Ausgabe 
8.12.1876
 
Einzelbild herunterladen

tt

?Ä0"fa»« f9te Fra» sei», ttung von;tt(j '»von 3 uni « ite Dor- uni : ctunben gegen »" r gesucht. ^Auskunft.

flSäüräiiiiid -QäljeuB bei der'Zxp.

V< 'Üerion, welche W -U. jur Llütze her HauS- len g.sucht. Meres bki

'Lerion jur L'ühe bn rt tz.illchl. Näheres bd.

iten Lohn wird ein sto'Ks ' fofort gksvchk.

u (fyprbitron h. VW. 1

ttlicher Zunge wird Lehre gesucht von hr. Pb. Euler.

lang611

Echreinermeiftfr. üubwigfi

nach'

(2M0

7, V.

" Gie-e» 1

91

Wo. »87.

Freitag, den 8. December

1876.

Anreize- mib Amtsdlntt für kn Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expedition) Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 59 Pf.

Amtlicher H H e i l.

Gießen, 4. December. 1876. Betreffend: Die Aufsicht über die Vicinalstraßen, hier die Aufnahme des Verkehrs auf denselben.

Das Großherzoglichc Kmsamt Gießen

an die Großherzoalichen Bürgermeistereien des Kreises.

JCon der in unserem Ausschreiben vom 9. October l. I. (Anzeiger Nr. 237) empfohlenen Reduction der Zählstationen, insbesondere für die Wintermonate ist von Ihnen fast gar kein Gebrauch gemacht worden. Es tft nun aber neuerdings durch Großherzogliches Ministerium des Innern wegen des Aufwands an Arbeit und Kosten empfohlen worden, die Zählung zu Anfang und zu Ende des Zählbezirks, da wo nicht ganz besondere Gründe für sie vorliegen. abzustellen.

Wir beauftragen Sie daher nach Anleitung unseres erwähnten Ausschreibens vom 9. October Verabredung mit den Nachbargemeinden zu treffen und fernerhin für jeden Zählbezirk nur Eine Karte einzusenden, es sei denn, daß für eine Beibehaltung der doppelten Zählung besondere Gründe sprechen würden, welche un5 oorzutragen wären.

Bei Einsendung der Zählkarten vom 14. December ist von jeder Großherzoglichen Bürgermeisterei zu berichten, welche Verabredungen von ibr getroffen werden und welche Zählkarten in Zukunft von jeder einzusenden sind.

Wenn mit anderen dem Kreise G-eßen nicht angehörigen Nachbargemeinden Verabredungen getroffen wurden, wonach von den betreffenden Gemeinden unseres Kreises eine-Wegstrecke gar nicht oder nur einmal im Monat gezählt wird, dann haben Sie zugleich Anordnung dahin zu treffen, daß Ihnen sofort Abschrift der Zählkarte mitge- theilt wird, welche an uns einzusenden ist.

Wir haben übrigens bis in die neueste Zeit die Wahrnehmung machen müssen, daß noch immer die ZählungSresultat^ von den beiden Endstittonen eines und desselben Wegs sehr verschieden, daß also an dem einen oder den andern, oder an beiden Orten unrichtig gezählt wird.

Wir nehmen daraus wiederholt Veranlassung Ihnen auf das Dringendste eine sorgfältige Jnstiuirung und Ueberwachung der Zähler zu empfehlen und minder qualificirte zu entfernen. L r r,

Es werden namentlich die pos. 4 und 5 unseres Ausscheidens vom 9. October zur pünktlichen Nachachtung wiederholt empfohlen, v. R ö/d e r.

Götzen, den 2. Dec. 1876. Betreffend: Darstellung über den Zustand der Schulen, hier der für Schulhausbauten entstandene

Kosten in den Jahren 1874, 1875, 1876. _

Die Großherzogliche Kms-Schul-Comnnsfion Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

In rubricirtem Betreff erwarten wir baldigst aus den Gemeinden in welchen in den Jahren 1874-1876 Neubauten von Schulhäusern, Umbau oder größere Reparaturen solcher stattgefunden haben, Bericht über die Größe der dafür verwendeten Geldbeträge und zwar in runden Summen.

o. R ö d e r. _________

Z» oli 1 isch

Deutschland.

Darmstadt, 6. December. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben am 5. d. Mts. allergnädigst geruht: die Einziehung einer weltlichen Rathsstelle bei dem Oberconsistorimn zu verfügen und aus diesem Anlaß den Oberconst- stcrialrath Ludwig Strecker, unter Vorbehalt seiner anderweitcn Verwendung und unter Anerkennung seiner mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, sowie unter Verleihung des Charakters als ,,Geheimer Oberconsistorialrath" mit Wirkung vom 1. Januar 1877 an in den Ruhestand zu versetzen.

Berlin, 4. December. Gestern Mittag fand im kaiserlichen Palais unter Vorsitz des Kaisers ein Ministerrath statt, deffen Verhandlungsgegenstand gutem Vernehmen nach die Beschickung der Pariser Weltausstellung war. Sämmtliche Minister sollen dagegen gestimmt, der Kaiser in längerer, eingehen- der Rede alle Bedenken für und wider die Beschickung beleuchtet haben. Der Beschluß ist also gegen die Beschickung ausgefallen, und cs ist kaum zu bezwei­feln, daß derselbe von Einfluß auf die Verhandlungen der zustehenden Bundes­raths-Ausschüsse gewesen sein sollte, welche sich heute mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen hätten, um dem nahe b« vorstehenden Plenum darüber zu berich­ten. Auch heute sand ein preußischer Ministerrath statt. Es wird vermuthet, daß dieser sich mit den Justizgesetzen besaßt hat.

