Ausgabe 
11.2.1876
 
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Kollaud

Frankreich

der der

wurde

1.

lich 40 Pfennig Zins an die Stadtkassc entrichte.

7. Von Kalkbrenner Herrn Karl Haas, welcher seinem am 13. Febr. 1874 geneh­migten Wohnhause am Riegelpfad eine andere Stellung, d h. mit der Front nach dem Wege zu, geben will, wird das desfallsige Baugesuch vorgelegt. Das­selbe findet Zustimmung und soll befürwortet werden.

8. Zu dem vorgelegten Verzeichntß über uneinbringliche Posten aus dem Jahr 1875 wird Genehmigung zur autzgäblichen Verrechnung ertheilt

9. Von der mit Gr Polizeiverwaltung geführten Verhandlung wegen des Abla- denS von Eis auf dem rechtsseitigen Marktplatz diesseits der Lahn, sowie von dem beantragten Verbot wird Kenntniß gegeben.

--Heute Vormittag wurde auf der Mäusburg durch ein Pferd eine der großen Erkerscheiben des Rheinischen Kleider-BazarS eingestoßen und zwar 8 gründlich, daß Nichts mehr in dem Rahmen blieb.

Lokal. Srvttz.

Gießen, 10. Febr. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 3. Februar Folgendes zur Verhandlung gebracht:

Die auf der Tagesordnung gestandene Vergebung der Pfründe aus der Löber'schen Stiftung wurde für die nächste Sitzung ausgesetzt.

Von Herrn Joh. Theodor Haubach ist gegen die Actienbrauerei Gießen wegen Etgentdumsbeschädigung in Folge des Ablassens von Wasser aus ihrer Besitzung Klage erhoben, und der Stadt Gießen von der Verklagten der Streit verkündet worden, weil dieselbe annimmt, die Stadt habe ihr für die nöthige Wasserab­leitung zu sorgen. Mit Wahrung der Interessen der Stadt in dieser Sache ist Herr Hofger.-Advocat Diery betraut worden.

Zur Auszahlung der nach den Kaufbedtngungen dem Herrn Joh. Schaum schul­digen Zinsen von 10285 M. 71 Pf. Kaufgeld ä 5% für die Zeit vom 3. Aug. bis 12. October 1875 mit 98 M. 57 Pf. ertheilte die Stadtverordneten-Ver­sammlung die nöthige Ermächtigung.

Beschlossen wurde, dem Herrn Christian Freitag II. in Hausen für das Fördern des Sandes in der Grube des Stadtwaldes im IV. Quartal 1875 die im Monat October v. I festgesetzte Vergütung leisten zu lassen.

Wegen Sveisung und Bedienung der drei Petroleumlaternen an der Schoor von der Neustadt nach dem Wallthor wurde der Herr Bürgermeister ermächtigt mit Herrn Ebrift. Bieber Vertrag abzuschlteßen

Herr Wii th Karl Heil ist angezeigt worden, weil er bei Ausführung des Baue- auf dem freien Platze neben feinem Hause einen Treppentritt in die Straße ge­legt hat. Auf die von demselben hierauf bei Gr. Stadtgericht abgegebene, und dem Stadtoorstand zur Aeußerung mitgelheilte Erklärung, soll geantwortet wer­den, daß rc. Heil auf Anlegung der fragt. Treppe kein Recht habe; Gc. Polizet- oerwaltung habe er dies selbst zugegeben und erklärt, die Treppe seinem Bau­plan gemäß in das HauS legen zu wollen. Da nun die Ve^kehrSoerhältnlsse an frag! Stelle die Entfernung des Treppentritts jetzt nicht absolut nöthig machen, so soll die Belassung desselben widerruflich gestattet werden, wenn Hr. Heil jähr-

Saaa 8 Ftbruar. Unterrichteterseits verlautet: das in das Karaiben- Meer mlsandte Geschwader soll nur eventuell die dortigen niederländischen Be­sitzungen schützen. Die daran geknüpften beunruhigenden Gerüchte entbehren jeder Begründung.

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Konstantinopel, 7. Februar. Die Pforte ließ eine Aushebung unter gesammten mohamedanischen Bevölkerung vornehmen. Man glaubt dadurch Armee eine Verstärkung von 50,000 Mann zuzuführen.

