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Schreiben, Hebungen im correcten mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Mun«-- vxt-rt e itnh SD w ort m A i4i zini K 413 » k .r*. r.. rr . < n , . » _

spräche und Rechnen, wobei namentlich auf die Bedürfnisse des bürgerlichen Leben« unixl^'" i,w 6

Rücksicht genommen wurde. In nicht wenigen Gemeinden wurde außerdem UntertiÄ t n b««ntttl «(Stäfa

in der Geschichte, Geographie, Naturkunde rc. ertheili. Der Besuch der Schulen wm ein tm Ganzen recht be rtebtgenber. In weitaus den meisten Gemeinden nahm di M Pflichtige Jugend mit Elfer und Regelmäßigkeit an dem Unterrichte Theil und nur de» w jta aus einzelnen Gemeinden, wie z. B. a u s G i e ß e n , sind Klagen über große Unregel- V» maß'gkeil im Besuche laut geworden. Als besonders erfreuliches Zeichen mag hervor- $fla, «Äü Aphnnpn m#»rnpn bnb tn titmf mpntnpn Aliar« k .... o- _ . r « « « v nünl-u . <

Die Thronbesteigung Abdul Hamid'» II.

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Darmstadt, 11. Sept. Im verflossenen Winterhalbjahr sind auf Grund des Artikels 16 des Volksschulgesctzes in den meisten Gemeinden des Grohherzogthums Fortbildungsschulen für die männliche Jugend errichtet worden- Wur in etwa 80 Ge meinden mußte von der Errichtung solcher Schulen abgesehen werden, theils weil in diesen Gemeinden eine zu geringe Schülerzahl vorhanden war, theils weil Schulstellen Nicht besetzt und daher die erforderlichen Lehrkräfte nicht vorhanden waren. Im Ganzen wurden etwa 18,000 Schüler in den Fortbildungsschulen unterrichtet.

Der Unterricht begann in den meisten Gemeinden Anfang oder Mitte November und dauerte bis Mitte oder Ende März. Er erstreckte sich vorzugsweise auf Lesen,

Bersteiger fitfuniitii

Lienstafl den 19 8 Nachmittag - die diesjährige ! Rumen aus dem Schul

Garten u. s. ro. Ar Zusammenkunft ktm aus dem Scüul Netzen, am 14 Sepl 'herzogliche Bürge A. Bra

gehoben werden, baß in nicht wemgen Gemeinden ältere, der Fortbildungsschule bereits entwachsene Jünglinge an dem Unterrichte sich freiwillig und in sehr reaelmäßiaer nnb strebsamer Weise betheiltgten, z. B- tn Stockstadt 11, in Erbach 7 in Bodenheim 3 tn Hahnheim 8, in Lörzweiler 6 bet im Ganzen beziehungsweise 34, 11, 9, 22 19 Schü­lern rc. Das Betragen der Schüler gab zwar hier und da, namentlich tm Anfang des Unterrichts, zu Klagen Veranlassung: im Ganzen ist dasselbe jedoch als gut au bezeichnen und sind namentlich strengere Strafen gegen Schüler nur in sehr weniaen Fällen erforderlich gewesen.

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Auch die Erfolge des Unterrichts in den Fortbildungsschulen waren zufrieden­stellende- Bei Beurtheilung derselben muß berücksichtigt werden, daß in dem verflossenen Winlerjahr an dem Unterrichte gesetzlich Schüler Thell zu nehmen hatten, welche bereits ein, resp. zwei Jahre aus der Schule entlassen waren. Es galt daher bei diesen Schü­lern zunächst, das früher Gelernte wieder aufzufrischen und zu befestigen, und dieses Ziel ist wohl in allen Fortbildungsschulen erreicht worden. Weiter gehende Erfolge wurden namentlich da erzielt, wo die Lebrer durch richtige, den Fähigkeiten der Schüler entsprechende Behandlung des Unterrichtsstoffs, durch anregende Lebhaftigkeit und Frische im Vortrage das Interesse der Schüler zu wecken und dauernd zu fesseln wußten.

Durch die tm vergangenen Winter gemachten Erfahrungen sind die von manchen Seiten erhobenen Zweifel über den möglichen Erfolg des Unterrichts in den Fortbil­dungsschulen zur Genüge widerlegt worden. Es hat sich auch in denjenigen Gemeinden, welche sich der Einführung der Fortbildungsschulen nur mit Widerstreben fügten, mehr und mehr die Ueberzeugung Geltung verschafft, daß diese Schulen für die Bildung der Jugend, insbesondere für feste und dauernde Aneignung des in der Volksschule Ge­lernten von großem Werthe sind. (£>. atg.)

