Jahrhunderts beschicken sein möge. — Der „Reichs-A»z." publicirt das Gesetz, betreffend den Austritt aus den jüdischen Synagogen-Gemeinden.
Berlin, 2. Septbr. General - Feldmarschall v. Manteuffel reist heute Abend im Auftrage des Kaisers nach Warschau zur Begrüßung des Kaisers von Rußland.
Berlin, 2. Septbr. Die Reichswährung betreffend ist zu melden: Während die Nickel- und Kupfermünze» anscheinend in einer dem Bedürfnifle des Verkehrs entsprechenden Menge in Umlauf sind, herrscht noch immer ein lebhaft empfundener Mangel an 20-Pfennigstücken, welche die eben eingezogenen bequemen 2* l 11/2 Silbergroschenstücke einigermaßen ersetzen sollen und von denen erst das ganz ungenügende Ouantum von 1,858,191 Stück ausgeprägt ist. Auch fehlt es an 2-Markstücken, von denen doch der letzten amtlichen Bekanntmachung zufolge 6,355,068 Stück zur Ausprägung gelangten.
Danzig, 2. Septbr. Wie die „Danz. Ztg." meldet, ist das Priester- Seminar des Bisthums Culm zu Pelplin gestern von dem Landrathe deS Kreises Stargard im Auftrage des Ober-Präsidenten geschloffen worden, nachdem eine Mitte Juni eingeleitete staatliche Revision nicht zugetaffen war.
Karlsruhe, 2. Septbr. Zur Sedan-Feier war die Stadt mit deutschen und badischen Fahnen geschmückt. Morgens wurden Kanonensalven abgefeuert. Bei der im Gymnasium stattgefundenen Abiturienten-Feierlichkeit hielt der Director Wendt eine patriotische Rede.
München, 2. Septbr. Wie versichert wird, steht die Ernennung des geistlichen Rathes Enzler Hierselbst zum Bischof von Speyer bevor.
Wien, 1. Septbr. Der „Polit. Corresp." wird aus Konstantinopel vom 1. Sept, gemeldet: Die Thronbesteigung Abdul Hamid's ist gestern den hiesigen Botschaftern der Mächte amtlich notificirt. Alle Minister, mit Ausnahme des zum Palast-Marschall ernannten Mahmud Damat Pascha, sind in ihren Stellungen verblieben. Es herrscht die vollständigste Ruhe. Heute findet bei dem englischen Botschafter Elliot eine Konferenz der Vertreter der Pariser Vertragsmächte über die Vermittelung des Friedens zwischen der Pforte, Serbien und Montenegro statt, bezüglich welcher dieselben gleichartige Instructionen erhalten haben. Morgen oder spätestens am Montag erfolgen hinsichtlich des Waffenstillstandes officielle Schritte. — Dieselbe Korrespondenz meldet aus Petersburg vom 31. August: Heute hat in den hiesigen Wechsel-Comptoirs die Ausgabe der neuen serbischen Anleihe von 12 Mill. Frcs. begonnen; der Preis der Obligationen beträgt 15 Rubel al pari; das Publikum drängt sich stürmisch zum Kaufe.
Wien, 1. Septbr. Bezüglich der Erlangung einer allgemeinen Waffenruhe besteht noch Konstantinopeler Nachrichten völlige Uebereinstimmung zwischen den Instructionen der Vertreter der Großmächte.
Wien, 2. Septbr. Der „Polit. Corresp." wird aus Konstantinopel vom 1. Sept, gemeldet: Hinsichtlich der Friedens-Bedingungen steht noch immer die Forderung der türkischen Regierung von Garantieen gegen künftige Friedensstörungen von Seiten Serbiens im Vordergründe. Definitiv entschieden hat sich bereits der Minister-Rath für die Forderung, daß die serbischen Eisenbahnen von der türkischen Regierung zu erbauen seien, da Serbien keine Gewähr für den Bau bieten könne. Die Pforte ist über die Nachrichten aus Rußland und das Zuströmen von russischen Freiwilligen nach Serbien beunruhigt und beschäftigt sich in Folge dessen mit dem Gedanken der Donausperre. Heute hat der österreichische Botschafter Graf Zichy den Sultan Abdul Hamid durch den ersten Botschafts-Dragoman beglückwünschen laffen; morgen empfängt der Sultan die Patriarchen der christlichen Confessionen. In Folge des vollständigen Einvernehmens aller Mächte, welches in der gestern bei Elliot versammelten Conferenz der Botschafter erzielt wurde, werden am Montag Schritte wegen Herbeiführung des Waffenstillstandes erfolgen. Einem unverbürgten Gerüchte zufolge soll der vormalige Großvezir Mahmud Nedim Pascha anö der Verbannung zurückberufen werden.
