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bildet und dessen nach Süden gerichtete Spitze durch den Kapaonikgebirgszug markirt wird. Das Innere Serbiens stellt ein im Süden an den großen Balkanzug gelehntes Gebirgsland dar, das sich zur Donau senkt und in zwei Regionen, Ober- oder Hochserbten, bezeichnet durch die Flußgebiete der serbischen und bulgarischen Morawa (vor ihrer Vereinigung) und Niederserbien, gebildet durch das Flußthal der eigentlichen oder großen Morawa, zerfällt. Die erstere Region besteht aus mehreren Reihen von Bergzügen, die bald durch kleinere Plateaus gekrönt, bald durch tiefe Thäler durchsetzt und durch Querriegel mit einander verbunden werden.

Dieses fast unzugängliche Chaos wird durch die 20Ö0 Meter hohe Masse des Kapaonik dominirt. In Niederserbien haben die bedeutendsten Erhebungen nur selten eine Höhe von 800 Meter. Im Centrum, d. h. zwischen der Kalubara und Morawa erstreckt sich eine fortlaufende Reihe von Plateaus, die in der Hauptrichtung von Nord nach Süd streichend, mit dichten von Schweineheerden bevölkerten Eichenwäldern gedeckt sind und die unter dem Namen Schumadia (Waldland) bekannte Region bilden, welche in dem Unabhängigkeitskriege von 18041807 eine so große Rolle gespielt hat. Dominirt wird Schumadia durch die Rudnikkette, welche als die höchste Erhebung des großen serbischen Centralgcbirges zu bezeichnen ist und sich nach Norden unter verschiedenen Namen bis zur Donau fortsctzt.

Das nordwestliche Serbien kann seiner Bodengestaltung nach als eine sich ermäßigende Fortsetzung des bergigen Bosniens angesehen werden. Der bedeutendste Höhenzug ist das von Norden nach Süden laufende Medvednikgebirge westlich der Kolubara. An der Drina gegenüber Zwornik erhebt sich die niedrigere Jagodujagruppe und nördlich davon das Gucewogebirge, beide nur etwa 1000 Fuß hoch. Mit den nördlichen Ausläufern dieser Kette beginnt die sanftgewellte Loznicacr Hochebene, die vom Jadar durchschnitten wird. Zwischen diesem Flusse und der Kolubara findet sich die letzte bedeutende Erhebung des serbischen Nordwestens, der Cr, 1350 Fuß hoch. Am Fuße des Cr beginnt daun die gegen den Drina- und Save-Vereinigungspunkt ab­fallende große Macwaebene, einer der verwundbarsten Punkte der serbischen Grenze, wenn Der Gegner über ausreichende Streitkräfte verfügt.

Der Nordosten Serbiens am Deiß ist von einem Bergsystem erfüllt, dessen Hauptrichtung von Nordost nach Südwest sich erstreckt, und das unzweifelhaft als eine Fortsetzung des von der Donau bei Orsowa durchbrochenen Karpathenstocks anzusehen ist.

Serbien ist außerordentlich reich bewässert. Die Hauptfurchen in dem im Allgemeinen sehr f ruchtbaren Gebirgslande werden von Norden nach Süden durch den Lauf der großen Morawa, des Jbar und der Kolubara gebildet, während die im Allgemeinen von West nach Ost fließende Morawa das Land westlich des Hauptstroms in eine kleinere südwestliche und eine größere nord- ivestliche Hälfte gliedert.

Die Hauptverkehrsader bildet die dem Morawalaufe folgende Doppelstraße von Belgrad rrnd Scmendria nach Alcxinata, die nach Pozarewac und von dort zur Donau Seitenzweige «ntsendet. Außerdem durchzieht das Land ein meistens den Flußthälcrn folgendes Netz von Straßen, das jedoch namentlich in dem schwer zugänglichen Südwesten und Südostcn sehr der Vervollständigung bedarf. Werfen wir jetzt einen Blick auf die serbischen Grenzlande, im Hinblick auf ihre, einer serbischen Offensive mehr oder minder günstigen Verhältnisse.

