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Freitag, den 14. Januar.

M Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders ans ortsübliche Weise bekannt

Opposition des Jesuiten Segneri, aber nach erneuter Untersuchung durch eine

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Meldungen verpflichtet.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien machen zu lasten.

Gießen, den 5. Januar 1876.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Or. Hofsmann, Reqiernngsrath. ___

PrriS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

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derGesellschaft Jesu."

Profestor Heppe, der bekannte Kirchen-Historiker an der Marburger Hoch» schule, hat vor Kurzem in seinem neuesten Werke,Geschichte der quietistischen Mystik ist der katholischen Kirche (Berlin 1875, Verlag von W. Hertz), einen äußerst interestanten Beitrag zur Geschichte des Entwickelungs - Ganges des neueren Katholicismus, namentlich im 16. und 17. Jahrhundert, geliefert. Gr führt auf Grund der mühsamsten und sorgfältigsten Quellen-Studien eine gleichsam versunkene Welt von Ideen wieder ans Tageslicht, die emst mächtig die Christenheit romanischer Zunge durchflutheten, bis der fanatische Eifer ihrer Gegner sie mit ihren Vertretern aus dem Gedächtniß der Menschen ver

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$ Die qusitistische Mystik in der katholischen Kirche, eine Glaubens-Rich tutia, die den Weg innerlicher Einigung mit der Person Christi und mit (Sott aufzubecken und baju namentlich durch Nachfolge im Leben und Leben Jesu zu I gelangen suchte, hat «ult der als Gegnerin der Scholastik bekannten Mystik des . Mittelalters nur geringen Zlisammenhaug. Sie erwuchs vielmehr aus dem SB oben bes neuen geistigen Lebens, bas in Folge der von Deuischland aus­gehenden Reformation auch unter de» Romanen sich zu regen begann, bis es der Jesuitismus erstickte. Namentlich in Spanien gewann der Quietismus, wie man die Richtung nach der vollkommenen Seelenruhe (quies) halber nannte, Hst ihre Anhänger durch die Gemeiuschast mit Gott zu erlangen hofften durch «ine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten auf dem Gebiete religiösen Lebens, wie die nachmals heilig gesprochenen Theresia a Jesn und Johann a öriice, eine solche Ausdehnung, daß er um die Mitte des 16. Jahrhunderts dort fast allgemein als die eigentliche Vollkommenheit christlichen Lebens und Denkens angesehen wurde. Die in ihm liegende Gefahr der Annäherung an das pro­testantische Princip der Rechtfertigung aus dem Glauben, die in der Betonung der Macht des eigenen Gebets, in dem Wegfällen der Fürbitte der £>clllÖen und der Entbehrlichkeit des von der Kirche in Anspruch genommenen Mittler- Amtes beruhte, entging damals dem Späher-Auge der Inquisition, mrd Phi­lipp II. selbst, der katholischste aller katholischen Könige, gewährte der Eongre- gation der barfüßigen Carmeliter, in der jener Johann a Cruce seine Anhänger sammelte, 1579 seinen mächtigen Schutz. , .

Im Fortgänge des BucheS weist dann der Verfasser die Fortschritte der auietistischen Richtung in den Landen französischer Zunge, namentlich»anihren Haupt-Vertretern Franz v. Sales und Frau v. Chantal zu Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts nach. Zum vollständige Siege schien sie- m der Kirche zu gelangen, al- ihr b-beutenbster Kops, ber Spanier Michael b- Mw linos, 1669 nach Rom übersiebelle imb borl ben schuh uttb ble Freunbsckaft bes Milben Papste« Jnnocenz XL genoß. Molinos' Buch ^ludaspiriuae, bas 1675 zu Rom erschien unb bie wichtigsten Lehren bet Quietisten enthielt, warb von fünf hochangesehenen Geistlichen, von beiten vier M.tglieber ber In­quisition waren, approbirt unb vom Papste mit bet unv.rholensten Fre .be auf- genvmmen. Der Erfolg bes Buches war so gewaltig , baß es mwenigert als sechs Iahten meht als zwanzig Ausgaben in italienischer, sranzöstsch-r pani scher unb lateinische! Sprache erlebte. Eine zweste ta»m roemget 6 beute ib Schrift, in bemselben Geiste versaßt von Pietro Matteo Petrucci, Bischof von Jesi,La contemplazione mistica acquistata etc.-, 1681 führte zwar 1

endgültige Approbation der quietistischen Mystik durch die kirchlich-richterliche Minorität innerhalb der katholischen Kirche herbei.