(Der Nachtassessor.) Es gibt in Berlin und anderswo sicher auch Söhne, von denen man ähnlich wie von den Vögeln unter dem Himmel sagen tarnt: sie säen nicht, sie ernten nicht, und ihre vermögenden Väter ernähren sie doch". Zu diesen glücklich fituirten Nichtsthuern gehört unser Nachtassessor, nebenbei bemerkt, ein Jüngling reiferen Alters, von biftinguirter Persönlichkeit. Schon als er noch die Bänke in der Quarta des Gymnasiums drückte, beutete sein Vater mit dem brillantberingten Finger auf ihn und raunte seinen Nachbarn stolz in die Ohren:Mein Sohn mutz Minister werden!" und in der That hat der talentvolle Sohn mit dem Reichskanzler jetzt schon bas gemein, daß er auch Otto heißt und der Wind schon stark über die Stoppeln seines Hauptes gegangen ist. Sein Motto lautet seit Jahren:Des Nachts will der Mensch seine Ruhe zum Trinken haben und bei Tage gehört er in's Bette " Dazwischen fallen einige unbewachte Augenblicke, die er benutzt, um an feinem Examen zum Ftnanzminister zu arbeiten. Vor Kurzem hat nun der Vater zum letzten Male den Sohn und bann zum ersten und zugleich zum letzten Male das Zeitliche gesegnet- Dadurch ist der Sproß der erlauchten Familie in den Besitz eines so horrenden V r- mögens gelangt, daß er der Meinung war, es allein in kurzer Zeit gar nicht durch­bringen zu können. Zur Hilfeleistung bei dieser anstrengenden Arbeit hat sich nun glücklicherweise eine Gehilfin gefunden, eine Dame, die bei Lebzeiten des bekannten Ungarweinhändlers Z. im malerischen Costüm des Letzteren Gäste bedienen hals. Sie heißt Adelina, Otto lernte sie kennen, und beite überboten sich bisher tm Verpuffen des vom sparsamen Vater sreundlichst hinterlassenen Pulvers. Lina ist aber weitsich­tiger als Otto. Sie sagte in einer vertraulichen Stunde zu dem von ihr geschorenen Schafe:Otto, laß uns ein solides Geschäft etabltren, und zwar so eines, das nicht allein seinen Mann, sondern auch in hervorragender Weile dessen Frau ernährt. Drüben, an der Ecke der B . siraße befindet sich eine Wein- uno Delicatessenhanb- lung, ein Geschäft von einst blühender Gesundheit, dem aber gewissenlose Weingrotz- händler den Lebenslust abgezapft haben sollen. Prosaisch ausgedrückt: der Besitzer ist plette, das Geichäst ist zu verkaufen. Mache mich zur Besitzerin desselben, wende 12,000 Mark daran unb_ werde Du mein stiller Compagnon, daß wir der Zukunst unbesorgt entgegensehen können." Diesem Vei langen ist Otto aus mehrfachen Gründen auch nachgekommen. Er hat der schon stark getch nolzenen .Waffe feines ErbtheiU 12,000 Mark zur Anzahlung für das belicate Geschäft entnommen, und nach vier Monate langem polizeilich vorgeschriebenen Kellerschluß wegen mangelnder Concession, macht jetzt die Frau Wirthin bei den zahlreich sich einftndenden Gästen auf Ungarisch mit Der höchsten Grazie die Honneurs, Otto befindet sich bei Lina alsGast", der Jeden, der ihm nicht gefällt, an die Luft befördert. Das Finanzminister-Examen hat er fallen lassen; dafür hat er von Lina ein Portefeuille erhalten, als Champagner-Budiker.

Amerika.

New-Aork, 12. Septbr., Abends. Der Schatzsecretär kündigt die Ein- Lernfung weiterer 10 Mill. Dollars der Bonds von 1865 an.

Aumäuieu.

Bukarest, 13. Septbr. Zur Widerlegung einer gegenteiligen Nach­richt erklärt dasAmtsblatt", daß der Großvezlr die Thronbesteigung des Sul­tans durch ein in höflichen Ausdrücken abgesaßtes Telegramm an den Fürsten notificirt habe.

