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') Siehe Inserat der heutigen Zeitung.

D. Red.

Bei dem häufig auftretenden Husten der Kinder Keuchhusten, Stickhusten sei hiermit der seit vielen Jahren als vorzüglich erprobte und auch ärmlich anerkannte ächteTrauben-Brust-Honig^ von W. H. Zickenheim er in Mainz bestens empfohlen. Dieser angenehme Saft leistet bei allen Erkältungslctden wesentliche Dienste. (Siehe Inserat in heutiger Nummer.)

Lokal-Notiz.

Gießen, 5. Febr. Das nächste Concert des hiesigen ConcertvereinS >wird am 18. d. Mts. stattfinden. Dasselbe mußte auf einen Freitag verlegt werden, weil das Florentiner Quartett, das in diesem Concerte hier auftreten wird, auf seiner Rundreise nur an diesem Tage unsere Stadt passirt. Die Mitglieder dieses, durch seine aus­gezeichneten Leistungen bekannten Quartett-Vereins, die Herren Jean Becker, Masi, Ehiostri und Hegyesia, werden in Dieser Kammerwusik-Soiröe uns durch die fol­genden 3 Quartette erfreuen. Oäur-Quartett op. 54 von Haydn; Fdur op. 44 von Robert Schumann und Gdur op. 18 von L- v. Beethoven. Gewiß für alle Musik­freunde ein schönes und gewähltes Programm.

Auszug aus brn Jütanbrsamtsrfgiltrrn der Stabt Gießen.

Vom 28. Januar bis 4. Februar 1876.

Eheschließung.

2. Febr.: Georg Christian Martin Hammel, Schreiner, mit Franziska Stuckart aus Lich- 4. Febr.: Johann Friedrich Wilhelm Böhling, Sattler und Tapezier, mit Friederike Hermine Korufchewitz auS Loburg.

Geborene.

25. Jan: Louis, S. v. Kaspar Weiß, Schneidermeister. 28. Jan.: Ludwig, S- v. Georg Boos, Wildprethändler. 27. Jan.: Friederike, T. v. Heinrich Benner, Bahnhofarbeiter. 29. Jan: Adolph, S- v. Johannes Nähr, Bremser. 27. Jan.: Adolph Martin August, S- v. Heinrich Schweitzer, Locomotivführer. 23. Jan.: Friedrich, S- v. Karl Köhler, HülfSlocomotivführer. 29. Jan.: Friedrich, S- v. Johann Seth, Locomottvheizer.

Gestorbene.

28. Jan.: Louise, eine unehel. T. von hier, 2 I. 4 M. alt. 29. Jan.: Lina, T. v. Karl Plank II., Bäckermeister, 6 I 2 M. alt. 31. Jan.: Ein todtgeborner Knabe des Spenglermeisters Heinrich Moll. 1. Febr.: Martin Ludwig, S. v. Hein­rich Pfeifer, Bahnarbeiter, 4 I. 11 M. alt. 31. Jan.: Heinrich Decker, Schuh­macher auS Staufenberg, 20 I. alt (im acad. Hospital). 2. Febr-: Ein todtgeborner

Knabe des Schuhmacherme,sterS Heinrich KrauSmüller. 3. Febr-: Heinrich, S. v.

Johannes Heinrich Lemp, Hülfsarbeiter, 8 M. 3 T- alt. 3. Febr.: Wilhelm Grölz

auS Staufenberg, 39 I. alt (im acad. Hospital). 4. Febr.: Anton Schüßler auS Mengerskirchen 55 I. alt (im acad. Hospital).

Berichtigung: Die am 27. Januar verstorbene Tochter deS Schlossers Wilhelm Dörr hieß nicht Anna, sondern Emma.

Vermischtes.

In den volkreichsten Gemeinden des Großherzogthums verstürben im December 342 Personen oder von 10,000 Lebenden 18,64 Personen, gegen 324 resp. 17,66 in den Monaten October und November Die geringste Sterblichkeit zeigt Friedberg mit 6,74 Todesfällen auf 10,000 Lebende, die größte Lampertheim mit 29,63 Von den übrigen Gemeinden hatten WormS 14,56, Darmstadt 16,71, Bcssungen 16,92, Offen­bach 19,18, Gießen 18,90, BenSheim 19,42, Bingen 19,51, Alzei 24,30 und Heppenheim 29,21 Todesfälle auf 10,000 Lebende.

