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Dr. med. W» Zilz, Berlin.

(L. 8.)

*) Stehe den Inseratenteil d. heut- Zeitung.

D. Red.

Frischbäckkr zu Gießen.

K- Plank in der Wolkengasse, A- jvtfigtnber

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Sonntag, den 4. Juni 1876 Hermann Spies in der Wallthorstraßr. Montag, den 5. Junr 1876- f1

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Mai 1876.

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Medicinisches Urtheil.

*** Zu Dr. Tiedemayn'S r»Si»-<8»o-Präparaten. Das Bresl. Intel!.» Blatt brachte vor Kurzem einen Redacttons-Artikel von einem New-Parker Correspom denten über die ganz vorzüglichen Heilwirkungen der Dr. Tiedemann'schen Pen-tsao-, Präparate. Mit Bezug hierauf erkläre ich, daß ich mich der Ansicht meiner deutschen und englischen Collegen, daß die Pen-tsao-Präparate des Herrn Dr. L- Tiedemann in Stralsund*) eine ganz ausgezeichnete und schnelle Wirkung bet allen Schwächezuständen entfalten, vollständig anschließe. Was Ltebig's Extract für den Gesammt-Organisrnui, das sind die Tiedemann'schen Pen-tsao-Präparate für örtliche Leiden des Sexualsystem't.

Erklärung.

Die tiefgehende Bewegung unserer evangelischen Bevölkerung in Hessen, veran» laßt durch die ausgeschriebene Kirchensteuer, fordert die volle Aufmerksamkeit eines Jeben Freundes unserer Kirche. Bereits haben an vielen Orten eingehende Erörterungen der Lagesfrage unter gegenseitiger Verständigung ftattgehabt. Der Landesausschluß der hessischen Protestanten^Vereine, welcher die verschiedenen Kundgebungen mit Interesse verfolgt bat, und in den meisten gefaßten Resolutionen Uebereinsttmmung mit seinen eigenen Bestrebunsen findet, richtet an seine Gesinnungsgenossen die dringende Auffor­derung, allerorts die Volksbewegung mit Ausmerksa nkeit zu verfolgen und unter Ve- tbciligung an derselben dafür besorgt zu sein, daß die wahren Wünsche der Bevölkerung sich vor Allem in localen Versammlungen kundgeben.

Wir beabsichtigen sodann in nächster Zeit in jeder der drei Provinzen Versammlungen zu veranstalten, auf welchen eine Besprechung über die Kirchen­steuer stattfinden, und die Forderungen der Bevölkerung nach freier Verhandlung aufgestellt werden sollen.

Rach Erledigung der Provinizal - Versammlungen werden wir eine LandeS- Versammlung für Delegirte der einzelnen sich für die Sache interessirenden Diftricte berufen, auf welcher der Gesammtwille constatirt und über die Schritte, welche gethan werden müssen, um den Wünschen der Bevölkerung Nachdruck zu verleihen, beratheit und beschlossen werden soll!

Indem wir dies einstweilen zur Kenntniß unserer evanaelischen Glaubensgenossen bringen, sprechen wir die Hoffnung aus, daß auch diese Bewegung zum Besten der evangelischen Kirche gereichen möge.

Darmstadt, den 31. Mat 1876

Der Landes-Ausschuß brr Hessischen Protestanten - Vereine.

Vermischte-.

In derBoss Ztg." vom 20. ist folgender Steckbrief zu lesen:Der katserltL deutsche Botschafter z. D-, Wirkliche Geheime Rath, Dr. jur. Graf Harry von Arnim, am 3. October 1824 zu Moitzelfitz geboren, ist wegen vorsätzlicher Beiseite­schaffung amtlich anoertrauter Urkunden zu neun Monaten Gefängniß, wovon ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft anzurechnen, rechtskräftig verurtheilt- Diese Strafe hat bisher nicht vollstreckt werden können. ES wird ergebens! ersucht, auf den Grafen Harry von Arnim zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bet ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports an die königliche Direction des Strafgefängnisses am Plötzensee abzultefern Es wird die ungesäumte Erstattung der dadurch entstandenen baaren Auslagen und den verehr- lichen Behörden deS Auslandes eine gleiche Rechtswillfährigkeit versichert. Berlin den 16. Mai 1876. Kgl. Stadtgericht, Abteilung für Untersuchungssachen. Deputa! tion VII. für Vergehen."