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*4755) Donnerstanfl' von SormittOj H tag hiesige Semei Dillen jn ^rten von mehrere mite auch mehre. Mich meistbietend «werden.

Mi, am 14. Ze, MkjoMe Bürg

Zeilgeßoi

Serbien.

Belgrad. Aus Deligrad berichtet Capitäu Archibald Forbes au die Daily News" vom 6. d.:Die Rechnung der türkischen Grausamkeiten ist überreif. Sobald die Türken in den occupirten Orten einige Flüchtlinge er­greifen, martern und tobten sie dieselben. In Djunis erzählte mir heute ein alter Mann eine schreckliche Geschichte. In einem der Dörfer an dem Abhang von Jastrebog ergriffen die Türken eine flüchtige Familie. Sie packten das kleinste Kind, spießten es, rösteten es lebendig und zwangen die Eltern, das Fleisch ihres eigenen Kindes zu essen. Dann wurden auch die Eltern abge­schlachtet. Der alte Mann bestätigt, daß er ein Zeuge davon war. Er ist ein Priester. Die Truppen waren Egypter und General Tschernajeff erzählte mir, daß dieselben schlimmer sind als die Baschi-Bozuks und die Tscherkeffcn."

Konstantinopel, H. Septbr. Auf den hiesigen griechischen Vice- Consul Polimeros wurde geschossen. Der Vice-Consul ist gefährlich an der Schulter und Brust verwundet worden. Der Attentäter konnte nicht eingefan- gen werden. Die Aufregung unter den hiesigen Griechen ist deshalb eine un­geheure. Der griechische Gesandte verlangt eklatante Genugthuung.

v (W. Abbl.)

Konstantinopel. Der im serbischen Hauptquartier weilende Bericht­erstatter derDaily News" hat eine längere Unterredung mit Tschernajeff gehabt, in welcher der General ihm versicherte, daß alle Gerüchte über eine bevorstehende Einstellung der Feindseligkeiten auf Erfindung beruhten, daß er vielmehr binnen Kurzem selbst zur Offensive überzugehen beabsichtige. Die Stellungen von Deligrad und Alexinah seien geradezu uneinnehmbar und auch die Armeen an der Drina und am Jbar würden jetzt wieder mehr in den Vor­dergrund treten, seitdem die große Anzahl der aus Rußland eintreffenden Officiere es ermöglicht habe, auch diese Truppentheile mit tüchtigen und ge­schulten Officieren zu versehen. Die herzegowinischen Flüchtlinge, welchen Fürst Nikita bei Grahowo eine Anzahl von Barackenlagern hatte errichten lasten, sind durch das Eindringen der türkischen Truppen gezwungen worden, abermals in großer Anzahl auf österreichisches Gebiet überzutreten. Die Neue Fr. Pr." macht darauf aufmerksam, daß sich in den Truppentheilen Abdul Kerim's und Mukhtar Pascha's fast gar feine Nizams oder Linientruppen befinden; aus anderweitigen Mittheililngcn sei zu schließen, daß fast die ganze türkische Armee in den Festungen längs der russisch-türkischen Grenze in Asien Stellung genommen habe.

