Wien, 3. November. Im Ausschüsse für die Steuer-Reform-Gesetze eröffnete der Finanz-Minister, daß der Kaiser ihn zu der Erklärung ermächtigt habe, daß rücksichtlich ihres Privat-Vermögens weder der Kaiser noch die Mitglieder seines Hauses eine Steuer-Befreiung beanspruchen werden.
Wien, 3. November. In diplomatischen Kreisen wird eingeräumt, daß die Art, wie die Pforte die Waffenstillstands-Verhandlungen in die Länge zog, um mittlerweile auf dem Kriegsschauplätze eine veränderte Situation zu schaffen, ganz dazu angethan war, die höchste Mißstimmung in den russischen Regierungs- kreisen hervorzurufen, und daß so das Ultimatum gerechtfertigt wird. Zudem fällt auf, baß türkischerseits verbreitet wird, Abdul Kerim wolle sich in seinem Siegesläufe nicht Halt gebieten lassen und jedenfalls in Deligrad und Alexinatz Winter-Quartier beziehen. Hiernach droht Gefahr, daß die Vorbedingung des Status quo ante in nicht zulässiger Art alterirt würde.
Wien, 4. November. Das hier coursirende Gerücht, Oesterreich be reite sich zum Einmarsch in Serbien vor, wird von unterrichteter Seite für unbegründet erklärt. In Betreff des Ultimatums wird auf Serajewo und anderen Vilajets-Hauptstädten nachträglich gemeldet, daß die russischen Consuln für den Fall eines Bruches mit der Pforte bereits angewiesen waren, abzureisen, und sollten für diesen Fall die russischen Unterthanen dem Schutz der österreichischen Consnln überlasten werden.
. Pesth, 3. November. Der Finanz-Minister verwies im Finanz-Ausschüsse auf das feit den letzten Jahren gebesterte Budget und sprach die Hoff nung aus, im Jahre 1880 zum Gleichgewicht im Staatshaushalte zu gelangen.
Aravtrei«-.
Paris, 3. November. Decazes' Erklärung in der Drputirten-Kammer bestätigt den Beschluß, eine absolute Neutralität zu bewahren, und hofft auf Erhaltung des Friedens. Er constatict den Waffenstillstand als ersten Erfolg der Politik ber Versöhnung.
Versailles, 3. November. In der Kammer sprach sich Dufaure formell gegen den Antrag Gatineau's auf Entstellung der gerichtlichen Verfolgung der an dem Commune-Aufstand Betheiligten aus. Die Linke brachte einen Vermittlungs-Antrag ein, wonach einen Monat nach Erlaß des Gesetzes die Verjährung etntreten soll, lieber diesen Antrag wird noch zwischen der Linken und dem Ministerium verhandelt.
Msßlaud.
Petersburg, 3. November. Der türkische Botschafter Kabuli Pascha beabsichtigt, demnächst mit Urlaub nach Wien zu reisen, um dortige Aerzte zu consultiren.
Moskau, 3. November. (Proceß Strousberg.) Alle Vertheidiger der Aussichtsräthe griffen den Staats-Procurator heftig an, indem sie ihm Leidenschaftlichkeit, Voreingenommenheit, Mangel an Objectivität vorwarfen. Auch beschuldigten sie die Anklagekammer, sie hätte der Anklage-Schrift Folge gegeben, ohne deren Inhalt zu kenneu.
Wd.
Konstantinopel, 3. November. Die Gesandten der Mächte versammelten sich heute bei Sir Henry Elliot, um die Frage bezüglich der Demar- cations-Linie zu erörtern. Man hofft ein Einverstäudniß zu erzielen.
Konstantinopel, 4. November. Der französische Botschafter Bour- going hat sich heute auf dem hiesigen französische» Stationsschiffe „Petrel" ein. geschifft, um sich nach Paris zu begebeu. Die meisten Botschafter haben ihre Winter-Residenz in Pera bezogen. In der nächsten Woche gehen Officiere der Mächte zur Feststellung der Demarcatious-Linie für den Waffenstillstand nach dem Kriegsschauplatz ab.