Nachfolgende Zahlen über die Höbe der dermsligen Gemeinde-Umlagen verschiedener hessischer Städte im Verhältniß zu einander dürften nicht uninteressant fein AuS Gemeindevermögen, Octroi rc ziehen Einnahme auf den Kopf der Bevöl- keruna- Alzey 3,950 M-, Friedberg 4,310 M-, Alsfeld 6,410 M-, WormS 7,486 M-, Gießen 8,486 M., Michelstadt 8,776 M-, Offenbach 10 M-, Darmstadt 11,092 M. und Binsen 11 830 M. Gemeinde-Umlagen kommen auf den Kopf der Bevölkerung in: Gießen 6,331 M-, Michelstadt 6,360 M-, Friedberg 6,916 M , Alzey 7,087 M, AlSfeld 7 952 M-, Offenbach 8,311 M, Bingen 9,094 M , Darmstadt 10,603 M und in WormS 13 825 M. Auf einen Gulden Normal-Steuer-Capital werden an Gemeinde-Umlagen aerablt in- Alzey 24,245 Pf., Bingen 27,054 Pf., Gießen 27,830 Pf., Offenbach 28032 Pf., Darmstadt 32,400 Pf., Friedberg 34,115 Pf, Alsfeld 35,588 Pf., Michel­stadl 37,592 Pf. und in WormS 42,611 Pf., überall ohne Abzug der VerwaltungS- und ErhebungSkosten. 3-)

Lippstadt, 29. Jan. Man schreibt der Wests. Proo.-Ztg.:Die auf Rech­nung der Ultramontanen kommenden jüngsten Voikommnisse in hiesiger Stadt bilden doch überall, wohin man kommt, das Gespräch. Mitleid mit der h-imgesuchten Fa­milie und besonders mit dem armen mißhandelten Knaben und grimmiger Unwille über die Anstifter und noch mehr darüber, daß sie vermuthlich auch diese- Mal wieder dem strafenden Arme des Gesetze« entgehen werden, bilden den Grundzug aller Ge­spräche. Dem armen Verwundeten geht etz noch immer nicht besser. Der Hauptmesser­held hat bekannt, will aber vorher bet seinen beiden Cumpanen, die mitgefangen sitzen, reichlich SchnapS getrunken haben und in Folge dessen nicht wissen, wie er zu der That gekommen sei. Und doch hat er einen Weg von wenigstens 10 Minuten machen müssen, um zur Wohnung der attakirten Familie zu kommen. Von der Behörde aber hoffen wir, daß sie einer besseren Jugenderziehung die größte Aufmerksamkeit schenken werde. Da« thut auch hier dringend Roth. Was soll man z. B. von der Jugend erwarten, deren früherer geistlicher Schultnspector einer Lehrerm Vorwürfe gemacht hat, weil sie die Kinder altkatholischer Eltern vor den Insulten der anderen Kinder schützte? Menn Sie diese Kinder in Schutz nehmen, dann nehmen Sie auch die Sache in Schutz*, bat der Mann scheltend gesagt."

AuS der Pfalz wird derHetdelb. Ztg." geschrieben: Der blaue Montag ist in vielen Fabrikorten zur Landplage geworden und haben sich dagegen die besten Fabrikordnungen al« nicht probat erwiesen. Ein Geschäftsführer in I. kam nun auf eine neue Idee, und sein Unternehmen ist nicht ohne Erfolg geblieben. Er zahlt näm­lich erst am Dienstag aus, statt, wie sonst üblich, am Samstag, was zur Folge hat, daß dieBlauen" kein Geld haben; überdies wird am Montag Abend aufgelegt, so daß Jeder in der Fabrik sein muß, wenn er andern TagS sein Geld haben will.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Den 30. Jan. Dem Bürger und Heilgehülfen Ferdinand Schmidt, ein Sohn, Johann Georg Heinrich Christian, geb. den 22. Dec.

Denselben. Dem Bürger und Fabrikanten Karl Jughardt, eine Tochter, Hedwig Sophie Auguste, geb. den 10. Oct.

Denselben. Dem Kupferschmied Christian Zimmer, ein Sohn, Johannes Georg Wilhelm, geb. den 5. Dec.

Denselben. Dem Bäckermeister Philipp Hermann Vogt, ein Sohn, Hermann Friedrich, geb. den 28. Dec.

Denselben. Dem Bürger in Birnsfeld und Weichensteller ander Köln-Mindener Bahn dahier, Johannes Herrmann, ein Sohn, Konrad Heinrich, geb. den 23. Dec.

Beerdigte.

