London, 6. Januar. Die „Times" erfährt über den Inhalt der jüngsten Note Andrassy's, daß dieselbe nur die insurgirten türkischen Provinzen betreffe und in keiner Weise eine Controle über die von der Pforte vorzuneh. mende Ausführung der Reformen Seitens der sechs Vertreter der Großmächte in Konstantinopel Vorschläge.
Spanien.
Madrid, 4. Januar. Die Exkönigin Isabella ist gefährlich erkrankt. Einer Depesche der Londoner „Times" aus Paris zufolge ist dte Königin durch die Masern in einen derartig geschwächten Zustand versetzt, daß nur geringe Aussichten für eine Wiedererholung vorhanden sind.
Madrid, 4. Januar. Der Feldzugsplan ist in einem gestern abgehaltenen außerordentlilchen Kriegsrathe, welchen der König und die Generäle Quesada und Martinez Campos beiwohnten, lang und breit besprochen worden. Eine abschließende Feststellung scheint man erzielt zu haben, denn Martinez Campos wird schon heute, Quesada morgen sich wieder zur Armee begeben.
Türkei.
Konstantinopel, 4. Januar. Der „Polit. Corresp." zufolge hätte der Fürst Nikita von Montenegro den Senator Macha Verbitza nach Ragusa zum dortigen russischen General-Consul entsandt, um diesem zu versichern, daß die Weisungen des Kaisers Alexander in Betreff strengster Wahrung der Neu- tralität pünktlich befolgt werden würden.
Konstantinopel. Unter den Führern dcr Insurgenten in der Herzegowina scheint Uneinigkeit ausgebrochen zu sein. Der den Aufständischen stets günstig gesinnte Correspondent der Londoner „Times" in Ragusa muß zngeben, daß vor einigen Tagen zwei herzegowinische Bandenführer standrechtlich durch ihre Kameraden erschossen worden sind Türkischerscits sollen große Anstrengungen gemacht werden, um die Commandeure der Herzegowiner zu bestechen und in einigen Fällen ist dies angeblich auch gelungen. Den Erschossenen wird Verrätherei vorgeworfen.
Amerika.
New'Aork, 4. Januar. Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten bat sich im Monat December v. Js. um t,615,000 Doll, vermehrt. Im Staatsschätze befanden sich am Schluffe des Monats 7,982,400 Doll, in Gold und 1,111,700 Doll, ui Papiergeld.
New-Uork, 4. Januar. Das „Reuter'sche Bureau" meldet: Eine amerikanische Note an die Mächte wegen Cuba schlägt eine Vereinigung Cubas mit Portorico unter einem spanischen General-Gouverneur vor.________________
Lokal-Notiz.
Gießen, 7. Jan. Wie wir vernehmen, beläuft sich der Betrag der nicht rechtzeitig bis üum 31. December 1875 zur Einlösung vorgekammenen Noten der Bank für Süddeutschland auf circa 300,000 Mark Reichswährung.
Den strengen Vorschriften der Statuten gemäß sind diese Noten einstweilen praecludirt. Bei der Direction der Bank ist jedoch bereits ein auf Verlängerung der Einlösungsfrist abzielender Antrag einer Anzahl Actionäre an die nächste Genera! Versammlung, welche allein in d r Lage ist, darüber beschließen zu können, eingereicht und dürfte nicht zu bezweifeln sein, daß solcher Antrag von der im Monat März stattfin. denden Generalversammlung angenommen wird. Wer also noch auf Gulden oder Thaler lautende Noten der Bank für Süddeutschland in Händen hat, wird gut thun, dieselben bis nach der Generalversammlung an sich zu halten und sie nicht mit Verlust an etwaige Speculantcn zu begeben.
Vermischtes.
*** Es dürfte für Viele nicht uninteressant sein ein Referat über eine Katholiken- versammiung in Bielefeld zu lesen, welches wohl manches zur Aufklärung der neueren Bewegung auf kirchlichem Gebiete bietet:
Etwa 800 Männer, Katholiken und anderen Confcssionen angehörende Freunde der katholischen Reformbewegung, hatten der Einladung des Vorstandes des altkaiho lischen Vereins zu Bielefeld Folge gegeben und sich im Saale der Eintracht versammelt. Den Vorsitz führte Herr Justizrath Bachmann. Nachdem derselbe die Versa um- Irnifl willkommen geheißen und seinen Dank für so zahlreiches Erscheinen ausgesprochen, ergriff das Wort Herr Kreisrichter Windthorst.