Cettinje, 3. November. Fürst Nikita am 1. d. Mts. alle türkischen Gefangenen, ausgenommen die Officiere, entlasten und sie über Rjeka nach Schabljak heimgesandt.
KerSie«.
Belgrad, 3. November. Der Fürst ist heute vom Kriegsschauplätze zurückgekehrt.
Belgrad, 4. November. (Amtliche Meldung.) Die Nachricht, daß Deligrad gefallen sei, ist unrichtig; es haben lediglich auf Vorposten von Deligrad, ehe der Waffenstillstand publicirt wurde, Plänkeleien stattgefunden. Alexinatz ist nicht mit Sturm genommen, sondern nach dem Fall von Djunis geräumt worden, damit die Besatzung nicht von Deligrad abgeschnitten werde.
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Gießen, 5. Nov. Gestern Abend feierte die freiwillige Gail'sche Feuerwehr im Saale des Promenadehauses ihr 21jähriges Stiftungsfest. In der von dem Hauptmann des Corps, Herrn Reiber, gehaltenen Ansprache hielt derselbe einen kleinen Rückblick über die Entstehung des Corps, betonte, daß man im Anfang mit großen Schwierig feiten zu kämpfen gehabt, bis sich ein hiesiger Bürger, in richtiger Würdigung des Zweckes der freiwilligen Feuerwehren, bewogen fand, diese Institution in materieller Hinsicht zu unterstützen und zu heben, wodurch es nur allein möglich gewesen sei, das Corps in den Stand zu setzen, das zu leisten, was von einer gut organisirten Feuerwehr zu erwarten sei; es war dies Herr Georg Ph. Gail, dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Das erste aus den früheren Hauptmann, Hrn. Ferd. Gail ausgebrachte Hoch wurde mit großem Beifall aufgenommen. Nach Begrüßung der Vertreter der frei®, städtischen Feuerwehr dankte der stellvertretende Hauptmann derselben, Hr. L. Petri, für die Einladung zum Stiftungsfeste und brachte schließlich in Anbetracht der guten Harmonie zwischen beiden Feuerwehren aus das Gail'sche Coips ein Hoch aus. Die «Stimmung der Festtbeilnehmer war eine sehr gehobene und die nun angestimmten Feuerwehrlieder wurden aus „voller Brust" gesungen. Die Sänger der Bürgergesellschast ernteten durch das Vortragen einzelnem Gesangs-Piecen reichen Beifall, ebenso die Bauer'sche Musik-Kapelle. Der prachtvoll ausgeschmückte Saal trug nicht minder zu einer guten Stimmung bei und machte d en Decorateuren alle Ehre. Die zahlreich anwesenden Richtmitglieder bewiesen auch hier wieder, daß unsere Bürgerschaft den Zweck und den Nutzen der hiesigen Feuerwehren zu würdigen weiß. E.
Gießen, 6 Nov. Die Ueberfidjt der Studirenden auf der Landesuniversität Gießen vom Jahre 1823 bis 1876 ist in mehrfacher Beziehung von Interesse. Bezüglich der evang. Theologie ist bemeikenswerth, daß ihr Studium in den 20er Jahren in vollster Blüthe stand. 1824 und 1830 114 resp. 120 Studirende, welche Zahl dann langsam, aber constant^ zu fallen begann und im Wintersemester 1874 das Minimum mit 8 erreicht hatte, während das Sommersemester 1876 wieder einen Bestand von 29 aufzuweisen hat — Eine gleiche Erscheinung bietet daS Studium der Jurisprudenz dem im Jahre 1829 247 oblagen, welche Zahl dann rasch fiel und z. B. 1839 nur 39
betrug, sich dann aber bald wieder besserte und bis Mitte der 1850er Jahre meist mehr als 100 war, dann trat abermals ein Rückgang ein und ist in den letzten Jahren der Bestand dieser Fucultät durchschnittlich 72 gewesen. N- Hess. D.)
