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welche in der folgenden Nummer Aufnahme finden sollen, bitten wir bis Vormittags 11 Uhr aufgeben zu wollen. Größere Inserate wolle man einen Tag vorher aufgeben. Um den Satz rechtzeitig fertig zu stellen ist diese Bestimmung unerläßlich.

Die Expedition.

Briefkasten.

Herrn C. K. Ersuchen um gefl. Erklärungen über die Notiz von Vergeßlich­keiten. Im anderen Falle mehr. Die Red.

österreichischen Militär-Attache v. Bechtolsheim zu sich rufen lasten und mit ihm auf das Wohl des Kaisers Franz Joseph anzustoßen.

Auf eine Interpellation wegen Besetzung der erledigten Kanonikate in Olmütz erwiderte der CnltuSmiuister, mit der Besetzung dieser Stellen sei zu­gleich auch die Reorganisirung des Metropolitan - Capitels in Aussicht genom­men; erstere sei sonach keineswegs durch irgend welchen Einfluß eines gesetzlich nicht berufenen Factors aufgehalten, werde vielmehr unter Anwendung aller bestehenden Vorschriften in nicht ferner Zeit dem Sinne des Gesetzes gemäß erfolgen.

2Sten, 12. December. Einem Telegramm derPresse" aus Pesth zu­folge gilt in dortigen Abgeordneten-Kceisen die Situation nach dem gestern ge­haltenen Ministerrathe als getrübt; die Demission des ungarischen Cabinets scheine bevorzustehen.

Wien, 12. December.Presse,"Tages-Presse" undDeutsche Zeitung" enthalten folgende, auf eine hiesige türkische Quelle zurückzuführende Meldung:Trotz der Nachrichten über eme eventuelle Annäherung zwischen den Cabineten von London und Petersburg bezüglich einer Verständigung über die Occupution der slavischen Provinzen des türkischen Reiches versichert man dennoch in hiesigen wohlunterrichteten Krchen, daß die türkische Regierung eine Occupation unter keiner Form zulasten werde, weder durch Rußland, noch Eng­land, noch Oesterreich. Die Pforte will sich unter keiner Bedingung von den Principien des Pariser Vertrages trennen und ist daher entschlossen, jedes Project einer fremden Occupation als Kriegs-Erklärung zu betrachten.

Pesth, 11. December. Die Eonferenz der liberalen Partei hat mit großer Majorität den Gesetz-Entwurf wegen Ankaufs der ungarischen Ostbahn genehmigt, die Entscheidung betreffs etwaiger Proceßsührung dem Ermessen jedes Einzelnen überlastend. Die Regierung sprach sich entschieden gegen ehe solche aus.

Nußland.

Petersburg. In Folge einer Aufforderung der russischen Regierung haben sich von den in Warschau lebenden 200 Aerzten 86 bereit erklärt, für den Kriegsfall den militär-ärztlichen Specialdienst zu versorgen. Vier Aerzte haben sich in die active Armee einreihen lasten und sind bereits in'S Haupt­quartier nach Kischenew abgereist. Das Ministerium der inneren Angelegen­heiten läßt durch einen Beamten in allen Gefängnissen Rußlands brauchbare Handwerker aussuchen, welche in den Werkstätten der Intendantur zu Peters­burg, Moskau, Kiew rc. verwandt werden sollen.

Auf den Strandbatterieen bei Odessa werden die Schießübungen nach schwimmendem Ziel täglich fortgesetzt. Auch mit der Legung von Torpedos wird täglich fortgefahren. Von den bereits gelegten sollen 8 Stück 50 Pud zu 40 Psd., also das Stück mit 2000 Pfd. Pulver gefüllt sein; die übrigen mit 1, 2 und 3 Pud. Im Ganzen sollen 600 Stück gelegt sein.

In Otschakow sind sämmtliche Kasernen mit den Batterieen durch Schienenstränge verbunden worden, auf welchen Truppen, Kriegsmaterial und die schwersten Geschütze transportirt werden können.

Riga, 10. November. Wie der Rigaischen Telegraphen-Agentur aus Dünaburg gemeldet wird, ist der Güterverkehr auf der Bahn von dort nach Wilna und Warschau, welcher in den letzten Tagen eingestellt worden war, jetzt wieder in seinem bisherigen Umfang ausgenommen.

Türkei.

Konstantinopel, 11. December. General Jgnatieff hatte heute früh wiederum^ eine Besprechung mit Marquis Salisbury; Rußland und England scheinen sich gegenseitig Zugeständnisse zu machen. Heute hat auch die erste Versammlung der fremden Conserenz-Bevollmächtigten bei Jgnatieff stattgesun­den. Gleich den englischen Diplomaten werden auch die Vertreter der übrigen Mächte vom Sultan in Privat-Audienz empfangen.

Konstantinopel, 12. December. Die gestrige Versammlung der Eonferenz-Bevollmächtigten bei General Jgnatieff hatte nicht den officiellen Eharacter einer Vor-Conferenz, sondern wurde nur zum Zwecke eines Jdeen- Austausches gehalten, dessen Eindruck ein befriedigender war.