Die natürlichen und fast einzigen Wege für eine serbische Offensive bilden die Thäler der bulgarischen Morawa und des Ivar. Das Morawathal gabelt sich bald nach dem Verlassen der serbischen Grenze in zwei Zweige, einen südöstlichen und einen südlichen, von denen der erstere durch die Nissawa gebildet wird. Ihm entlang läuft die Chaussee über Nisch und Pirot zur Wasserscheide zwischen den obern Läufen der Nissawa und der Jskcr und von dort nach Sophia Tatar Bazardschik u. s. w. Die Entfernung von der serbischen Grenze nach Nisch gibt die russische Generalstabsquellc auf 12 Werst (7 Werst eine Meile) an, nach Pirot drei Lagemärsche. Von Tatar Bazardschik führt eine Eisenbahn nach Konstantinopel. Längs der Morawa führt südwärts ebenfalls eine Chaussee, nach Leskowatz, Wranja und von dort nach Uskjub oder Skopia (8 Märsche von der serbischen Grenze). Von Uskjub führt der Weg im Vardarthale nach Salonichi. Eine Eisenbahn setzt, demselben Thale folgend, Salonichi, also das Meer, über Uskjub mit Mitrowitza in der Nähe des wichtigen strategischen Punktes Novibazar in Verbindung. In ähnlicher Weise, wie die Morawa, gabelt sich, und zwar noch auf serbischem Boden, das tief und eng eingeschnittene Bett des Jbar, dem von Südwesten her ein kleiner Zufluß, die Raschka zuströmt. Längs des Jbar führt südwärts die Straße nach Mitrowitz, längs der Raschka südwestlich der Weg nach Novibazar und dann längs der Grenze bis zur türnschcn Festung Sicnitza.

Von anderen aus Serbien südwärts führenden Straßen kommen gegenwärtig die von Kujazewal nach Ak-Balanka mit Umgehung von Nisch führende, und dann der Bergpfad von Jwanitza über Sienitza nach Montenegro in Betracht, deffen Grenze hier nur 45 Meilen von Serbien entfernt liegt.

Auf der Ostgrenze sind die Straßen von Saintschar über Kula Aly und Widdin (7 Meilen), dann eine südlichere von Nowy-Chan nach Bazardschik und eine nördlichere von Negotin Rach Widdin von Wichtigkeit. Der Timok ist als Barriere unbedeutend, desto schwerer passirbar dagegen die ihn im Süden begleitenden kahlen, weglosen Höhenzüge. Auf der fast ganz von der Drina gebildeten Westgrenze führen in das wilde bosnische Terrain Wege von Leschnitza nach Bjelina (Chaussee). Ferner von Zwornik (hier entfernt sich die serbische Grenze 1/4 Meile von der Drina) nordwestlich nach der Stadt Doboi im Bosnathal. Oberhalb Zwornik beginnt längs der Drina ein Saumpfad über Neu-Kassaba in Serajewo, wohin man auch auf einer Fahrstraße loon Mokragova (östlich von Vischegrad) über Vischegrad gelangen kann. Die Drina ist breit, tief und weit hinauf schiffbar (bis Ljubowja), mithin ein sehr bedeutender Grenzstrom. Von den längs der Grenze liegenden türkischen Festungen Widdin, Belgradschik im Osten, Nisch, Novibazar, Sienitza im Süden, Vischegrad, Srbrnitza, Zwornik und BseNna im Westen sind Nisch und Widdin die bedeutendsten und nähern sich schon einigermaßen den europäischen Befestigungen. Nisch ist neuerdings mit bedeutenden passageren Werken verstärkt worden. Die anderen so- 5 mannten Festungen können höchstens Infanterie abhalten, aber einem Artilleriefeuer kaum Wieder­sehen. Für offensive Bewegungen von serbischer Seite bietet somit die Südfront und speziell das Nissawathal die meisten Bequemlichkeiten und geeignetsten Objekte dar. Die Straße Sophia

führt den Anareifer den fruchtbarsten Provinzen des Gegners näher und schneidet deffen an ber Grenze aufgestellten Truppen die Verbindung mit ihrer Basis ab. Im Vergleich zu dieser Operationslinie treten sogar die Straßen längst ber Morawa unb bes Jbar nach Uskjub und Mitrowitza an Wichtigkeit zurück, obwohl auch bie Beherrschung ber borthin von Süoen aus führenden Eisenbahn für die Serben ein nicht gering zu veranschlagendes Objekt bildet.

