Paris, 2. Juli. Der „Agence Havas" zufolge wird das Mittelmeer-
der oberitalienischen Bahnen sanctionirt hat.
Dem
ernannte der König den General Cialdini zum Botschafter
London,
Rußland.
Petersburg. Von der russischen Kriegsflotte befinden sich zur Zeil
Petropawlowsk-
Die Dec ©er Gei Ges Ges Ge^
fügung der Botschaft in Konstantinopel stehen: der Dampfer Taman bei Bll' jukdere und der Schooner Psesuape im Piräeus. Bei den Stationen an her. Donaumündungen der Schooner Tuapse, und in Gibraltar die Fregatt«
Regierung ist übrigens nach wie vor wenig zufrieden mit dem Verhalten dir französischen Behörden. Jetzt will sie auch gegen die französischen Zeitungen vorgehen, von denen sie vielfach heftig angegriffen wird. Ihr erstes Opfer isi die finanzielle Wochenschrift Gazette de Paris, gegen die sie eine Klage wegen Verleumdung der spanischen Regierung und ihrer Beamten bei den hiesigen Gerichten eingereicht hat.
Paris, 2. Juli. Die „Agence Havas" meldet: Die neuesten Berichte aus Cettinje erwecken die Befürchtung, daß Montenegro sich am Kriege betheiligen werde. Auf die Anfrage der betr. Regierungen hat sich die französische
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zweifelhaft.
Magdeburg, 3. Juli. In der Kohlengrube Frose bei Aschersleben ist eine Feuersbrunst ausgebrochen; von 40 Arbeitern sind nur 13 gerettet worden, die übrigen erlitten den Erstickungstod. Bisher sind nur 8 Leichen zu Tage gefördert; die Rettungs-Arbeiten sind wegen starker Gas-Entwickelung und rascher Wasser-Zunahme mit Schwierigkeiten verbunden.
Hesterreiü.
Wien, 1. Juli. Die „Polit. Corresp." veröffentlicht einen telegraphischen Auszug aus dem serbischen, bisher jedoch nicht veröffentlichten Kriegs- Manifeste. Darnach schildert letzteres die seit dem Ausbruch des Ausstandes unerträgliche Lage Serbiens, welches Alles unterlassen habe, was das Werk der Pacificirung erschweren könnte, während die Pforte Serbien mit einem eisernen Gürtel umgeben habe. Das Manifest bezeichnet es als unmöglich, länger in den Grenzen der Mäßigung zu verbleiben, macht die Pforte für das Blutvergießen verantwortlich und versichert, daß an der Seite der Serben die Montenegriner, Herzegowiner, Bosniaken, Bulgaren kämpfen und die Griechen nicht lange warten lassen würden. Das Manifest fordert die Armee zur Achtung der Grenzen Oesterreichs auf, welches durch den huldvollen Schutz vieler Herzegowianer-Brüder ein Recht auf Serbiens Dankbarkeit erworben hätte.
, Wien, 2. Juli. In einer Extra-AuSgabe der „Polit. Corresp." wird der Wortlaut der serbischen Kriegs-Proclamation veröffentlicht. Aus Belgrad wird derselben Correspondenz gemeldet: den Bosniern wird durch Proclamation angezeigt werden, daß allerorts neue Behörden im Namen des Fürsten Milan eingesetzt werden sollen. In den nächsten Tagen geht von Belgrad ein Special- Gesandter nach Athen. — Aus Ragusa berichtet die genannte Correspondenz. daß die bisher bei Gaczko befindliche türkische Armee sich nunmehr bei Mostar concentrire.
Wien, 2. Juli. Sicherem Vernehmen nach werden Graf Andrassy und Fürst Gortschakoff der Zusammenkunft der Kaiser von Oesterreich und Rußland in Reichstadt beiwohnen.
Wien, 2. Juli. Feldzeugmeister v. Ramming, Hauptmann der Arcieren- Leibgarde, ist gestorben.
Schweiz.
Basel, 1. Juli. Die „Baseler Nachr." melden, daß heute Mittag in Bern der russische Revolutionär Bakunin gestorben ist.
.Holland.
Haag, 1. Juli. Der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin des deutschen Reichs und von Preußen sind mit ihren Kindern heute früh hier eingetroffen und alsbald nach Scheveningen weiter gereist. Die Königin von Holland begrüßte die kronprinzlichen Herrschaften am Bahnhofe.
Arankreich.
