Ausgabe 
7.5.1876 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Schweiz.

des den

Madelpl

itn Tegrnstünben ft

virßeA, 6 I btS hiesigen Rrdactrur unsere- L

Neuenburg, 4. ®?«i. Die Statue des Reformators Wilhelm Far4 wurde heute unter großer Betheiliguug des Volkes Hierselbst enthüllt; es wur­den hierbei Ansprachen gehalten von Delegirten aus Neuenburg, Lausanne und Paris.

AranKreich.

PariH, 3. Mai. Frankreich erlebt in diesem Augenblick das Schau­spiel einer vom Episcopat aus organisirten allgemeinen Sturmpetition des katholischen" Theileö der Bevölkerung. Auf Commando marschirt der Clerus wie ein R giment, um den Petitionssturm einzurichten, die Bittschriften gegen Waddington'S Vorlage werden in den Pfarreien cslportirt und zur Unterschrift vorgelegt. Der Episcopat hat dabei nur Gins nicht bedacht, nämlich, daß er der Kammer Gelegenheit gibt, Vergleiche zwischen den Schwarzen mit den Rothen anzustellen, denn auch diese betreiben gerade jetzt Sturmpetitionen für ein Begnadigungsgesetz, nur daß die Regierung diesen besser auf die Finger sieht und die Petitionen in den Schenken und Kaffeehäusern wegnehmen läßt.

gpnboit/ 5.

5cir Henry James g in als Kundgebung j^ui'fwn über diese! xmkung von Wol Mission über die $

Plymouth, ui! Zihraube verlöre ziulhithurmes von § Üb entgegengesandt.

wohl.

Bern, 4. Mai. Die

London, 3;

* unb wmd° »it Sydiny mp! M '>«I® 4 Mdsor g-l-'l m bet Sömgen n<

-°ch°« iU . in ®int|or W

'm tir 8iu,en 9

!, gi(eMn,6ol,<

**Ä * i"

Commission des Nationalraths für Berathung Fabrik-Gesetzes hat in zweiter Lesung den Normal-Arbeitstag auf 11 Stun- festgeietzt.

des Selbstmordes. Der preisliche Cultusminister soll die Führung übernehmen in dem neuen Kreuzzug gegen dieKleinstaaterei, welche die letzte Wurzel des gegenwärtigen Ver­falls des Promottonswesens ist". Die Reichsregierung wird für Elsaß-Lothringen in's Schlepptau genommen, obschon man bisher glaubte, die Reichsregierung nehme dem preu­ßischen Eultusministerium gegenüber eine vollkommen unabhängige Stellung ein Ich verschmähe die bequeme Gelegenheit, die Redensart vonder auch in sittlichen Fragen nothwendig führenden Vormacht" in's Lächerliche zu ziehen. Eigenthümlich aber nimmt sich aus, daß m dem hohen Rath neben einer Anzahl frei gewählter Mitglieder der preu­ßischen Universitäten, Vertreter nicht der im Princip zustimmenden außerpreußischen Uni­versitäten, sondern nur der betreffenden Regierungen sitzen sollen. Nebenbei bemerkt würde eine solche Comission keinesfalls, wie Mommsen vorschlägt, Bestimmungen treffen dürfen über die Erlangung der für das ganze Deutsche Reich bestimmten archäologischen Reisestipendien. Wenn nicht btt den Beschlüssen dieser Commission, so doch im ganzen Verlauf dieser Angelegenheit,wird die Mehrheits^ntscheidung den berechtigten Platz finden".

