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Mittwoch, den 4. Oktober

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Heute ist eine sehr wichtige Entscheidung zu erwarten. Der Kaiser wird den Grafen Andrasty empfangen, um -ber den Antrag Rußlands betreffs einer Occupation Bosniens durch Oesterreich und Bulgariens durch Rußland

Ziegler gestorben.

Kassel, 1. October. Die General-Versammlung der Münster-Knscheder Eisenbahn-Gesellschaft nahm den Antrag, die Bahn dem Staat zum Kauf an- zubieten, an.

chlüssig zu werden.

Wien, 1. October. DasTelegr.-Corresp.-Bureau" meldet als authen- .isch: Alle Nachrichten über die Reise des General-Adjutanten Sumarakow reruhen auf einer Combination. DiePresse" meldet: Tisza erhielt aus Wien amtliche Aufklärungen, wonach volles Eiuverständniß unter den Tractat- mächten besteht. Tisza beantwortet morgen die Interpellation in diesem Sinne.

Wien, 2. October. Nachrichten aus Konstantinopel zufolge hätte sich der Sultan geweigert, die vom Mimsterrathe beschloßene Abänderung der Frie- densiwrschläge, welche Seitens der Großmächte formulirt sind, zu unterzeichnen. Der britische und der österreichische Botschafter wären fortwährend für die un­veränderte Annahme jener Vorschläge bemüht. Hiesige Blätter bestätigen über­einstimmend die schwere Niederlage, welche die Serben am 28. Septbr. an der Morawa erlitten. Letztere verloren dabei über 2000 Mann.

Prag, 29. Septbr. Die Polizei entdeckte hier einen Zweigverein des internationalen Arbeitervereins. Gestern und heute wurden 19 Arbeiter, darun-

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> C. Nr. 184.

Darmstadt, 30. Septbr. Der Zusammentritt der zweiten Kammer wird voraussichtlich um den 16. nächsten Monats stattstnden, vorausgesetzt, daß die Regierung von einer Berathung der neuen Steuergesetze in dieser Periode abzusehen sich entschließt, andernfalls dürfte die Zusamnwnberufung schon früher zu gewärtigen sein. Ausweislich der neuesten Druck-Sachen der ersten Kam­mer empfiehlt der Ausschuß bezüglich des Antrags des Abg. Heiuzerling auf veränderte Einrichtung desRegierungs-Blattes" (Trennung in einen legislati­ven und einen administrativen Theil) dem Plenum Beitritt zu dem auf An­nahme jenes Antrags gerichteten Beschlüsse zweiter Kammer. Anders bezüglich des Antrags des genannten Abgeordneten auf Einführung eines generellen, nur einmal abzuleistenden Beamten-Eides. Indessen beruht die hier befürwortete Ablehnung des genehmigenden Beschlußes der zweiten Kammer nicht darauf, daß die dafür angeführten Gründe nicht stichhaltig seien, vielmehr werden die­selben als richtig anerkannt; die Ablehnung sei aber deshalb gerechtfertigt, weil cs lediglich Sache der Rkgierung sei, welche Garantieen sie für die Wirk­samkeit ihrer Beamten zu fordern für gut befinde.

Darmstadt, 1. Oktober. Bekanntlich hat die Regierung schon vor längerer Zeit einen Gesetz-Entwurf wegen Abänderung des Gewerbsteuer-Tarifs an die Stände gelangen laßen. Wir wir aus dem vom Abg. Möllinger erstat­teten Bericht des Finanz-Ausschußes der zweiten Kammer entnehmen, empfiehlt dieser Ausschuß unveränderte Annahme des Entwurfs, indem er auf die dem letzteren beigefügten Motive verweist.

Berlin, 30. Septbr. Das General-Postamt hat einen ihm zugegan­genen Antrag auf frühere Schließung des Schalterdienstes abschläglich beschie- den, weil dadurch vielfache Interessen des Publikums geschädigt würden. Den Hinweis auf den Vorgang in England hat die Behörde dabei für hinfällig erklärt, weil die englische Postverwaltung mit dem Fahrpostverkehr in keiner Weise befaßt ist und dieser eine größere Beschränkung der Amtsstunden nicht möglich macht. Hier in Berlin ist übrigens seit einiger Zeit die Schlußzeit für die Annahme von Päckereien von 8 Uhr Abends auf 7 Uhr bei den Post­annahmestellen, mit Ausschluß derer auf den Eisenbahnhöfen, gesetzt worden. Letztere können jedoch nur für ihren Curs auch bis zu der festgesetzten Zeit vor Abgang der betr. Züge Päckereien annehmen. Die Briefannahmen der Post- anstalten, mit Ausschluß der auf den Bahnhöfen befindlichen, schließen ihre Amtsstellen um 8 Uhr Abends, sie eröffnen sie um 7 Uhr früh und halten sie bis zum Schluffe ununterbrochen geöffnet.

Berlin, 2. Oktober. Nach längerem Leiden ist gestern Morgen Abg.

Velgiev.

