Ausgabe 
12.5.1876
 
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Ufo. HO. Freitag, den 12. Mai 1896.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Ikuffdifanb,

Berlin, 9. Mai. Der social-demokratische Reichstags-Abgeordnete Hasenclever ist am 4. d. Mts. in Hamburg verhaftet morden, um eine bereits früher gegen ihn erkannte Strafe von vier Wochen wegen Übertretung des Vereinsgesetzes zu verbüßen.

Berlin, 9. Mai. Die Eisenbahn-Directionen sind durch Verfügung des Handels-Ministers aufgefordert worden, für den Besuch der Weltaus­stellung nach Amerika eine Anzahl von Eisenbahn-Technikern tn Vorschlag zu brin­gen. Denselben werden 1070 Mk. Reisekosten und 50 Mk. Tagesgelder für die Zeit eines vier- bis sechswöchentlichen Aufenthaltes in Amerika bewilligt werden.

Aristarchi Bey hielt gestern mit seiner Suite große Auffahrt zum Palais des Kaisers, um Sr. Majestät das Abberufungsichreiben in feierlicher Audienz zu überreichen. In drei Hof Equipagen und dem prachtvollen Gala wagen der Botschaft langten die Vertreter der Pforte um 2 Uhr Nachmittags vor dem Palais an. In dem ersten Hofwagen saßen die beiden Attaches, Alexander Aristarchi Bey, ein Neffe des Botschafters, und Vehby Effendi, im zweiten Wagen hatte der Botschafter Janko Aristarchi Bey und ihm gegenüber der Ceremonienmeister Graf Perponcher Platz genommen, in dem dritten Wa­gen saßen der erste und zweite Secretär der Botschaft, Turkham Bey und Mssak Effendi, während der Militär-Attachö Bekir Effendi im Galawagen der Botschaft den Zug schloß. In der Audienz, welche über eine halbe Stunde N'ährte, hat der Kaiser dem beliebten Diplomaten in den wärmsten Ausdrücken sein Bedauern über das Scheiden bekundet. Edhem Pascha, der neuernannte türkische Botschafter, hat gestern Abend 9 Uhr Wien verlassen und trifft heute Mittag 1 Uhr 35 Min. auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein.

Berlin, 10. Mai. Graf Andraffy ist heute früh hier eingetroffen und im österreichischcn Botschafts-Hotel abgestiegen.

Marbach, 9. Mai. Heute Vormittag hat Hierselbst die Enthüllung des Schiller-Standbildes stattgefunden. Die Theilnahme an der Feierlichkeit n-ir eine sehr große, namentlich waren aus Stuttgart und Ludwigsburg viele Gäste anwesend. Als Ehrengäste waren erschienen: Kammerherr v. Gleichen ans Weimar, ein Enkel Schillerns; Oberförster v. Schillert Wittwe aus Stuttgart, Schwiegertochter Schiller's, und deren Sohn Karl v. Schiller, pensionirter Major. Die Festrede hielt der Dichter I. G- Fischer aus Stutt- zart. Das Standbild, das von dem verstorbenen Bildhauer Rau in Biberach modellirt und von Pelargus in Stuttgart gegassen ist, stellt den jugendlichen Schiller in der Tracht der Zeit dar und ist auf einer parkmäßig angelegten, einen weiten Ausblick gewährenden Anhöhe, der sog. Schiller-Höhe, errichtet. Nach der Enthüllung fand ein Festesten und Nachmittags ein Volksfest auf der Schiller-Höhe statt.