Damit wäre, soweit das Machtgebiet jener Commission'reichte, die äußere Untformirunq der deutschen Universitäten erfolgreich angebahnt, der erste Paragraph eines gemeinsamen Exer- cierreglements glücklich unter Dach und Fach gebracht; das b und das c werden nicht aus­bleiben, nachdem einmal das a gesprochen ist. Die letzten Ziele hat Mommsen verrathen, wenn er- mit einem deutschen Unterrichtsministerium und einer deutschen Unterrichtsgesetzgebung winkt. Fast möchte man glauben, die Doctorpromotionen seien bloß der mürbe Stein, den man am leichtesten ausbrechen zu können hofft, um nach und nach die ganze Mauer, ich meine die Selbst­ständigkeit der deutschen Einzelstaatcn in Universitätsangelegenheiten, nieverzulegcn. Man braucht kein Schwarzseher zu sein, um die c-'-.i is deminutio der nichtpreußischen Universitäten zwischen den Zttlen zu lesen. Ich lebe nun allerdings des weder neuen, noch vereinzelten Glaubens daß gerade das Aufblühen dieser Bildungsanstalten eine Lichtseite der politischen Zersplitterung unseres Vaterlandes gewesen ist, und daß man unseren heutigen Universitäten die wahrhafte Lebenslust entzieht, wenn man den Wetteifer der Einzelregierungen durch Anlegen von Knebeln unmöglich macht. Wenn behufs einheitlicher Kraftentwicklung und Kraftentfaltung der Nation dieses Opfer unerläßlich werden sollte, dann mögen die deutschen Universitäten als solche getrost auf dem Altar des Vaterlandes sterben. Aber bis jetzt kann ich die Nothwendigkeit oder auch nur den Nutzen einer solchen Hekatombe nicht einsehen. Im Gegentheil, die Freiheit der Wissen­schaft kann nur erhalten werden, ihr Fortschritt nur gedeihen durch die Selbstständigkeit ihrer Trager. Die Maßregelung der deutschen Universitäten im Promotionscapitel wäre der erste Schritt, ein Abklatsch der Uaiversif d France auf deutschem Boden das Ende. Gibt cs wirklich Jemanden, der es für wünschcnswerth hält, daß ein preußischer oder ein deutscher Minister oder dessen Vertrauensmann das ganze Getriebe der höchsten deutschen wissenschaftlichen Bildungsanitalten mit dem kleinen Finger regiert?

Wo so große Dinge auf dem Spiele stellen, ziemt es zu schweigen von der Unbill, welche Mommsens Aufsatz mehrfach der Heidelberger Universität insonderheit zufügt. Ohnedies ist die Ruperto Carolina einigermaßen abgehärtet durch die von andern Seiten seit Jahren und syste­matisch gegen sie geübte Verdächtigung und Herabsetzung.

Auf sachliche Erwiederungen behalte ich mir die Entgegnung vor; auf Angriffe, die nichts gemein haben mit der Sache, würde ich nur die Antwort des Schweigens finden.

Aus Hessen, 3. Mai. Bekanntlich gestattet das Reichs-Strafgesetz durch § 362 den Gerichten in einer Reihe von Fällen, die wegen Uebertretun-- gen zu Haft Verurtheilten zu Arbeiten außer der Straf-Anstalt anzuhalren, und hierfür ist bei uns namentlich das Arbeitshaus in Dieburg vorgesehen. Da indessen b'.sher die Gerichte fast gar keinen Gebrauch von jener Befugmß gemacht haben, während dies doch in vielen Fällen hätte geschehen können und sollen, so hat das Justiz-Ministerium eine bezügliche generelle Weisung an die Gerichte ergehen lasten.

Berlin, 4. Mai. Der Staats - Minister Delbrück will in den letzten Tagen dieses Monats lediglich zu dem Zweck hierher kommen, um die Geschäfte seinem Nachfolger zu übergeben. Iowischen werden die Verhandlungen über die anderweitige Gesckäftstbeilung im Reichskanzler-Amt in der von uns angegebe­nen R'cht'.ing fortg-führt.

Karlsruhe, 4. Mai. Nachdem die zweite Kammer gestern die General- Debatte über die Schulgesetz Novelle beendigt hatte, wurde heute bei der Special-Berathung der erste Arttkel, welcher die gesetzliche Einführung der ge. mischten Schule mit Beibehaltung des consessionellen Religions-Unterrichts ent- hält, angenommen. Dagegen stimmten die Ultramontanen.

ßVIbrrcidi.

