Wasser stets bereit gehalten Jcve solche Spritze hat eine Bedienungsmannschaft oder vielmehrDamenschaff, he, stehens aus sechs stingen Mädchen, deren eine eine Art von Lieutenantsstelle einnimmt

c,,. 1, er lolchen Kompagnie außerdem ein ebenfalls weiblicher Kapitän als erster Befehlshaber vorsteht. Die Kompagme-Mitglieder sind förmlich einexercirt und cS ist ihnen die Handhabung der Spritzen, das Zubringer, von Wasser re. beigebracht urb geläufig gemacht. Die ganze Brigade wird von einem Director (Superintendentf und einem Secretar geleitet. Außerdem sind die Damen auch mit den größeren HilfSlei, lungen an dem Lchlauche einer Dampfspritze vertraut gemacht und in ähnlicher Art abthcilungsweisc organisirt. '

(Die Reformation das größte Unglück?) Eine junge Dame äußerte einmal in Gegen- roOltt» ;L,e' ®tneral.ü Radowitz:Die Reformation ist das größte Unglück, welches icmals über uns verhängt worden; seit jener Zeit hat Deutschland aufgehört, Deuiich- land zu sein Der tief religiöse General erwiderte: Sie irren, mein Fräulein I Sie irren nicht nur, sondern Sie lästern geradezu die Vorsehung. Diese Reformation ist die mächtigste und fruchtbarste providentielle Erscheinung des letzten Jahrtausends. Mag sie immerhin Deutschlands politische Kraft für geraume Zeit gebi ochen die äußere und innere Einheit zerissen Haden, so hat sie doch Deutschland erst zum eigentlichen Hebel und Mittelpunkt, zum prooidentiellen Ferment der allmäligen Civilisatton der ganzen Welt erhoben, was auch dagegen Franzmanns Eitelkeit und Englands Stolz emwenden inoge. Der durch die edlen Söhne St. Benedicts von Nursia aus der Bar- barei Trümmern geretteten Wissenschaft und Literatur der alten Welt wurde durch die Reformation ein neues, fruchtbores Leben verliehen; ihr allein veldanken sie alle Tiese, Würde. und ohne sie wären ein Lessing, ein Göthe, Ihr Schiller umnög- lick. Auch d,e Kirche durch bte verhangmßreiche Appellation an die Vernunft dlutia m zwei Kirchen zerrissen, hat sich zu Gedanken und Prüfungen erhoben, wozu sie nie« mal« gelangt sein würde wenn sie nur eine Kirche geblieben wäre. Und dieses so häuftg mißverstandene und falsch gedeutetePrüset Alles" wird am Ende der Prüfungen iu,de- allgemeinen Ueberzeugung führen, daß nur eine wahrhaft christliche Kirche möglich ist und die zwei Kirchen werden wieder zusammenfließen. Wann? Das weiß nur Der, der alles weise und gnädig lenkt "

Speyer, 6. Oct. Eine gestern stattgehabte Versammlung in Sachen der Wan« femer Zeit gewählte Komitö berichtete über seine Lhatizkeit Folgendes: 1- Daß die Stadtbeqörde durch unsere Aaiiation veranlaßt wurde den Beschluß zu fassen, die städtischen Lokalitäten nicht mehrzur Abhaltung von Waarenversteigerungen auswärtiger Geschäftsleute herzugebcn; 2) daß die Lokal- Presse derartige Publikationen zurückweisen w-id; 3) daß die Herren Notare und Ge­richtsvollzieher, soweit thunlich, das Zustandekommen solcher Geschäste erschweren werden; 4) daß alle Rechtskonsulenten und Geschäftsagenten sich bereit erklärt haben, derartige Auftrage nicht anzunehmen; 5) dstz iämmtliche Wirthc, circa 50 an der ^ahl, '^ Lokale nicht mehr zu solchen Zwecken abgeben. Die Versammlung nahm diese Mit Heilungen nut Beifall auf und beauftragte das Comitö, welche? als ständiges ge­wählte wurde, besonders auch dafür zu wirken, daß die Besitzer allenfalls frc iwerdenocr Privatlokale solche zum Zweck von Ausverkäufern rc. verweigern-