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Gießen, 14. Sept. Die Auffüllung der Reichensanb-Bahnhofsstraße schritt im Laufe bieses Sommers ziemlich langsam, bas kann nicht geleugnet werben, vorwärts, denn es wurden mit jedem Tage nur mehrere Wagen Grund zugefahren, und die vielen Bewohner unserer Stabt und eine Masse von Fremden, welche diese Straße benutzen, um schneller an ihr Ziel (Post, Eisenbahn, Klinik rc.) zu gelangen, konnten sich bei dem steten Weiterbau der freubtgen Hoffnung hingeben, benannte Straße in einigen Jahren vollendet zu sehen; allein jetzt ist durch Beschluß der Stadtverordneten der ganze Bau sistirt, und dadurch dieses, von Vielen ersehnte Ziel in noch weitere Ferne gerückt worden. Wir können diesen Beschluß nicht rechtfertigen, weil wir es im Interesse der Stabt für dringend geboten halten, baß der Weiterbau dieser Straße nicht unterbrochen, sonbern beschleunigt wirb, denn diese Straße hat Lebensfähigkeit; sie wirb sich sicherlich zu einer frequenten Geschäftsstraße gestalten, benn wir können kühn behaupten, daß schon jetzt trotz ihrer Mangelhaftigkeit *) in einem Tage mehr Menschen tn derselben verkehren, als in der Ludwigs- und Bismarcksstraße tn eine: ganzen Woche zusammen. In diesen Straßen wird aber immer rüstig weiter gear­beitet, da wird ausgefüllt, gepflastert rc., was wir jedoch nur billigen können, denn «in unvollendetes Werk ist nutzlos und muß daher so rasch wie möglich zur vollstän­digen Ausführung gebracht werden. Da aber hochlöblicher Magistrat gewiß mit uns der Meinung ist, daß besagte Reichensanb-Bahnhofsstraße von großer Bedeutung für die Entwickelung unserer Stadt ist, da es von den neu angelegten Straßen diejenige ist, welche die meiste Zukunft hat, so hoffen wir von demselben, daß der Weiterbau dieser Straße baldigst wieder, aber, wenn möglich, etwas strammer in Angriff ge­nommen wird. Die vielen zum Theil recht großen und zu Läden eingerichteten Bauten, welche in dieser Straße in ganz kurzer Zeit schon ausgeführt und in der Ausführung begriffen sind, beweisen wohl recht deutlich, daß unsere Ansicht über diese Straße keine irrige ist. Unseres Erachtens darf also eine kleine Differenz, welche zwischen den Stadt­verordneten und zweien Besitzern wegen Abtretung von Gelände entstanden ist, dem Weiterbau durchaus nicht hindernd tn den Weg treten, da es sich dabei, wie wir hören, nur um die Kleinigkeit v»n einigen hundert Mark handelt.

--Die nächsten Sonntag und Montag seitens des hiesigen Geflügel-Ver- »ins arrangirte Lokal-Ausstellung wird den Anmeldungen zufolge sehr stark beschickt werden. Der Verein, welcher sich die Aufgabe stellt, die Geflügelzucht zu heben und dadurch billigere Preise zu erzielen, darf allem Voraussehen zufolge mit dem im Laufe dieses Jahres erzielten Resultate zufrieden fein. Sind doch von Vereinsmit- gltedern allein ca. 120 Stämme Hühner der verschiedensten und besten Racen ange­meldet worden. Die diesjährige Ausstellung soll, entgegen der vorjährigen, zugleich mehr einen Geflügelmarkt bilden. Es finden deßhalb auch keinePrämitrungen statt, weil der Verein in allzugroßer Bescheidenheit von einer solchen abstrahiren zu müssen glaubt. Dagegen ist Jedermann und namentlich unser er L and b evölk er un g Gelegenheit geboten, durch billigen Ankauf von guten Rocethieren ihre einheimischen Racen durch Blutwechsel (meld)er zur Veredelung der Zucht unbedingt nothwendig ist) zu verbessern. Wir machen hierauf ausdrücklich aufmerksam und schließen mit dem Wunsche, daß die Ausstellung reichlich besucht (das billige Entree ermöglicht es ja Jedermann) und die vom Verein ausgehende Verloosung von in der Ausstellung an- getauften Thieren lohnend werden möge-

*) Z. B. bei dem Uebergang über die Schoor ist der Zustand der Art, daß Pferd und Wagen über die Knie versinken.

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Der jetzige Palast liegt auf der Spitze der Landzunge, welche nördlich von den Fluten des Goldenen Horns, östlich und südlich vom Marmarameer bespült wird. Ehe der Eroberer Konstantinopels, Mohamed II., den Grundstein zu ihm legte, stand hier das Palastgemenge del griechischen Kaiser, hatte früher die Akropolis von Byzanz, der Tempel der Pallas, des Pofet«? von, des Dionysos, der Proserpina und der heiligen Jungfrau in abwechselnder Reihe gestanden. Die Lage ist eine unübertrefflich reizende; die ganze Herrlichkeit der Stadt, derMutter ta Welt", liegt vor dem Beschauer ausgebreitet. Ringsum schlägt die brandende Welle wollüstig ans Ufer, dringt summend und einlullend zum Ohre; ewig frische Lüfte fächeln in heißen Soir mertagen die brennende Wange. Der Palast selbst aber ist ein architektonisches Ungeheuer, cir Bautenwirrsal ohne Verstand und Ordnung, ein getreues Bild des ottomanischen Reiches, dcö keinen echten Patriotismus und keinen Baustil hervorzubringen -vermochte. In zweckloser Regll- j losigkeit ist ein Hof an den anderen, ein Haus an das nächste angereiht, wie es die Laune urD

