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ob die Stadt

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Frucht- und Mehlpreife t» verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten.

Malter: Watzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund

Normalgewicht ver

Die Mainzer und Lauterbacher Preise verstehen sich zu 200 Pfd-, die von Grünberg zu 50 Klgr.

Ueberlassung aber zur Zeit an der Lahn

Dagegen wird behördlicherseits conflatirt, daß die Insurgenten in Grahowo wei Zapties in einen Stall sperrten und verbrannten, sowie sie ferner einen Handji in seinem Hause maffacrirten und das letztere sodann in Brand steckten. Tie Insurgenten, welche vor zwei Tagen in den District von Krupa einfielen unb 200 Häuser in Pasnitze anzündeten, haben mehr als zweihundert in ihre Hande gefallene Unschuldige verbrannt und einem Zaptie in Grahowo die Nase abgeschnitten. Christen und Türken sind über diese barbarischen Ausschreitungen in gleichem Maße empört.

Amerika.

New-Uvr?, 11. April. Nach Berichten von der mexikanischen Grenze ftnb gestern zwischen Truppen der Union und mexikanischen Truppen am Rio Grande bei Laredo Flintenschüsie gewechselt worden. Aus Jacmel auf Hayti wird vom 30. März gemeldet, daß der Befehlshaber der nordamerikanischen Panzerschiffe und der französische Consul zu Port-au-Prince mit Anwendung von Waffengewalt für den Fall drohten, daß den Ausländern auf Hayti Ab> gaben auferlegt und solche zwangsweise erhoben würden.

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Wirthschaftliches.

Kautschuck'Graphit-An strich. Die Masse zu diesem Anstrich der für Metalldächer und alle Arten von Holzconstruktionen, welche den Einflüssen des Wassers ausgesetzt sind, empfohlen wird, ist von M- S. Mathems in HarriSbury in Pcnnsyl- oanien erfunden und demselben patentirt worden. Sie besteht aus einer Lösung von Kautschuck in Leinöl, welche mit Graphit zu einer dicklichen, leicht streichbaren Mischung zusammengerieben worden ist. ES hat sich zu Harrtsbury eine Gesellschaft, dieRubber Graphite Paint Company zur massenhaften Herstellung dieser Anstrichmasse gebildet.

Landwirthschaftliches.

Neuer Papierstoff. Wenn man die äußere Rinde der Hopfenstcngel ab­schält, so erhält man einen faferipen Stoff, der sich ausgezeichnet zur Bereitung von feinem Papier eignen soll. Bestätigt sich dieses, so würde den Hopfengärtnern ein weiterer hübscher Gewinn aus dem Verkaufe der früher werthlos weggeworfenen Hopfenstengel erwachsen.

habe, eine Entscheidung auf ihr Gesuch noch nicht erfolgen könne.

4. Turn- und Schwimmlehrer Herr Rübsamen hat um käufliche von städtischen Wiesen an der Lahn nachgesucht, es kann darauf noch keine definitive Entschließung gefaßt werden, weil die Wiese« für Erbauung eines Schlachthauses in Aussicht genommen sind.

möchte« wir hinsichtlich des Weinkonsums bemerken, daß auch Gesandte, wie andere Sterbliche manchmal vom Durst geplagt werden.