Wenn in neuerer Zeit von maßgebender Stelle dem weltgeschichtlichen Humore Rechnung getragen wird, dann darf sich der gewöhnliche Erden- und Staatsbürger demselben nicht verschließen, sondern hat ihn dankbaren Herzens entgegen zu nehmen Oesterreichs Völker werden im Augenblick von schwerer Sorge betroffen , hier der Ausgleich mit Ungarn, dort die immer drohender werdende orientalische Krisis inmitten aber des Meeres von Sorgen sitzt gelassenen Sinns Fürst Adolph AuerSberg, Oesterreichs Premierminister, und stickt, stickt höchst eigenhändig schöne neue Teppich, muster und Altardecken für Dorfkirchen in Rieder-Oesterreich. Wie österreichische stei- tungen melden, ist er neulich erst nach Maria-Zell gereist und hat einen von ihm selbst gestickten prachtvollen Teppich für den Hauptaltar der dortigen Kapelle gespendet Es mag ein rührendes Bild sein zu sehen, w'e der österreichische Ministerpräsident bei dem Vorsitz im Mmisterrathe plötzlich die Sticknadel hcrvorholt, um in den Ernst der Staatsgeschäfte die bunten Wollrosctten der Andacht zu weben. Der Fürst jedenfalls ist gehoben von dem Gefühl, daß er selbst im schlimmsten Falle, wenn er einst dem Ministerportefeuille entsagen mußte, noch im Stande ist, der Welt durch feiner ehrlichen Hande Arbeit zu beweisen aus welchem Holze die Männer geschnitzt sind, aus dem man in Oesterreich Ministerpräsidenten macht

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Geborene.

3. Oct. Friedrich Karl, S. des Kaufmanns Friedrich Müller II. 2. ^ss- Hanna , T. des Porzellanmalcrs Johann Simon. 6. Heinrich Martin, S. des Fa- bnkarbetters Heinrich Schon. 7. Marie, T- des Schuhmachers Karl Bera- «? f/n ^^m'isters August Hilgardt. - 6. Wilhelm Daniel Johann,

®- des Weichenstellers Wilhelm Schwall. - 4. Johann Georg Ernst Friedrich, S de« Buchbinders Johannes Hauser. - 5. Anna Marie, eine unehel. T- von Auswärts. - ^S°Ph'e. eme unehel. T. von Auswärts. - 8. Karoline, T. de» Kaufmanns August Montanus. 8. ?, T- des Stationsbeamten Heinrich Schaumann. 11. ?, T. des Bautechnikers Ferdinand Broel. - 12. Louis, S. des Taglöhners Ludwig Leukel.

- Gestorbene.

9 m Oct- Heinrich Anton S. des TaglöbnerS Heinrich Schultheis, alt 9R er 11 ct ermann, S. des PorzellanmalerS Ernst Gebhardt, alt 2 M.

F°nnh E efrau des Professors Dr. M. Perl«, geb. Sack, alt 26 I. 3 M. 5 T. 11. Wrlhelmine Wiessel, alt 2 M. 21 T.

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Freitag ben 20. dieses oon Morgens 9 Ui; I )l!m im Bellnhäaser Jnsn I Wag Eichelschule, circa 8ul I Tannen-Abschnitte ro I N und 16-36 Cwtr. I I mund Stelle meistbietend r Mnhausen, den II. Octc Vorstand der Unteres -----S- i ö m e.

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Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich Sf Cv. in Cassel über­nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschland« und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d.Casseler Lagespoft".)

Auszug aus den Slandesamlsregistern der Stadt Gießen.

Vom 6. Oct. bis 13. Oct. 1876.

~ Eheschließungen.

- Oct. Der Jnstitut«vorsteher, Dr. Philipp Franz Kübel, mit Georgine

Sophie He ene Zimmermann. - 13. Der Tüncher Wilhelm Färber au6 Weilburg mit Äatpartne Gtlberg aus Wellburg.