HesterreiH.

Wien, 31. Mai. DerPolit. Corresp." wird telegraphisch aus Kon­stantinopel gemeldet, daß die Entthronung des Sultans weder Folge einer ( Volks- noch Palast-Revolution war, sondern durch eine Minister-Revolutiou ; bewerkstelligt wurde; erst, als Abdul Aztz von der Zumuthung, den erschöpften > Kricgskassen Geld auS seinem Privatschatze vorzustrecken, absolut nichts hören wollte, kündigte der Scheck-ül-Islam Hatrulluh Effendi plötzlich dem Sultan tu Anwesenhett sämmtlicher Minister an, das Volk sei mit seiner Regierung unzusrieden und demnach sei er entthront. Unmittelbar hierauf ward der Sul- tan und die Sultanin Valide gewaltsam nach dem Palast Tophana gebracht, ' wo sich Ersterer gegenwärtig in sicherem Gewahrsam befindet.

Wien, 1. Juni. DiePresse" bringt von competenter Seite folgende Mittheilung: Das der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft gehörige Dampf­bootRadetzky" wurde am 29. Mai auf der Fahrt zu Berg nach Turnseverin bei Rahora gezwungen, 150 Insurgenten bei Kodoslin zu landen. Dieselben schifften sich unbeanstandet in mehreren kleinen Stationen als unbewaffnete Passagiere ein, holten bei Rahora aus ihren Koffern Revolver hervor, und unter Androhung des Todes gegenüber dem Capitän mußte die geringe unbe waffnete Bemannung des Bootes ohne Widerstand die Ausschiffung vollziehen.

Staden.

Rom, 31. Mai.Diritto" enthält folgende Mittheilung: Die Ini­tiative zur Wiederaufnahme der Verhandlungen wegen der Baseler Convention ist von Rothschild ausgegangen; die Regierung ist entschlossen, die Baseler Convention nnd den Wiener Vertrag aufrecht zu erhalten, wenn nur einige Lasten herabgemindert werden.Diritto" glaubt, das Ministerium werde dem Parlament eine Additional - Convention vorlegen können, welche die ursprüng­lichen Bedingungen günstiger gestaltet. Das ministerielle Programm bestünde in der Annahme des Wiener Vertrages und der Baseler Convention mit Ab ändcrungen, welche die Beseitigung des Staatsbetriebes und die definitive Reorganisation der Eisenbahn-Gesellschaften und des Transport-Dienstes be­zwecken.Diritto" drückt schließlich die Hoffnung aus, daß die von Correnti eingeleiteten Unterhandlungen ein günstiges Ergebniß haben werden, damit das Ministerium jede Zweideutigkeit zerstreuen und alle legitimen Interessen sichern könne.

Rom, 31. Mai. In der heutigen Sitzung der Deputirten Kammer theilte der Minister des Aeußern, Melegari, auf Anfrage Rasponi's die der Regierung zugegangenen kurzen Informationen über die Ereignisse in Konstanti­nopel mit und fügte hinzu: die vorliegenden Nachrichten seien noch unvollstän­dig und ließen den Charakter noch nicht erkennen; er könne indeß erklären, daß die Bevölkerung das Ereigniß des Thronwechsels mit Befriedigung ausgenom­men und keine Gegenströmung sich bemerkbar gemacht, keine Unruhen stattge­sunden haben. Melegari schloß mit der Versicherung, die Regierung habe den italienischen Kriegsschiffen in den türkischen Gewäffern befohlen, die italienischen Unterrhanen gegen jede Gefahr zu schützen.

