Freitag, den 7. Juli
1876
icßener
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Pveis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark $0 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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Der Kreisausschuß des Kreises Gießen.
I- V.:
Dr- H o f f m a n n, Reaierungsrath.
L^£lM5oMk.
Bekanntmachung.
«erbauten fii7r3 Den § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875, dabin lautend: , °
■ M<na^HFÄSÄubÄ’°m 2t 3UH M8 lym L SeP*ember- $ie,c,ben 'in" -"r».S« T°g- °°r ihrem Beginn durch Nd7nbL nur WIeuni 6e eo*£n iur $tr6anbIun6 ^°ps°n.
.1- aEe7'C 6,e,11Ut unttr bem ätlfU1!en aur öffentlichen Kenntnitz, dntz bei dem Kreisausschuffe des Kreises Gießen diese Ferien in der b,merkten Zeit des lausenden Jahre?
[ Gießen, den 3. Juli 1876.
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Waffenrock Drillichhose Mütze Halsbinde Hemde, Unterhose,
sämmtlich gestempelt
12. Compagnie, 88. Regiment.
, Der unten näher bezeichnete Füsilier Georg Roth der 12. Compagnie, 2. Nassauischen Infanterie-Regiment, Nr. 88, hat sich am 23. d. M., Vormittags ohne । 'btfannte Veranlassung aus der Kaserne entfernt und ist bis jetzt noch nicht dahin zurückgekehrt. 9 9 c
Sammtliche Civil- und Militär,Behörden werden dtenstergebenst ersucht, auf den rc. Roth zu oigiliren, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und an das unterzeichnete >D oder an die nächste Mil tor-Neborde 111m fflMlpHrnnartnrt ö 9 v “ VU3 «‘ucijtiiyncic
III. Garnitur, III.
IV.
IV.
Paar kurze Stiefel, )
Seitengewehr mit Leibgurt, Säbeltroddel und Schloß Nr. 123.
i 6. Juli, Ihr: inmlN1 itid
i E. Loti»,
J Sommanbo oder an die nächste Militär-Behörde zum Weitertransport hierher abzuliefern.
ll lul \5lIllL Mainz, den 26. Juni 1876.
Königliches Commando des 2. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88.
Signalement.
..r^Eburtsort: Schotten, Kreis Schotten Hwoßherzogthum Hessen; Wohnort: Grünberg, Kreis Gießen, Großherzogthum Hessen; Alter: 22»., Jahre- Religion- kiWtlisch; Stand und Gewerbe: Weber; Große: 1 M. 57 Ctm.; Haare: braun; Stirn: frei; Augenbrauen: braun: Nase: spitz; Mund: klein; Zahne:'gut- Bart'- F«men; Kmn: oval; Gesicht: oval; Gesichtsfarbe: gesund; Statur: schwächlich; Sprache: deutsch. Besondere Kennzeichen: keine.
Bekleidet war derselbe bet seiner Entweichung mit:
Die Aussichten Serbiens.
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gierung kaum geschmälert werden dürften. Somit und bei der natürlichen Scheu, welche die Europäischen Cabinete vor einer gewaltsamen Intervention tragen, handelt es sich für Serbien zunächst nur um den Kampf mit seinem osmanischen Lehnsherrn.
Man wird in solcher Weise die Frage nach den Aussichten, welche sich für Serbien in dem unternommenen Kriegsspiel eröffnen, beschränken dann so glauben wir, läßt sich viel eher ein Maßstab für die Abschätzung des Erfolges gewinnen. Türkenfteundliche Blätter wissen nicht genug zu betonen, daß Griechenland und Rumänien mit der slavischen Bewegung nichts zu schaffen haben wollen und die strengste Neutralität bewahren. Lasten wir diese Berichte von einer Politik, die immerhin doch erst die Probe bestehen soll, schlechthin gelten, so bleibt doch immer gewiß, daß der Pforte weder die Ruhe ihrer griechischen Provinzen und Inseln, noch eine werkthätige Hilfe ihres rumänischen Vasallen- staates^ verbürgt ist. Es werden ferner die Schwächen der serbischen Armee- organffation herausgehoben, aber man vergißt, daß die türkischen Heere notorisck noch ungleich schlechter organisirt und geleitet werden. Alle übrigen äußeren Bedingungen liegen indessen für Serbien weitaus günstiger als für die Türkei. Der ganze Nordwcsten der Valkanhalbinsel, in welchem das Fürstenthum Serbien gewissermaßen ein verschanztes Lager bildet, ist slavisches Land, bewohnt von den Bluts-, Sprach- und Religionsverwandten der Serben. Sie bilden zusammen eine compacte Bevölkerung von vielleicht drei Millionen Seelen, von denen nur einige Hunderttausende, die grundbesitzenden Herren zum Islam übergetreten, in jeder anderen Beziehung indeß slavisch gesinnt geblieben sind. Im Norden ist Serbien der Rücken gedeckt durch drei Millionen unter dem Scepter des Königs von Ungarn lebenden Slaven, welche von dem Gefühle der Blutsverwandtschaft und einer leidenschaftlichen Sympathie mit den serbischen „Brüdern" erfüllt sind. So hat man eine zusammenhängende südslavische Bevölkerung von etwa sechs Millionen Menschen, deren Kern Serbien bildet, das für diese Länder sich zu der Rolle berufen glaubt, welche s. R. Piemont auf der Halbinsel der Apeninnen gespielt. T