Krankreich.

Paris, 11. December. Nach der heutigen Sitzung der Deputirten- Kammer begib sich Robert Mitchel (Bonapartist) zu demChocolatier" Menier, um ihn im Namen der Granier der Cassagnac, Vater und Sohn, zu bitten, den Zwischenfall, zu welchem der junge Cassagnac (Paul) Anlaß gegeben, aus dem Sitzungsbericht streichen zu lassen. Menier ging aber darauf nicht ein. Er erklärte, daß es in der Kammer nur Deputirte gäbe, daß er aber, da man Privat-Angelegenheiten in Anregung gebracht, darauf bestehe, daß die ganze Scene im officiellen Bericht wiedergegeben werde; geschehe dieses nicht, so werde er in der nächsten Sitzung reclamiren und erzählen, aus welche Weise ihn Granier Cassagnac Vater um 9000 Frcs. gebracht.

Paris, 11. December. Die Vorsitzenden der Fractionen der Linken so­wohl des Senats wie der Deputaten-Kammer haben sich an die Präsidenten des Senats und der Deputirten-Kammer mit der Bitte gewendet, bei Marschall Mac Mahon Schritte zu thun behnss Beschleunigung der Lösung der gegen­wärtigen Krisis im Sinne der Majorität. Mac Mahon hat heute Vormittag den Senats-Präsidenten Herzog Audiffret-Pasquier empfangen. Die Linke faßte den Beschluß, die Berathung des Budgets der Einnahmen nicht abzuschließen, bevor ein republikanisches Cabinet gebildet sei.

Paris, 12. December. Das Gerücht findet Glauben, Mac Mahon wolle ein Kammer-Auflösungs-Cabinet aus Mitaliedern der R-ckt-n M-h»«

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Rom, 11. December. Der Minister des Auswärtigen, Melegari, ist vorgestern von einem Schlaganfall getroffen worden, befindet sich aber wieder auf dem Wege der Besserung.

Portugal.

Liffabon, 11. December. In Folge von Regengüssen sind die Flüsse Tajo und Mondego über ihre Ufer getreten und haben weite Flächen Acker­land überfluthet; durch die Ueberschwemmung ist auch die Eisenbahn von Badajoz nach Ciudad-Real zerstört und die telegraphische Verbindung mit Spa­nien unterbrochen.

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Konstantinopel, 12 December. DieAgence Havas" meldet: Die erste Präliminar - Versammlung der Conferenz wurde gestern unter dem Vorsitze Jgnatieff's abgehalten und kam über folgende Punkte, welche später officiell sanctiolfirt werden sollen, überein. Für Montenegro wird eine Recti- fication der Grenzen und Znlegung von z.völf Districten bewilligt, erstere soll durch eine in Ragusa zusammenlretende internationale Commission festgesetzt werden. Der Fürst von Montenegro soll nach Konstantinopel gehen und dem Sultan huldigen. Was Serbien anbetrifft, so solle sein Gebict von den Türken evacnirt, die Gefangenen^ zurückgegeben und rer Waffen-Stillstand bis zum Friedensschluß verlängert werden. Auch eine Rectification der Grenzen, die definitive Cession von Klein-Zwornik an Serbien mit einbegriffen, ist in Aussicht gestellt. Es ist größte Höffnung für allseitiges Einvernehmen vor­handen. Salisbury ist sehr versöhnlich gestimmt. Man versichert, Jgnatieff sei mit einer Occupation Bulgariens durch neutrale Mächte, wie z. B. Belgien -der die Schweiz, einverstanden.

N«mänie».

Bukarest, 12. December. Der ehemalige Minister und rumänische Agent in Wien Costaforu ist gestorben.

Amrrit«.

New-Uvrk, H. December. Zehn Schwarze, welche auf Grund der Beschuldigung,' einen Weißen ermordet zu haben, in Louisville (Süd-Carolina) ergriffen und verhaftet waren, wurden den Händen des Sheriffs entrissen und sämmtlich erschossen.

New-Nvrk, 12. December. Das Bundesgericht Süd-Carolinas ent­schied : der oberste Gerichtshof des Staates Süv-Carolina sei für die Entschei- dungeii über die Handlungen des Wahl-Control-Comitös competent.

Washington, 11. December. Bei einer Unterredung mit einem Correspondenten derAssociated Preß" drückte Präsident Grant sein tiefes Bedauern über die Haltung aus, welche die demokratische Partei angenommen habe und kundgebe. Die Absendung von Truppen nach dem Süden sei mit Rücksicht auf die zahlreichen politischen Mordthaten absolut nothwendig gewesen. Er werde alle Bürger ohne Ausnahme gegen Gewaltthaten schützen und habe alle Ursache zu glauben, daß gegenwärtig im Süden Alles ruhig sei. Auf eine bezügliche Anfrage des Correspondenten erwiderte Grant, die augenblicklich in Washington anwesenden Truppen seien 800 Manu stark; sobald sich indeß die Nothwendigkeit dazu ergebe, werd? er solche verstärken. Der Präsident schloß die Unterredung mit folgenden Worten:Wir werden Frieden haben, selbst wenn wir uns schlagen müßten, um denselben zu erhalten."

