Ausgabe 
12.8.1876
 
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Samstag, den 12. August

3o. 186.

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W Heuer Mnzeiger

Ayeigk- mih Amtsblatt fit heu. Kreis Gießen.

Auqust, MM.

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Erscheint täglich mit Ausnahm« de» Montags. Expedition r Schulst raße, Lit. 8. Nr. 18.

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Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark S4> Pf.

Amtlicher H h e i l.

Bekanntmachung.

Wir sehen uns veranlaßt, nachstehendes Localreglement wiederholt mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß das Aufsichtspersonal angewiesen ist, auf das Strengste auf Handhabung dieser polizeilichen Bestimmungen zu sehen und Zuwiderhandlungen unnachstchtlich zur Anzeige zu bringen.

Gießen, den 10. August 1876 Großherzogliche Polizei-Verwaltung Gießen.

Fresenius.

L o c a l - R e g l e m e n t.

Das Aufbewahren größerer Holzvorräthe innerhalb der Stadt Gießen betreffend.

öur Verhütung von Feuersgefahr wird auf Antrag der Localpolizeibehörde, nach Anhörung des Stadtvorstandes und mit Genehmigung Großherzoglichen Mini­steriums des Innern vom 9. l Mts. zu Nr. M. d. I. 11,165 auf Grund des Art. 149 des,P. St. G- für die Stadt Gießen folgendes verfügt: *

1. In den Höfen dürfen von Gewerbtreibenden, welche mit Holz, Steinkohlen rc. handeln, oder welche zu ihrem Gewerbe größere Mevgm Brennm^teriallen gebrauchen und aufbewahren müssen, z. B- Bäckern, Bierbrauern rc. nicht mehr als 6 Stecken (9,6 R- M-) Holz, oder nicht mehr als 30O Wellen ausbe. wahrt werden Größere Mengen von Holz, als die angegebenen, müssen mindestens 50 Fuß von Wohngebäuden entfernt niedergelegt werden.

2. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen unter pos. 1 werden tn Gemasthett des Art- 149 des Polizetstrasgesetzes mit 1 bis 10 fl- bestraft.

Gießen, den 15. October 1867.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. G o l d m a n n. __

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wir auf seine weiteren Briefe warten, in denen er einige Industriezweige näher betrachten will. Am Schluffe seines Brieses gibt er übrigens zu,daß nicht alle deutsche Industriellen dem Grundsatz der Preisconcurrenz huldigen, sondern daß Ausnahmen vorhanden sind; die meisten derselben aber kämpfen einen )arten Kampf dagegen, indem sie mit Opfern den Dualitätsgrundsatz festhalten und hoffen, ihm dereinst zum Siegs' zu verhelfen." (Post-)

Berlin, 9. August. DerReicks- und Staats-Auz." bringt folgende Nachricht:Im Mai dieses Jahres hatten die Barke Traviata aus Blankenese, der Schooner Auguste Reimers ebendaher, die Barke Wilhelm aus Kiel und die Barke Sudan aus Hamburg das Unglück, in Folge eines Typhons in den Gewäffern Formosas zu stranden. Die Küsten dieser Insel genossen bisher eines besonders schlechten Rufes wegen der von ihnen aus unbestraft gebliebenen Strandrüubereien. Bei den gegenwärtigen Strandungesällen sind derartige Räubereien erfreulicher Weise nicht vorgekommen. Sr. Majestät Schiff Ariadne war für den Fall, daß sich ein militärischer Schutz der deutschen Interessen nothwendig erweisen würde, sofort von Hongkong nach Formosa geeilt. In­zwischen war bereits von den betr. einheimischen Behörden durch Entsendung von Militär an die einzelnen Unglücksstätten für die Sicherheit des Schiffsguts gegen Räubereien, theilweise auch für deffen gewissenhafte Bergung in anerken- nenswerther Weise Vorsorge getroffen worden. Das Schiff Sudan ist voll­ständig verloren gegangen, von der Traviata nur die aus Eontanten bestehende Ladung gerettet worden. Die Borke Wilhelm und der Schooner Auguste Rei­mers wurden condemnirt und verkauft. Verluste von Menschenleben sind nicht

zu beklagen gewesen. Es scheint sonach die Hoffnung begründet, daß die mit dem deutschen Schiffe Anna gemachten Erfahrungen sich nicht wiederholen, vielmehr die durch diesen Fall herbeigesührten eingehenden Verhandlungen und deren er­wünschte Erledigung für deutsche und andere Schiffe Schutz gegen Seeräuberei und Schlimmeres in jenen Gewäffern erwirkt haben."