Pesth, 1. Septbr. Der internationale statistische Congreß hat sich constituirt und Trefort zum Präsidenten und eine Reihe von Vice-Präsidenten und Secretären aus den Vertretern der fremden Staaten gewählt. Mittags begaben sich die Mitglieder des Congreffes nach Ofen, um dem Erzherzog Joseph vorgestellt zu werden-
Klüweiz.
Bern, 1. Septbr. In Solothurn (wo die St. Ursus-Kirche für die Weihe des altkatholischen Bischofs Herzog verweigert worden ist) ist eine Versammlung von Katholiken zusammengetreten, welche einstimmig mit Namensunterschrift die sofortige Wahl eines christkatholischen Geistlichen verlangt hat.
Arankreich.
Paris, 1. Septbr. Auf der ottomanischen Botschaft versichert man, daß Murad V. die Nachricht von seiner Absetzung ohne besondere Erregung ausgenommen habe. Der frühere Minister des Innern, Seid Bey, übernimmt auch bei Abdul Hamid die Geschäfte eines Sccretärs, welche er schon bei Murad verwaltet hatte. — Ein spanischer General, der sich in Paris befand, erhielt heute Morgen von seiner Regierung den Befehl, sich nach den canarischen Inseln zu begeben. Als Grund deffelben gibt man Beziehungen an, in i enen der General zu dem früheren spanischen Minister-Präsidenten Ruiz Zorrilla gestanden habe. — Die Königin Isabella wird nach Beendigung ihrer Badekur nach Paris zurückkommen.
— Wie man aus sicherer Quelle erfährt, sind die neuen Festungsbauten auf dem ganzen französischen Gebiet sehr weit fortgeschritten, die von Paris sogar beinahe beendet und die Forts von Chatilloiz und Saint Cyr werden Ende September bereits ihre Kanonen erhalten.
England.
London, 2. Septbr. Der „Globe" ist ermächtigt, das von „John Bull" gebrachte Gerücht, Odo Ruffell werde Elliot in Konstantinopel ersetzen, als unbegründet zu bezeichnen.
Nußland.
Lemberg, 1. Septbr. Der „Dziennik Polski" erhält aus Krakau von glaubwürdiger Seite die Mittheilung, der russische General Puschlin habe auf der Durchreise nach Serbien in vertraulichen Kreisen die Aeußerung fallen
Türkei.
Griechenland.
Konstantinopel, 1. Septbr. Am Freitag und Samstag wird m geier der Thronbefestigung Abdul Hamid's illuminirt; die türkischen und fremden Schiffe sind beflaggt. Die Feierlichkeit der Schwert-Umgürtung soll am b; stattfinden. — Ali Saib Pascha schreitet in Verbindung mit Achmed
lasten, er überbringe den Serben Seitens der russischen Regierung eine Sab- vention von Million Rubel und zugleich die Weisung, ei.?ig! Ait noch im Ä£
Kampf- auszuharren, da der bevorstehende Eintritt diplomatischer Ereignisse' i
wichtige Aenderungen m der Lage herbeiführen werde. - Der General-Com- L L und ÄriUl @Ä"'5raf ^elppea9, lft Begrüßung des Czaren Namens > des Kaisers nach Warschau abgerelst. (N MMä-u
Ejub Pascha zum Angriff auf Alexinatz vor. " .....
Nagusa, 2. L-eptbr. Der Angriff der Montenegriner auf Bilek war ^"Ä in -iu-'N nur zum Scheine unternommen. Die Expedition Mukhtar Paschas behufs n $or Verproviantirung von Bilek ist vermuthlich gelungen; derselbe ist Nachts na» Ä umgE-' Trebinze zurückgekehrr und heute mit 1000 Mann nach Banjani anfgcbrochen Ä Djeladdin Pascha ist mit 5000 Mann in der Richtung gegen Bilek marschirt.
Althen, 1. Septbr. Die Regierung hat wiederholt bei der Pforte gegen die Ansievelung von Tscherkessen in den benachbarten türkischen Provinzen Einspruch erhoben. 8
Amerika.