Willkür des jeweiligen Besitzers eingab. Ein Theil brannte nieder, die Hauptbauten aber mt

den Schätzen wurden glücklich verschont. Der Hof, in welchen wir eingetreten, ist ein weitn - Raum, an dessen vier ungleichen Seiten Säulengänge vorbeilaufen. Der Spitzbogen hat fit

bei denselben mit oem Stalaktitencapitäl vermählt: auf den Leibungen prangt leichtfertig hir

gemalter Blumenschmuck, und auf den Rückwänden sind rohe Architekturfresken offene Halln mit getäfelten Böven und landschaftlichen Fernsichten hier und da angebracht. Rechts firfc die zahlreichen Küchen, welche früher der großherrliche Hofstaat bedurfte, um der 40,OMI Dchsen Herr zu werden, die jährlich verzehrt wurden: kleine runde Gebäulichkeiten mit geschmak losen Blechhauben; links der Eingang zur Hirkai Scherif Odassi, der Kammer des heilia.'ii Mantels; vor uns das dritte Thor, Bab Seadet, das Thor der Glückseligkeit, das von weifiiri Eunuchen bewacht werden soll. Die Cypressen, welche allenthalben dicht gedrängt wachse, verleihen dem Platz einen friedhofähnlichen, aber durchaus nicht unheimlichen Anblick-

Ehe Abdul Hamid sich auf den Thron zur Huldigung niederließ, begab er sich in Kammer des heiligen Mantels zum Gebete: sie trägt ihren Namen von dem Mantel d>2 Propheten, welchen dieser einem gewissen Keab schenkte, der sich nach langer Unbußfcrtigkcit zrm Koran bekehrte und einen Lobgesang auf Mohamed diesem zusandte. Außer dieser kostbarZi Reliquie befindet sich hier noch die heilige Fahne, deren Ursprung und Schicksal gleich toll: umfhittpi ist; der Bart des Propheten, den ihm sein Günstling, der Barbier Selman, riet dem Tode ab schor, einer seiner vier ausgeschlagenen Zähne und eine in einen Stein eingedruäcr Fußspur, die ebenfalls von Mohamed herrühren soll und während des Monats Ramafan m Abbildungen theuer verkauft wird. Dort verrichtete Hamid, als Nachfolger des Propheten, em langes und inbrünstiges Gebet. Denn der neue Sultan ist trotz seiner Reise nach Paris streng rechtgläubig, gar fanatisch, während Murad V. in gewissem Sinne ein türkischer Protestant w* Schooßkind jener Partei von Jungtürken war, welche mit den Reformen in der VerwaltU tx auch eine Lockerung der erstarrten religiösen Ceremonien herbeizuführen wünschten. Rach Be­endigung des Gebetes verlas der Scheik'ül-Jslam die Huldigungs-Urkunde, worauf Hamid .ewrri Platz unter der Esplanade der Hintern Arcadenreihe vor dem Thore der Glückseligkeit einnayj Er ist ein unscheinbares Persönchen unter der Mittelgröße, mit wackeligem Gange. Wie Feierlichkeit selbst sich durch die Abwesenheit jeglicher Würde auszeichnete, so trug auch die Per,cr des zu Feiernden ein durchaus würdeloses Gepräge, welches noch durch die einfache und phillstrl't schwarze Tracht und den Fez, der dem Haupte nicht zu paffen schien, erhöht wurde. Hamirs Gesicht trägt den Stempel oer Strenge. Die Nase ist groß, spitz und gebogen; die Braum wölben sich breit und buschig über Augen, die thränenfeucht waren und tief aus ihren Hohlm hervorzutreten schienen, wie die Augen eines Fieberkranken; der Mund ist gekniffen und deutrt auf eine gewisse Energie, welche aber in dem ganzen Wesen des Mannes nicht bemerkbar i« Langsam und gefühllos ließ er sich auf dem breiten, massiv goldenen Thronsessel nieder. Uebi seinem Haupte hing ein goldener, mit Edelsteinen besetzter Apfel; zu seinen Füßen breitete P? eine dicke Purpurdecke aus. Leichthin grüßte er den Scheik-ül-Jslam und den Vertreter vc