Ausgabe 
5.2.1876
 
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Paris, 2. Februar. DiePatrie" meldet, Cardinal Hohenlohe sei in Rom angekommen, um wegen eines modtis vivendi zwischen dem Deutschen Reich und dem Papst zu unterhandeln. Im Allgemeinen ist man gegen der­artige Nachrichten sehr mißtrauisch.

Melgien.

Brüssel, 3. Februar. Der Bischof von Lüttich har eine Klage aus Schadenersatz in Höhe von 20,000 Frcs. gegen den Bürgermeister Piercot an­gestrengt, weil derselbe die kirchlichen Processionen in den Straßen der Stadt untersagt hat.

Krrgtarrd.

London, 1. Februar, Abends. Nach einem dem Reuterffchen Burean unter dem heutigen Tage von Bombay zugegangeneu Telegramm ist Sadosch Rao, und Thronprätcndent von Baroda festgenommen und von dort fortgeführl worden, weil derselbe die Eingeborenen von Baroda zum Aufstand angereizt haben soll. Demselben Telegramme zufolge sollen unter den Stämmen an der Grenze von Sciudia ernstliche Unruhen ausgebrochen sein. Man fürchtet, daß sich der Aufstand über das ganze Gebiet von Beludschistan ausdehnen werde. Die Regierung gedenkt Kheial zu besetzen und den Khan zu entthronen. Der Prinz von Wales ist am 31. Januar in Gwalior eingetroffen und von dem Maharajah von Scindia glä-rzend emp'angen worden.

London, 2. Februar. DerTimes" wird ans Philadelphia gemeldet: Die Finanz Commission des Repräsentantenhauses legte dem Senate ihren Be­richt über den Antrag Sherman's, betr. die Münz-Einheit zwischen England und Amerika, vor. In demselben wird die Annahme des Antrages empfohlen DieTimes" meldet ferner aus Santander: Der Gouverneur von Bilbao, General Burriel, wurde in derVirginius"-Affatre nach Madrid berufen und ist Montag dahin abgereist.

London, 2. Februar. Von der Ladung des untergegangeiien Dampfers Deutschland" sind vorgestern 25 Tons durch das Schiff Mantua in Harwich gelandet worden.

Spanien.

Hendaye, 2 Februar. Wie verlautet, steben die Regierungs-Truppen in der Nähe von Pampelona, die Oitjchaften Vera, Lesaca und Echalar umschließend.

Belgrad, 2. Februar. Die Session der Skupschtina wurde heute durch fürstliches Decret, das von dem Minister-Präsidenten verlesen wurde, geschloffen.

Ziumänien.

Bukarest, 3. Februar. Gerüchtweise verlautet, daß die Kammer sich in geheimer Sitzung gegen die außerordentliche Ereditforderung für die Ans- rüstung der Armee ausgesprochen habe und daß der KrlcgSm.nister in Folge dessen seine Vorschläge modificiren werde.

New-Aork, 2. Februar. Die Meldung einiger Zeitungen, wonach die kubanischen Insurgenten in die Stadt Cienfuegos eingerückt wären, wird Dsficiell denrentirt.

Vermischtes.

Gießen, 4. Febr. In Nr. 26 dieses Blattes findet sich eine Mitthcilung auS Eroß-Buseck vom 28 v. Mts, offenbar von bctbeiligter Seite herrührend, welche der dort in neuester Z-Ut, wie es scheint von einigen Wenigen in Sccne r-esetzten kirchlichen Wirren gebenfr und all deren berechtigte Ursache bezeichnet: die Beschlüsse der Landes­synode, namentlich bezüglich der enormen Gehaltserhöhungen der Geistlichen und der dadurch eingesühlten Kirchensteuer. Wer den Verhandlungen der LandeSsynodc mit Aufmerksan keit gefolgt ist, wird sich erinnern, daß hierbei eine neue Classification der Gehalte der Geistlichen und damit eine Erhöhung der allgemein als ungenügend aner- lannten Minimalgehatte in's Auge gefaßt worden, was um so weniger Grund abgeben kann, hier von enormen Gehaltserhöhungen zu r<bcn, als ja die höchste Gehaltsklasse um ein Namhaftes hinter dem dermaligen Geaalte vieler Pfarreien zurückblelbt.

