Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

al- Tantiemen (außer einem hohen Gehalt) von dem Ertrag der Gesellschaft nicht mehr wegnehmen, wie das fast durchweg bei dergleichen Gesellschaften der Fall ist. Eine Eisenbahn-Gesellschaft, welche eben jetzt in allen Ecken spart und Beamte entläßt, konnte trotzdem, daß der Verkehr verhältnißmäßig schwach ist, zwei höheren Beamten Jahres-Tentiömen von 35,000 und 17,000 Thlru. bewilligen, einem also ein dreifaches Minister-Einkommen, trotzdem das Jahresgehalt durchaus nicht als ein bescheidenes betrachtet werden kann. Die Subaltern-Beamten dagegen beziehen Gehälter bis 250 Thlr. herab.

(Rhein. Kour )

Berlin, 10. Juli. Die Entwerthung des Silbers hat in den letzten acht Tagen einen ganz außerordentlich raschen Gang angenommen. Die Lon­doner Notiz, welche Geldpence für eine Unze Standard Silber (37/40 fein) bedeutet, ist von 52 d. (Pence) ohne Unterbrechung auf 48 d. gefallen, öster­reichische Silbergulden, deren Preis gerade jetzt zum Julitermin für den Be sitz-r österreichisch-ungarischer Effekten von so großer Bedeutung ist, notirten am Donnerstag nur noch 155,50 Mk. (für 100 Gulden), und für die Gulden, aus welche die Coupons österreichischer Eisenbahn-Aktien oder Prioritäten lauten, er­hielt man gar nur 151152 Mk., während dieselben vor acht Tagen noch 171 Mk. bedangen. Es sind dies Thatsachen, deren Tragweite eine unbe­rechenbare ist und welche augenblicklich fast jeden deutschen Capitalisten und Besitzer in hohem Grade schädigen. Aber auch jeder Andere wird seinem Theil an den Verlusten nicht entgehen, welche das deutsche Reich noch an den einge­zogenen und demnächst außer Cours zu setzenden alten deutschen Landesmünzen über kurz oder lang erleiden wird. Unläugbar ist, daß die Durchführung der deutschen Münzreform zu langsam betrieben worden ist und noch betrieben werde. An die Belästigungen, welche der Kleinverkehr durch die Langsamkeit der Aus- münzung und durch die Schwierigkeit bei Umwechselung u. dgl. m. erlitten hat und noch augenblicklich erleidet, wollen wir hier nur flüchtig erinnern. Keiner unserer Leser wird von den Unannehmlichkeiten des Mangels an Kleingeld oder der Zurückweisung eines nicht mehr umlaufsfähigen Stückes ganz verschont ge­blieben sein. Viel empfindlicher wird der Schaden fein, welcher der Gesammt- heit immer mehr aus der Verzögerung der Verwendung und Fortschaffung der alten Münzen erwachsen muß. Man schätzt den Besitz Deutschlands an ge­prägtem Silber auf eine Milliarde Mark; ein Rückgang des Silberpreises um 5 pCt. bringt uns demnach schon 50 Millionen Mark Schaden. Seit Jahres­frist beträgt aber dieser Rückgang fast 20 pCt. Allerdings wird nur die Hälfte dieses Verlustes überhaupt ziffermäßig zur Erkenntniß kommen, da etwa 500 Millionen Mark theils bereits umgemünzt sind, theils noch umgemünzt werden sollen. Immerhin dürfte ein birecter Verlust von mehr als 150 Millionen Mark im Verlaufe des letzten Jabres allmälig zur Erscheinung kommen. Die österreichischen Werthpapiere in deutschem Besitz endlich werden, beiläufig be­merkt, auf 2 Milliarden Mark geschätzt, sodaß der Verlust an Zinsen allein sogar in den letzten beiden Jahren über 20 Millionen Mark ausmachen dürfte.