Paris, 1. Juni. Die Nachrichten aus dem Norden Spaniens lauten beunruhigend. Trotz der rücksichtsvollen Behandlung, welche die Sonderrechte der Basken in Madrid gefunden haben, ist die Erbitterung groß. In dem Baztanthale sollen sich wieder mehrere Banden gebildet und eine derselben schon einen Angriff auf Gensd'armen gemacht und deren zwei getödtet haben. Die französische Regierung scheint, ungeachtet der schroffem Antwort, welche Decazes auf die — unnöthiger Weise abgeleugneten — Beschwerden der Madrider Regierung gegeben hat, doch einige Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen. Wenigstens ist ein Spanier verhaftet worden, der auf französischem Grund und Boden Leute zum Kampfe gegen König Alphons anwarb. Der Mann war mit Geld versehen und versprach einen Sold von zwei Franken täglich. Die Madrider
-In flntM um M Mtbessi meldet, erwi lid); „Seü sktuersbrurnl »n Fr-twM üidjert worti MÜ'. Der ■eine weit fli Feuerwehr aus Gott v DtrtreW genommen.
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Serbien.
Belgrad, 2. Juli. Die Kriegs-Proclamation des Fürsten ist Heuti erschienen und der Kriegszustand publicirt.
Belgrad, 3. Juli. Gestern hat die serbische Armee eine NecognM rung längs der südöstlichen Grenze unternommen, hierbei fanden Scharmützel ohne Bedeutung statt; doch sollen einige wichtige strategische Positionen tuj türkischem Gebiete eingenommen worden sein.
Numänie«.
Bukarest, 2. Juli. Heute wurde die außerordentliche Session der Kammern durch den Fürsten in Person eröffnet. Derselbe richtete in (einet I Thronrede mit dem Hinblicke aus die beunruhigte Situation einen warne: Apell an den Patriotismus und die Mäßigung der Senatoren und Deputirt r. Die durch den Pariser Tractat für Rumänien geschaffene Lage garantire den selben die Wohlthaten der Neutralität. „Solange — fuhr der Fürst fort - es diese Neutralität beobachtet und Europa ein Volk zeigt, welches an fein« Reformen und inneren Verbesserungen arbeitet, haben wir das Recht, zu Hoffa daß die von auswärts drohenden Gefahren an unserer Grenze Halt machet,' Als Regierungs-Vorlage für die Session wurde ein Gesetz-Entwurf, bett, i Einschränkung des Budgets, angekündigt.
Türkei.
Konstantinopel, 2. Juli. Am Donnerstag hat der serbische W sandte dem Großvezir ein Schreiben seines Fürsten überreicht, worin die einigung Bosniens und der Herzegowina mit Serbien unter der Dberauf|i>' der Psorte gefordert wird; letztere betrachtet diesen Anspruch als unzulässig-" Die suspendirten Zeitungen „Cour. d'Orient", „Levant Herald" und „Slai' boul" werden von Montag an wieder erscheinen.
Konstantinopel, 3. Juli. Der Minister des Auswärtigen hat £ die Vertreter der Pforte im Auslande folgendes Telegramm abgesendet: Nap richten über Bedrohung hiesiger Vertreter des Auslandes und Mord ein Fremden unbegründet, Ew. Excellenz wollen dieselben formell dementiren, 111 wahr, daß Fremder durch Unglücksfall um's Leben kam.
Ragusa, 2. Juni. Die Nachricht, daß der Fürst von Montene^ von den Insurgenten zum Fürsten der Herzegowina proclamirt sei, wird unrichtig bezeichnet; vielmehr haben die versammelten Jnsurgenten-Führer eidlich gelobt, die türkische Regierung nicht mehr anzuerkennen und im r5' einer Occupation der Herzegowina durch den Fürsten von Montenegro drei keinen Widerstand entgegenzustellen. Die bisher längs der Grenze zerstreu " Insurgenten sammeln sich bei Banjani zur Bildung eines Corps, dessen tii sich auf 7000 Mann belaufen soll.
Cettinje, 2. Juli. Nach Abhaltung einer kirchlichen Feier vor Residenz des Fürsten wurde heute d'em versammelten Volke verkündet, daß j Krieg an die Türkei erklärt sei. Hierauf wurden mit einer Ansprache • Fürsten an das in Schlachtordnung aufgestellte Heer die Fahnen übergeo^ sodann trat das Heer unter Führung des Fürsten den Marsch gegen die u) der Herzegowina an.
Amerika.
Washington, 1. Juli. Die Staatsschuld hat sich '«Monat Iw um 3,881,000 Doll, vermindert. Im Staatsschatz- befinden sich 73, Doll, in Gold und 13,004,000 Doll, in Papier.
Pernambuco, 1. Juli. Die Kabel-Leitung zwischen hier und -tw1- ist unterbrochen.
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England.