Köln, im April. Ein hiesiger wohlhabender Junggeselle, der gern dabei ist, wenn ein gutes Diner und Souper gratis verabreicht wird, und der auch die Freund­schaft gern in Anspruch nimmt, wenn es darauf ankommt, eine gemeinschaftlich ge­trunkene Flasche oder einen eben solchen Imbiß zu bezahlen, hatte in seiner näheren Bekanntschaft von dem Sich-vorbei-drücken schon so oft Gebranch gemacht, daß man beschloß, denselben einmalgründlich hereinfallen" zu lassen. Dieser Tage suchte und fand man dazu eine günstige Gelegenheit. X feierte in einer hiesigen Wirthschaft seine« Geburtstag und lud eine Anzahl seiner Freunde, auch den Drückbruder, dazu ein. Es gab ein vortreffliches Abendessen, dem eine Matweinbowle und später diverse Flaschen Scct folgten. Dem Wirthe wurde wiederholt unter Lachen versichertDer Letzte bezahlt Alles!" Der meinte dennSchon gut, wird sich schon finden!" Endlich gegen Mitternacht wurde der L plötzlich hinavsgerufen, er müßte schleunigst einmal nach Hause kommen. Mit der Versicherung, recht bald wieder da zu sein, bat er die Gäste, nur ja keinen Durst zu leiden. Dieser negativen Aufforderung, weiter zu trinken, wurde redlich entsprochen; allein nach einiger Zeit stand plötzlich einer aus der Gesell­schaft, um L zu Hause wieder abzuholen. Mit dem RufeWir gehen auch mit!" stürzte die ganze Gesellschaft außer dem Junggesellen rur Thüre hinaus. Dieser blieb, und ließ sich in der stillen Einsamkeit und in der Hoffnung, daß die Freunde bald wicderkehren würden, den perlenden Champagner noch weiter munden. Aber als eine viertel Stunde nach der andern verging, ohne daß eine Seele sich wieder einfand, wurde ihm die Geschichte denn doch zu langweilig und er stand auf, um brummend und schmollend nach Hause zu gehen. Doch da trat der Wirth herein und meinte: »Mein lieber Herr, Sie sind der Letzte, wie steht es denn mit dem Bezahlen?" Der Junggeselle machte große Augen, zog aber, da der Wirth auf seine Forderung beharrte, die Börse, zahlte, was er bet sich trug, und ließ für den Rest goldene Uhr und Kette zum Unterpfand. Am nächsten Morgen ging er zu X, um diesen gehörig abzukanzeln, traf dessen Fra« und sagte:Nun, Frau X, der Herr Gemahl schläft wohl noch, wie haben Sie denn seinen gestrigen Geburtstag gefeiert?"Seinen Geburtstag, seftcrn am 1. April, wer hat Ihnen das denn aufgebunden?" ,,Zum Teufel, 'reingefallen"! brummte der Junggeselle zwischen den Zähnen, wünschte einen nicht sehr freundlichen Guten Morgen und schob ab.

DieLeipziger Nachrichten" erzählen folgendes Geschichtchen:Eine seit eini­ger Zeit in Dresden lebende vermögende Dame auS Ems erhält vor einigen Tagen eine Depesche des Inhalts, so bald wie nur möglich dorthin zurück zu kommen. Da ein Zug nach Leipzig vor wenigen Minuten abgegangen war, entschloß fick die Dame, für den Preis von 100 Thlrn. einen Extrazug bis Riesa zu nehmen, wo sie den Leip­ziger Zug richtig noch antraf und zur Weiterreise benutzte. In Leipzig angekommen, verfügte sie sich nach dem Thüringer Bahnhof und verwendete den kurzen Aufenthalt in der Restauration dazu, etwas zu genießen. In dieser angenehmen Beschäftigung entfiel ihr Geld; der Packträger, welcher das Gepäck der Dame getragen hatte, ein Bahiweamter, das Kellncrpersonal wurden mit Energie angehalten, es zu finden, da die Z'it drängte; Alles suchte, doch blieb das Verlorene verschwunden und die Noth war groß. Als endlich Einer die eifrig mitsuchende Dame fragte, wie viel etz denn gewesen sei? antwortete sie: ein halber Neugroschen! Diese Geschichte ist factisch vor Kurzem passirt.

Folgender Aprilscherz wurde einem bernischen Regierungsstatthalter gespielt: ES soll diesem von einer Gemeindebehörde die schaurige Kunde gekommen sein, es sei ein Stück Schädel mit einem Ueberreste von Fleisch daran von einem Hunde aufge- funden worden Da dieser Fund auf irgend einen Mord schließen ließ, so begab sich der Regterungsstatthalter am 1. April in treuer Ausübung seines Amtes mit der nöthi- gen Begleitung zur Erhebung des Thatbestandes an Ort und Stelle, wo der anwe­sende Gerichtsarzt das Schädelstück untersuchte und fand, daß dasselbe von einem Kalbe herrühre.