Wien, 3. Mai. Die türkischen Behörden zu Nisch sind einer Verrä- therei auf die Spur gekommen. Zwei Telegraphenbeamten. Kadri und Sahin Effendi, beide Armenier, haben den Beamten der serbischen Station von Alex natz ofsicielle auf die dortigen türkischen Truppenbewegungen bezügliche oder für Scr ijeroo bestimmte Depeschen verrathen. Kadri übersetzte die Depeschen aus dem kischen und Sahin brachte sie nach Alexinatz. Man fand in Sahin's Behausung compromittirende Papiere und eine Summe von 600 Da- caten sowie ein Schreiben des serbischen Stationschefs, in welchem dieser an Sakin eine weitere Summe von 2000 Ducaten zu zahlen in aller Form ver­spricht- Mittelst einer bei Kadri abgeh llteuen Haussuchung fand man an baarem Golde 300 Ducaten vor und ein Schreiben deffelben serbischen Beam­ten, welcher Kadri den Betrag von 1000 Ducaten zusichert. Leider, setzt die Turquie" hinzu, hat die Regierung heute nur einen der Schuldigen, Kadri Effendi, in Händen, welcher nach Konstantinopel escortirt wurde. Sahin gelang es, in derselben Nacht, in welcher sein Verrath entdeckt wurde, über die serbische Grenze zu entkommen. Die Entdeckung wurde durch den lebhaften Verkehr, in welchem jene Armenier mit Serben, die in Nisch ansässig sind, getreten waren, gemacht "

Wien, 4. Mai. Die Delegationen sind auf den 15. Mai nach PeM einberufen.

Staatsprüfungen keinen Stein werfen, obschon ich aus eigener und Andrer Erfahrung sehr sonderbare Dinge zu berichten wüßte; aber theils fehlen diese Staatsprüfungen für gewisse Disciplinen ganz, theils erstrecken sie sich auf Gegenstände, die nur particutäres oder praktisches Interesse haben, theils finden sie selten statt und erfordern einen unverhältniß- mäßiaen Zeitaufwand. Ich meine, wer die Dinge sieht, wie find, nicht wie der Beschauer sie sehen will, muß anerkennen, daß hier ein Bedürfmß vorttegt, welches nicht durch Staats-, sondern nur durch akademische Prüfungen befriedigt werden kann. Nicht zu ge­denken der Vortheile, die es bringt, daß der junge Männ während seiner ganzen Studien­zeit dieses Ziel vor Augen hat, daß er durch die Vorbereitung auf die Prüfung einen sonst mangelnden Sporn findet zu ernstem Eindringen in die Wissenschaft. Mit der Ver­sperrung dieses Wegs wäre dem wissenschaftlichen Aufschwung für eine große Anzahl der außerhalb des Beamtenstandes stehenden Gebildeten der Lebensnerv durchschnitten. Der Schaden wäre um so größer, weil in den Kreisen der besser situirten Minderheit, welch, hier vorzugsweise, wenn nicht ausschließlich in Betracht kommt und welche für die Zukunft der Nation so schwer ins Gewicht fällt, die Neigung für die strengere wissenschaftliche Kost überhaupt nicht im Steigen, sondern im Fallen begriffen zu sein scheint. Schon deshalb, meine ich, sind diejenigen Facultäten im vollsten Recht, welche für den Doctorhut nicht mehr verlangen, als den Nachweis ernster und erfolgreicher wissenschaftlicher Studien.

