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— (Auch ein Majestätsgesuch.) Ein gewisser Ignaz KooacS aus Szent-Peter hat beim ungarischen Minister des Innern ein Majestätsgesuch eingereicht, welches zwar mit Goldfarbe und zollhohen Buchstaben, aber auf die Rückseite eines Theaterzettels vom National-Theater, und zwar von der Aufführung der „Königin von Saba4 am 28. März geschrieben ist. Der Gesuchfteller sieht zunächst den Segen auf ben Kaiser und die kaiserliche Familie vom Himmel hernieder, dann ersucht er mit lufonb cher Kürze den Kaiser um ein Darlehen, damit er in seinem Orte ein HauS bauen und eine Suppenr und Thee-Anstalt errichten könne. Er verspricht dem Kaiser für je 100 fl. an Interessen 5 fl. und erklärt sich bereit, das Darlehen auch in Papiergeld annehmen zu wollen. Dieses Gesuch wurde der Peffer Stadtbehörde übersendet, um den originellen Gesuchsteller «öthigenfalls zu unterstützen, was jedoch aus dem Armen- onds nicht möglich ist, da der Gesuchsteller nicht dort zuständig ist. Seine Eingabe wurde in seine Heimath gesendet, da Kovacs in P.st nicht mehr aufgefunden wurde.
W a a r e n: im Zollverein . in Frankreich „ England . . „ Nordamerika , Oesterreich
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H«klerrei<ü.
Wien, 7. Juni. Wie man jetzt authentisch erfährt, war der Sultan, wie f. Z. gemeldet, bereits am 30. Mai tobt, es wurde dies aber osficiell noch verheimlicht, bis die Anerkennung Murad's durch die Mächte erfolgte. Die heutigen Wiener Blätter sprechen die Ueberzeugung aus, daß der Sultan Abdul Ajiz nicht durch Selbstmord, sondern durch Mord geendigt.
Wien, 8. Juni. Die „Presse" und die „Deutsche Ztg." melden von Zara au« südslavischer Quelle: Der Fürst von Montenegro weigert sich, die Regierung Murad's V. anzuerkenneu und hat seinen diplomatischen Agenten aus Konstantinopel zurückberufen. Es wird ferner behauptet, daß Mukhtar Pascha, bekanntlich ein natürlicher Sohn des verstorbenen Abdul Aziz, sich weigere, die militärischen Bewegungen nach Niksic fortzusetzen. Bestätigung dieser Nachricht ist abzuwarten.
kleine Strecke von besagter Grenze bi« Gelnhausen übernommen würde. Da bei Vollendung des fraglichen Mittelglied« eine durchgehende Linie Köln-Gießen- Gelnhausen-Aschaffenburg-Miltenbcrz-Osterburken, welch- sich in letzterem Otte an das badische und württembergische Bahn-Netz anschlösse, geschaffen würd., so wäre die Rentabilität der hessischen Strecke Äießen-Gelnhausen sehr wesent- ltch 9 jjetli», 7. Juni. In einem der Wiener „Preffe" mitgetheilten Privatbriefe eines Diplomaten in Konstantinopel, der aus den Tagen vor der Entthronung datirt, heißt es, daß England, so weit man in den Legationen in Pera unterrichtet sei, in der Besika-Bay eine Flotte ansammeln wolle, welche ein erdrückendes Uebergewicht über die drei vereinigten Flotten der Kaisermächte auszuüben und den vereinigten Kriegsflotten aller übrigen Mächte entgcgenzu- treten im Stande wäre- Es handle sich um eine maritime Machtentfaltung, wie man sie bisher noch nicht erlebt habe. Der bereits erwähnte Anschluß der spanischen Flotte zeigt zum Mindesten, daß England mit diesem Plane wirklich Ernst macht und seine diplomatischen Schachzüge materiell auf da« Nachdrück- lichste zu unterstützen entschloffen ist. Das englische Geschwader besteht aus neun Panzerschiffen ersten Ranges und anderen Kriegsschiffen. Diese Seemacht wirb von Admiral Drumond befehligt, der, wie der „Neuen fr. Pr." am 30. » Mts. aus Pera geschrieben wird, an jenem Tage (vielleicht auch schon kurz vorher) in Konstantinopel ist und Befehl hat, zu Besika zu verharren. Er soll versiegelte Befehle erhalten haben und wird diese Befehle nur auf specielle Ordre öffnen.
