Ausgabe 
11.5.1876
 
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ifo. 109. Donnerstag, den 11. Mai 1816.

Auche- md Amtsblatt für den Kreis Gießt«.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lrt. V. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringevlohn. Durch die Post benagen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher H h ei t. Bekanntmachung.

Durchschnitts-Preise im Monat April 1876.

Hafer M. 17,58, Heu M- 7,36 und Stroh M- 6,34 per 100 Kilogramm-

Gießen, den 9. Mat 1876- Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder- ______________

9 910(1) derAgence Havas" hat bereits eine französische Geschwader-Ab- theüung den Beseh! erhalten, nach den Gewässern von Salonichi abzugehen. Eine solche Schnelligkeit deS Entschlusies ist kaum wahrscheinlich. Sollte der­selbe sich bestätigen, so würde Frankreich damit die Absicht bekunden, sich auch an der Entscheidung der schwebenden Frage zu bctbeiligen. Die Gelegenheit dafür wäre unzweifelhaft günstig und daß alle europäischen Großmächte, aller­dings mehr oder weniger unmittelbar, an derselben interejsirt sind, ist von vornherein nicht in Abrede zu stellen gewesen.

Die unvorhergesehenen Ereignisse haben in der Geschichte und speciell in derjenigen der Türket schon ost eine verhängnißvolle Rolle gespielt. Wenn die Diplomatie ihre Ausgabe darin sehen muß, die Möglichkeiten der Zukunft zu berechnen, so ist eine Durchkreuzung dieser Berechnung für sie niemals ein Borwurf, sondern nur eine Mahnung.

Tie Minister Conserenz, auf welche schon Aller Augen gerichtet sind, wird durch das Blutvergießen von Salonichi einen mächtigen Sporn erhalten, zu einem Resultat zu gelangen, welches die Gefahren beseitigt, die dem Frieden Europas aus der gegenwärtigen unsicheren Lage der Dinge im Orient drohen.

Schweiz.

Basel, 8. Mai. Die schweizerische altkatbolische General-Synode i(t auf den 7 Juni nach Olten einberusen. Feldmarschall Graf Moltke ist gestern in Lugano etngetroffen.

türkischen Gewäsier bei Salonichi beordert. ,

Berlin, 9. Mai. DerReicks-Anz." bestätigt, daß dieMedusa Befehl erhalten hat, sofort von Messina nach Salonichi abzugehen, und fügt hinzu, daß gleichzeitig auch die russische und die österreichische Kriegsflotte da- sclbst vertreten sein werden, indem von Petersburg und von Wien Weisung ertheilt ist, daß sofort Kriegsschiffe dieser Mächte nach Salonichi abgehen sollen.

Berlin, 9. Mai. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Die Interpellation Franz wird in Folge einer Erklärung des Ministers des Innern, daß der Cnltus-Minister den über den ihm bisher unbekannten Vorfall cingeforderten Bericht erst heute erhalten habe und die Interpellation in der nächsten Sitzung beantworten werde, von der Tagesordnung abgesetzt. Die dritte Lesung des Ansiedlungs-Gesetzes wird nach Schluß der General-Debatte in Folge neu ein­gegangener zahlreicher Anträge auf Vorschlag Lasker's unter Zustimmung des Landwirthschafts-Ministers Dr. Friedenthal vertagt. Das Synodal-Gesetz wird nach längerer Debatte in namentlicher Abstimmung mit 21t gegen 141 Stim­men in dritter Lesung definitiv angenommen. Am Schluffe der Sitzung zeigt der Minister des Innern brieflich an, daß die Interpellation Franz in der nächsten S'tzung noch nicht beantwortet werden könne.

Ems, 5. Mai. Seit einigen Tagen befindet sich der Polizei-Präsident von Berlin, Herr v. Madai, hier, um die früher von dem Geheimerath Stieber besorgten polizeilichen Vorkehrungen für die Anwesenheit des Kaisers von Rußland zu treffen. Kur,)

Straßburg, 9. Mai. In derStraßb. Ztg." wird eine an den Lan- 1 des-Ausschuß gelangende Gesetz-Vorlage mitgetheilt, wonach in Zukunft Landes- Gesetze für Elsaß-Lothringkn, wenn der Landes-Ausschuß denselben zugestimmt hat, vom Kaiser mit Zustimmung des Bundesrathes ohne die Mitwirkung des

Dcutltütanb.

Berlin, 7. Mai. Nach den Bestimmungen der eben ausgegebenen neuen Telegraphen-Betriebsordnung wird für brieflich weiter zu sendende Telegramme an die Postanstalten kein Porto mehr bezahlt. Derartige Telegramme sind als einzuschreibende, bei der Bestimmungs Postanflalt durch Eilboten zu bestellende Briefe einzuliefern und die Eilbeflellung ersolgt im Ortsbestellbezirk kostenfrei, im Landbkstellbezirk gegen vorgeschriebenes Eilbestellgeld.