Begnügt man sich mit dieser Minimalforderung, deren Ueberbieten immerhin durch auszeichnende Prädicate zum Ausdruck gebracht werden kann, so darf an der Unerläßlich- keit der Dissertation zweifelsohne nicht festgehalten werden. Allein für die Amputation dieses anmuthigen Zöpfchens möchten sich auch noch andere Gründe ins Feld führen lassen. Niemand wird den Nutzen und die Gewähr verkennen, welche durch eine selbstständige und abgerundete wissenschaftliche Production gewonnen werden. Freilich ohne die Consequenz der Mommsen'schen Vorschläge bleibt dieses Requisit der Doctorprüfung ein Schcinwerk ich kann es bezeugen nach vielleicht 150 juristischen Abhandlungen, die mir in meiner früheren Stellung durch die Hände gegangen sind und selbst mit allen Clauseln der Mommsen'schen Beschwörungsformel ausgestattet, bleibt die Leistung von problematischem Werth. Wer steht für die Echtheit? Hat man nie von gelehrten, aber ökonomisch und sittlich verkommenen Individuen gehört, die andere mit bezahlten Federn schmückten? Kann ein einziger deutscher Gelehrter die Bürgschaft übernehmen, daß er unter dem Schutt der Jahrhunderte und aus dem Meer der Weltliteratur, insbesondere in fremden Sprachen jedes Plagiat hervorziehen werde? Es giebt schlechterdings keine Gestaltung einer ein­maligen Prüfung, welche Jrrthümer über die Leistungsfähigkeit des Geprüften ausschlösse. Für unsere Privatdocenten ist die Prüfung pro venia legendi nur der Eintritt in ein länger oder kürzer fortgesetztes Prüsungsstadium. Deshalb greifen hier jene Bedenken gegen die Inauguraldissertation nicht Platz. Auch als Schlußstein eines längere Zeit an­dauernden Verkehrs zwischen Lehrer und Schüler ließe sich eine zuverlässigere Prüfung d nken; allein wer ist kühn genug bei Anwendung dieser Methode auf die Doctorprüfungen, insbesondere auf die Doctordissertation, das Fernbleiben aller Menschlichkeiten für sicher oder auch nur für wahrscheinlich zu halten? Hat man die Bedeutung der Präsides ver­gessen, unter deren Namen heute die angeblichen Arbeiten der Schüler citirt werden? Wer übt das Judicium communi dividundo über die Abhandlungen, welche den Läuterungs-und Häutungsproceß der seminaristischen Kritiken durchgemacht haben, oder welche aus dem Verkehr literarischer Handlanger mit dem Geschäftsherrn hervorgegangen find? Bekannt­lich und begreiflich ist nächstdem die Zahl der Doctordissertationen, welche sich als hervor­ragende wissenschaftliche Leistungen charakterisiren, eine außerordentlich geringe. Auch Mommsen's Preisrichter würden mit Mittelgut vorlieb nehmen müssen, namentlich mit einfach fleißigen (Kompilationen ohne selbstständige Zuthaten eines forschenden oder schöpfe­rischen Geistes. Wo ist hier eine faßliche Gränzlinie möglich zwischengenügend" und ungenügend"? Und welchen Werth hat ein solches opus operatum? Jedenfalls aber hat dasselbe den Nachtheil, daß es die Beschränkung auf eine Specialität begünstigt oder so"gar aufnöthigt, und die Zeit und Kraft dem Einarbeiten in den Gesammtumkreis der Fachwissenschaft entzieht. So wenig nun ein Beherrschen dieses ganzen Gebiets einem Einzelnen möglich ist, so unerläßlich bleibt doch die eingehende Bekanntschaft, um praktisch. Einseitigkeit und fachwissenschaftliche Beschränktheit zu vermeiden. Der Oberbau kann mit Erfolg nicht begonnen werden, bevor die Grundlagen in festem und abgerundetem Gefüge gelegt find. Die außerordentliche Erweiterung unserer Wissensgebiete gegenüber dem Umfang früherer Jahrhunderte ist gewiß nicht das schwächste der Argumente gegen die Beibehal­tung der früheren Dissertationen. Um aber nach den Gründen auch eine Autorität auf­zuführen, deren Geltung Niemand bestreiten wird: kein Geringerer als Karl Ad. von Vangerow war es, welcher in dem thatsächlichen Verzicht auf die Dissertation von jeher nichts weniger als einen Mangel, vielmehr einen wirklichen Vorzug des Heidelberger juristischen Doctorexamens erblickt hat. Und wohl mehr als ein früherer Gegner hat, durch die Erfahrung gewitzigt, Vangerow Recht geben müssen.

Neben diesem Hauptpunkte desProgramms Mommsen" haben die weiteren For­derungen nur nebensächliche Bedeutung. Aber die Bestimmung, daß die Promotion nur stattfinden dürfe durch eine Universität, welcher der Candidat als Lernender angehört habe, ist theils nichtssagend man denke an das akademische Studium eines Einjährig - Frei­willigen, der nach beendeter Dienstzeit diese Universität verläßt und nach Jahren in die frühere Garnisonsstadt zurückkehrt, um dort zu promoviren! theils läßt sie sich außer­ordentlich leicht umgehen; der Candidat brauchte nur die Jnscriptionsgebühren zu den Promottonsgebühren zuzufügen, dann wäre er Student auf der Universität gewesen, von der er den Doctorhut erlangen will.

Die Uniformirung der Promotionsgebühren für gleichnamige Facultäten hat auf den ersten Blick etwas Bestechendes. Freilich ist bei diesem Postulat übersehen, daß die Mitglieder verschiedener Fakultäten ihre Zeit und Arbeit zu verschiedenem Werth schätzen werden, und daß die Universitätsinstitute an verschiedenen Orten in ungleicher Weise, in Heidelberg z. B. die Bibliothek mit sehr beträchtlichen Beträgen, an den Promotions- gebühren theilnehmen. Auch sollte man meinen, schon die Durchführung von Mommsens übrigen Vorschlägen müßte dem ganzen Institut eine so ideale Färbung und Haltung geben, daß es dieser als Vorsichtsmaßregel gegen den gemeinen Schachergeist gedachten Bestimmung doch wohl kaum noch bedürfen würde.