Vielleicht könnte man das um seine Unabhängigkeit und Vergrößerung kämpfende Serbien noch treffender mit dem aufstrebenden Preußen vergleichen, wie es der große Friedrich übernahm, um es auszudehnen zu einem lebensfähigen Staate. Hier wie da ist es der Kampf um die Existenz und in diesem Chargcter des Krieges liegt, meinen wir, allein schon eine nicht geringe Bürgschaft für den Erfolg des vielleicht heroisch, aber nicht, wie man so vielfach hört, sinnlos vorgehenden Serbiens. Es ist ein rundes halbes Jahrhundert her, daß eben dieselben Serben siegreich gegen die Pforte gefochten und sich die Selbstverwaltung und Selbftregierung ihres Landes unter der Oberherrlichkeit des Großsultans errungen haben. Seitdem ist Serbien staatlich und militärisch organisirt, der Wohlstand und die Cultur haben sich gehoben. Und
Wnisses hin erfolgen müsse: sobald von praktischen Lösungen die Rede sei, । t ■ "icht mehr die Rücksicht auf eine künstliche Harmonie der Interessen,
ilfHP Mnrr einzig und allein die Rücksicht auf die unveräußerlichen Bedingungen Wohlfahrt und des eigenen Bestandes Oesterreich-Ungarns ausschlag- Nkllie sein, und einer solchen Politik unter allen Umständen den Erfolg zu
i, werde vielleicht ein nachdrücklicherer, als blos diplomatischer Aufwand
neiänglid)? W- --- t tann bis zu reMrsklchn^
sein. Die Habsburgische Monarchie kann in der That leicht dazu |Rn, die Opfer der magyarischen Selbstüberhebung zu zahlen und in ein suchen gedrängt zu werden, welches den Beginn einer europäischen Ver- * Wilnng von unberechenbarer Tragweite bedeuten würde.
Cs drohen daher von außerhalb der türkischen Grenzen Ereignisse, welche Himte nicht absehen lasten, welche aber jedenfalls aus die endgültige Ordnung Dinge am Balkan ihren bestimmenden Einfluß zu üben berufen sind, n rin von den Osmanen besiegtes und zu Boden geworfenes Serbien Pen die europäischen Mächte, selbst Rußland, das keine Gefühlspolitik treibt, st ausgeschlossen, wahrscheinlich rasch zur Tagesordnung übergehen. Das Mir Serbien aber wird in Rußland eine mächtige Stütze haben, so daß ' von den übrigen Mächten die errungenen Erfolge der Belgrader Re
inieTbliebenen, . @8 wäre ein eitles Bemühen, den letzten Ausgang der Ereigniste, welche '-eibrenten. an der unteren Donau und Save in's Rollen gekommen sind, vor- ^^ alebMki! Errechnen zu wollen, eitel vornehmlich um deswillen, weil aus dem serbisch üirkisch«n Kriege leicht Verwickelungen entstehen möchten, welche das durch die sowie aus L^^alische Frage ohnehin schon gestörte Concert der Europäischen Mächte in zixelle Disharmonie ausklingen lassen dürften. Eine gewisse, wenn gleich ver-
und reservirte, Action bethätigen schon jetzt nach den entgegengesetzten ..■••fit benn 'Wangen die Britische und die Russische Regierung. An diesem Factum selbst ^Äüller, En kaum einen Zweifel mehr erheben können, obschon zugestanden werden 'V* ' b nx daß dieses Vorgehen ein sehr vorsichtiges, und daß die Cabinete von
------- Petersburg und von London je nach der veränderten Constellation ihre m M itlelbare Intervention möglicher Weise förmlich ableugnen und thatsächlich ein- '"'tnMuchst dürften. Zugleich ist auch das Drei-Kaiser-Bündniß, diese „Feste Burg turopäifdjcn griebenS", in ein bedenkliches Schwanken gerathen. Oesterreich- tnid) bW'angirn sieht sich durch die serbische Bewegung ganz direct bedroht, es hat schon ort- He feine südslavische Frage. Wenn man gewöhnt ist, die bedeutenderen Aus- jungen auswärtiger Politik im „Pesther Lloyd" auf unmittelbare Inspiration VehrlM d,»Auswärtigen Amtes zu Wien zurückzuführen, so muß der neueste Artikel ^.(n $orfent b. b genannten Blattes als höchst beachtenswerth erscheinen; denn er markirt n blos für gewisse Eventualitäten die Nothwendigkeit einer militärischen AÄlvention Oesterreichs überhaupt, sondern es betont implicite, daß dieselbe