Auffallend ist die Zunahme der Vegetarianer, d. h. der Leute, die sich nur von Pflanzenkost nähren. Viele genießen nicht einmal Fett und Butter, sondern bereiten ihre Speisen mit Pflanzenöl. Eine kleine Schrift:Die Kunst, mit täglich 1 Mark zu leben und zu heirathen" findet reißenden Absatz; sie sucht zu beweisen daß die Vegetarianer bedeutend bequemer durch das Leben kommen, als die Fleischesser. Die Anhänger dieser Secte behaupten, daß der Charakter der Menschen durch die Fleischnahrung verändert und dem des Thieres ähnlich werde, von dem der Mensch am meisten ist. Die Gegner sagen, die Menschen aber, an die selten Fleisch und Braten komme, seien viel wilder als die Fleischesser und gebe es manchen zweibeinigen Esel, der niemals Eselsfleisch verzehrt habe.

der Schoor liege, einen Bauplatz abzutreten. Darauf soll geantwortet werden, daß die Stadt nicht abgeneigt sei, ihm einen Bauplatz abzutreten, daß jedoch definitive Entschließung wegen des Terrains, Kaufpreises u. s. w. erst nach Ge­nehmigung des Stadtbauplans gefaßt werden könne.

6. Ein Gesuch des Bierbrauers Herrn Pöschel, welches die Anlegung einer Ein­fahrt über die Schoor und die Entfernung von zwei Schoorbäumen beabsichtigt, soll vorläufig abschlägig öeschieden werden.

7. Die Baugesuche:

a. von Herrn Jacob Balser und Herrn Heinrich Balser, welche auf da- städtische Gelände rechts der Grünbergerstraße zwei Wohnhäuser erbauen wollen,

b. von Herrn Ernst Jug Hardt, welcher bei seinem Wohnhause vor dem Wall- thor einen Hinterbau aufzuführen beabsichtigt,

c. von Herrn Ioh. Fischer, welcher auf sein Eigenthum in der Alicenstrußc bauen will und

d. von Kupferschmied Herrn C h r. Zimmer, welcher seinen Werkstättebau vergrößern will

finden Zustimmung und sollen befürwortet werden.

8. Auch wegen des Baugesuchs von Kaufmann Herrn Karl Lange, welcher im unteren Stock seines Hauses auf dem Seltersweg ein Verkaufslokal einrichten will, soll Genehmigung beantragt werden, wenn die Straße dortselbst nicht durch Treppenanlage beengt werde.

9. Um das Eindringen des Wassers bei Fluthzetten zu verhindern, sollen an den Ein- und Ausgerinnschleußen, sowie an der Schleuße am Edergraben Verbesse­rungen und eiserne Schützen angebracht werden.

10. Zur Ableitung des sich ergebenden Regenwassers auf dem Gartfelde wurde die von der Baudeputation vorgeschlagene Rohrlegung «ach dem Stadtgraben genehmigt.

11. Der Fluthgraben auf dem Seltersmeg an dem Hause des Friseurs Herrn G g. Petri soll beseitigt und durch Anlage eines Rohrs die Ableitung bet dortigen Wassers bewirkt werden.

12. Die von der Baudeputation vorgeschlagene Gradelegung deS BruchgrabenS wurde genehmigt, weil nur dadurch die seither stattgehabten Uederschwemmungen beseitigt werden können.

Herr @ g. Conrud Simon hat in einer Eingabe angefragt, Gießen bereit wäre, ihm vom städtischen Eigenthum, welches an seiner Wiese an

Für die Wasserbeschädigten in H e i d e s h e i m sind ferner bei uns eingegangen: C. Hensel Wtw. 20 M. Schm. 3 M- I. Hanstein 5 M. Sammlung bei L. Möser 5 M. L. R- 2 M. Whistkranzchen G. H. P. R. 16 M. 58 Pf. S. 6 M. Frau Pfarrer Pfau 3 M. v. Rabenau, Groß Vuseck, 20 M- E- P. 2 M- B- H. 3 M. Fr. Textor 10 M. C Orth 50 Pf- Dr. S. 10 M 2. und 3. Schule in Wieseck 19 M. 10 Pf Gesellschaft Olymp 50 M- A. S- 6 M. H. G- R- H. 5 M-, und Polizeicommissar Fresenius 5 M.