BerVtscdtes.
Hamburg, 29. Oct. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich heute Sonntag früh in der großen Retchenstraße. Die dortigen sehr baufälligen Häuser, welche schon in bedenklicher Weise nach dem Fleeth hinüberneigten, hätten längst abgebrochen werden sollen. Heute Morgen zeigte nun plötzlich — man weiß nicht durch welchen Umstand — ein Haus eine solch' bedeutende Verschiebung, daß, bevor noch die Insassen sich retten konnten, das ganze dteistöckige Haus in das Fleeth stürzte, unter einem furchtbaren Krach, 20 Insassen in sich verschüttend. Einige Lute, welche im Parterre in einer W-rthschaft saßen, konnten nach kurzer Zeit aus dem Fleeth gerettet werden. Mit der Abräumung wurde natürlich sofort begonnen, doch läßt es sich zur Zeit noch nicht feststellen, wie viele durch den Einsturz erschlagen worden sind.
O b e r - R a m ft a d t, 3t. Oct In unserer Gegend macht eine interessante Begebenheit viel von sich reden. Verflossenen Sonntag wollte sich nämlich ein lebensmüder Bursche aus dem benachbarten Webern den Tod anthun und hing sich zu diesem heutzutage N'cht nehr ganz ungewöhnlichen Zweck in seinem Zimmer auf. Glücklicher Weise wurde der intenbirte Selbstmord aber noch rechtzeitig bemerkt, woraus der bereits Baumelnde und Röchelnde nachdem man die verschlossene Thüre eingetreten hatte, abgeschnitten und dem Leben wiedergegeben wurde.
Bis dahin hat bie Sache nun N chts so besonders Auffallendes — wenn ich Ihnen aber mittheile, daß derselbe Bursche wenige Stunden, nachdem er auf diese für ihn höchst unfreiwillige Weise dem Tooe entrissen worden mar, in den heiligen Ehestand trat und sein Hoch; itsfest feierte, (und zwar aus dem vernünftigen Grunde, „weil die Kuchen jetzt doch gebacken feien 1") so werden Sie und Ihre geneigten Leser mir zugeben, daß eine Heirath unter solchen Umständen wohl noch nicht zu Stande gekommen ist, so lange die Welt besteht. (N- Hess. V.)
Elbing, 1. Nov. Wte nur in westpreußischen Blättern lesen, hat in der hiesigen Schwurgerichttzsitzung vom 23. d. der merkwürdige Fall sich ereignet, daß die Geschworenen einen Angeklagten „nichtschuldig" sprechen wollten und ihn „schuldig" sprachen. Es lag dies an der Wortstellung der Frage, welche lautete: „Ist der Angeklagte nicht ohne sein Verschulden in die Schlägerei verwickelt worden? Die Frage bejahten die Geschworenen, weil sie glaubten, daß er schuldig sei, wenn sie antroorteten: „Nein, er i i mcht ohne sein Verschulden in die Schlägerei verwickelt worden .* Als die Geschwo- icnen den Jrrthum aufflären wollten, war es zu spät, und es blieb nur dem Verth i- biger noch übrig, den Antrag zu stellen, den Angeklagten, der zu 1 Monat Gesängniß oeiurtbeiit wurde einstweilen auf freien Fuß zu setzen, damit seitens der Geschworenen ein Gnadengesuch bei oem Kauer eingereicht werden könne. Diesem Anträge gemäß beschloß denn auch her Gerichtshof.