1. Juli. Wichtige Depeschen über Serbien fehlen. 6«i(
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oben soll. Offenbar will mai ausgiebige Streitkräfte an die Südgrenze des Reiches dirigiren, theils, um die Grenzen streng abzusperren, wenn der serbische türkische Krieg beginnt, theils um die Bewegung in Süd-Ungarn und in den anderen slavischen Gegenden niederhalten zu können. Wenn man den erschreckten Magyaren zuhört, müßte allerdings unverzüglich zum Aeußersten geschritten werden Jndeß glauben auch solche Kreise, welche nicht zu übertreiben pflegen, daß die Erregung in den slavischen Gebieten des Reiches, namentlich an der südlichen und südöstlichen Grenze, gefährliche Dimensionen annehme,i. könnte, wenn bte Serben siegreich sein sollten. „ „ - . . „
WaS Montenegro anbelangt, so schwebt man nach wie vor in Ungewiß- dahin geäußert, daß ihr die Ernennung des Grasen Wimpffen zum österreichj,
beit ob sich dieses Fürstenthum an dem Kampfe betheiligen werde oder nicht, schen und des Generals Cialdini zum italienischen Botschafter in Paris ge-
Neuestens will man wieder bestimmt wissen, daß Fürst Nikita erklärt habe, nehm wäre., c t _
neutral bleiben zu wollen. Wer hier der Dupe Bleiben wird, muß sich erst Parts, 2. Juli. Der „Agence Havas" zufolge wird das Mittelmeer,
reiaen Jedenfalls müßte die Pforte sehr bedeutende Opfer bringen, um die Geschwader am Dienstag Toulon verlassen; derselben wird aus Ragusa gemel-
Cernaaovczen zufrieden zu stellen. Es giebt hier Politiker, welche gleichwohl det, der Fürst von Montenegro habe gestern Cettinje verlassen.
«ine solche Eventualität für glaubwürdig halten, weil sie annehmen, England Paris, 30. Juni. Die Gemahlin des Don Carlos, die noch bei Pan suche die Pforte zu Concesfionen für Montenegro zu bewegen, damit diese dann wohnt, hat gestern ein Mädchen geboren.
um so ungehinderter mit Serbien aufräumen könne, was allerdings wiederum •
ein Schachzug gegen Rußland wäre." (Berl. Tagebl.) Aranen.
— Zwischen Rußland und England wird seit einiger Zeit verhandelt, um Rom, 30. Juni. Die „Amts-Ztg/ meldet, daß der König den Gesetz, den eventuellen Krieg zwischen Serbien und der Pforte strengstens zu localisi- Entwurf betreffs ' xen. Beide Mächte sollten sich verpflichten, weder den Serben, noch den Tür- „Diritto" zufolge ken irgend welche Unterstützung angedeihen zu lassen. Jetzt wird nun aus in Paris.
Wien gemeldet: „Die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen England und Rußland erlitt einen starken Stoß in Folge einer Notification des russischen General-Consuls Ionin, daß ein Schiff mit englischen Waffen für Mukhtar _ ....
pinimt, an seinem Bestimmungsorte angelangt sei, und daß ein Attache der Wiener Depesche des „Standard" behauptet die Anwesenheit von 120 russische Wiener englischen Botschaft dem genannten Pascha Geld überbracht habe. Der und 30 ehemaligen deutschen Osficieren im serbischen Lager. Eine Belgrad« Czar soll sich hierüber sehr erbittert geäußert und Befehl ertheilt haben, für Depesche der „Hour" meldet den Uebergang von mehreren Tausend Südslavtü Serbien 4 Mill. Rubel flüssig zu machen. Letztere Nachricht erscheint einiger- aus Oesterreich nach Serbien.
maßen verdächtig und stark darauf berechnet, den Credit Serbiens bei seinen London, 2. Juli. Der „Observer" erfährt, daß der Botschafter ßorb Lieferanten zu stärken. Odo Russell in Berlin, der zur Zeit hierher beurlaubt ist, wegen der Lage bei
Berlin, 1. Juli. Verschiedene auswärtige Blätter melden, daß ein Dinge im Orient demnächst nach Berlin zurückkehren würde.
irreguläres Corps von Tscherkessen, in der beiläufigen Stärke von 12,000 Mann, den Befehl erhalten habe, die serbische Grenze zu überschreiten. Für diesen Fall ist General Zach, der an Timok steht, beauftragt, diesem Vorhaben durch _________.... ,, , , „
einen Offensivstoß zu begegnen. Eine Abtheilung von 400 Tscherkessen soll im mittelländischen Meer: die Fregatte Swetlana im Piräeus, die Corvetü sogar von Serben umzingelt und bis auf den letzten Mann niedergemacht sein. Askold vor Salonichi und die Corvette Ssokol vor Konstantinopel. Zur V«>
Wiesbaden, 2. Juli. Die römischen Katholiken haben bei der Heuti- -- c ™ ,r< ri ' Ä r n ■ c - — r 1 ™
gen Kirchen-Vorstandswahl mit großer Majorität gesiegt. Die Social-Demo- kraten gaben den Ausschlag. Die Gültigkeit des Wahl-Actes ist indeß noch