Rußland.

Petersburg, 31. Mai. Wegen der von den Drei-Kaiser-Mächten formierten, von Frankreich und Italien unterstützten, der Türkei zu übergeben­den Vorschläge zur Herbeiführung des Friedens mit ihren südslavischen Unter- thanen wird in Folge der inzwischen eingetretenen Katastrophe in Konstantinopel nock ein Gedanken-Austausch zwischen den bezüglichen Höfen stattzufinden haben. Die Katastrophe bekundet die seit Langem eingeriffene Unsicherheit in allen poli­tischen Verhältnissen der Pforte, insbesondere diejenige von persönlichen, unga- rantirbareu Reform-Zusicherungen.

Petersburg, 1. Juni. DasJourn. de St. ^Petersbourg" hebt bei Besprechung des Thronwechsels in Konstantinopel die Schwierigkeiten hervor, welche sich dem neuen Sultan entgegenstellen und welche durch die Art seiner Thronbesteigung nickt vermindert worden seien. Eines sei aber gewiß: Eu­ropas Fürsorge, das Weitergreifen der Krisis im Orient zu verhüten, bleibe unverändert und das Einvernehmen der Mächte unerschütterlich in dem Wunsche, von der türkischen Regierung, wer dieselbe auch immer leite, die Ausführung der unentbehrlichen Reformen zu erlangen. Der Artikel gibt schließlich der Hoffnung Ausdruck, der neue Sultan möge diesen Wünschen entgegenkommen; er werde dadurch seine Aufgabe erleichtern und beweisen, daß er nicht das Werkzeug eines religiösen oder nationalen Fanatismus werden wolle.

Türkei.

Konstantinopel, 1. Juni. Der Erlaß einer Proclamation des neuen Sultans Murad V. wird unverzüglich erwartet; am Freitag wird sich derselbe nach der MosÜ)ee Ejub- begeben. Der bisherige Handels-Minister Sadullah Bey ist zum ersten Secretär des Sultans ernannt. Morgen findet eine Ver­sammlung der hier ansässigen Ausländer statt, zur Beschlußfaffung über eine dem Sultan zu überreichende Adreffe. Den Nachrichten aus der Provinz zu­folge soll allgemeine Befriedigung herrschen. Einige Verbannte sind zurückbe­rufen. Die Abfahrt der Flotte ist vertagt.

Konstantinopel, 1. Juni. Der Großvezir richtete an die Vertreter der Türkei im Auslande ein Circular-Telegramm, welches auf das Telegramm vom 30. Mai über die Thronbesteigung Murad^s V.durch die Gnade Gottes und den Willen des Volkes als Kaiser der Türkei" Bezug nehmend, constatirt, daß das Ereigniß im Lande enthusiastisch ausgenommen und dem neuen Mo­narchen allseitige Sympathie bezeugt worden sei. In diesem Telegramm wird die unmittelbare Aufstellung eines Reform-Programms aufgestellt.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen Gottesdienst.

Sonntag, den 4. Juni.

I. P fing stf eiert a g. Morgens: Pfarrverwalter Schlosser. Nachmittags: Gymnasiallehrer Stamm. (Collecte für kirchliche Zwecke.) Monntag, den 5. Juni.

II. P f i n g st f e i e r t a g.

M orgens: Confirmatton der Knaben und Feier deS hl. Abendmahls. Nachmittags: Pfarroicar Schöner.

(Collecte für die Stadtarmen.)

ES wird gebeten, die zehn vorderen Bänke für die Angehörigen der Confirmanden frei zu lassen.

Mittwoch den 7. Juni.

Nachmittags 2 Uhr: Prüfung der Confirmandinnen. (Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. Juni besorgt Pfarrer Dr. Seel.

