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R«. S8. Donnerstag, den 9. März. 1816.

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Anzeige- uni Amtsblatt flr kn Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiÄ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Amtlicher H h e i l.

Auf Grund des § 10 der Statuten wird die diesjährige Generalversammlung der Mathildenstiftung

Dienstag den 14. März, Vormittags 11 Uhr, in dem RegierungSgebäude dahier ftattfinden, wozu die verebrlicken Mitglieder mit dem ergebensten Anfügen eingeladen werden, daß die Rechnung pro 1875 vorgelegt, der Voranschlag pro 1876 festgestellt und die regelmäßige Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen werden wird.

Gießen, den 7. März 1876.

Für den Vorstand der Mathildenstiftung.

v. Röder. .______________

vonF. Mendelssohn)

Rossini, gesungen vos

Violin-Solo.

ehester? von J. S. Bacil :ht aus der OperFigaro nisch.

Soli, Chor und Orche-tc i Robert Heller.

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ges einer Pikee der Ein-rit um auswärtigen Besuchen iuf 5 { Uhr festgesetzt

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Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Fresenius.

Gefundene Gegen st ander

Ein seidenes Halstuch, 1 goldener Manschettenknopf, 1 Messer mit Schildkrotplättchen, 1 Pelzstola, Geld in Papier eingewickelt, 4 Portemonnaies, 1 Stock mit silbernem Ring, 1 Woschbütte, 1 goldenes Medaillon. . r . _ , .

Die Eigentümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrtgenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zuruckgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden.

Gießen, am 7. März 1876.

Aotiti sch er H h e i l.

Deutschland.

Darmstadt, 7. März. Die Nr. 12 des Großherzoglichen Regierungs-

des Innern, das Maß­

blatts hat folgenden Inhalt:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums und Gerichtswesen betreffend.

2. Dienstentlastung.

3. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: die Stelle beten Lehrers der höheren Mädchenschule zu Offenbach

Bestimmungen mit den Rechten der Civilbeamten angestellt.

4. Sterbefälle. Gestorben sind: am 17. Juli 1875 der Großh. Ritt­meister ä la suite der Cavallerie Jose Exequiel Bardales de Arövalo zu Are­quipa in Peru; am 9. Januar 1876 der Schullehrer i. P. Geßner zu Bingen; am 19. Januar der Friedensrichter Justizrath Dr. Joseph Müller zu Ober- Ingelheim ; am 22. Januar der kath. Pfarrer i. P. Joh. Anton Waldeck zu Gau-Algesheim; am 23. Januar der Stabsquartiermeister i. P. Wilhelm Bauer zu Darmstadt; am 26. Januar der Landgerichtsactuar i. P. Carl Sellheim zu Schotten; an dems. Tage der evang. Pfarrer Friedrich Fischer zu Spachbrücken; am 29. Januar der Schullehrer i. P. Deuchert zu Bannerod; am 1. Februar der Oberförster Faustmann zu Babenhausen.

Mainz, 6. März. Eine Abordnung der Rödelheimer Katholiken, welche hier war, um die Wiederaufnahme eines regelmäßigen Gottesdienstes u. s. w. zu urgiren, ist ohne die gewünschte Aussicht wieder nach Hause gegangen. Der Bischof hat irgend eine Berücksichtigung der Mai-Gesetze nicht in Aussicht ge­stellt und selbst die einfache Anzeige, wen er mit der Versetzung der pfarramt­lichen Functionen beauftrage, abgelehnt. Es bleibt also in Rödelheim der Zustand, wie ihn ehedem nur der große Kirchen «Bann zu Wege brachte. Uebrigens sollen dort auch die Ansichten wegen des Auftretens gegen den Pfarrer Hunaart im Umschlagen sein.

Berlin, 5. März. Das Befinden des Fürsten Bismarck tst gegenwär­tig reckt befriedigend. Die Folgen des letzten Un»ohlseins find völlig geschwunden. Der Fürst Reichskanzler scheint sich eines so vortrefflichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, wie man ihm leider lange nicht anzusehen gewohnt war. Am 1. d. Mts. bei dem herrlichen Wetter unternahm er einen Spazierritt durch den Thiergarten, was er seit Jahresfrist in Berlin nicht gethan hatte.

Berlin, 6. März. Wie derPost" aus Wien telegraphisch mitgetheilt wird, ist die Mission des Statthalters von Dalmatien, Generals v. Rodich, der in diesen Tagen in Cettinje verweilte und dort auch mit einigen Jnsurgen- ten-Chess verhandelte, insofern gescheitert, als die Letzteren auch ihm gegenüber erklärten, die Waffen nicht strecken zu wollen.

Dagegen meldet dieWiener Presse", daß General v. Rodlch mit Erfolg auf den Fürsten von Montenegro eingewirkt und von ihm die Zusage erhalten habe, daß er den pactficatorischen Bestrebungen der Mächte in Bosnien und der Herzegowina keine Hindernisse in den Weg legen, vielmehr dieselben seiner-, seits positiv unterstützen werde. .