Darmstadt, 3. Nov. Der auch hier bekannte Bänkelsänger Ohaus von Offenbach tritt eben in Berliner Singspielballen in Damencostüm auf. Bezeichnend für die Geschmackrichtung gewisser Berliner Kreise ist der Umstand, daß verschiedene Zeitungen die Leistungen des „Künstlers" Ohaus und sogar dessen Decenz, mit welcher er feine Zotenlieder und Gassenhauer vorträgt, nicht genug zu rühmen wissen. So schreibt z. B ein Berliner Blatt: „Einer der unlängst verflossenen Abende führte uns in die Dem Hu nor geweihten Räume oes Amerikanischen Theaters — und dieser Adens war kein verlorener! — En hochinteressantes Progranm bot des Gediegenen viel und ist darnach in erster Reihe den Leitern dieses Etablissements, den Herren Heinsdorff und Reiff, unser Cvmplunent zu mach.m. Beide haben es verstanden, sich die accrebitirteften Kräfte der vergangenen Saison aufs Neue zu gewinnen, wenn auch, wie wir vernahmen, unter bedeutenden pecuniären Opfern, und diesem erprobten „Stamm" einige neue gute Kräfte zu attachiren. Zu letzteren gehö t als hervorragende Zugkraft der Damenkom ker Ohaus. Dieser Künstler nn wahren Sin te des Worts versteht es, das Publikum durch se ne oecente Wiedergabe pif inter Chansonnettes stets zum ungetrübten Beifall zu bestimmen. Nicht nur seine ange reh ne Persönlichkeit, sondern auch eine wohlklingende Sopranstimme, wie elegante Costümes erhöhen den Erfolg der Leistungen des Herrn Ohans Jeder Nummer mußte Herr Ohaus noch weitere Num nern folgen lassen; auch wurde ihm an diesem Abende eine wohlverdiente Blumenspende zu Theil."
Wir gratuliren zu solcher Neclame in der deutschen Kaiserstadt! Wenn wir nicht irren, ist Ohaus vor noch gar nicht langer Zeit in dem benachbarten Frankfurt wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit zu längerer Gefängnißstrase verurtheilt worden.
Southampton, 2. Nov. Das Postdampssch'.ff des Nordo. Lloy) Neckar, Capt. W Willigervd, welches am 22. Ocrober von Newyork abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekoinmen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Pissagiere, Post und Ladung 5 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar Überbringt 225 Passagiere und volle Ladung._______
Die Verfälschung der Nahrungsmittel.
Die humanen Bestrebungen der Neuzeit haben mancherlei Institute in's Leben gerufen, welche den Zweck haben, das Leben und die Gesundheit des Menschen vor den zahlreichen Feinden zu schützen, welche im Geheimen auf dieselben lauern. Zu den allerschlimmsten dieser Feinde zählt die in erschreckender Wei>e um sich greifende Verfälschung der Nahrungsmittel, wie solche in unzähligen Fällen durch die chemische Analyse und durch das Mikroskop nachgewiesen worden ist. Dem Brode, welche« auS geringen Mehlsorten oder aus verdorbenem Mehl gebacken wird, gibt man durch einen Zusatz von Kalkwasser ein weißes, leichtes Aussehen, während man die Schwere durch Zusätze von Gyps, Alaun, Blciweiß und andere, für die menschliche Gesundheit gefährliche Substanzen erhöht. Verdorbenem Fleische gibt man durch Bestreichen mit giftigen Essenzen ein frisches Ansehen. Im Biere sind Giftlolch, Bilsenkraut, Opium, Kockels- körner, Brechnuß und andere Substanzen entdeckt worden, welche zu den stärksten Giften gehören. Bekannt sind die vielfachen Fälschungen, durch welche der Wein vergiftet wird. Erst neuerdings sind in Frankreich große Quantitäten Rothwein, welche zur Ausfuhr nach Deutschland bestimmt waren, mit Beschlag belegt worden, weil man als Färbestoff daS billige, aber intensiv giftige Fuchsin angewandt hatte. Ebenso werden verdorbene Kaffeebohnen mit giftigen Stoffen gefärbt. Sogar aus Teig gebackene und gefärbte Kaffeebohnen und Muskatnüsse, denen man ein künstliches Aroma verliehen hatte, sind gefunden worden. Gemahlener Kaffee enthielt in häufig fest- gestellten Fällen Cichorien, Roggen, Eicheln und andere Surrogate, und diese nicht einmal rein, sondern auch ihrerseits durch Zusätze von Ocker, Eisenoxyd und Ziegelmehl verfälscht. Diese Beispiele, denen sich eine große Reihe anderer hinzufügcn ließe, mögen genügen, um zu beweisen, daß unsere Gesundheit durch die schnöde Gewinnsucht der Fälscher mit jedem Biffen gefährdet ist, den wir genießen. Gewissenlosigkeit und Habsucht reichen einander die Hande, um den eigenen Säckel zu bereichern, indem sie Leben und Gesundheit von Hunderttausenden untergraben.