Wie es sich aber mit der so bed ohlich hinyestellten Kirchensteuer in Wirklichkeit verhält, darüber gibt eine Veröffentlichung tu Nr. 1 des Groß-Gerauer KreisblattS »om 6. v. Mts., wie es scheint von gut unterrichteter Feder herrührend, Aufschluß, weßhalb dics.lbe hier Platz finden möge:

Um falschen zum Theil in böswilliger Absicht verbreiteten Nachrichten über die neue sogenannte Kirchensteuer zu begegnen, kann aus sicherer Q iclle die Mitthei­lung gemocht werden, daß diese St uer im ganzen Jahre noch nicht einen Kreuzer auf den Gulden Steuerkapital beträgt. Um es auch in anderer Ameise deutlich zu machen: wenn Jemand z B- ein Einkommen von 500 fl zu versteuern hat, so berechnet sich für ihn die jährliche Kirchensteuer auf etwa 48 Kreuzer, bei einem Einkommen von 1000 fl. auf etwa 1 fl. 36 fr., bei einem Einkommen von 2000 fl auf 3 fl. 12 fr. jährlich. Wer um eines so geringen Betrag- willen aus der cvang. Kirche ausscheidcn will, der muß wenig Anbänglichfeit an die Gemeinschaft haben, in welcher er aufge­wachsen und ei zogen ist und möchte wahrlich eine große Verantwortung, auch Weib und K'Ndern und Kindesfindern gegenüber auf sich laden.

Als ein Jrrthum mutz cS auch bezeichnet werden, wenn man glaubt, die er­wähnte Steuer werde nur zur Erhöhung der Pfarrbesoldungen erhoben, während sie überhaupt zur Bestrettung der Bedürfnisse der evang. Landeskirche bient, deren Stellung eine freiere, aber auch von dem Staate als solchem unabhängigere geworden ist.

Unter den früheren Verhältnissen würden an den Staatssäckel und somit an alle Einwohner des Lande- erhöhte Anforderungen gestellt worden fein, während nun die evangelischen Einwohner die für ihre kirchliche Gemeinschaft nothwendigcn Aus gaben decken müssen, allerding« ohne Zuziehung von Katholiken und Israeliten, welche ebenso wieder für die Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse zu sorgen haben.

Was den Austritt auS der evang. Landeskirche betrifft so ist dieser nach den zur Zeit btftebenbcn gesetzlichen Bestimmungen nur möglich, wenn Personen eine neue Religioi.Sgesellschaft bilden, ober an eine bestehende sich anschliehen und zwar, wie höchsten Orts entschieden worden ist, ohne Bedingungen und ohne Vorbehalt, fo daß namentlich jedes Recht an Kirchenvermögen, Kirchengebäude und Piarrbesoldung für die Austretendm verloren geht, und dieses Alle« den Zurückbleibenden erhalten wird, wenn deren Zahl noch so klein werden solltet

ES dürste hieraus zur Genüge erhellen, wie ungegründet die Besorgniß ist, e« werde die in Aussicht stehende Kirchensteuer eine irgendwie drückende Belastung der Steuerpflichtigen zur Folge haben Wäre aber auch die in Aussicht genommene Kirchensteuer eine viel höhere, so würde doch sicherlich fein seiner Kirche in Wirklichfeit anhängendeS Mitglied hieraus Veranlassung nehmen, auS seiner Kirche ausmscheiden. Es darf darum auch wohl erwartet werden, daß sich die, wie eS scheint, von einigen Wenigen fünstlich erzeugte Aufreguna in der Gemeinde Groß vuseck rasch legen und die große Mehrheit, sobald sie ihren Jrrthum erkannt, sich von Schritten fern halten werde, die später sicher Reue zur Folge haben würden.