Die Ost- und Westfront sind viel weniger zum Vorgehen mit größeren, aus allen Waffen­gattungen zusammengesetzten Streitkräften geeignet, und bieten keine so wichtigen Angriffsobjekte dar. Wenn cs dem Angreifer nicht auf Beherrschung der Donau ankommt, genügt es für ihn, die Festung Widdin zu cerniren, Belgradschik ist noch weniger gefährlich. Hier gilt es nur, den Kampf zu lokalisiren. Auf ber Westfront ist bas Hauptangriffsobjekt Serajewo in Bosnien, zu besten Festhaltung jeboch bie vorherige Einnahme ber auf den Verbindungsstraßen gelegenen kleinen Festungen Zrbrnitza oder (Srebrenica (südlich von Zwornik an der Drina) und Vischegrad nothwendig ist. Von Serajewo führen große Straßen nordwestlich nach Travnik und Vanhaluka, südlich nach Mostar, dem Hauptplatz' der Herzegowina.

Bosnien und die Herzegowina erscheinen außerhalb dieser Straßen nur für den kleinen Krieg geeignet. Als Hauptoperationsziel dafür bieten sich die kleinen, die Passagen beherrschenden, an und für sich aber unbedeutenden Festungen, welche die einzige Stütze des türkischen Elements bilden, dar. Hier ist das Operationsfeld für die Insurgenten und die ebenfalls nur für den Guerillakrieg verwendbaren Montenegriner. Auch hier können große Entscheidungsschläge somit nicht erfolgen.

Ebenso wie die serbische Südfront die günstigste für eine Offensive von serbischer Seite ist, so bietet sie indessen auch einer Offensive der Türken die meisten Vortheile dar. Den Weg bezeichnet das reich bebaute und an blutigen Erinnerungen reiche Morawathal. Ostwärts der Morawa sind die Punkte Kejazewatsch und Saidschar der durch sie führenden Bergstraßen wegen in defensiver Hinsicht besonders wichtig. Das Bergland westlich der Morawa eröffnet dem An­greifer fast noch weniger Straßen und kann ein Vordringen in den sehr engen Flußthälern des Jbar und der serbischen von geringen Streitkräften aufgehalten werden. Gelingt es aber dem Angreifer sich im Morawathale zwischen Tschatschak und Kruzewae festzusetzen, so steht ihm der ganze Nordwesten Serbiens offen. Zum Schluß dieser Uebersicht sei noch darauf hingewiesen, daß, so sehr die Lage der serbischen Grenze eine Offensive begünstigt, ein Aussicht auf deren Gelingen doch nur bei möglichst schneller und unerwarteter Aufstellung und Vorschiebung der dazu bestimmten Streitkräfte vorhanden ist. Gelingt es aber, wie jetzt, dem Gegner Zeit abzugewinnen und seine Truppen an die bedrohten Punkte zu ziehen, so ist eine so kleine Armee, wie di serbische, zur Zersplitterung ihrer Kräfte durchaus genöthigt und muß sich anstatt offensiv, meh oder weniger defensiv verhalten. Für Serbien ist das einzige Mittel dazu der kleine Krieg.

Wirthschaftliches.

Znckergährnna ohne Ferment in Früchten. Pasteur, sowie Leckartier und F. Bellamy hatte., fiüher die interessante Beobachtung gemacht, daß Früchte, welche man bei Luftabschluß aufbewahrt, langsam Kohlensäure entwickeln und sodann Alkohol enthalten, ohne daß man in denselben die geringste Spur eines oraanisirten Fermentes entdecken kann. Die beiden letzten Forscher haben nun diese Untersuchungen fortgesetzt und auf Früchte aller Art, Aepfel, Birnen, Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeerene Feigen, Gerste, Kirschbaumblätter, Kartoffeln u- s. w- ausgedehnt- Diese Kohlensäure­entwickelung dauert während einer gewissen Zeit fort und hört zuletzt vollständig auf,, es müßte denn der Versuch mißlungen sein, in welchem Falle man die Bildung orga-r nisirten Fermentes conftatircn kann.

U ter guten Bedingungen tritt ein Moment ein, wo di? Frucht selbst bei monate­langer Dauer keine Kohlensäure mehr entwickelt. Die Früchte behalten ihr äußeres Ansehen bet; aber das Innere ist tief verändert; die'Zelleu stnd fast vollständig zer­stört, und die ganz? Frucht bildet im Innern eine breiige Masse. Der Keim der Frucht ist ebenfalls zerstört. Sobald man die Früchte aus der fanerftofffreien Atmosphäre heraus nimmt und der Luft aussetzt, werden sie bald braun und zersetzen sich. Lechar- tier und Bellamy treten der Erklärung, welche Pasteur für diese eigenthümliche Zucker- gährung ohne Ferment gegeben hat, vollständig bei.