Anknüpfend an die Worte des Herrn Vorsitzenden beiße ich nochmals alle Anwesenden von Herzen willkommen, zunächst die Katholiken, Deren zahlreiches Erscheinen beweist, wie tief ratz Hedürfniß nach Aufklärung und Verständigung in der gegenwärtigen Wirrniß gedrungen ist; ebenso herzlich sind auch die Nichtkatholiken uns willkommen, w Iche eingeladen sind, weil unsere Sache das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen braucht und es besser ist, vor einem gewissermaßen unparteiischen Richter zum Urtheilsspruch zu gelangen. Außerdem bedürfen wir ihre Sympathie. Die Veranlassung der Versammlung liegt in dem Bedürfniß, sich über die großen Fragen der Zeit zu verständigen; das ist zur Nothwendigkeic geworden. In der Encyklika vom 5. Febr. hat der Papst, das Oberhaupt der rö nischen Kirche, in der feierlichsten Form, umkleidet wit seiner Unfehlbarkeit, preußische legal zu Stande gekommene Ges he einfach für ungültig erklärt- Gegenüber biefer Thatfache sind wir verpflichtet uns die Frage vorzulegen: Wer hat in dem Kampfe, welcher zwischen dem preußischen Staate und der päpstlichen Kucie entbrannt ist, Recht und wer Unrecht? Diese Frage zu erörtern ist Zweck dieser Versammlung Ich will dieselbe zu beantworten suchen, lediglich vom politischen und kirchenrechtlichen Standpunkt Ich enthalte mich aller dog matischen Erörterung, ebenso aller Reizung, weil ich versöhnen und überzeugen will.
Interessant ist, daß man noch jetzt häufig die Frage vernimmt, wer den heftig entbrannten Kampf begonnen hat. Seitens der ultramontanen Partei wird mit Hartnäckigkeit behauptet, daß es der etaat gewesen sei, der den Fehdehandschuh hinwarf; ebenso hartnäckig wird Die Meinung vertreten, daß die römische Kurie der angreifende Thetl gewesen. Jeder führt Gründe an, die sich hören lassen und willige Hörer finden Das gerade, daß jeder dem anderen die Schuld an dem Unfrieden zuschiebt, beweist mir von Neuem, daß hier e ne große historische Nothwendigkeit sich vollzieht, der wir vielleicht auf einige Zeit ausweichen konnten, die aber früher oder später angefochten werden mußte Es ist dies derselbe Kampf, dem wir in jedem Jahrhundert, auf jedem Blatt der Geschichte begegnen, der immer von Neuem und stets mit derselben Erbst- tecung gekämpft worden ist, so lange die Geschichte reicht Ueberall da, wo ein Religion ssystem zu äußerer Macht gelangte und seine geistliche Herrschaft über die Völker auch ;u äußerer Geltung zu bringen suchte, ist dieser Kampf entbrannt Und jede Religion, jede Kirche verfolgt dieses Streben solange bis sich Gewissen und Ehre der Nationen empören. Etz ist dies der Kampf zwischen der Freiheit des Gewissens und der Hin schäft des starren Tokina, zwischen nationaler Selbstbestimmung uno Priester- Herrschaft In diisem Kampfe ist Deutschland seit Jahrhunderten berufen, Vorkämpfer gegen die Machtausprüche der Hierarchie zu sein. Seit Beginn des Mittelalters wird der Kampf geführt, mit w chselndem Glück und Unglück auf beiden Seiten. Das beste Blut Deutschlands ist im Mittelalter auf den G.filden Norditaliens, im Kainpre bei Welfen und Ghibellinen für diese Idee geflossen, die alte deutsche Tugend tritt nun glänzender und strahlender al5 in diesen Kämpfen hervor. Der Kampf wurde damals mit aller Kraft, aber nicht zu Ende geführt. Die zweite Etappe desselben war die Reformation Sie alle kennen die Trauer und Gräuel des 30 jährigen Kri ges, da" Unglück, welches die Einmischung Fremder über die deutsche Nation heraufbeschwor. Der Kampf wurde nicht beendet, es war feine principieUe Entscheidung herbeigeführt, nur die Erschöpfung bei Streitenden führte zu einem faulen Frieden, den wir jetzt