Washington, 11. December. Dem Repräsentantenhause ist eine Bill zugegangen, wodurch der Ankauf von Silberbarren beantragt wird behufs Ausprägung von Dollars, die als gesetzliches Zahlungsmittel für alle Schulden Geltung haben sollen."

Lokal-Rotiz.

Gießen, 13. Dec. I« unsrer Dienstags-Nummer versprachen wir einen Bericht über die Leistungen des Europäischen Damen-OrchesterS in den Concerten am Sonntag und Montag in W enjel' s Garten zu bringen. Wir sind heute in der Lage zu versichern, daß beide Concerte sehr besucht und ^»"'2 ganz ausge-

f , - r mie dils tatsächlich der Fall, die Kapelle ganz

vorzüglich spielt, so ift zu bedauern, baß wir genotdigt sind, unfern Lesern mit- zutherlen, daß vas Europäische D a m e n - O r ch eft er vollständig hier uf6 eh ort hat als solches zu eristtren. Wie uns mitgetheilt worden, sind die schlechten Zeiten, das Durchbrennen eines Casslers in den Niederlanden f-.w Schuld daran, daß die Gesellschaft in der letzten Zeit mit einem Deficit arbeitete, dessen Ende nicht ausbleiben konnte. Gießen hatte, wie schon öfters das zweifelhafte Glück, der Schauplatz solch trauriger Katastrophen zu sein. Und traurig, im vollsten Sinne des Wortes, sind die Verhältnisse des Damen-Occhestecs vfp^bfern$aS^ Stelle man sich nur einfach v-r Augen: In Hannover wurde die Gesellschaft durch Herrn W. Wenzel mit 800 Mk. ausgelöst, welche hier bei dem recht lebhaften Besuch wieder retourbezahlt werden mußten, so » die in den hiesigen Hotels gemachten Rechnungen nicht gedeckt werden konnten. In Folge dessen Beschlag resp. Versatz auf die Instrumente. Ferner liegt die Directrice in Hannover im Spital an e.ner Augenkrankheit darnieder. Der Kapellmeister Ambrosi erklärte nicht mehr dirigtren zu wollen, dazu keine Garderobe, welche s. Z. so brillant war und rum größten Theil in Amsterdam im Pfandhaus ist u. s. w., kein Pfennig Geld, da die Gage für die einzelnen Mitglieder schon seit Monaten nicht bezahlt werden konnte, so haben unsere Leser ein Bild der Traurigkeit, wie es sich für Damen nicht schlimmer gedacht werden kann.

Wir lenken die Aufmerksamkeit unserer Leser auf die Anzeige des hiesigen Kriegeroereins im Jnserateutheil und können uns nicht versagen, dem Verein unsere Anerkennung dafür auszusprechen, daß er bestrebt war, für »ie Feier seines 2. Stif­tungsfestes eine Form zu finden, welche wesentlich von der vorjährigen abweicht: vorerst verweisen auch wir auf das demnächst erscheinende Programm. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß dem Vereine eine Stiftungsfeier nur durch die bekannte Liberali­tät des H-rrn W Wenzel ermöglicht worden ist, welcher seinen Saal unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat obwohl nach den Anschauungen Anderer bei Bier nur fürs Gas gearbeitet und nichts verdient wird. Es zeigt sich hier wieder schlagend, daß wenn auch Hr. Wenzel als Geschäftsmann ein so gutes Geschäft als möglich ni machen sucht, er doch auch die größte Rücksicht auf besondere Verhältnisse zu nehmen weiß und nimmt. _g.

--Ein grausiges Schauspiel bot gestern Abend gegen 5 Uhr das Wehr an der Pepp! er'schen Mühle. Drei Schiffer, einer von Lahnstetn und zwei von Wetzl'r versuchten einen großen Kahn über das Wehr nach Lollar zu bringen. In Folge der eingetretenen Finsterniß, sowie wohl auch Unachtsamkeit, gerieth das Schiff in den Strudel, der sich unterhalb des Wehres bildete und versank mit den 3 Menschen. Zwei derselben, welche nicht schwimmen konnten klammerten sich aus die aus dem Wasser ragende Seite des Schiffes, während der Dritte sich auf dem Wehr festklammerte und das Schiff flott zu machen suchte. Eine gute halbe Stunde schallten die Hülferufc durch die Nacht, bis dcn Unglücklichen Rettung mittelst zugeworfener Seile werden konnte. Furchtbar ergreifend soll die Scene der Rettung gewesen sein.

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Zugleich wird : Donnerstag faHer tereffenten der S) übrigen ßaljltage ftimmt finb.

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