Massel 7 März. In Folge einer Damm-Rutschung bei Grebenstein (Hessische Nordbahn) ist der Verkehr dort gänzlich gesperrt. Ein Güterzug Cnt9le Baden, 5. März. Bei dem letzten Hochwaffer, das anderwärts so furchtbare Verheerungen angerichtet hat und noch anrichtet, ist unser Land verhältnißmäßig sehr günstig weggekommen. Ohne Zweifel ist dies wesent ich «ine erfreuliche Wirkung der vielfachen Correctlonen der Gewäffer. Wo diesel-

eines akademisch gebil- mit einem Gehalt von 20003800 Mk. ' Die akademisch gebildeten Lehrer der als höhere Lehranstalt anerkannten Schule werden nach Maßgabe der desfalls bestehenden gesetzlichen

ben noch nicht stattgefunden, haben denn auch die Überschwemmungen bedeu­tenderen Schaden angerichtet, wie z. B. im Renchthal.

Aus Bayern. Vor einiger Zeit ging die Nachricht durch die Blät­ter, daß von Berlin aus Weisungen nach München gekommen seien, daß die militärpflichtigen Theologen schärfer behandelt würden. Alsbald erschien der Graf v. Hundt als Bericktiger und dementirte diese Nachricht. Auf den Grasen Hundt folgte eine verschärfte Verordnung des Kriegs-Ministeriums, welche allein in Bamberg 19 Theologen zwingt, Einjährig-Freiwillige zu werden.

Heüerreich.

Wien, 6. März. DiePolit. Corresp." meldet nachfolgendes, anschei­nend Authentisches über die Verhandlungen des Feldmarschall-Lieutenants Baron Rodich mit den Flüchtlingen aus der Herzegowina. Rodich rieth den Chefs der Flüchtlinge in Ragusa, auf ihre Landsleute behufs Niederlegung der Waffen einzuwirken und selbst in die Heimath zurückzukehren. Er erklärte, daß die Großmächte für die Durchführung der Reformen einstehen, daß die den Flücht­lingen gewährte Unterstützung mit Ende März ablaufe und dann zugleich eine scharfe Ueberwackung der Grenze zur Unterdrückung des Munitions-Schmuggels eintrete. Die Flüchtlinge antworteten unter dankbarer Anerkennung der wohl­wollenden Absichten Oesterreich-Ungarns und der anderen Mächte, daß sie die Frage der Heimkehr jedenfalls von dem Aufhören der Feindseligkeiten abhängig machen müßten. In erster Linie sei daher auf Einstellung der Feindseligkeiten hinzuwirken. Rodich nahm diese Bemerkungen unter wiederholter Mahnung, auf ihre Landsleute im Sinne der Wünsche der Mächte einzuwirken, entgegen. Die Mission des Baron Rodich in Cettinje scheint insofern erfolgreich gewesen zu sein, als der Fürst von Montenegro zugesagt haben soll, auch seinerseits auf die Insurgenten in friedlich anrarhendem, mahnendem Sinne einwirken zu wollen. Schließlich mahnt diePolit. Corresp." vor schon jetzt verbreiteten Gerüchten über das Scheitern der Verhandlungen, sowie vor zukünsligeu lügenhaften Ausstreuungen.

Pesth, 5. März. Heutige Blätter fordern, Oesterreich solle interve- niren, falls Serbien der Pforte den Krieg erklärt.

Irankreich.

Paris, 5. März. Girardin'sFrance" bemerkt den ultramontanen Blättern gegenüber:Im Jahre 1871 haben die Kommunarden ^brechen begangen, die nichts, sogar nicht ein Wahnsinn des Mißtrauens, entschuldigen kann. Viele dieser Leute sind erschossen worden; die am Leben blteoen, sind deportirt. Einige wenige blos haben durch die Flucht dem Tode oder der Deportation entgehen können. Wenn man aber das 'von diesen Reuten ver­gossene Blut und die von denselben begangenen Gräuelthaten in die Wagschale brächte gegen das von Don Carlos und seinen Räuberbanden vergossene Blut, die von denselben verübten Gräuelthaten, auf welche Seite würde die Wage sich neigen? Wäre es nicht die Wagschale dieses aufrührischen Fürsten, dem kein anderer Ausweg blieb als die Flucht, und der ungestraft Frankreich durch­reist aus der Eisenbahn, in einem Salonwagen, um sich in Boulogne einzu­schiffen nach England, wo er vermuthlich nicht wird bleiben können? All die» hindert jedoch die Herren vomUnivers" nicht, aus Don Carlos einen Heili­gen zu machen."

Paris, 5. März. Der Herzog von Nemours hat an den Bürgermeister von Bordeaux, Vicomte de Pelleporr, der Präsident einer Unterstützungs-Gesell­schaft für die" Carlisten ist, die Summe von 10,000 Frcs. gesandt. Die An­gabe einiger Blätter, daß die französische Regierung die Maßregeln gegen Don Carlos und seine Anhänger auf Verlangen der hiesigen spanischen Botschaft er-