endlich, nachdem Jahrhunderte vergangen, zu einem wahren Frieden umgestalten müssen. Der Streit ruht seit dem westfälischen Frieden, nicht weil einer der Gegner sich besiegt fühlte, sondern wider Willen, weil die römische Kurte zu der Erkenntniß gekommen war, daß mit bloßer äußerlicher Gewalt ihr Ziel nicht zu erreichen sei. Die Zeit wurde inzwischen eine andere; es kam die Auskläiungsperiode Über Europa, der Staat kam zum Bewußtsein seiner selbst und zum Bewußtsein seiner Zwecke. Auf der anderen Seile wurden List und Klugheit die Kampfmittel, Deren man sich ju bedienen ierntc. Es wurde das System geschaffen, welches die Bewunderung aller Zllten erregen muß: die römische Propaganda, unterstützt von der Kompagnie der Jesuiten. Liese arbeiten leit Beginn ihrer Existenz planmäßig, einheitlich den Zielen entgegen, die wir sie auch bei uns in Deutschland verfolgen sahen. Ich will davon absehen, ihren Wegen, die sie durch die Jahrbunderte gegangen, zu folgen Ich will hier nur kurz für Preu ßen das kirchenrechlliche Bild der Lage zeichnen, in der nm uns befinden, uno Die Entstehung der jetzigen Zustände skizziren. Die jetzige Lage batirt von dem wiener Frieden oder richtiger von Dem im Jahre 1821 zwischen Preußen und Der Knne zustande .ekommenen Abkommen, welches seinen Ausdruck fand in der Bulle de salute animarum. Diese hatte den Zweck, die p kubischen Bisthümer zu begrenzen, Die Bischöfe und Domkapitel mit reichlichen Staatsmitteln au^uftotren. Der Staat veihielt sich durchaus entgegenkommend, er übernahm nur Pflichten, keine Rechte. Konnte man damals von einer Gegnerschaft, einem Kampfe sprechen, so bedeutete jenes Avkommen einen Sieg Roms. Diesem folgten einige Jabre des Friedens. Erst als v. Spiegel, der hochgeschätzte Erzbischof von Köln icftorben war und ein Mann an feine Stelle trat, der sowohl was Hochmuth wie Unwissenheit bet ifft, seines Gleichen sucht, da kam die Periode des Kampfes, der mit einer Niederlage des preußischen Staates endete, mit Dem geistigen Ollmütz, dem das politische mit Naturnolbwend gkeit folgen mußte. Bekanntlich entspann sich der Streit, der für einen großen Tweil Der lebenden Generation noch nahe genug liegt, über Die Mischehen und den Widerruf der Konzession, welche der Papst früher gemacht hatte, im Den religiösen Frieden zwischen den Konfessionen zu erhalten. Der Erzbischof v- Vischering widerrief diese Konzession und schlug damit dem Protestantismus, dem preußischen Staate den Fehdehandschuh in's Gesicht. Im ersten Augenblick nahm der Staat einen Anlauf zum Heldenmuth, er nahm den Bischof gefangen und setzte ihn in Minden fest. Jndeß ließ die Kraft des Staates sehr bald nach. Sofort mit der Lh.onbesteipung des neuen Königs, Friedr. Wilhelm IV., wurde alles ins alte Geleise gebracht und die römische Kurie erfocht schließlich einen Sieg, der für den Staat die schmachvollste Niederlage bedeutete. Unter diesen Verhältnissen, in welchen der Kirche Alles, meist über aas reiche Maß ihrer Wünsche nachgegeben war, wuchs dieselbe heran bis zum Jahre 1848, welches, von welchem Standpunkte aus man es auch beurtbeile, Tür ganz Europa den Beginn Der Völkerfreiheit bedeutet, und welches^ für Deutschland speziell die B deutung hat, daß diese Freiheit, die Verfassung des Staates, wenigstens garant rt und zu Papier gebracht wurde Die größte That des Jahres war die P oklamirung der Denk und Gewissensfreiheit. Von dieser Freiheit bat gerade die römische Kirche einen nie gedachten Gebrauch gemacht. Nach 2 Jahren brach die Reaction herein, unter deren schmachvollen Fehlern und Ur.terlossungssünden wir heute so schwer zu leiden haben. Die Reaction bedeutet aus^kirchlichem G biete nichts anderes, als die engste Versicherungsverbindung zwischen e>taat und Kirch?. Damals galt die Meinung, daß in einer starken Kirche auch das Heil und die Stärke des Staates liege. Zwanzig Jahre genoß die Kirche eine goldene Zeit, auf welche dieselbe heute mit Sehnen zurückblickt, welche sie heute als einen Muster-Zustand bezeichnet. Wir wissen, daß dieses nichts anderes bedeutet, als die unbedingte Herrschaft der Kirche auf allen Gebieten des Lebens. Das war jene Zeit, in welcher die jetzt aufgehobene katholische Abtheilung des Kultusministeriums ihre Herrschaft führte zum Wohlgefallen der Bischöff, sich um den Staat, fein Gesetz und Recht nicht kümmerte und als einzige Richtschnur für fein Verhalten den Willen des Bischofs betrachtete, jene Zeit, in wrlcher der Kirche alles erlaubt war, selbst wenn es die klarsten Gesetzes Bestimmungen verützte, jene Zeit, in welcher trotz des ausdrücklichen Gesetzesverbotes der Jesuitenorden eine nie gehabte Ausdehnung fand. Die Staatsanwälte selbst unterlagen der Macht dieser katholischen Abtheilung. Sie mußten die Ausschreitungen derselben dulden, trotz des Gesetzes — Jetzt, nachdem die Kirche sich so vorbereitet hatte, nachdem sie den ganzen Staat durch Jesuitenmissionen zerwühlt hatte, nachdem die Gemüther empfänglich geworden, jetzt glaubte der Papst — derselbe Mann, der in dem Jahre >846 von der besten Absicht durchdrungen war, in dem aber böser Argwohn genährt worden war, der ihn in einem verhängnißvollen Augenblick dm Jrsuiten in die Hände warf — jetzt glaubte er die Zeit gekommen, die protestantische Vormacht. Pr.ußen, in seine Hände zu bekommen. Durch drei Etappen geht in klar sichibarer Steigerung Der Weg, welcher die Kurie zu diesem Ziele führen sollte Die erste bildet der 8. December 1854 mit der Proklami- rung des Dogmas von der unbefleckten Empfänguiß Es war der erste Versuch zu erproben, ob die katholische Christenheit sich ein solches Dogma, eine solche Zumuthung an den gesunden Menschenverstand werde gefallen lassen Die Kurie hatte sich nicht getäuscht Der große Theil der Katholiken nahm das Dogma ruhig hin, die Menge gedankenlos, prüfungslos, die Gebildeten überlegen lächelnd, doch ohne offene Opposition. Der 8J?arienfult wurde von der Zeit auf der Grundlage dieses Dogmas in nie gekannter Weise geföi dert, um zur zweiten Etappe zu führen DaS war 10 Jahre später, am 8. December 1874 die Proclamation des Syllabus, eine Zusammenstellung all der Ze-tirrthümer, welche der Papst üeroammt- Alles was uns als Männer, die auf der Höhe ihrer Zeit stehen, mit Stolz erfüllt, all unfer Wissen und Streuen, alles was uns heilig und theuer ist, Die Güter der Gewissensfreiheit wie der politischen Freiheit und SAbstbestimmung, alles das wird vom Papste als oerd.