New-York, 2. Septbr. Der Prätendent Don Carlos hat sich naib Europa eingeschifft. Aus Monroe (ßutfiana) werden Unruhen gemeldet. Eine Bande von Negern bedrohte die Stadt. Die Weißen zogen ihnen enl- gegen und verlegten ihnen den Weg. Die Neger weigern sich, die Waffen ab= Anlegen. Die Weißen sammeln sich. Bisher ist kein Blut vergossen.
uistierstag den 7.
Heil
zur
bö
Mittags 10 Ui)T, Umschläge» Zeich Wn. auch letztere Wen ad 1 und < ' Wetzlar, den 1
ßit Lieferung u 1, tlnti Ma 2. von 6 Br
Meßen, 4. Sept. Das vor einigen Tagen von uns erwähnte Marter-Instrument En-En (vulgo Rasselschneck) hat nun auch hier seinen Einzug gehalten. Uebcrod hört man dieses Teufelsding klappern. Groh und Klein scheut sich nicht, diesen Unsinn zu treiben. So z B- beim Bankett am Samstag in Wenzel's Garten war der Spektakel derart, daß der Vorsitzende den Unfug öffentlich rügen muhte. Manche schaut Red-r und Toast wurde dadurch sehr beeinträchtigt.
®Sapreut:ber Scherz wird dem „Berl. Tageblatt" von befreundeter Hand mltgethellt. In der ersten Walküren-Scene soll der Tenorist Niemann sehr von dem nu^?erJr*'e bervorqualmenden Dampf belästigt worden sein, aber alles Bitten vermochte Wagner nicht zu einer Abänderung zu bewegen. Niemann klagte guten Freun- den ferne Roth und da wurde ihm der Rath gegeben, zu Wagner zu sagen: „Wissen Sre was, lieber Merster, nächstens lassen Sie die Feuer-Esse singen und ich werde rauchen!"
AM-
; Ditnflag btn 5. S Üladimittatf wf Mm Raths muttMaiSedtt iNfo.Wcffl
L 1,®-163 . iiWj miSHdtnb Df ! Wffl1, J<n 31. Slugu i Htriigllfye Qrt- .__8 übeti
vorher beim Bankett des Kriegervereins Hochs auf unfern verehrten Landesfürsten auf die maßgebenden Persönlichkeiten des Krieges von 1870 ausgebr cht worden seien' auf die Einigkeit sämmtlicher deutschen Stämme, die im Jahre 1870 so Großes geleistet und die nur allein uns auf der jetzigen Höhe erhalten können, ausgebracht' dm folgte von Herrn Kreisschulinspektor Büchner ein Hoch auf Deutschlands Frauen und Jungfrauen, die den ächten patriotischen Sinn in unsere Krieger gepflanzt mit dem sie so Herrliches vollbracht. Weitere Toaste folgten auf die Krieger von 1870, die Turn- und Gesangvereine, deren Mitglieder sich um die Pflege der Verwundete» große Verdienste erworben und uiferen jüngsten Brüdern, den Elsaß-Lothringcrn mit dem Wunsche, daß sie bald innig mit uns, resp. ihrem wiedergewonnenen Vaterland! zusammenwachsen möchten. So ging eS fort mit abwechselnden Gesangvorträgen Reb-n, Musikpidcen in der hesterstcn, gehobensten Stimmung bi« gegen Mitternacht ' wo sij dann die Letzten mit dem Bewußtsein entfernten. daß auch die diesjährige Feier viel zur Erweckung von patriotischem Geist und Sinn beigetragen habe, daß auch dielst Fest würdig verlausen sei. - Die Stadt selbst war zur Feier des Tages feftüi beflaggt.
Lokal-Notiz.