Heidelberg, 31. Jan. Schon wieder ist hier der entsetzliche Fall vorge- fommen, daß ein junger Mann an der Tollwuth erkrankt ist. Derselbe Hund,

durch dessen Biß der Tod des damals hier befindlichen Schriftsetzers Wacker verurs a wurde, hatte auch dem Tüncher Rheinheimer einen Biß beigebracht. Rheinheimer wusch zwar die Wu de soalc'ch auS unh reinigte sie Die Heilung derselben euf. late ohne alle bedenklichen Erscheinungen und man glaubte allgemein, daß sich keine schlimmen und gefährlichen Zustände einftellen würden. Da wurde auch Rheinheimer, nn kräfti­ger junger Mensch, der in dem deutsch französischen Kriege als Soldat seinem Vater­lande gebient, vorgestern also nach 11 Wochen, ebenfalls von der Tollwuth b.fallen und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Hoffen wir, der Unglückliche do i fee nein Leiden befielt und ihm die frühere Gesundheit mrückaegebe^ werde. (N fr Pr.>

Literarisches.

Das soeben erschienene achte Heft des vierundzwanzigsten Jahrgangs vo i ,Jllustrirte Welf iStugarl, Verlag von Eduard Hallberger) hui nachstehenden mannigfaltigen und intereffanten Inhalt:

Text:

Der ScarabäuS. Novelle von Emile Mario Vacano. Fortsetzung. Deutsche Gedichte mit Illustrationen. Das Erkennen. Von Joh. Nep. Vogl. Vorsatz Von Robert Pruh Berliner Photographien. Von Jean Dufresne, ^te Chambregarnns. Die beben Peter. Erzählung von Felix Lilla. Serbische Geschichten. Vo.i Schmidt- Wein nfels. II. Miloich-Obrenowitsch. Geheimnisse Roman von Carl Hartmann- Vlön. Fortsetzung So leb' denn wohl, du altes Haus. Von Paul Röper Aus Natur und Leben. Kein Französi'ch. Weil die Welt nicht untergeht. Ein Kuß. Nach Jahien. Wie ein Slorchmpaar sich zu helfen wußte. Von H. ©temcl Wittwenverbrennungen. Gerichts Zeitung. Wer ist die Unverträglichere? Humo^stische Blätter. Unsere Bilder. Charade. Bilderräthsel. Kleine Korrespo-den; Anfragen und Antworten. Beiblatt auf dem Umschlag: Historische Gedenktage. Gewerbe und Erfindungen. Unglücksfälle und Verbrechen. Mannigfalt ges. Sport. Statistisches.

Illustrationen:

Das Erkennen. Von Paul Thumann Aus demAlbum deutscher Kunst und Dichtung" von Fr. Bodenstedt. (Verlag von G- Grote in Berlin) Fürst Bismarck in feinem Arbeitszimmer. Chinesische Neujahrsfeier in San Franzisko. Schlau ^en- beschwörer in Bombay. Die Kautschukfabrikation am Madeira. Aus K-'ller-Leuziuger's .Vom Amazonas und Madeira". (Verlag von A Kröner in Stuttgart.) Von der Nordpolexpedition. Grönländer von Godhaven. Vorsatz Von Fr. Kaul dich. Aus dem ..Album deutscher Kunst und Dichtung/' von Fr. Bodenstedt. -Verlag von G. Grote in Berlin.) Belgische Dreschmaschine. Ermordung des Kapitän Goodenough. In der Lehre. Abenteuer eines Junggesellen von Wilhelm Busch. (Verlag von Fr. Bassermann in Heidelberg.) Rektor Debisch._________

und

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Mk.

In Gießen zu baden bei Müller & Sckwagcr.

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Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin nnd ohne Kosten dnrck d-e Gesundheits-Meh!speife:

Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.