Straßburg, 8. Mai. In unser politisches Leben ist nach langem Stillstände wieder etwas Bewegung gekommen. Die Verordnung, durch welche etwa 30,000 Optanten, deren Option thatsächlich hinfällig geworden ist, das .Wahlrecht für den Reichstag gehabt haben, hat den Anfang dazu gemacht. Es ii>ar in der That ein Fehler, einen ziemlich bedeutenden Bruchtheil der Bevöl- kerung gleichsam wie ein unterbundenes Glied am Leibe mit herumzuschleppen; « gewinnt Niemand etwas dabei und das Ganze verliert eher. Um so erfreu' licher ist es, daß der Fehler offen eingestanden und verbessert wurde. Wenn wir darin eine Wirkung des Besuches zu erkennen haben, den die Herren Köch- lin und Schlumberger in Berlin abgeftattet haben, so ist es jedenfalls eine |ute. Anderweitige Ergebnisse dieses Besuches haben wir wohl zu gewärtigen, Venn am 17. d. Mts. der Landes-Ausschuß zusammentritt und außer dem -haushaltsgesetz und den übrigen vorbereiteten Gesetz-Entwürfen die Verfasiungs- W anrührt, die seit dem Rücktritt des Präsidenten des ReichSkonzler-Amtks wieder in den Vordergrund gerückt worden ist. Jedermann fühlt instinctiv, daß 'kgendwo irgendetwas nicht in der Ordnung sei mit der schwerfälligen Regie- imgsmaschinerie, die auf Vereinfachung wartet, aber bei der herrschenden Un- Meit ist hier im Lande wenigstens noch keine Stimme laut geworden, die M Plinkt bezeichnet hätte, wo etwas geändert werden könnte.

Dresden, 10. Mai. Die sächsische Kammer genehmigte mit großer Majorität den Ankauf der Leipzig-Dresdener Bahn gegen lOprocentige Rente.

©eftmrirfi.

Wien, 9. Mai. Gegenüber den Mittheilungen derNeuen Fr. Pr." Wird demTelegr. Corresp.-Bureau" aus Ragusa versichert, daß an die in imn dortigen Bezirke weilenden Flüchtlinge die Unterstützungs-Gelder nach wie |lcr gezahlt werden. Demselben Bureau zufolge soll der Präsident des monte Irrwischen Senats heute in Ragusa eintreffen und sich sodann nach Wien Reben.

Frankreich.

Paris, 8. Mai. Eluseret, der bekannte General der Commune (er |r1T früher französischer Officier und während des nordamerikanischen Bürger­

krieges General in Amerika) richtet folgendes Schreiben an denGaulois" :

Genf, 2. Mai. Mein Herr! In Ihrer heutigen Nummer kündigen Sie an, daß ich beim Marschall Mac Mahon um meine Begnadigung eingekommen bin. Ich weiß nicht, was mir diese höchste Beschimpfung zugezogen hat. Würde man mich gefangen und selbst erschossen haben, so würde ich die Sache ganz natürlich gesunden haben. Wenn mir Mac Mahon oder Thiers in die Hände gefallen wären, so würden sie das nämliche Loos gehabt haben. So führt man guten Krieg...... (DerGaulois" unterdrückt hier einige zu

starke Stellen). Man begnadigt die Leute, welche Pantoffeln in den Gefäng­nissen machen oder deren machen sollten. Man tödtet die Leute meines Schlages ; man beschimpft sie nicht I

General R. Cluseret.

Paris, 8. Mai. Gestern hatte der Minister des Auswärtigen, Herzog Decazes, eine Unterredung mit dem türkischen Botschafter über den Vorfall in Salonichi. Diesen Morgen hatte Decazes auch mit dem Marschall Mac Mahon eine Berathung über diese Angelegenheit. Forderungen um Genug- thuung sind indeß bereits an die Pforte gestellt und ein Geschwader hat sich diesen Morgen von Toulon nach den türkischen Gewäffern in Bewegung gesetzt. DieEstafette" meldet: Das diplomatische Corps trat gestern Abend in Kon­stantinopel zusammen, nm über gemeinsame Schritte zu berathen. In Paris und Berlin sind die Verhandlungen bereits im Zuge und haben auch schon zu Ergebnissen geführt. Es steht fest, daß die beiden Consuln in die Moschee ge­schleppt und mit Säbeln, ermordet wurden. (Nach anderen Nachrichten wurden sie mit eisernen Stangen auf der Straße niedergeschlagen). Osficiöse Rath­schläge wurden sofort vom diplomatischen Corps dem Großvezir ertheilt und derselbe aufgefordert, unverzüglich die Mörder hinrichten zu lassen, nmfaffende Genugthuungen zu geben und Entschuldigungen nach Berlin und Paris zu schicken.