Berlin, 7. Juni. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Erkennung des Sta.tts-Secretärs des Aeußern, v. Bülow, und des Präsidenten des Reichskanzler-Amtes, Hofmann, zu Staats-Ministern und Mitgliedern des Staats- Ministeriums. ,
Berlin, 7. Juni. Die preußische Regierung ist. tote Die „Post aus angeblich zuverlässiger Quelle erfährt, mit der Verwaltung der thüringischen Eisenbahn in definitive Verhandlungen wegen Erwerbes dieser Bahn eingetreten.
Wirtschaftliches.
Ein neuer amerikanischer Gerbstoff. Der „Western Tannin-Plant4 (Polygonium Amphibium), von dem wir natürlich nicht wissen können, wie viel Humbug daran ist, scheint dazu bestimmt zu sein, die Eichenrinde und andere Gerbmaterialim in der Leder Fabrikation zu ersetzen. Der „Deutsch-Amerik. Gew.-Ztg." zufolge wächst die Pflanze im Ueberflutz im Missourithale und in den Thälern der kleineren Nebenflüsse und könnte in ausgedehntestem Maße angebaut werden und zwar so, daß die ganze Welt mit Material zur Lederfabrikation wird versorgt werden können. Sie enthält 18 pCt. Tannin resp. Gerbsäure, während die beste Eichenrinde deren nur 12 plfl. enthält. Sie ist einjährig und kann gemäht, getrocknet und aufgestappelt werden, wir Heu Die Methode des Gerbens vermittelst dieser Pflanze ist genau dieselbe, wir wenn Rinde angewendet wird. Sie liefert jedoch ein zäheres, feineres Leder, als Rinde; auch nimmt das Leder eine bessere Politur an und gewinnt an Dauerhaftigkeit. In Lincoln, im Staate Nebraska, besteht seit einiger Zeit eine Fabrik, welche diese Pflanz« mit Erfolg benützt und es sind von dort große Ladungen derselben nach Chicago geschickt worden, wo bedeutende Firmen gefunden haben, daß eine gewisse Menge dieser Pflanze ein Drittel mehr Leder liefert, als eine gleiche Quantität Rinde. Für den Westen Amerikas ist die Entdeckung der „Tannin-Plant" jedenfalls von außerordent- ltcher Bedeutung.
Kirchliche Anzeigen
der evangelischen Gemeinde zn Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag, den 11. Juni.
Morgens: Konfirmation der Mädchen: Pfarrverwalter Schlosser.
(Feier des heil. Abendmahl?.)
Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold.
(Collecte für die Stadtarmen.)
(Die Gemeinde wird gebeten, bei der Konfirmation die zehn vordersten Bankreihen vor dem Altäre für die Eltern und Angehörigen der Confirmanden frei zu lassens
(Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarroerwaller Schlosser.)
Vermischtes.
Frankfurts 8. Juni. Das heute im Palmengarten stattaefundene Concert der Musik des 4. Bayerischen Infanterie-Regiments war von ca. 3000 Personen besucht und erntete die Musik für ihrevorzüglichen Leistungen den rauschendften Beifall.
Darmstadt, 7. Juni. .Das Finanzministerium und die Hauptstaatskasse sind heute in ihr neues Local (ehemaliges Bankgebäude in der Neckarstraße) übergesiedelt. Die sehr bedeutenden Baarbestände der Hauptstaatskasse werden per Rollwagen in das neue Local verbracht
Mainz, 6 Juni. Der verantwortliche Redakteur deS „M. Tagbl." war gesterit vor das Polizeigericht geladen, um sich wegen Aufnahme von Lotterie-Anzeigen vernehmen zu lassen. Der Expedient des Blattes erschien gleichfalls zur Verhandlung. Beide führten den Nachweis, daß allerdings nach dem früheren hessischen Preß- gesetz solche Anzeigen nicht veröffentlicht werden durften, daß jedoch seit dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes diese Beschränkungen aufgehoben seien. Sie wiesen ferner darauf hin, daß andere Blätter, selbst die amtliche „Darmstädter Zeitung", solche Anzeigen unbeanstandet brachten- Das Urtheil wird in 14 Tagen verkündet.