Berlin. Ukber den Zustand des Sultan Murad wird derK. Ztg." geschrieben: Von mehreren Seiten ist gemeldet worden, daß der Großbritan­nische Boischaster in Konstantinopel, Sir Henry Elliot und der Admiral Trummond, der Commandant der englischen Flotte in der Besika-Bai, ober nur sie allein, mit dem Sultan Murad häufig conseriren und daher aus den­selben großen Einfluß üben. Mittheilungen aus der Türkischen Hauptstadt, iie von sehr genau unterrichteter Seite kommen, berichtigen, daß seit dem 16. Juni, dem Tage nach dem Ministermord in Konstantinopel, so wenig als die übrigen Botschafter Sir Henry Elliot und Admiral Drummond Gelegenheit gefunden haben, dem Sultan vorgestellt zu werden. Der gestörte Gesund­heitszustand Murads, über welchen die Türkische Regierung erst vor foiim vierzehn Tagen eine leise Andeutung in die Oeffentlichkcit gelangen ließ, datirt nämlich von diesem Tage. Der gewaltseme Tod des Seraskicrs Huffein Avni Pascha und des Ministers des Aeußeren Raschid Pascha hat auf den Sultan einen so erschütternden Eindruck gemocht, daß sein geistiger und körperlicher Zustand seit dieser Zeit ihm die Besorgung von Regieningsgeschäflen irgend welcher Art nicht gestattet. Murad ist nicht nur für das diplomatische Corps und für seine Minister, sondern auch für den Großvezier Mehemed Rusckdi Pascha, in der Regel wenigstens, völlig unsichtbar. Mit 'hm verkehren seit deni 16. Juni nur seine Mutier, seine Frauen und sein Leibarzt, der Jralicncr Carpoleone. Nichtsdestoweniger sind die Minister von seinem Zustande genau unterrickt't. Die Aeizte sind der Ansicht, daß Murad an Gehirnerweichung leide. Die Dispositionen zu dieser Krankheit mögen früher bereits vorhanden gewesen und durch die Lebensgewohnheiten deS Sultans gereist sein; der letzte Anstoß zu der Entwickelung der heutigen bedrohlichen Symptome ist durch die

Deutschland. ,

Berlin, 8. August. In derAckgsb. Allg. Ztg." warnt der militä- . rische Schriftsteller, I. v. Wickede, ganz eindringlich vor Eintritt deutscher 1 Officiere in die serbische Armee. Wickede, welcher die dortigen Verhältnisse : aus eigener Anschauung sehr genau kennt, sagt u. A.:Wer in Deutschland jetzt nur noch das Mindeste zu verlieren hat, oder gar, wer gesicherte Lebens- verhältniffe daselbst ausgeben will, oder durch sein Scheiden Eltern, Verwandte, Freunde betrübt, der gehe unter keinen Umständen nach Serbien, und lege allen von dort kommenden Versprechungen auch nicht den allermindesten Werth bei denn die bitterste Reue dürste ihn sonst bald ergreifen."

Das internationale (Ecmitö in Genf für die Pflege Verwundeter im Kriege hat allen Comitös in den Staaten, welche der Genfer Convention bei­getreten sind, den Gedanken nahegelegt, auf dem Kriegsschauplätze der Balkan- Halbinsel ihre Thätigkeit zu entfalten, welche den Grundgedanken des interna­tionalen Hülfsvereinswesens bildet. Tas Petersburger Hülfsvereins-Comit^ hat in Folge dieser Anregung aus dem ordentlichen Wege durch die russische Boisckast in Wien die Ansrage gestellt, ob es ihm gestattet würde, Sendungen mit Ambulanz Gegenständen durch die Monarchie nach Belgrad zu expediren Wie osficiös aus Wien mitgetheilt wird, lautet die Antwort, daß derlei Sen­dungen unter dem internationalen Zeichen desrothen Kreuzes" ihren Weg durch das österreichische Gebiet ungehindert nehmen können, um auf dem Schau platze der Kämpfe zu Humanitären Zwecken verwendet zu werden. Die erwähn­ten Sendungen gelangen mittelst Eisenbahn nach Pesth und von da auf der

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Donau an ihre Bestimmung.

Berlin, 9 August. Herr Professor Reuleaux veröffentlicht in der heu­tigen Nummer der Nat.-Ztg." einen dritten Bries aus Philadelphia, in welchem er zunächst auf die Vorwürfe zurückkommt, welche wie wir nunmehr consta tiren können der größere Theil der deutschen Presse gegen sein hartes Ur- theil über die deutsche Industrie erhoben hat. Nachdem er diese Vorwürse kurz resumirt hat, fährt er fort:

Ick darf mich übrigens nicht aus Widerlegungen einlaffen, sondern mochte nur bemerken, daß solche und ähnliche Entgegnungen, Bezweiflungen an der Berechtigung, der Vorwurf der Härte des Unheils, Anspielungen auf meine Stellung die ich, als ich den Brief schrieb, noch nicht inne hatte daß diese auf mich mehr den Eindruck von Flankenangriffen auf die Sache, der ich zu dienen wünsche, machen; sie lenken die Aufmerksamkeit von der Hauptsrout ab, ohne aber diese zu erschüttern. Uebrigens ist mein Bries keine Herausfor­derung, sondern die Mittheilung einer schmerzlichen Tbatsache, für welche ein« Rumpfe Empfindung bei uns allerwärts vorhanden, für deren Erkenntniß aber das hat die entstandene Bewegung bei mir zur Überzeugung gekrackt bisher das lösende Wort nicht gesunden worden war. Die entstandene Bewe­gung der Gcmüther ist blos der Lösung jener Spannung zuzuschrecken."

Leider hat Herr Pros. Reuleaux auch in diesem Briese dieschmerzliche Thatsache" der Niederlage unserer Industrie noch nicht durch Beispiele erläu­tert, wiewokl er im Großen und Ganzen an feinem zuerst ausgesprochenen Urtheile sesthält. Nur ist er augenscheinlich bemüht, diesem Urtheile seine L-bärse zu nehmen. Nach seinen Aeußerungen scheint 's ihm nur daraus an- gekommen zu (an, fine Gelegenheit zu ergreifen, um ein Unheil über die tkuische Industrie überhaupt zu fällen, das ihm vielleicht schon lange auf dem Her en lafl. Tie Philadelphia - Ausstellung bot ,bm weniger das Material dazu, als dle äußere Veranlassung. Da sein Brief keine substanlilr,en M,t. theilungen enthält, auf die man eine etwaige Entgegnung bastren könnte, müssen

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