Paris, 9. Mai. In der morgigen Sitzung der Kammer wird die Regierung beantragen, den nächsten Montag für die Discussion des Amnestie- Antrags festznsetzen. SUfeb. W '

Versailles, 9. Mai. In der Budget-Commission sprach sich Decazes entschieden gegen das Amendement Tirard's, betr. die Aufhebung der französischen Gesandtschaft bei dem Vatikan, aus, indem er als Hauptgrund gegen die Aufhebung die Eventualität des demnächstigen Conclaves geltend machte. Das Amende­ment wurde darauf in der Commission mit 17 gegen 8 Stimmen abgelehnt und dann von Tirard zurückgezogen.

Kngkand.

London, 8. Mai. Die Kaiserin Augusta besuchte heute das deutsche Hospital, nahm das Gabelfrühstück beim Grafen Münster und kehrte hierauf nach Windsor zurück, woselbst Disraeli am Sonntag Gast war.

London, 9. Mai. Der Admiralitätshof verkündete heute das Urtheil in Sachen der Eigenthümer des gesunkenenStrathclyde" gegen die Eigenthü- mer derFranconia." Das Urtheil lautet in allen Punkten zu Gunsten der Kläger. Bekanntlich hatten diese 45,000 L. Entschädigung beansprucht.

London, 9. Mai. DieTimes" meldet aus Athen von gestern:ZDie aufständische Bewegung in Bulgarien hat bis zum Rhodope-Gebirge hin um sich gegriffen und nimmt eine immer ernstere Gestalt an; die Pforte sendet, was an Truppen disponibel ist, mittelst der Eisenbahn nach Adrianopel.

Spanien.

Madrid. Der Stadtrath von San Sebastian erklärte, das Recht der baskischen Abgesandten zu Unterhandlungen mit der Regierung auf Grundlage der von Herrn Canovas gemachten Abänderungsvorschläge nicht anerkennen zu wollen. Die Erschießung eines englischen Matrosen auf einem Schmuggler­schiffe durch spanische Zollbeamte von Malaga setzt in Gibraltar viel böses Blut ab. Auf der Straße von Caceres nach Madrid ist ein Postwagen von einer berittenen Räuberbande überfallen worden. Es ist leicht erklärlich, daß sich nach Beendigung des Bürgerkrieges nicht wenige der ehemaligen carlistischen Streiter diesem Handwerke, zu dem sie durch ihre frühere Thätigkeit so gut vorgeschult sind, zuwenden, und die tn der That treffliche Gensd'armerie wird alle Hände voll zu thun haben, mit diesen spanischen Armagnacs auszuräumen.

Madrid. DieGaceta" veröffentlicht ein Dccret des Kriegs-MinisterS über die Bebandlung der carlistischen Kriegsgefangenen. Dieselben sollen der Armee für Cuba zugewiesen werden mit Ausnahme der körperlich nicht hinrei­chend kräftigen, welche auf der Halbinsel zurückbletben. Die Männer unter 18 und über 40 Jahren werden begnadigt, bleiben aber unter Polizeiaufsicht und werden bei dem geringsten Vergehen nach Fernando Po gebracht. Die­jenigen, welche sich bürgerlicher Vergehen oder der Erschießung von Regierungs- Soldaten schuldig gemacht haben, sollen den Kriegsgerichten überwiesen werden.

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Konstantinopel. Als Mukhtar Pascha in der Osterwoche gegen die