— Es ist bekannt, daß die deutsche Reichspost in der Beförderung der ihr anoertrauten Sendungen mit sebr lodenswerther Gewissenhaftigkeit zu Werke geht. Daß es ihr aber manchmal unmöglich ist, einzelne Briefe an den Mann zu bringen", beweist nachstehendes Schreiben eines achtjährigen Mädchens in Coblenz: „An Herrn Klapperstorch in Frankfurt am Milchdrunnen. — Herr Klapperstorch: Sie haben meiner Tante ein Kindchen geschickt, sind Sie so gut und schicken mir auch eins, Papa unb Mama sind damit einverstanden. In der Erwartung, daß Sie meinen Wunsch erfüllen werden, grüßt recht freundlich R- K." — Dieser Brief, der Post übergeben, wanderte zunächst nach Frankfurt an der Oder und da dort selbst die Polizei keine Auskunft über den Klapperstorck geben konnte, wurde der Adressat in Frankfurt am Marn aufgesucht; aber wiederum vergebens, weshalb das Schreiben wieder hierher zurückkam, wo es amtlich eröffnet und der kleinen Schreiberin als unbestellbar einge- händigt wurde.
Deffeiitliche $ Gegen den Buchbin non Gießen ist der fön «könnt worden. Es Mlche Ansprüche an 3 abm, hiermit ausgefc Mn
Donnerstag bi Vormittags sei Meldung stillschn Ausschlusses von der ü neiden und etwaige Mibung Verzichts auf Biden-
)n obigem Termine sc wacht, und eventuell MMubitzerausschutzn
sestgMt lvn wmenben MMgn Halten als den BW erschienenen beürete Gießen, den 13. Apo Grohherzogliches St I- V. d Oppermann, Ttadtg.-Assessgr.
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Literarisches.
H übner's statistische Tafel aller Länder. (Verlag von Wilhelm Rommel in Frankfurt a. M.) 25. Auflage. 1876. Jubiläums-Ausgabe Preis 50 M
Seit 25 Jahren führt uns dieses Blatt alljährlich alle Länder der Erde vor unb berichtet über deren augenblickliche Lage, wie sie sich in den Zahlen spiegelt, die in den Staaten der Civilisation über Bevölkerung, Industrie, Handel u. s. w amtlich erhoben,
Wie muß die Productionskraft der Volker und der Preis der Maaren geftüges K .. sein, um solche Veränderungen der Zahlen hervorzurufen! |
-Landrichter/
ufolge sind die Panzerschiffe „Hercules", Devastation", „Pallas" und In. vincible" von dem englischen Mittelmeer - Geschwader am 26. Mai in" der Besika-Bay, wo auch der „Triumph" und „Bescarch", letzterer von Salonichi, ar.- 27. Mai erwartet wurden, eingetroffen. Das Panzerschiff „Swistsure" bleibt u-r
Frischbäckrr ?u Gießrn.
Sonntag, den 11. Juni 1876. Daniel Rühl, Marktplatz, K. Sieb' derger in der Löwengasse, K. Haas in der Wallthorstraße.
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ES®» ; ^herzogliches La L^rhnann,
Schweiz.
Basel, 7. Juni. Die altkatholische National-Synode der Schweiz wählte heute mit <17 von 158 Stimmen den Pfarrer und Professor Herzog in Bern zum Bischof. Pfarrer Schruter in Rheinfelden erhielt 34 Stimmen.
Basel, 8. Juni. Den „Baseler Nachr." wird aus Olten vom 8. Juni gemeldet, Pfarrer Herzog habe die Wahl zum christ-katholischen Bischos angenommen.
Olten, 8. Juni. Heute Mittag erfolgte die feierliche Proclamation des Professors Herzog zum Bischos, worauf ein Tedeum laudamus gesungen wurde. Die Reform-Anträge Basels, die Aufhebung des Cölibats und des Beicht-Zwanges betr-, sind principiell unverändert, nur in theilweise neuer Fassung angenommen worden.
Krankreich.