Gießen, 3. Sept. (Sedanfeier.) Leider war dieses Jahr der 2. September der Ehrentag der deutschen Nation, nicht besonders vom Himmel begünstigt, es mute darum von dem beabsichtigten Zug nach dem Philosophenwald abgesehen, etgenW tollte von jebem Umzug Abstand genommen werden. Im letzten Moment ergriff dal Festcomlts, da der Hunmel nicht mehr so drohend aussah, die Initiative und arran= flirte Mlttafls um 3 Ubr einen Festzug, bet, wenn er auch bes Schmucks unferer Lieben Zusend entbehrte, doch recht stattlich aussah,- es hatten fast sämmtliche Vereine an btm ftefljufl ^etl genommen. Voran schritt die hiesige Capelle, dann kam ein großer Thcil ^r hiesigen Stadtverordneten, in deren Mitte die Herren Vrovinzial-Direktor v Röber, Polizeicommissar Fresenius, Kreisschulinspector Büchner, Schulinspector $ine' tu« «. sich befanden bann folgte zu Wagen der alloerchrte Veteran aus dem Jahre 1813, Herr Rendant Bieler in Begleitung des II. Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins, der Kriegerverem mit feinen Standarten reihte sich hier an, hierauf tarnen sämmtliche hiesige Gesangvereine mit ihren Fahnen, der Turnverein ebenfalls mit Fahne, den Schluß bildete der kaufmännische Verein Der Zug bewegte sich vom Brand au! durch die verschiedenen Hauptstraßen der Stadt nach dem Wenzel'schen Garten. Hier angelangt, begaben sich die Stadtverordneten mit erwähnten obigen Herren d-n Comitomitgliedern auf bie Terrasse, bie Vereine gruppirten sich im Halbkreis um bie- selben und es wurde von sämmtlichen Anwesenden „die Wacht am Rhein" unter Musikbegleitung mit großer Begeisterung gesungen. Hierauf hielt Herr Schulinspector Vtgelius, nachdem Herr Beigeordneter Keller in Abwesenheit des Herrn Büraer- meisters sämmtliche Anwesende bewillkommt hatte — die Festrede, die in treffenbet ausführlicher Weise bie Bedeutung des hohen Festtags beleuchtete und in einem begeisterten Hoch auf unfern Heldenkaiser endigte.
Da der Himmel wieder mit Regen drohte, so begab sich Alles in die schönen Räume des Saalbaues. Die Musikcapelle executirte einige Musikstücke, hierauf erfolait im Garten der Gesang des Liedes „Das Land, das schöne große Land ic." von sammt- l'chen Gesangvereinen in ausgezeichneter Weise vorgetragen, unter Leitung des Director! des „Liederkranzes" Herrn Kaufmann.
Im Saale, in dem außer den Mitgliedern der verschiedenen Vereine eine Meim hicsiser Einwohner mit Frau und Kindern Platz genommen hatten, war ein muntere! reges Treiben; es wechselten Gesangvorträge der einzelnen Vereine mit Musikvor-
„ ® ? ftc ’n < 2'8- ^ug. Das Schneewetter in und um Gastein hat auch zwei
Menschenleben gefordert, es sind nämlich die Bauern Michael und Anton Kail er-
ir eS" • ^bder dies traurige Erelgniß, wie über bie abnormen Witterungsverhältnisst in Gastein wirb der „R fr. Pr." noch folgendes berichtet: „Es ist in der Alpenweli
11 jdtene Elicheinung, bag man des Morgens bie Tags vorher im üppigsten Grün prangenden Berge mit einer frischen Schneedecke bekleidet findet, aber an einen Witterungswechsel, wie der am 25. Äug. hier eingetretene, wissen sich selbst bie viel- genannten „ältesten Leute" nicht zu erinnern. Nach einem 24stündigen heftigen Regen begann es am genannten Tage um 9 Uhr Vormittags zu schneie«. Anfangs blieb der Schnee aur den Bergkuppen liegen, allmählig aber drang er tiefer zu Thal, und bald ^^bn die Straßen mit einer schuhhohen Schneeschichte bedeckt, welche an Festigkeit und Hohe immer zunahm. Die noch im vollen Laub prangenden Bäume äcpsten unter ber Schneelast und brachen unter der schweren Bürde zusammen. Auf dem Wege von hier zu dem Kaffeehause „Bellevue" lag eine Gruppe schöner, alter Bäume wie Stroh-
ja $au ter Lchbri Mn werden und
>'r, 2
ÄS'
»Stt( 3
«’m ta btT fotnmtlidjt hm
«skhuidmeine
® suten Cliioier
(n' Stühlen «
1 d"uH ©läft'rn8
?•» fi"«“
te
trägen der Capelle und verschiedenen Reden. Das erste Hoch wurde vom 2. Vorsitzendeii i i. ..^Wta«« des Festes, Herrn Stadtverordneten Haustein, in dem er heroorhob, daß am Abeud i SRl, —*•“ k*a Ä“2---------■■■' ’ *"»JitobBoa|
I y«, mit btrn Wi mit bem a
U^bHWn I te2'
IL.