-immrnswerth bezeichnet und verfliicht- Auch diese Publication, soweit sie die katholische Welt ' etraf, land wenig Theilnahme In den Zeitungen und Zertschriften wurde der Streit darüber ausgefochten, die Bevölkerung ließ er ruhig Eine große Zahl von Katholiken sagte zu sich selbst: es ist kein Dogma, welches geglaubt werden muß, es iit eine persönliche Meinung, die uns nicht berührt. So setzte man sich über Die Gewissens- collission hinweg. Das bewies der Kurie, naß es notbroenbig sei, ihre Dogmen mit einer anoeren Autorität zu umkleiden, wenn ihr Erlaß die gewünschte Wirkung haben sollte. Diese Erkenntniß fand ihre F'lge in der Proclamiruug der persönlichen Unfehlbarkeit des Papstes vom 18. I ili 1870 Als der Gedanke ruchbar wurde, daß man mit der Absicht, dieses Dogma aufzustellen, umgehe, ging ein Schrei der Entrüstung durch alle katholischen Gew sseir Ueberall ohne Ausnahme war man Darübe klar, daß es unmöglich sei, der Weir ein solche Forderung, hje jeder Vernunft widerspricht, ins Gesicht zu schleudern. Dennoch wurde der Schlag g führt- Tapfer befärnpften anfangs die deutschen Bischö e die Forderung des Papstes als eine Ungeheuerlichkeit, sie wurden nicht müde zu erklären, daß, solange die Tradition zurückrerche, noch nie diese Lehre verkündet und geglaubt worden sei, daß stets das Gegentheil behauptet und geglaubt wurde- Sie wiesen daraus hin, daß, wenn man diese Lehre publicire, sich daraus unübersehbare Schwierigkk-iten ei'.twickeln müßten, besonders gegenüber Den Regierungen, welche Anstoß nehmen mürben, den Einfluß dieses Dogmas aus das Ver- hültu'ß des Staates zu der K>rche und zu den Organen derselben, den Bischöfen und Pr-estcr , zu prüfen und neu zu ordnen — Alles vergeblich- Ein Gefühl tiefster Beschämung muß jeden Kaiholcken ergreifen, darüber, daß die Männer, welche ihre Ueber- zeugung so pralerisch der Welt zu erkennen gegeben, sich jetzt von dem Cmzil entfern- ten, weil sie, wie sie sagten, den Papst nicht kränken uno beleidigen wollten. So kam mit großer Majorität dieses Dogma zu Stande. Auch die von Den Bnchöfen vorausgesagten Folgen trafen buchstäblich ein. Die Staatsmänner prüften, ob die Stellung Der kirchlichen Gewalt zu den Staaten sich verändert habe und die Erkenntniß, daß dein so sei, hatte Gesetze zur Sicherung des Staates zur Folge. Jetzt schreien die Bischöfe über Vergewaltigung und Verletzung Der Rechte Der Kirche. Sie haben kein Recht dazrt, nachdem sie sich den Machtsprüchen Roms gefügt und ihre Ueberzeugun g geopfert haben Die Staaten ermannten sich endlich gegenüber dem Unfehlbarkeits- Dogma, in erster Linie eutschland. Die UnfehlbarkeitSidee ist entsprungen dem von Bonffaz VIII. zuerst aufgestellten und seitdem noch von keinem Papste aufgegebenen Ansp uch der Unioersalherrschast Der Kirche über die ganze Welt. Das e.kannte d:e deutsche Regierung 'Glücklicherweise war inzwischen die Machtstellung des deutschen Staates eine andere geworden, sodaß dieser es nicht zu scheuen brauchte, den schwierigen Kampf aufzunehmen, welcher gegen das unfehlbare Oberhaupt von 2—300 Mil- lisnen Katholiken, die diesem in unbedingtein Geharsam ergeben sind, g.führt werden muß. Das deutsche Reich war inzwischen erstanden, fast in derselben Stunde, in welcher Rom seine unfehlbaren Waffen schmiedete DaS Reich wußte, daß fein gefährlichster Feind nicht in den Nachbarländern zu suchen fei. Er sitzt m Rom und sinnt darauf, um in Gemäßheit des Syllabus das Reich, in welchem bi Freihe t ihre Stätte finden soll, die Vorhut des Protestantismus, zu zertrümmern. In dieser Situation