Den 2. Febr. Heinrich Decker, Schuhmacher, ebel. Sohn des verst. MetzgerS zu Staufenberg Johannes Decker, alt 20 I. 15 T., gest. den 31. Jam__

Versailles, 3. Februar. In der heutigen Sitzung der Permanenz- Commission beschloß dieselbe, am 24. d. Mts. wieder zusammen zu treten, um das Ceremoniell der Uebertragung der Vollmachten der Nationalversammlung an die neuen Kammern zu ordnen.

Italien.

Rom, 4. Februar. Die Budget-Commission hat das Project der Re- gulirung der Tiber genehmigt.

England.

London, 4. Februar. Etwa hundert ritualistische Geistliche, Maco- nochie an der Spitze, haben eine Erklänmc, veröffentlicht, worin jede Betheili­gung an dem Vorschläge des Cardinal Manning zur Wiedervereinigung der Ritualisten mit Rom abgelehnt und erklärt wird, daß selbst jede Basis zu Pourparlers darüber undenkbar erscheine, so lange nicht die vaticanischen De­crete auf das Formellste widerrufen seien.

Schweden.

Christian»«, 3. Februar. Der König hat den Storthing in Person eröffnet. Der König gedenkt in der Thronrede der Verhältuiffe zum Auslande gerade so, wie in der schwedischen Reichstags-Thronrede, bespricht dann die norwegischen inneren Verhältnisse, und kündigt Vorlagen an über Erhöhung der Beamten-Gehälter, Zoll-Reformen und Abänderung des Wehrpflicht-Gesetzes.

Türkei-

Konstantinopel , 3. Februar. DieAgence Havas-Reuter" melket: Der Ministerrath berieth heute die Reform-Vorschläge des Grafen Andrassy. Dieselben umfassen fünf Hauptforderungen, nämlich : die Religions-Freiheit, eine Reform des Zehent-Systems, Erleichterungen für den Ackerbau, die Verwendung eines Theiles der Einkünfte der insurgirteu Provinzen zu localen Amelioratio- nen, die Einsetzung einer aus Muselmännern und Christen zusammengesetzten gemischten Commission, welche die Durchführung der Reformen überwachen soll. Die Pforte wird unverweilt antworten. Man glaubt, daß die türkische Regie­rung die Vorschläge im Principe annehmen werde.

Amerika,

Rew-York. Die Frauen von Utah scheinen der Regierung der Ver­einigten Staaten für ihre Anstrengungen, die Vielweiberei bei den Mormonen abzuschaffen und das weibliche Geschlecht aus der dai^it verbundenen Erniedri­gung zu erheben, wenig Dank zu wiffen. Im Gegentheil ist dem versammelten amerikanischen Congreß eine Bittschrift vorgelegt worden, welche die Unterschrift von 22,626 Mormonen-Frauen und Töchtern trägt und die Aushebung der Gesetze gegen Polygamie, sowie die Aufnahme Utahs unter die Staaten der Union zum Gegenstände hat. Die weiblichen Anwälte der Polygamie versichern, daß keine von den 22,626 Unterschriften durch Ueberredung oder Gewalt er­langt wurde, und kein Mädchen unter 12 Jahren die Erlaubniß zum Unter­schreiben erbielt.

Washington, 3. Februar. Die Repräsentantenkammer hat das Amen­dement, nach welchem derselbe Präsident der Republik nicht wieder gewählt werden kann, mit 144 gegen 106 Stimmen verworfen.