Berlin, 11. Juli. Nicht geringes Aussehen erregt die soeben im Reichs-Anz." erschienene Bekanntmachung, durch welche vom 12. Juli ab der Postvorschuß-Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bis auf Wei­teres ausgesetzt und der Postanweisungs-Verkehr beschränkt wird. Die Maßregel hat, wie zugleich angedeutet wird, in Folge einer Benachrichtigung des Han­dels-Ministeriums zu Wien getroffen werden muffen. Derartige ausnahmsweise Anordnungen pflegen nur in Zeiten vollendeter Kriegsgefahr und dergleichen erlassen zu werden. Die Bekanntmachung steht also mit den aus Oesterreich vorliegenden Nachrichten über das günstige Ergebniß der Reichstädter Mouar- chenbegegnung einigermaßen in Widerspruch. Man kann nur wünschen, derselbe möge sich dahin ausklären, daß das österreichische Handels-Ministerium dem Impulse einer allzu ängstlichen Vorsicht gefolgt fei.

Berlin, 12. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." und dieKreuz-Ztg." veröffentlichen heute einen Aufruf zur Bildung einer deutsch konservativen Partei im deutschen. Reiche. Der Ausruf ist u. A. unterschrieben von v. Below-Saleske, v. Malzahn - Giltz, Graf Minnigervde, Graf Udo Stolberg, Graf Rechtem, Graf Limburg und Ströbel (Dresden.)

Berlin, 12. Juli. DieProv.-Corresp." schließt einen Artikel über die Reichstädter Entrevue mit folgenden Worten:Der friedliche Eindruck, den die Nachrichten aus Reichstadt zunächst in Wien hervorgebracht haben, ist bald überall zur Geltung gelangt und hat die Zuversicht bestärkt, daß die mächtige Friedens-Gemeinschaft, welche in dem Kaiserbunde ihren festen Mit­telpunkt hat, auch die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage überwin­den werde.

Berlin, 12. Juli. Die Reichs-Commission zur Berathung des Patent- Gesetzes wird Ende August ober Anfang September zusammentreten. Seitens des ReichSkanzler-Amtes ergehen gegenwärtig bezügliche Eiuladungen an Jnbm strielle, denen bestimmte Fragen zur Beantwortung vorgelegt werden.

München, 12. Juli. Die Staats-Regierung hat sich definitiv ent­schlossen, die Forst-Akademie Aschaffenburg aufzulösen und mit der Universität München zu vereinigen.

Würzburg, H. Juli. Fürst Bismarck ist gestern um 5 Uhr nach Kissingen zurückgereist. Kaiser Wilhelm gab den Spitzen der Behörden im Hotel um 5 Uhr ein Diner. Ein großartiger Fackelzug von über 1600 Fackeln, Bürgerschaft und Studenten gemeinsam, mit bengalischer Beleuchtung des Schlosses folgte am Abend. Es ging Alles unvorbereitet aus Würzburgs Be­völkerung hervor und hat den Kaiser sichtlich überrascht und erfreut.

Wien, 11 Juli. DiePresse" meldet ans Zara: Den Reichstädter Abmachungen zufolge wurde der Hafen von Klek für Ausschiffungen türkischer Truppen gesperrt. Aus Semlin wird gemeldet: Wallsee, der Kriegs-Corre- spondent einiger Wiener Blätter, wurde bei Krusevacz erschossen. Verwundet wurden: Hcndle, Correspondent von Berliner Blättern, Galli von betOpi inon nationale" und Coutouly vomTemps." Die betr. Consuln haben in Belgrad deshalb Schritte gethan.

Wien, 12. Juli. DasTelegr.-Corresp.-Bureau" meldet ausbeson­derer Quelle" von Serajewo, 11. Juli:Bei Wiffegrad sand heute ein größerer Kampf zwischen Serben und Türken statt, dessen Ausgang noch unbe­kannt ist. Die Serben beschießen Novtbazar anhaltend." Ferner von Skutari, 11. Juli:Heute sanden zwei größere Gefechte zwischen den Montenegrinern und den Türken statt, eines bei Kernica in der Kraina, ein zweites bei Podgo ritza. Die hier einlaufenden Nachrichten lauten weniger günstig für die Türken, welche stärkere Verluste erlitten haben sollen.

Wien, 12. Juli. Dem hiesigenTelegr.-Corresp.-Bureau" wird aus Ragnsa gemeldet: Am Dienstag Nachmittag trafen 6000 Insurgenten unter Führung von Peko Pavlovic oberhalb Klek ein, ohne den geringsten Wider­stand Seitens der mohamedanischen Bevölkerung gesunden zu haben; hiermit ist nunmehr die Straße über Klek für die Türken gesperrt.