Brüssel, 1. Oktober. DasJournal de BruxelleS" dementirt die Meldung desEtoile belge" von der bevorstehenden Demission des Ministers des Aeußern, Grafen d'Aspremont-Lynden, sowie deffen Ersetzung durch Fürst Caraman-Chimay.

ter mehrere Ausländer, verhaftet.

Buda-Pesth, 30. Septbr. Im Interpellations-Buche des Abgeordne­tenhauses sind zwei Interpellationen angemeldet, eine über die Achtzig-Millionen- Schuld und eine über die orientalische Frage.

Ragusa, 2. Oktober. Der hiesige britische Consul hat sich im Auf­trage seiner Regierung nach Cettinje begeben, um Montenegro zur Annahme der von den Mächten vorgeschlagenen Friedens-Bedingungen zu bestimmen; man nimmt hier an, daß Montenegro zum Friedensschluß geneigt sei.

KranLreich.

Paris, 30. Septbr. Die Meldung derEstafette", Don Carlos werde nicht in Frankreich bleiben, ist falsch. Ihr Berichterstatter hat Don Carlos gar nicht zn Gesicht bekommen, sondern uur in deffen Hotel vorgesprochen, um zu hören, daß der Gesuchte ausgegangen sei. Wahr ist, daß Don Carlos ge­sagt, er wolle keinen neuen Bürgerkrieg entzünden; aber Niemand glaubt ihm das. Augenblicklich plant er die Bildung einer katholischen Partei, an deren Spitze er sich stellen will. Die Partei der Actions-Carlisten foOJiir jetzt ver­schwinden, um einer allgemeinen katholischen Partei unter seiner Führung Platz zu machen. Am 15. Oktober soll hier eine große Versammlung der Carlisten stattfinden. Velasco ist gestern nach Biarritz gereist, um dir dort wohnenden Carlisten dafür zu gewinnen. Don Carlos hat sich in Philadelphia mit seinem Bruder Alphonso ausgesöhnt, der mit seiner Frau dorthin gekommen war; man hält aber die Aussöhnung nicht für aufrichtig. Don Carlos wird dem Congreß in Brombach wahrscheinlich beiwohnen, obschon seine Rathgeber ihm

die Einberufung der Kammer bestimmen.

Paris, 2. Oktober. Die gestern stattgefundenen Ergänzungs-Wahlen Deputirten-Kammcr fielen auf zwei Bonapartisten und vier Republikaner. In Konstantinopel wird heute, derAgence Havas" zufolge, abermals Mini­sterrath wegen der auf die Friedens-Vorschläge der Mächte zu ertheilenden Ant-

davon abrathen.

Man betrachtet hier die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten durch die Serben nur als ein Manöver, um eiuen Druck auf die Friedensverhand­lungen ausznüben. In maßgebenden Kreisen glaubt man, daß Rußland ernst» den Frieden wolle und hält die Sachlage für ungefährlich.

Paris, 1. Oktober. Der Ministerrath wird am Dienstag den Termin

Erscheint ILgttch «U Nulnahin« M Montag». Expedition, vchulstra-e, Rt. B. Nr. 18.

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Wien, 30. Septbr. DieNeue Fr. Pr." erfährt, der Brief des Czaren an den Kaiser Franz Joseph sei der äußerste Versuch zur Erhaltung des europäischen Friedens. Rußland lade darin Oesterreich ein zur gemeinsa­men Verständigung über Aufstellung von Garantieen zur Durchführung von Friedensbedingungen. Diese Garantieen sollen (nach dem Vorschläge des Czaren) in einem Pfandobjekte bestehen und dieses Pfandobjekt sei die militä­rische Besetzung Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich, und Bulga­riens durch Rußland. General v. Sumarakow wartet hier auf btc Antwort des Kaisers. - Kaiser Franz Joseph ist Nachts hier eingetroffen; heute findet eine Berathung mit dem Grafen Andraßy statt. Den fremden Cabinetten ist wahrscheinlich Mittheilung von dem Projekt gemacht. Die hier anwesenden Botschafter conferirten gestern bet dem englischen Botschafter Buchanan. Gene­ral v Sumarakow begiebt sich nach erhaltener Antwort direkt zum Kaiser nach Livadia; nach Belgrad sandte e; ,'sinen russischen Officier aus seiner Be­gleitung. Letzterer wird morgen zurüa^.wartet.

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Gießen, am 2. Oktober 1876.

Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden deS Kreises Gießen für 1877. _ , ~

Das Großherzogliche Kmsamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lumda, Allertshausen, Annerod, Beltershain, Balern, Birklar Burkhardsfelden, Ettingshausen, Garbenteich, Geilshausen, Grünberg, Grünmgen, Hattenrod, Heuchelheim, Hungen, Klern- Linden ' Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lick, Mainzlar, Münster, Muschenheim, Niever-Bessingen, Ober-Beffingen, Odenhausen, Rers- kirchen' Rodheim, Ruttershausen, Saasen, Steinbach, Treis a. d. Lda., Utphe, Watzenborn, Weitersharn und Wreseck.

' Wir erinnern Sie wiederholt an die Erledigung der Verfügung vom 22. Mai l. I. - Nr. 122 des Anzeigers - binnen 8 Tagen bet 3 Mark Strafe.

v. Röder._________