- («n bet table dhöte.) In Bad S . . . . war eines Abends im Speisesaal eines neuen Hotels eine aroße Gesellschaft von Fremden versammelt. Besonders leb­haft ging e- an einer Ecke der langen Tafel zu, an welcher ein eben einaetroffener Gast, Professor und Doctor beider Rechte $t, ein hoher Fünfziger, seine Nachbarn mit Mittheilungcn aus seinem Studentenleben unterhielt. Plötzlich fällt eS dem Professor ein, daß er die Nummer seines Zimmers vergessen, und er ruft daher einen in der Nähe lauschenden Kellner. Sofort steht dieser in der üblichen Kellner-Position mit etwas vorgebeugtem Haupt vor dem Rufenden, mit unterthänigfter Miene sich nach den Befehlen deS Herrn erkundigend. Nachdem der Professor die kunstvoll in der Mitte gescheitelte Frisur und den die ganze Brustweite bedeckenden, mit einer Nadel gezierten, bunt karrirten SlipS lächelnd gemustert, richtet er seine Frage bezüglich seiner Ztmmernummer an die in einem stumpfen Winkel vor ihm stehende Erscheinung Doch wie von der Tarantel gestochen, springt der gelehrte Herr plötz ich auf, die we­nigen Haare seines Haupte« erheben sich und die Augenbrauen bilden eine zusammen­hängende buschige Linie, denn der Kellner hatte mit süßer Miene gelispelt- Sie haben Nummer 1, alteS HauS." Der Professor, seinen Ohren nicht trauend, legt die linke Hand an das linke Ohr und wiederholt seine Frage, in der festen Ueberzeuguna falsch gehört zu haben. Jedoch wie läßt sich seine Entrüstung beschreiben, als er noch­mals und diesmal vom Kellner mit lauter Stimme die Worte vernimmt- Sie haben Nummer 1, altes Haus." Großes Erstaunen von Seiten der Umsitzenden, welches sich theils in lauter Heiterkeit, theils in Indignation über die Frechheit einer Kellnerseele äußert, ja man hört sogar eine Stimme, welche in dem befrackten Individuum einen jungen Couleurbruder vermuthet. Der Professor ist keines Worces mächtig, er erhebt wie zum Schlage seine Rechte, läßt diese aber ebenso rasch wieder sinken, während der Urheber dieser Scene mit einem Gesicht d'remschaut, als wäre er sich irgend eines Fehlers nicht bewußt. Da erscheint der Wirth des Hotels, der Thalbestand wird sofort vorgetragen und man erwartet d-e exemplarische Zurechtweisung des vorlauten Burschen Doch lächelnd verbeugt sich der Besitzer vor dem erregten Doctor utriusque, bittet tausendmal des Mißverständnisses wegen um Vergebung und erklär!, daß der Kellner bona fide gehandelt, denn er, der Wirth, habe erst kürzlich das neue große Hotel eingerichtet, jedoch, im Falle dieses für Gäste nicht ausreichend, auch in seinem alten Hause, welches nur durch den Hof getrennt sei, einige Zimmer für Fremde re- servirt, und dieser Fall wäre eben eingetreten, das neue Haus sei vollständig besetzt und ein Unterkommen für den Herrn Professor nur in der Nummer 1 des alten Hauses möglich gewesen ....

Darauf beruhigt und heiter Trank die Gesellschaft weiter."

(A u f b e w a h r u n g v o n E i e r n.) In demPraktischen Landwirth" wird empfohlen, Eier mit gewöhnlichem Leinöl zu überstretchen und so auf einer Sandschichte auszuleaen, daß sich hie einzelnen Stücke nicht berühren. Dieselben sollen sich in dieser Weise gegen 6 Monate lang ganz voll und frisch erhalten und ersuchen wir unsere Hausfrauen, in ihrem eigenen Interesse, hiermit Versuche anzustellen, da solche vsraussichtlich den gewünschten Erfolg haben werden. Das Anstreichen läßt sich sehr leicht mittelst eines Pinsels, Schwämmchens oder auch schon mit dem Finger bewerk­stelligen und ebenso leicht lassen sich die angestrichenen Eier in eine Sandschichte, welche nur 1 Centimeter hoch zu sein braucht, neben einander legen.

^^^lGehe4mmitte1^windelimd^VtMns^ft7^Nachstehendes^gewiß^wM tigeS Unheil eines Fachgelehrten wollen wir nicht unterlassen, hiermit zur allgemeinen Kenntniß unserer Leser zu bringen.

Zu wiederholten Malen und von den verschiedensten Seiten auf die von dem König!. Preußischen Apotheker Dr. L- Tiedemann zu Stralsund dargeftellten Pen-tsao- Präparate*) aufmerksam gemacht, habe ich gern die Gelegenheit ergriffen, die Wirk­samkeit derselben bei vielen, und mir sehr nahestehenden Personen zu beobachten. Wir haben eS hier mit einem Arcanum zu thun, dessen Wirksamkeit bet Schwächezuständen, mögen dieselben noch so veraltet und die Folgen der betrübendften Ursachen sein, geradezu in Erstaunen setzt. Manches schon geknickt erscheinende Leben hat durch den Gebrauch dieses köstlichen Mittels neuen Lebensmnth geschöpft und die erstorben geglaubte Tlrat- kraft wi.derpewonnen. Wenn eines, so darf dieses segensreiche und wohlthätige Prä­parat nicht mit den M'tteln verglichen werden, beten marktschreierischen Anpreisungen verlocken und namenloses, unsägbares Elend im Gefolge habe. Es verdient (daß ich alles in Allem sage) das Prädicatvorzüglich" und die allgemeinste Beachtung der Leidenden.

Professor Dr. Mahler, Berlin, Inhaber der goldenen Medaille für Wissenschaft und Kunst rc.