Lemberg, 9. Juli. Die heute hier angelangten russischen Blätter theilen mit, daß General Jgnatieff, der fortwährend Drohbriefe erhalte, aus Furcht vor einem Türkenaufruhr die für den 10. d. Mts. angesagte feierliche Einweihung der neuen russischen Kirche in Pera auf unbestimmte Zeit verschie­ben mußte. Nach demMoskowsklja Wiedomosti" werde jetzt noch immer in osficiellen türkischen Kreisen, sogar in den Moscheen, gegen die Russen unab­lässig agitirt. In hiesigen ruthenischen Kreisen ging aus Rußland die Nachricht von der bevorstehenden Veröffentlichung eines kaiserlichen Ukas ein, welcher da­selbst den Druck kleinrussischer Bücher verbietet. (Presse.)

Ilraukreich.

Versailles, 11. Juli. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kam- mer kam die Angelegenheit betreffs Ernennung der Maires zur Verhandlung. Das Ministerium stellte die Vertrauensfrage. Gambetta erklärte, er wolle zwar dem Ministerium keine Schwierigkeiten bereiten, nichtsdestoweniger bekämpfe er den vorliegenden Gesetz-Entwurf. Nachdem ein von Gambetta unterstützter Antrag, die Discussion zu vertagen, abgelehnt worden war, nahm die Kammer den Art. 1, durch welchen das Gesetz betreffs der Maires von 1874 aufge­hoben wird, mit großer Majorität an. Die übrigen Artikel, bezüglich welcher Meinungs-Verschiedenheiten bestehen, werden morgen zur Berathung kommen.

Italien.

Nom, 11. Juni. In der heutigen Sitzung des Senats conftatirte der Minister des Aeußern, Melegari, anläßlich einer Interpellation Mamiani's, die Wirksamkeit des auf der Basis der Nicht-Intervention zwischen den Mäch« ten hergestellten Einverständnisses und daß die Bestätigung dieses Princips aus der Reichstädter Entrevue die Garantieen des Friedens unter den Großmächten befestigt habe. Das in dieser Hinsicht sehr wirksame Werk der Diplomatie werde jedenfalls auch den vom Kriege heimgesuchten Bevölkerungen die Wohl- thaten der Civilisation und der durch Verträge geschaffenen Rechtsverhältniffe sichern. Die italienische Regierung habe den Pariser Vertrag zur Grundlage ihres Verhaltens genommen.

England.

London, 10. Juli. Der jüngst im Unterhause geäußerten Besorgnis daß durch die Flottensendung nach dem Mittelmeer die heimische Küste entblößt fei, trat der Marine - Minister mit der Angabe entgegen, es sei zu diesem Zwecke die Jnbienststellung von neun Panzerichiffen in kürzester Frist ausführ­bar. Von diesen neuen Schiffen werden nun demnächst sechs, nämlichThun- Derer",Glatton",Hydon",Hecate",Gorgo" undCyclops", unter Befehl des Admirals Stewart vereinigt, zu eurer Uebilngsfahrt auslaufen. Das aus den PanzerschiffenMinotaur",Resistance" undBlack Prina", sowie dem AvisoHelicon" bestehende Canal Geschw der wird gegen Ende dieseS Monats jammt den dazu gehörigen Küsten - Wachschiffen nach England zürück- kehren zum Zwecke der alljährlichen Ausbesserung der einzelnen Schiffe. In Plymouth wird mit aller Kraft an der Fertigstellung des PanzerschiffesAgin- couri" gearbeitet.

London, 12. Juli. Lord Derby wird, einer Meldung desReuter- schen Bureaus" zufolge, am Freitag eine aus vielen Mitgliedern des Unter­hauses bestehende Deputation empfangen behufs Ueberreichung eines Memoran­dums, welches die Regierung zur Aufrechterhaltung vollkommenster Neutralität gegenüber den Ereignissen im Orient bestimmen soll.

Türkei.

Konstantinopel. Diedlgence Bordeano" telegraphiert aus Konstan­tinopel, 8. Juli: Die Anwerbung von Freiwilligen hat begonnen. 6000 jungt Männer und 1500 Softas haben sich bereits als Freiwillige eintragen lasten Die letzteren werden von ihren Professoren befehligt werden.