Um weitere Gaben bittet dringend

Die Expedition dieses Blattes.

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Tun3 Wr ungehalten« ^e-Mrern für die

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Lokal-Notiz.

Gießen, 13. April. In der Sitzung der Stadtverordneten vorn 6. April curbe Folgendes zur Verhandlung gebracht:

1. Das Kirchengesctz über die Klassification des Diensteinkommens der evangel. Geistlichen vom 8. Januar d. I. bestimmt, daß die zur Präsentation einer Pfarrstelle Berechtiglen sich binnen einer bestimmten Frist zu erklären haben, ob sie für ihre Stellen diesem Gesetze beitreten wollen, indem daran die Aufbesse­rung des Einkommens derselben aus Mitteln dc4 Centralkirchenfonds abhängig ist- Da nun für die hiesige 1. Pfarrstelle der Stadtvorstand zu präsentiren hat und damit dem jeweiligen Inhaber dieser Stelle besagte Aufbesserung vermöge seines Dienstalters aus besagtem Fonds zu Thell wird, ist beschlossen worden, diesem Gesetze beizvtreten.

2. Zur Beseitigung des noch bestehenden Uebelftanbes bezüglich der Wasserableitung auf dem Burggraben soll die bereits beschlossene Anlegung eines Canals auf kürzestem Weg nach dem Stadtbach zur Ausführung gebracht und daS hierbei nöthig werdende Streifchen Gelände der H. M- Jug h a rd t's Eheleute expro- priirt werden, da eine annehmbare Verständigung mit denselben n cht zu erzielen gewesen ist.

3. Dem Waffenhändler Herrn G- Zimmer, den Büchsenmachern Herren Dickore und Engel soll auf ihr Gesuch um Ueberlassung eines Schießplatzes gcant-, wartet werden, daß, da die Schützengesellschaft sich noch nicht definitiv aufgelöst

Vermischte-.

(Was die Gesandten in Berlin Aller consumiren.) Die Gesandten, welche en den Höfen der in Europa residirenden Fürsten akkreditirt sind, genießen als solche ' manches bene, und unter Anderem auch das, daß sie die aus dem Auslande in das ikzllglicke Land importirten Waarenartikel zollfrei beziehen dürfen. Das Finanzärar Fegt darüber genaue Ausschreibung, da es denn doch leicht möglich sein könnte, daß fine feiner Havanna von einem Nicht-Gesandten geraucht werde. Für die Geiandt-n in Berlin wurden in den ersten drei Quartalen des verflossenen Jahres zollfrei einge- sthrt: 8 Zollcentner feine Eisen- und Stahlwaaren, 2 Centner weißes Glas, 2 Cent- rtr farbiges, bemaltes Glas, 34 Centner feine Holzmaaren, 7 Ccnlner gepolsterte Möbel, t Centner Kleider und Leinwäsche, 4 Centner Kurzwaaren, 1 Centner Kerzen, 2 Cent­er Bier, 3 Centner versetzter Branntwein, 2 Centner anderer Branntwein, 153 Centner Wein in Fässern, 138 Centner solcher in Flaschen, 3 Centner Schinken, 3 Centner feine Erdfrüchte, 4 Centner roher Kaffee, 2 Centner (Eonfitüren, 5 Centner sonstige Waren, 2 Centner Austern, 5 Centner Cigarren, 4 Centner Thee, 12 Centner Zucker, 2 Centner Oel, 2 Centner Papiertapeten, 1 Centner feine Seife, 6 Centner Thon ; Maaren u. s. w. Wir sehen, daß die Bedürfnisse der Gesandten bescheiden sind; nur)

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Frisch bäckcr ju Gießen.

Sonntag, den 16. April 1876 D- Rühl am Rathhaus. ' Montag, den 17. April 1876. Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße, E- Sauer auf dem Seltertzweg.

Behufs Verminderung von Schreibereien und Jncaffokosten er- suchen wir die geehrten Inserenten dringend, kleinere In» serate bei der Aufgabe gefälligst baar bezahlen zu wollen.

Expedition bei Gießener Anzeigers.

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