Ich bin weit davon entfernt, nicht anzuerkennen, daß im Promotionswesen Mißbräuche bestanden haben, vielleicht noch bestehen. Daß das Institut diese Gefahr des Mißbrauchs und der Entartung theilt mit allen übrigen menschlichen Einrichtungen, ist kein Grund für Duldung jener Auswüchse, wohl aber ein Grund, anstatt des leidenschaftlichenKreuziget ihn" eine etwas gemessenere Angriffsweise zu wählen. Die Creirung von Doctoren ohne mündliche Prüfung halte ich auch für unstatthaft. Die mündliche Prüfung ist, abgesehen von Ehrenpromotionen, unerläßlich, und sie bietet Bürgschaften, welche durch schriftliche Arbeiten nicht ersetzt werden können. Die Dissertation erscheint mir mindestens entbehr­lich, sobald sie nicht als Eintrittskarte in die eigentliche Gelehrtenzunft gedacht ist, und selbst in diesem Fall als ein Erkenntnißmittel von zweifelhaftem Werth. Unstreitig frei­lich kann die mündliche Prüfung zu nachsichtig fein, fei es aus edleren Motiven, sei es aus verkehrter Gewohnheit oder Nachgiebigkeit, fei es aus unedlen Triebfedern. Hier weiß Mommsen keinen Rath; eine sehr mäßige, echte ober un­echte Dissertation und ein erbärmliches Examen könnten auch nach seinem Recept that- sächlich einen Doctorhut zu Stande bringen. Gleichwohl giebt es allerdings ein Gegen­mittel, und zwar ein sehr wirksames: man öffne die Thüren der Prüfungssäle für Jeder­mann und sorge zugleich dafür, daß die Zeit der Prüfung zeitig bekannt werde. Die Controle der Publicität, die auf diese einfache Weise herzustellen ist, wird einem frischen Luftstrorn gleich die verdorbene Luft und den Staub, die sich hin und wieder eingenistet haben sollten, bald genug Hinwegfegen.

Bis hieher konnte ich dem Standpunkte Mommsens, ohne ihn zu theilen, eine ge­wisse Berechtigung zu erkennen. Absolut verwerflich aber scheinen mir die Gewaltmaß­regeln zu sein, welche Mommsen zur Durchführung seiner Vorschläge in Aussicht nimmt. Niemand kann sich darüber täuschen, daß Mommsens Forderungen, auch wenn dieselben nicht vorgetragen wären mit jener unerträglichen öfipic, nicht bei allen deutschen Regierun­gen und Universitäten Gehör finden werden. Dann wird die Partei Mommsen Acht und Bann aussprechen über die Minderheit; zunächst zwar nur über deren Doctordiplome. Aber man müßte sehr vertrauensselig sein, wenn man hoffen wollte, daß der erklärte Krieg auf diese eine Stelle beschränkt bleiben werde. Die akademische Freizügigkeit wäre mit einem Schlage völlig durchlöchert. Die Mommsen'schen Vereinsuniversitäten und di. Sonderbündler würden bald genug einander im Ganzen gegenüberstehen, wie Recht­gläubige und Excommunicirte. Die Brandfackel würde nur zu sicher den ganzen Bau ergreifen, welcher noch immer der gerechte Stolz unserer Nation ist, und wer kann wissen, wieviel bei einem solchen Bürgerkrieg in Trümmer sinken würde!

Methode ist in dem von Mommsen vorgeschlagenen Vorgehen; aber die Methode

SlatH 30. $ Wl M Pichen L Wnttffe täglich 901 Wer aus der Verschl Aren-ungen den B W an den meister MMhecmngen de?

Hunde nördliche MHnarlheim, @ro vorzugsweise in UMlS abgetrieb Jf daß cur viele so daß e die ungeheure W Amt morden finb. N"ruinirt und £*?©»

S'Sr

Wwlfttrtatbti 1 velbrstd W

^kannl

otogen w «m 4.

Wni fat fj$[ fe?6

WS? 4^ -S-s

A fe ®Äft8 "Bfe