Berlin, 8. Mai. DerReichs-Anz." schreibt über die Ermordung der Consuln in Salonichi: Nach Eingang der Nachricht in Konstantinopel thaten die Botschafter Deutschlands und Frankreichs gemeinsam mit den übrigen Ver- tretern der fremden Mächte sofort die nöthigen Sckritte bei der Pforte für dm Schutz der Christen in Salonichi und die Einleitung einer strengen Unter­suchung. Der Großvezir erklärte sich bereit, alle geforderten Maßregeln zu ^greifen. Ter Sultan ließ sofort durch seinen ersten Adjutanten den Bot­schaftern Deutschlands und Frankreichs sein innigstes Bedauern über den Vor-

Reichstages sollen erlassen werden dürfen.

Heüerreilü.

Wien, 8. Mai. DieNeue Fr. Presse" meldet aus Ragusa: Den im SRaaufaner Bezirke befindlichen 12,000 Flüchtlingen aus der Herzegowina find die täglichen Unterstützungen von der Negierung nunmehr exogen worden. - DasTelegr. Corresp.-Bureau» meldet aus Rom: Auf Verlanget, des Ministers des Äeußern ordnete der Marine-Minister an, daß sofort zwe. Kriegs, schiffe nach Salonichi abgehen. , . . . . m

Wien 8 Mai Aus Regierungskreisen verlautet, daß wegen der Vor­gänge >n Salonichi sofort ein Meinungs-Austausch zwischen den Cabinetten stattgefunden bat und daß von allen Seiten die Nothwendigkeit ausreichender Satisfact'vu anerkannt ist. , ,,, r ,

Wien, 9. Mai. Graf Andrassy ist heute Mittag l^Uhr nach Berlin abgereist.

fall und die Zusage strengster Bestrafung der Schuldigen aussprechen. Em türkisches Kriegsschiff ist bereits nach Salonichi abgegangen mit Echref Pascha und Vahann Effendi als außerordentlichen Commiffären, denen der deutsche Consul ui Pera, Gillet, und der zweite sranzöfffche Botschafts-Dragoman, Robert, beigegeben wurden. Außerdem ist ein türkisches Panzerschiff mit einer Verstärkung der Garnison nach Salonichi gesendet.

Berlin, 8. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die durch die Blätter gegangenen Meldungen von Verhandlungen zwischen dem Finanzminister und dem Präsidenten des Eisenbahnamts über den Ankauf der preußischer Bah­nen , wobei Letzterer mit angeblicher Zustimmung des Reichskanzlers die Be­zeichnung des Kaufpreises begehrt habe, mit diesem Ansinnen aber bis zur Vorlegung einer Vollmacht von dem Reichstage und dem Bundesrathe abge­wiesen sei, als aus der Luft gegriffen. - DerReichs-Anz." veröffentlicht eine,kafferliche Verordnung, durch welche der elsaß-lothrmgische Landes-Ausschuß zum 17. Mai einberufen wird.

Berlin, 9. Mai. Die deutsche, im Mittelmeer kreuzende Corvette Medusa" hat Befehl erhalten, sofort von Messina nach Salonichi abzugehen. Die Cabinette von Petersburg und Wien haben gleichfalls Kriegsschiffe in die

_______jEin unvorhergesehenes Ereigniß.

' Während die Vorgänge auf der Balkan-Halbinsel sich bisher in einer, Weise entwickelten, welche eine plötzliche Aenderung der Lage nach der einen oder der anderen Seite höchst unwahrscheinlich machen, bringt fast aw> Vor obent der Minister-Conferenzen in Berlin der Telegraph die Nachricht, daß in Salonichi eine Frevelthat gegen das Völkerrecht von den dortigen Mohameda- mn verübt worden ist, welcher das Leben des deutschen und des französischen Consuls zum Opfer gefallen ist. . , . < «

Hebet die Veranlassung jener Frevelthat giebt das bereits gestern mitge- thrilte Telegramm eine dürftige Auskunft, die jedoch nichts Unglaubliches in sich trägt und, indem sie zeigt, welche große Gereiztheit augenblicklich wieder zwischen Mohamedanern und Christen im Orient besteht, nur bestätigt, was such aus privaten Quellen vielfach verlautet, daß Gefahren blutiger Confllcte säst überall in dem türkischen Reiche zu befürchten sind, wenn, wie jetzt in einem Theile deffrlben, die Herrschaft der bisher herrschenden Race ernstlich be­droht erscheint. c , f.

Selbst in Konstantinopel, wo die Autorität der türkischen Behörden doch noch am sichersten etablirt ist, sollen die christlichen Einwohner schon lange Zeit schwere Besorgnisse für ihre persönliche Sicherheit hegen. In den ent- sernteren Provinzen ist die Gefahr selbstverständlich noch sehr viel größer.

Es würde unvorsichtig sein, wenn man aus Grund einer bisher noch kaum bestätigten Nachricht schon der orientalischen Frage ein neues Prvgnostlkon stellen wollte. Nur Vas Eine darf man schon jetzt folgern, daß diese Angele- aenheit eine dilatorische Behandlung fernerhin schwerlich vertragen durfte, daß es vielmebr im Interesse der Hnmanität, wie des allgemeinen Friedens außer­ordentlich wünschenswerth wäre, wenn die Mächte, in deren Hand es Hegt, entweder den Frieden im Orient zu erhalten, oder doch eine Störung desselben auf den möglich geringsten Grad zurückzuführen, recht rasch zu einer Einigung