Paris, 8. Februar. DieAgence Havas" meldet: Man versichert, daß eine gemeinsame Aufforderung Seilens der Mächte die aufständischen Herzego­winer zur Niederlegung der Waffen veranlaffen soll.

Italien.

Rom 8- Februar. Der Cardinal Antonelli hatte gestern einen hefti­gen Gichtanfall mit hinzutretender Affection des Herzens. Obwohl heute cine leichte Besserung eintrat, ist der Zustand deS Kranken immer noch bedenklich.

Der Minoritäts - Antrag zu $ « nebst dem ec» Justtzmimster empfohlenen Amendement des Baron Handel, wonach daS Lhe-Hinderniß für Ordens-Geist, lich« auch erst mit dem Austritt aus der katholischen Kirche erlöschen soll, wurde^ab^lchnt $ $e6tuar. Der volkswirthschaftliche Ausschuß des Unter- bauses hat bei Berathung der mit Rumänien abgeschloffenen Handels-Convention beschlossen, dem Haus- einen Antrag zu empfehlen, welcher den Grundsatz aus- spricht, daß Oesterreich auf den Rechten, die ihm aus den mit der Pforte ge- chloffenen Verträgen erwachsen seien, auch jetzt nock gegenüber Rumänien besteh- und niemals hieraus verzichtet habe. Der Hand-lsnunister erklärte, daß dies auch di- Anschauung der Regierung sei Der Ausschuß nahm ferner -men Antrag an wonach in dem an das Haus zu erstattenden Berichte das Be­dauern auszudrücken sei, daß es bei Abschluß der rumänischen Handels-Con­vention der Regierung nicht gelungen s-i, die gleichmäßige Behandlung aller österreichischen Staatsbürger ohne Unterschied der Conf-ision zu erzielen.

Dänemark.

Kovenbaaen, 8. Februar. Die Regierung hat sich im Folkething aeaen den Antrag der Majorität, betr. die Einkommensteuer als Bedingung kür die außerordentlichen Dertheidigungs-Ausgaben, ausgesprochen und den Wunsch ausgedrückt, daß die Frage, betr. die Einkommensteuer ruhen möge, bis di7 disponiblen Mittel unzureichend wurden, da d,e Einnahmen und d,e --rdem zur Disposition stehenden Mittel für den Augenblick zur Deckung von mehr als den geforderten außerordentlichen Ausgaben vollständig hinrei­chend seien.

Knglantz.

London, 8. Februar. Die heute bei Eröffnung des Parlaments ge­haltene Thronrede bezeichnet die Beziehungen zum Auslände als sehr freund­schaftliche. Bezüglich des Aufstandes in der Herzegowina, welchen die Türken bisher unfähig zu bemeistern waren, habe die Königin es als ihre Pflicht er­achtet den Pacisicirungs-Versucheii befreundeter Mächte nicht fern- zu bl-iben und sich deshalb unter R-speclirung der Autorität des Sultans der dringlichen Befürwortung der Reformen behufs Abstellung der Klagen der Bevölkerung anaeschloffen. Di- König,« hofft, daß das Parlament den Ankauf der Suez- Canal-Actien, welcher die öffentlichen Interessen so tief berühre, billige» werde. Die chinesische Regierung habe die Beschwerden Englands freundlich ausgenom­men und die wegen des Angriffes der west-chinesischen Expedition angeordnet- Untersuchung werbe hoffentlich zur Ermittelung und Bestrafung der Schuldigen führen. Unter Bezugnahme auf die Reise des Prinzen von Wales tonbtgt die Königin eine Bill, betr. einen Zusatz zu dem Titel des englischen ^oouverains als directer Herrscher British-Jndiens an. Di- Frage wegen der Haltung der englischen Schiffe in den ftemden G-wäff-rn werde sorgfältig geprüft werden. Die Thronrede kündigt ferner noch Vorlagen, betr. den Elementar - Unterricht und den Unterricht auf den Universitäten, sowie eine Abänderung der Gesetze der Kauffahrtei-Schiffsahrt, an. ,

London, 8. Februar. Der Eröffnung d-s Parlaments wohnten bie Botschafter Deutschlands, Oesterreichs, Rußlands, Frankreichs und der Türkei, sowie die übrigen Vertreter der auswärtigen Mächte bei. Die Königin erschien um Uhr. Der Lord-Kanzler verlas die Thronrede. Die amtliche Gazette' enthält ein königliches Decret, welches die Consular-Gerichtsbarkeit in Folge der Errichtung von Gerichtshöfen in Aegypten «ufhebt.