Herstcig MWt W3) Montag den 1 1 Vormittag üllen wegen ssorderi Steinberger zu KM htlm Erb von 2W iLimntlichendeniMa mobMWtnboui Statoft M Am unb Wiest finbalt von2M, wuf dem Bureau H Michls, unter den gemacht werdendenBe wtrßeigert werben, i in dieser Versteigen Alt Höhe des Gebot werden würbe.

Weitershain, am Zn Auftrag Großh.

Großherz. Orts F°

Wirthschaftliches.

Rohe und gekochte Kartoffeln. Wir haben Anfangs Januar d. I. vergleichende Versuche über die Fütterung mit rohen und gekochten Kartoffeln bei Melkvieh anslellen lassen und uns überzeugt, daß 100 Pfd. Kartoffeln, im rohen Zu­stande gestoßen gefüttert, im Durchschnitte 2 Maas Milch mehr erzeugen, als 100 M derselben Kartoffelsorte, im gekochten Zustande gefüttert, zu probucken vermögen. Diese 2 Maas mehr haben auch entsprechend mehr Käsestoff gehabt; allein 10 Maas Milch von der Fütterung mit gekochten Kartoffeln lieferten gerade so viel Butter, als 12 Maas, welche von der Fütterung mit rohen Kartoffeln genommen worden waren.

Das Putzen des Viehes Eine Milchkuh, die daran gewöhnt war, täglich zweimal mit (StriegeFTinb Bürste geputzt zu werden, wurde zum Zwecke eines Ver­suches innerhalb 14 Tagen gar nicht geputzt. Die Milchmenge betrug während dieser Zeit 11 Maas weniger als in 14 Tagen vorher, obwohl die Fütterung und die sonsti- gen Verhältnisse in keiner Weile geändert worden waren.

Par. Z-Il,

1 Samstag rW* 1t geMteienen ° 5 im R-thh-as

(Sieben, am 1 @1

Post» zufolge der Sta-is-Miuister a. D> Delbrück in bewegter Sprache für! das ihm bewiesene große Vertrauen. Der bayerische Gesandte, Frhr. 6. Perglas, antwortete im Namen de« Bundesraths, indem er die Hoffnung aussprach, daß Delbrück nicht für immer in's Privatleben zurücktrete, Auch der neue Präsi­dent Hofmann richtete eine Ansprache an die Versammlung.

Berlin, 1. Juni. DerReichs-Auz." publicirt die Ernennung des bisherigen hessischen Minister-Präsidenten zum Präsidenten des Reichskanzler- Amtes und die Verleihung des Großkreuze« des rothen Adlerordens mit Eichen­laub an Delbrück. __

Straßburg, 31. Mai. Die Nachricht, daß Ober-Präsident v. Möller sein- Entlassung nachgesucht habe, wird von derStraßb. Ztg.» für aus der Luft gegriffen erklärt.

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Frisch versilberte Viertelguldenstücke österreichischen Gepräges sind in letzter Zeit vielfach als Einmarkstücke bei Zahlungen eingeschmuggelt worden; das profitable Geschäft ist um so leichker ausführbar, als die Wappensette jener Viertelaulden mit der der Markstücke viel Aehnlichkrit hat.

Southampton, 31. Mai. Das Postdampffchiff des Nordd. Lloyd Rhein, Capt. H C. Franke, welches am 20. d. M von Nemyork abgegangen war, ist heut! 8_Ut)r Morgens wohlbehalten hier angenommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung, 12 Uhr Mittags die Reise nach Bremen fortaes tzt. Der Rhein überbringt 305, Prstaaier« und volle Ladung.

Niederschlag: an 9 Tagen ...........

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . ,

NB. Die Vegetationsentwickelung war am 31. Mat um etwa 3 Tage verspetlt

Der kühlste Mai seit mehr als 20 Jahren.

Kinige Rintr. Äuche, M-°o^^ügelho W Nm k-VJ-ZuO *000-5000 Wellen $

auf der Mäusburg.

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