Paris, 7. Juni. Die Familie Orleans stand dieser Tage wieder einmal vor dem Pariser Civiltribunal. Die Kläger waren die Erben von Jean Francois Fangoray de Launay, der 1788 Philippe Egalits, dem Urgroßvater des Grafen von Paris, 120,000 Frcs. geliehen hatte. Die Schuld wurde genügend nachgewiesen; das Gericht mußte aber die Klage zurückweisen, weil die Prinzen von Orleans die Verjährung in Anspruch nahmen.
Paris, 7. Juni. Es bestätigt sich, daß die Pforte mit den Aufstäm dischen in birecte Unterhandlungen getreten ist und mit denselben zwar keinen Waffenstillstand, da sie dieselben ja dadurch als kriegführende Macht anerkennen würde, wohl aber einen Vertrag abgeschloffen hat, wonach die Feindselige keilen sechs Wochen lang eingestellt werden sollen und den Ausständischen die Möglichkeit gegeben wird, durch Abgesandte, die sie selbst zu erwählen haben, ihre Beschwerden und ihre Forderungen kundzugeben. Die Nachricht der „Times", daß englische Kriegsschiffe für die türkische Armee in Albanien Waffen ausgeschifft hätten, wird in Abrede gestellt, ebenso die Meldung der „Neuen fr. Pr.", daß Rußland mit Oesterreich über eine demnächstige Theilung der Türkei in Unterhandlung getreten sei.
Versailles, 7. Juni. Die Deputirten-Kammer hat mit 388 gegen 128 Stimmen den Gesetz-Entwurf, betr. die Abänderung des Gesetzes über den höheren Unterricht, angenommen. — Der Senat hat für die Wahl eines unabietzbaren Senators an Stelle des verstorbenen Ricard den 16. Juni angesetzt. Der Senat hat ferner mit 138 gegen 132 Stimmen einen Antrag angenommen , dahin gehend, daß die Bureaus und die Commissionen des Senats jederzeit in Versailles ihre Sitzungen zu halten haben. Dieser Antrag richtet sich gegen die Budget-Commission der Deputirten-Kammer, die unter dem Vorsitze Gambetta's seit einiger Zeit sich in Paris versammelte. — Der Graf von Paris hat sich nach England begeben und wird von dort morgen die sterblichen Ueberreste Louis Philippe^ herüberholen. Die Obsequien werden am Freitag in Dreux stattfinden. — Das Gerücht von einem diplomatischen Rundschreiben des Herzogs v. Decazes in Bezug auf die orientalische Frage wird dementirt.
England.
London, 8. Juni. Einer Meldung der „Times" zufolge wäre allen Pensionären der Marine, welche weniger als 55 Jahre alt sind, der Beseh ertheilt, sich zum activen Dienst bereit zu halten, und denjenigen unter 45 Jahren die Erlaubniß ertheilt, in der Reserve zu dienen.
London, 8. Juni. Den bet der Admiralität eingelaufenen Nachrichten
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in anderen Gebieten von Reisenden unb berg! geschätzt sinb. AuS einer großen Lüe- , ratur, welche zu ftubiren nur bem Fachmanne die Zeit unb Gelegenheit gegönnt i|t »J?,J?inb sinb in der Tafel Notizen vereinigt über die schwarzen Stämme Asrika's neben ho 1 J*eor9 «Mroe non exacten Angaben über die modernen Staaten! Die 25 Auflagen, jede verändert uni " Lazarus und L verbessert, die letzte doppelt so reich an Inhalt wie die erste, bieten natürlich reidti i Oen aufotjot Material zu Vergleichen. Die Veränderung der Größe mancher Staaten erklärt Hfl i* '.„'l,. Vi-! Kriegsgeschichte der Neuzeit, während z. B. die Verminderung der Verschiedenheit Geld. Maaß und Gewicht und die Zunahme des Handelsverkehres als Zeichen bn i mä2;! •'I friedlichen Annäherung der Volker aufgefaßt werden dürfen. ' ‘ n’’
betrug z. B- in Millionen Mark
Einfuhr.
Ausfuhr.
18511874
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810 3756
525 2303
925 2524
1303 2377
2010 7425
3800 6220
712 2661
608 2050
318 1170
208 948