Die Revalesciöre ist vier Mal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.

Preise der Revalesciere i/r Pfund Mk. 1,80 Pf., 1 Pst». Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. 5,70 Pf., 12 Pfd. Mk. 28,50 Pf.

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Nr. 80,416. Geb. Medicinalrath Dr. F W. Benckc. ordent'ichrr Professor der Medicin an der Universität Marburg, sagt in derBerliner Klinischen Wochenscln ift^' vom 8. April 1872: '2ch werde es nie vergessen. daß ich tie Erhaltung eines meiner Kinder der sogenannten .,nevalcnta Arabica (Revalesciere) verdanke ' Das Kind litt im 4. Lebensinonate an gänzlicher Abmagerung und fortwährendem Erbrechen, welche Uebcl allen Medikamenten trotzten; eie Revalesciere hat seine Gestindbeit in sechs Wochen vollkommen hergeftellt.

Nr. 64,210. Marquise von Br eh an von 7jähriger Leberkrankheit, Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.

Nr 75,877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröhren-Katarrb, Kopsschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehranstalt Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Ncrvenzerrüttung.

Nr. 65,715. Fräulein de Montlouis von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit Abmagerung.

HsJ u von London.

Seit 28 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden und bewahrt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei ly Ü t a.$ens' Nerven-, Brust, Lungen- Leber- Drüsen-, Schleimbaut-, Athem-, Blasen- und ^lerenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, L)iarrhoen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrboiden, Wasser'ucht, Fieber, Schwindel, Blutauf- Zeigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst wabrend der Schwangerschaft, Diabetes, Eancholie, Abmagerung, Nheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nabrung für L-auglmge schon von der Geburt au selbst der Ammenmilch vo'rzuziehen. Ein Auszug au§ 80,000 Certifieaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certificate vom Professor vr. Wurzer, Geh. Mcoicinatrath Dr. F. W. Bemcke, ordentlicher Professor der an der Universität Marburg. Meeicmalrath Dr. Angelstein. Dr. Shore land, Dr. Campbell, e*l°« ^r Aödo, Dr. Ure, Gräfin Caftlestuart, Marquise de Bre'^an, und vielen anderen ochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekü ztc- Auszug aus 89,000 Eertificatrn.

Eertifieat des Medicinalraibs Dr. Wurz er. Bonn, 10. -Juli 1 ^52. Die Revalesciere Ju ^rry evfe^t in allen Fällen alle Arzneien. Sie wird mit dem größten Nutzen angewandt -wl allen -durchfällen und lli'uhren, in Krankheiten der Urinwege, Nicrcnkrankheiten re, bei -2teinbeschwerden, entzündlichen oder krankhaften Neizungen der Harnröhre, Verstopfungen, bei krankhaften Zusammenziehungen in den Nieren und in der Blase, Blascn-Hömorrhoiden rc.* IVjt dem ausgezeichnetsten Erfolge bedient man sich auch diescs wirklich unschätzbaren Mittels nicht bloß bei Hals- und Biustkrankbeiten, sondern auch bei der Lungen- und Luftröhren- L. 0" 5.) N u d. Wurz er, Medicinalraih und Mitglied mehrerer gelchrten

Getellschaften. '

Frilchbäcker )u Gießen.

Sonntag, den 6. Februar 1876. H. Planf in der Neustabt, K. Stein­berger in der Löwengasse, K. Haas in der Walltborftraße.

Kirchliche Anzeigen

der cbalkgclischen Gemeinde zu Gießen.

Gotte-dienst.

Sonntag, den 6. Februar.

Morgens: Pfarrverwalter Schlosser.

Nachmittags: Pfarrvicar Schöner.

(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 6. bis 11. Februar besorgt Pfarrerverwalter Schlosser. ,

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Die auf den an die Wstli Hohensolms i Pachlaelder rc nchtlichec Si bezahlt werde.

Zahllose si, Hohensolms

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