Berlin, 5. December. Die Vorlage bezüglich der Retorsions-Zölle ist vom Bundesrath abgeändert worden. Die Retorsion ist beschränkt auf, die Staaten mit Ausfuhr-Vergütung, ferner sind die Artikel besonders anfgesührt, welche von einer Aenderung des Zolles betroffen werden.

Berlin, 5. December. Schluß der Reichstags-Sitzung. Der Bundes- Commissär v. Ph'lippsborn glaubt Aussicht eröffnen zu können, daß den bereg- f(n Uebelständen durch ein Einverständniß mit der russischen Regierung abge- holsen werde; sollten die Unterhandlungen aber sckeitern, so sei es gerathen, die Sache bis zur Beseitigung der jetzigen Krisis zu vertagen. Abg. Häncl verwahrt den Interpellanten gegen den Verdacht, der Regierung Verlegenheiten haben bereiten zu wollen, derselbe habe nur Aufschluß über die Stellung dcr Regierung gewünscht. Fürst Bismarck bedauert, diese Absicht nicht in der In­terpellation wiedergefunden zu haben. Abg. Graf Bethusy-Huc wünscht ein Vertrauens-Votum für den Reichskanzler. Nachdem noch Windthorst und Bam­berger gesprochen, schließt die Besprechung. Hierauf wird die Vorlage für das Brausteuer-Gesetz und der Niederlassungs-Vertrag mit der Schweiz in erster und zweiter Lesung genehmigt und die elsaß-lothringischen Rechnungs-Uebersichten und Etats-Ueberschreitungen an die Commissionen verwiesen.

- Der Menschenschacher tu Antwerpen ist auf Andringen des deutschen Consuls der Gegenstand einer Untersuchung Seitens der dortigen Gerichte ge­worden. Die Ergebniffe derselben sind, wie man von gut unterrichteter Sei c

er H ö e i L

mittheilt, bislang folgende:Es existirt zu Antwerpen ein polnischer Abbs (Jurowski?), welcher sich im vorigen Jahre von preußischen Auswanderen, die durch Antwerpen kamen, die Adreffe von westpreußischen Landsleuten, welche zur Auswanderung geneigt sein sollten, geben ließ. Mit diesen Notizen versehen, schlug der Abbä einer berüchtigten Antwerpener Auswanderer-Agentur (Lobe- danz?) vor, mit ihm in Verbindung zu treten, indem er sich verpflichtete, seinen LandsleutenAuswanderungs-Prospecte in polnischer Sprache zuzusenden." Die Auswanderer kamen wohl bald an, aber die Negierung von Venezuela hatte nicht das nöthige Geld geschickt, um sie zu spediren. Daraufhin setzten sich die Agenten mit dem Hause Colombier in Bordeaux in Verbindung, welches einen Steamer zu schicken versprach, indessen kam auch dies Schiff nicht an. Der Abb6 behauptet, imguten Glauben" an die Vortheile der Auswanderung seine Landsleute nach Antwerpen gezogen zu haben." Die städtischen Behörden Antwerpens haben die Unglücklichen vorläufig in Schuppen untergebracht. In Antwerpen herrscht große Entrüstung über die Affaire. Die Untersuchung wird fortgesetzt.

Berlin, 6. December. Dcm Vernehmen nach haben nachbenannte Staaten bis Anfang Novembr d. I. ihre osficielle Betheiligung an der Pariser Weltausstcllung des Jahres 1878 zugesagt: Großbritannien, Rußland, Italien, die Niederlande, Dänemark, Schweden und Norwegen, Portugal, Griechenland, Tunis, Ecuador, Vereinigte Staaten von Columbia, Venezuela, Chili, Siam, Republik Liberia. Es fehlen demnach außer dem deutschen Reiche noch Oester­reich-Ungarn, die Schweiz, Belgien, Spanien, die Türkei, Serbien, Rumänien, Aegypten, Persien, die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika, Brasilien, Peru und einige andere Staaten, die wie China und Japan auch auf den letzten europäischen Weltausstellungen vertreten gewesen waren.

Die Commission für den Vogelschutz Antrag hat eine Reihe von Sitzun­gen gehalten, welche für Has Zustandekommen eines derartigen Gesetzes nicht gerade günstige Aussichten eröffnet haben-. Die Wünsche scheinen ziemlich weit auseinanderzugehen und allerdings das billige Maß hier und da zu überschrei- tcn. So will man z. B. selbst das Zerstören der Schwalbennester an den Wohnhäusern verbieten.

Berlin, 6. December. Die Eröffnung der Vor-Conferenz findet näch­sten Montag statt. England ist scheinbar isolirt durch Andraffy's Erklärung, Oesterreich übe keinen Zwang auf die Ereignisse aus. Rußlands Einmarsch in Bulgarien wird Ende dieses Monats erwartet. Wahrscheinlich wird nur Eng­land dagegen protestiren. Eine Note Gortschakoff's, welche Erklärungen über das Vorgehen Rußlands abgibt, steht in kürzester Frist zu erwarten.

Berlin, 6. December. Der Bundesrath hat sich darüber verständigt, die Betheiligung des deutschen Reiches an der Pariser Ausstellung osficiell abzulehnen.