Essigfabrikation mittels ozonisirter Luft. Der Amerikaner Turner hat einen Apparat erfunden, mittelst dessen das Verfahren von Oscar Löw zur billigen Erzeugung von Ozon (Letten von Lust über blau brennende Gasflammen) in der Essig- sabrikation eine praktische Verwendung gefunden hat. Das Wesentliche dieser Erfindung besteht darin, daß die in Essig zu verwandelnde Flüssigkeit in Form von seinem Staub­regen mit der ozonisirten Lust in Berührung gebracht wird; so einfach dies auch scheint, so schwierig war die Aufgabe auszuführen. Turner scheint sie vollkommen gelöst zu haben. Die Methode soll auch dazu angewandt werden können, Branntwein (Whisky") und anderen alkoholischen Getränken die Eigenschaften zu ertheilen, die sie sonst erst erlangen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben, was leicht möglich ist, wenn man bedenkt, daß beim Lagern der Getränke auch eine Oxydation, wenn auch eine sehr langsame, stattfindet. Wein in mit Firniß überzogenen Fässern aufbewahrt braucht zum Altern eine sehr lange Zeit. - Zeichnungen nebst Beschreibung der Erfindung sind von Wirth & Comp. in Frankfurt a. M. erhältlich.____________________________

Tempera tut i n Gießen.

Juli 1876.

Niederste mittlere...................

Mittel früherer Jahre höchste Niederschlag: an 12 Tagen im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . .

4- 5,0 +14,95 4-14,39 4-24,0

2,29 2,86

« R.

Par. Zoll,

Allgemeiner Anzeiger.

Berlin-Coblenzer Gisenbahn.

Berlin - Coblenzer Eisenbahn.

Baustellen von Stat. 134 bis Stat. 161,

soll

s

Die Anfuhr

1) von 150 nach den daselbst,

2) von 500

Submission.

Cbm. Schlackensaud von der MaimWeser-Hütte zu Lollar Brückenbaustellen und Bahnhof Lollar bis Lahnbrücke

Cbm. Schlackensaud von der Main-Weser-Hütte nach den

im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden und ist hierzu Termin auf Donnerstag den 10. August 1876, Vormittags 9 Uhr, im Ab-

I.iab-Heiikiiiiiler

in Marmor, Sandstein ic-, von den einfachsten bis zu den reichsten, in großer Auswahl, stets vorrätbig- Nenovation von Denkmälern. Grab- Einfassungen in Stein, Guß- und Schmiedeeisen.

Ferd. Hofmeister in Frankfurt a. M.

3850) [D. 41431 Eckenheimer Landstraße, dem Friedhos gegenüber.

theilunßs-Büreau zu Wetzlar anberaumt. Die Submissionsbedingungen können Hierselbst eingesehen, auch gegen Erstattung der Copialien von hier bezogen werden.

Wetzlar, den 1. August 1876.

Der Abtheilungs-Baumeister:

4090) Kluge.__

3931) Zu der bevorstehenden Saison offerir'en wir

HanddreschmasclBinen und lläckselsclineider

zu bedeutend ermäßigten Preisen.

I Flick 4* Kröll»

Zum Bau der Lahnbrücke bei Lollar sollen 100,000 Ziegelsteine (Klinker) an den Mindestfordernden submittirt werden. Zn diesem Zwecke steht am 9. ds. Mts., Vormittags H Ubr, im hiesigen Abtheilnngs-Bürean Termin an und werden die eingegangenen Offerten in Gegenwart oer etwa erschienenen Sub­mittenten geöffnet werden.

Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: Submission auf Anlieferung von 100,000 Ziegelsteinen zum Bau der Lollarer Lahnbrücke"

an das Büreau des Unterzeichneten zu senven.

Die Submifsionsbedingungen können Hierselbst emgesehen, resp. igegen Erstattung der Copialitzn bezogen werden.

Wetzlar, den 1. August 1876.

Der Abtheilungs-Baumeister: 4076) Kluge.