Aber der Jesniten-Orden erbebte ob des Schlages, der ihn in ber Per- on eines seiner gefeiertsten Ordens-Leute getroffen hatte und beschloß, den Feind, den er nun erkannte, so rasch als möglich unschädlich zu machen.' Am Hofe zu Versailles, in der Umgebung des damals mächtigsten Monarchen Eu­ropas, Ludwig's XIV., laufen die Fäden der Jntrigue zusammen, welche die Gesellschaft Jesu" selbst gegen das geistliche Oberhaupt der Christenheit, den Zapst, spann, da dieser nicht die Wege zu wandeln schien, welche sie für die Beherrschung der Masten als unerläßlich betrachtete. In welcher Weise als­bald der Orden und seine Affiliirten alle Diejenigen zu verfolgen begannen, die er als Anhänger jener Lehre erkannte, welche der Hierarchie Vernichtung drohte, beweist die Lebens-Geschichte einer vornehmen schwärmerischen Französin, der Frau v. Guyou, die der Verfasser vor uns in ausführlicher Darstellung entrollt. Derallerchristlichste" König mit seinem frömmelnden Hof-Staat, die Persönlichkeit der Frau v. Maintenon, der Gegensatz der Bischöfe Bostuet und Fenölon es sind lauter Momente, die der Historiker sich nicht entgehen ließ, um uns einen tiefen Blick in die Triebfedern des Mechanismus thun zu lassen, mit dem schon seit Jahrhunderten Herrschsucht und Aberglaube die romanische Welt regieren. . .

DieGesellschaft Jesu" trägt auch diesmalin majorem Dei glomm ben Sieg davou. Ludwig XIV. interoenirte aus ihr Drängen 1685 diploma­tisch in Rom. Der Papst wich feig zurück vor dem Einfluß des allmächtigen Monarchen, Michael de Molinos wanderte aus dem päpstlichen Schlosse in die Kerker der Inquisition.Der Jesuit Esparza, der denGuida spirituale einjt mit approbirt hatte, verschwand damals in Rom und ward nie wieder gesehen. Durch zweijährige Kerkerhaft gebrochen, schwor Molinos am 3- September 1687 seineKetzereien" öffentlich ab und ward dann zu ewigem Gesängnitz in das Dominikaner« Kloster San Pietro Montorio abgeführt. Dort sprach er vor der kleinen gewölbten Zelle, die von nun an sein Aufenthalts-Ort sein sollte, zu dem ihm begleitenden Dominikaner:Lebe wohl, mein Vater, wir sehen uns wieder am Tage des Gerichts, und dann wird essich zeigen, ob die Wahrheit auf meiner oder auf eurer Seite gewesen ist- Mit diesen Worten »ahm Molinos Abschieb von bem Mönch unb von ber Welt. Wann unb wie , gestorben ist, hat von ben Lippen ber Männer bes heiligen Officiunis nie > Jemanb erfahren. Petrucci von Jesi- beugte sich ber neuen Autorität ber : Kirche unb warb nach längerer Haft als unschäblich in sein Bisthnn, entlassen, bessen Verwaltung er balb nieberlegtc, um in ber Einsamkeit ,u sterbe», »ach- bein er alle seine Jbeen hatte scheitern sehen.

Als ein, freilick mit großem Geransch in Scene gesetztes Finale schließt sich ber literarische Kampf ber beiben bebeutenbsten Kirchen-Fürsten Frankreichs, bes Bischofs Bossuet von Meaux unb bes Erzbischofs Fönölvn von Carnbratt an bas Trauerspiel zu Rom an. Von Neuem muß Lubwig s XIV. Mack - Gebot aus bie schwankcnbe Curie wirken, wiebernm gibt bei Nachfolger Pein, diesmal Jnnocenz XII., »ach ba bringt auch Fänölonbas Opfer bes Jntellccts", er unterwirft sich bebingmigslos unb läßt seineMaxunes de Saints verbammen. Die zahlreichen quietistischen Schriften würben von ber Hierarchie überall eingezoge» unb vernichtet, so baß es Heppe schwer genug

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Betreffend: Das Crsatz-Gesckäft für 1876.

Sfflit Nerui auf bie Bestimmungen ber Deutschen Wehr-Ordnung, sorbern wir alle im Jahr 1856 gebotenen Militärpflichtigen, sowie bie in fruhe- Mit Bezug a>st die ^esiimmr ng k Qt c b ober lveld)e hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Enilrilt ober ihrer Befreiung vom

Hoe ßOlrt^d^ftuna \rfc^ greife Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten,

Militärdienste noch keine defii QphranfMfen oder als Haus - und Wirthschastsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen,

©^noMen unb , l£rmit 3 fld) behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit

Dienst U er Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden

fung«= u>^ Gestellungsschein vorzulegen. Diesenigen, welche bie Anmelbung Unterlasten, zu gewärtigen haben, baß sie mit einer Strafe bis zu

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