London, 9. Februar. Die beiden Häuser haben die vorgeschlagene Adresse angenommen. Der Lord - Kanzler D'sraeli vertheibigte im Verlaufe der Debatte im Unterhause die orientalische Politik Englands, das sich nicht isoltren und dadurch die Pforte zum Widerstande hätte ermuntern dürfen. Englands Action bleibe auch im Falle de« Mißlingens des soeben gethanen Schrittes vollständig frei. Zu dem Ankauf- der Suez-Canal-Actien sei die englisch- Regierung bestimmt worden, weil «ine französische Gesellschaft die Actien habe ankaufen wollen. England habe auf eine diesbezügliche Anfrage des französischen Gesandten erklärt, es könne ihm den Besitz aller Actien in der Hand eines einzigen Landes nicht angenehm s-i«. Der Ankauf von Canal- Actien gewähre dem Lande in Fri-d-nszeiten eine verstärkte Sicherheit seiner Verbindung mit Indien; darüber, was in Kriegszeiten zu geschehen habe, glaube -r sich jeder Andeutung enthalten zu sollen. England besitze eine starke Macht im Mittelmeere, starke und feste Plätze, bie es niemals aufgeben würbe; seine Politik sei aber gleichwohl keine aggressive. Im Oberhaus« erklärte Lord Derby: Der Schauplatz bet türkischen Unruhen würbe durch die Vorschläge des Grafen Anbrassy ein so eingeschränkter, daß die Unruhen ihre europäische Bedeutung verlören. In Betreff des Ankaufs der Suez-Canal-Actien habe England bie Gelegenheit ergriffen, um sich in ber Verwaltung des Canals Stimmen zu verschaffen. Die mit Hin. v. Lesseps angeknüpflen Verhandlungen würden zur Beseitigung der Schwierigkeiten zwischen der Actien - Gesellschaft und den den Canal befahrenden Nationen führen und englisches Element in d e Verwaltung bringen.

t.

Madrid, 8. Februar. Die Regierungs-Truppen haben sich jetzt in den Besitz der Provinzen Btscaya und Alava gesetzt.

Zum Schutze der Vögel

veröffentlicht dieVoss. Ztg." in Berlin folgende sehr zutreffende Zuschrift:

Ihre heutige Zeitung bringt eine Notiz über den Mord der gefiederten Sänger: Sie sind entrüstet über den englischen Vogelsteller, der seine Beute in London aus den Markt bringt. Sie schienen nicht zu wissen, daß in unserer Hauptstadt dieser ernpo» rende Vernichtungskrieg gegen die lieblichen Kinder der Lüfte im Großen betrieben, von hier aus organisirt und nur z« erfolgreich geführt wird. Es giebt mehrere be­deutende Firmen hier, welche diesen barbarischen Handel betreiben. Treten Sie in eine solche Fabrik, und sehen Sie, wie tagtäglich mehrere Tausend der kleinen Vogel­leichen, die von allen Seiten herangeliesert werden, ausgenommen, getrocknet, an Drähte befestigt, mit Glasperlen an der Stelle ihrer erloschenen Äugen besetzt werden, um wenige Tage darauf auf dem Hute einer Dame zu prangen, welche vulletcht Nerven- zufälle bekommt, wenn die Oper ausgesetzt worden ist. Sehen Sie, wie die armen erwürgten Lieblinge der Natur zu Hunderten und aber Hunderten von der gleichen Art und Größe auf den Tischen liegen, um in so und so viel Dutzenden an die Arbeiterinnen abgegeben zu werden, welche die zusammengekrampften Krallen aus­einanderziehen, die Flügel hübsch lebendig auseinanderarbeiten, das Köpfchen recht neckisch fetzen müssen auf dem eingeschobenen Drahtgestell Sehen Sie zu, zahlen Sie die arbeitenden Mädchen, die bei diesem das Innerste empörenden Geschäft ihr Brod verdienen! Sie werden Zahlen finden, die Ihnen der Engländer au5 ihrer Correspon- denz wie einen unschuldigen Papageno gegenüber unseren Berliner Fabrikanten erschei­nen lassen werden. Erfahren Sie, man wird e5 Ihnen in den Fabriken mit kauf­männischem Bedauern bestätigen, daß mehrere der feinsten und schönsten Vogelarten Brasiliens schon bis zur völligen Ausrottung verfolgt, verjagt, vernichtet worden sind, so daß sie nicht für Geld mehr beschafft werden können. Brasilien liefert nicht mehr genug: nun geht es über Europa her, und es fallen die Zeisige, die Finken, die Ler­chen, die Amseln, die Rothkehlchen, die Drosseln, die Mesien, die Grasmücken, was da leucht, singt und schmettert in Wäldern und Wiesen. Und warum müssen diese Opfer, deren jedes einzelne den grausamsten Erwürgungstod sterben muß, fallen? Wegen einer bloßen Mode der Frauen, einer Mode, die nicht barbarischer gedacht werden kann. Unsere Damen, die nicht müde werden, den geschmacklich noch so tief stehenden Mummenschanz nachzuahmen, wenn er nur neu ist, haben mit die Schuld an dieser Barbarei auf sich genommen, befördern sie alle Tage!!! Ist das weiblich? Verträgt sich das mit der Würde der Weiblichkeit? Zur Ehre der Frauenwelt wollen wir an- nehmeu, es sei gedankenlos! Aber die höchste Zeit ist es, gegen diese abscheuliche Mode oorzugehen. Wer aber kann es? Man wird sagen: Wir haben ja gesetzlrche Bestim­mungen zum Schutze der Vögel, die ja auch die Landwirthschaft braucht, um gegen Ungeziefer geschützt zu sein. Ja, was fragt die Mode und ihr gieriges Bedürfniß nach dem Gesetze? Wie schwer ist hier die Ueberwachung! Unmöglich. Man könnte eine Steuer vorschlagen (die Herren Gatten und Väter können sie ja bezahlen!) z. B- 50 Dt. für den Zeisig, 60 für das Rothkehlchen, 75 für das Schwärzköpfchen u. s. f. bis 150 für die rosa bräunlich schimmernde Nachtigall- Vielleicht wählt das Reich diese Steuer statt der Brau« und Börsensteuer.--Aber nein, die Presse mutz ihre Schul­

digkeit thun; sie maß sich wie ein Mann gegen diese abscheulichste aller Moden er­heben, weil diese den Massenmord der lieblichsten und dazu nützlichsten Geschöpfe, mit denen die gütige Natur unsere Fluren und Felder belebt hat, bedingt.

Literarische-.

Die im Verlage von Paul Wolff in Leipzig erscheinende erste Deutsche illustrirte Jagd-Zeitung: ,Der Waldmann. Blätter für Jäger und Jagd- freunde." Redigirt von Fr von JvernoiS, erscheint seit dem 1. October 1875 in Folio- Format zu dem billigen Preis von 4 Mk. 50 Pf. halbjährlich. Aus dem interessanten Inhalt der Nr. 7 erwähne« wir:

Jägergruß zum neuen Jahre. Ein Wort zur Konservirung und Hebung des immer mehr abnehmenden Wildftandes. Zur Beherzigung für die Mitglieder deS Allgemeinen Deutschen JagdschutzVereins^. Vom königl. Förster C- Schneider. Meine Erfahrungen auf dem Gebiete der Auerhahnbalz. Vom Herzog!- Forstmeister G- v. Türcke. Heber Frettchen. Von Rogalla. Naturgeschichtltche Beobachtungen: (4)tc Waldschnepfe trägt zuweilen, wenn ihren Jungen Gefahr droht, dieselben davon- Von v- Tschusi-Schmidhofcn. Gefährlichkeit des Fischreihers. Eine brütende Katze. Mannigfaltiges: Von den Gödöllöer Parforcejagden. BenetdenswertheS Jagdglück. Abentheuer mit Sauen. Erlegung eines Wolfes in Schlesien. Verhöhnung Ein zweiter unechter Bär- Was der Mensch ist. Gräfl. Schaffgotsch'sche Abschuß'Liste- Brieftasche. Reichhaltiger Jnseratentheil. Illustration: The firet buntere. Scene aus den Gödöllöer Parforcejagden. Monströses Hirschgeweih.

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