Diese traurige Thatsache kann nicht dringend genug der öffentlichen Aufmerksamkeit und der Aufmerksamkeit dir Behörden empfohlen werden. Daß das Bedürfniß zur Aufmerksamkeit vorhanden ist, beweisen die Fragen, mit deren Beantwortung der Ende v. M. in Bruchsal zusammengetretene internationale Congreß für. Gesundheitspflege und Rettungswesen sich beschäftigen hat. Zu denselben gehörte auch folgende: „Welches sind die Mittel, um die Bevölkerunz vor den Gefahren zu schützen, denen sie durch Betrug und Fälschung von Getränken und Nahrungsmitteln ausgesetzt ist?"
Nach unserem Dafürhalten liegt die Antwort auf diese Frage ziemlich nahe. Unsere Alt- vorderen griffen gebotenen Falles zu sehr drastischen Mitteln. Betrügerische Kaufleute wurden mit den Ohren an den Ladentisch angenagelt, Bäcker, welche verfälschtes oder zu leichtes Brod feilhielten, wurden in den „Bäckergalgen" gesteckt — hölzerne, vogelbauerartige Käfige, wie sie noch heut z. B. in Nürnberg und Regensburg in historischen Sammlungen gezeigt werden — und alsdann unter Wasser getaucht. Dergleichen Strafen sind für unser Zeitalter unmöglich geworden, aber was wir aus der Handlungsweise unserer Vorfahren lernen können, das ist die Thatsache, daß im gegebenen Fall das geeignetste Mittel zur Abwehr die Selbsthilfe ist, natürlich die Selbsthilfe innerhalb der gesetzlichen Schranken. Wenn jeder Einzelne, der einem Betrug oder einer Fälschung auf die Spur kommt, unnachsichtlich Die Hilfe des Staatsanwaltes in Anspruch nähme, was leider aus Bequemlichkeit oder Gutmütigkeit nur allzu häufig unterbleibt, so würden gar bald bessere Zustände herbeizuführen sein, während gegenwärtig erfahrungsmäßig die Bestrafungen wegen Verfälschung' von Lebensmitteln zu den Seltenheiten gehören. Wir haben vollständig ausreichende Strafbestimmungen. Wer verdorbene oder verfälschte Eßwaaren, „insbesondere trichinenhaltiges Fleisch", feilhält oder verkauft, wobei es gleichgiltig ist, ob er Kenntniß davon hatte oder nicht, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, oder mit Haft bestraft. Wer dagegen Gegenstände, welche zum öffentlichen Verkauf oder Verbrauch bestimmt sind vergiftet, oder denselben Stoffe beimischt, von denen ihm bekannt ist, daß sie die menschliche Gesundheit zu zerstören geeignet sind, ingleichen wer solche vergiftete oder mit gefährlichen Stoffen vermischte Sachen wiffentlich und mit Verschweigung dieser Eigenschaft verkauft, feilhält oder sonst in Ver-
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