Nach einer aus Paris uns zugehenden Meldung wäre dec Ober-Be fehlshaber Abdul Kerim Pascha auf dem Kriegsschauplätze eingetroffen, hättr aber zuvörderst nicht in Nffch, sondern was im Einklänge steht mit bei früheren Nachricht, daß er in Widdin erwartet wurde am Tirnok persönliä den Befehl übernommen und sogleich schon durch Einnahme SaitscharS cini große Waffenthat verrichtet. Sollte sich diese Angabe bestätigen, so würde bei serbische Kriegsplau einen bedenklichen Stoß erleiden. Saitschar und dami: die Tirnok-Linie in türkischem Besitze wäre eine gefährliche Drohung für serbische Armee.

Ragusa, 11. Juli. Aus türkischer Quelle wird berichtet: Bei Podgv' ritza hat ein Gefecht zwischen zwei Bataillonen regulärer türkischer Truppen, welche durch Freiwillige verstärkt waren, und 5000 Montenegrinern stattge funbeu. Letztere wurden aus ihren Befestigungen vertrieben und verlöret 400 Todte und ebensoviele Verwundete, darunter 30 Osficiere. Der Verlus der Türken belief sich auf 11 Todte und etwa 25 Verwundete.

Amerika.

New - Uvr? - 11- Juli. Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilier werden sich morgen, 12. Juli, nach Europa einschiffen.

Lokal-Notiz.

Gießen, 13. Juli. In der Nacht vom 11. auf den 12. d ist aus dem hiesi-en Arresthaus, ein schon vielfach bestrafter Dieb, Michael Seid, von Urberach, welcher nach der Strafanstalt Diez verbracht werden sollte, durchqebrochen. Derselbe hattr in Diez eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren auf dem Korn.

--- Aus dem letzten Viehmarkt hierselbft waren 1468 Stück Rindvieh und 567 Schweine aufgetrieben. Gleichzeitig wurden über 300 Körbe Kirschen verkauft

--Heute Morgen früh um 5 Uhr prügelten sich die Herren Künstler au« dem Oswaldsgarten wieder einmal als Fortsetzung der gestrigen Kämpfe.

Vermischtes.

Auf der königlichen Direction einer der in Berlin einmünbenben Eisenbahnen bat kürzlich eine Doppelsinnigkeit vielen Spaß verursacht. In ber Jahresabrechnuni <i er ber Theilstrecken figurirte ein Posten:Anschaffung von Hunbm" mit 3200 Von ber Direktion würbe, wie ber Berliner Börsen-Courier mittheilt, Angesichts btefet ziemlich erstaunlichen Postens referibirt, baß derselbe ja wahrscheinlich seine volle Rich' ttgleit haben werbe, daß die Hunde wohl zur Bewachung nothwendig gewesen wären..

«... doco

- -r KW»-'

L un» 6orl'^ e, IW <"Ä <rW K W® H jL hort Nicht

X litten

, «|6 Ii 1 H t «t i-A

Dir Leistungen

2

Sir..

Krchiger Ackitsvers Nächsten Montag,

SBormittagS fil dai Graben und s Annens, veranschlag hilestger Bürpermeist idtdflttt werden.

Vieleck, den 11. Jul s'ohherzogliche Bür

,-***in v vcheilh. P,.

$ Q ii

12 u

Waisen-MäM 6t" einer hiesiM M «wen weiden. M dl- hat solches f)iti

Skltn, d-n 12. Zuli fyftnißliibi Lürge

A Brai

"«LZ " Stoo

Slötf " Reist " 6tarr ^ienst^ h 2 !*?*»*

?, hLr Nh. i i an lln Distsjk, j '1U Minute]

WZ 'M I 8 ""»finit

Äti'kltsvetj

Samstag den 1c Vormittags füoi nif hiesigem Rat mn öffentlich in tilin, als:

K-urcrorbeit am Ra !>cranschlakt zu

^lbreinrrarbeit am 1 ^»eranWazt zu

I schloss erarbeit am ! verarschlaat zu

WeWnverarbeit ar veranschlagt zu lLur Unterhaltung

straßen und A Maurelarbeiten (Di

Manschtugt^ Merarbeit, veran und Emde

Mn altungsstcin _'chlagt zu «raaenarbeiten dase

Lnlchiagt zu Mtznashausen. den ^ro^- ^ürgermeis'

E/Nft 44

h Mit Äff'1