einigten Staaten, »eiche Sclaven besitzen oder damit handeln, der Schuh de« bcimathlichen Staates entzogen werden soll. Die Bill hat in parlamentarischen Kreisen eine günstige Ausnahme gefunden.
Madrid, 31. Januar. Einer Meldung der Regierung zufolge hat Primo de Rivera die Positionen der Carlisten auf den Höhen von Santa Bar- bara genommen.
Bilbao, 30. Januar. General Loma hat die carlistische Linie durch- krochen und General Balmaseda sich mit Casfola in Verbindung gesetzt. Die Carlisten haben ihre Befestigungen bei Bilbao geräumt und die Blokade aufaehoben.
' Tolosa, 31. Januar. (Carlistische Quelle.) Der Angriff der Alphon- sisten auf Santa Barbara und Oteiza wurde zurückgewiesen; der Verlust der Alphousisten ist beträchtlich.
Auwänien.
Bukarest, 26 Januar. Als der Minister-Präsident Catargiu sich gestern Mittag in die Kammer begeben wollte und in seinem Wagen durch das Thor der Metropole fuhr, wurde er von einem Menschen angcfallen, welcher mit einem dicken Stock auf ihn losjchlug. Catargiu suchte sich durch Vorbalten des Armes zu schützen, sprang alsdann ans dem Wagen und übergab seinen Angreifer den herbeieilenden Polizisten. Nichts desto weniger bat der Minister- Präsident an Schulter und Arm nicht ganz unbedeutende Verletzungen daoon- getragen. Der Angreifer ist ein ehemaliger Unterprafekr des Bezirks Cahul. Als Polizeicommissar in Bukarest ließ er sich Unterschlagung öffentlicher Gelder zu Schulden kommen und wurde von Catargiu abgejetzt. Er heißt Paraschi- vescu. In letzterer Zeit hatte er mehrere Gesuche um Wiederanstellung an den Minister gerichtet. Da diese nicht berücksichtigt wurden, so beging er die Gewaltthat aus Rache; höchst wahrscheinlich war er aber auch von den Rothen dazu aufgehetzt Als der Vorgang in der Kammer bekannt wurde, stellte der Primär der Hauptstadt, Georg Manu, sofort den Antrag, über den schändlichen Ueberfall das Bedauern des HauseS" auszusprechen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Kriegsmmister Floresco dankte hierauf der Kammer im Namen des ganzen Cabinets und bemerkte, der Schuldige befinde sich bereits in der Gewalt des Gerichts.
FürLei.
Konstantinopel, 1. Februar. Ein officielles Telegramm meldet, daß die an der österreichischen Grenze angesammclten Insurgenten von den Truppen zerstreut seien. — Die Pforte hat das Finanr-Project des Engländers Ham- mond verworfen. — Die Regierung hat zur Ausfüllung der durch den Krieg in der Herzegowina entstandenen Lücken Truppen einberufen.
Vermischtes.
— Das Berliner Tageblatt berichtet: „Eine gegenwärtig sehr stark in Anspruch genommene Pioceßdeput-ttion begenn ihre Sitzungen gewöhnlich erst eine halbe, manchmal sogar drei Biertclftunden nach der festgesetzten Terminözett und, wie man erklärlich finden wird, zum großen Verdruß der Rechtsanwälte, die während der Zeit unthätig im TerininSzttnmer warten mußten. Vor einigen Tagen li ß der „hohe Gerichtshof", trotzdem er vollzählig im NcralyungSzimmer versammelt war, ungemein lange auf sich »arten. Endlich begannen die Verhandlungen, der Bote ruft die Parteien in der Sache X. wider D. für den Verklagten Herrn Rechtsanwalt Z — Z. tritt an die Barre und beginnt, »ach seinen Anführungen zur Sache vom Vorsitzenden befragt, sein Plaidoper mit folgenden gehörig betonten Worten: „Die Einreden meines Mandanten, so weit ich dieselben feit der mir angezeigten Terminsstunde bis j tzt wegen Länge der Zeit nicht etwa vergessen habe, find in aller Kürze dahin zusammenzufassen:" — Die Mitglieder des Gerichtshofes bl'cken sich gegenseitig betroffen an, die anwesenden, wartenden Rechtsanwälte nicken beifällig, ihr College Z. aber plnibirt mit größter Ruhe und Klarheit zu Ende. Seit jenem Tage beginnt der Gerichtshof pünktlich seine Sitzungen "
— Theodor Wachtel hat, wie der „B. Cour." erfährt, bei seiner diesjährigen „Kunstreise" nach Amerika das allerentschiedenste Fiascs gemacht. DaS. noch ohnedies durch mancherlei Coulissenzänkereien verstimmte Publikuin ließ bei den schl'chten Hüten die deutsche Operntruppe mit sammt ihrem .Stern" Wachtel vor halblecren Banken fingen, so daß sich die Gesellschaft vor Kurzem aufgelöst hat und Wachtel seinerseits wahrscheinlich demnächst nach Deutschland zuiückkehren wird
— Die eigentümliche Industrie der Hamburger Lotte rie-Collecteu re, bie mit einer seltenen Unverschämtheit in alle Welt ihre Offerten entsenden bnt in Schweden dazu geführt, daß die Postanstalten angewiesen sind, derartige Briefe, soweit sie äußerlich erkennbar, ohne Weiteres nach Hamburg zurückzuschickcn, und es sind dieser Tage allein von Christiania und Gothenburg an 10,000 Stück Lotte»iebricfe zu- gekommen Dies traurige Unwesen bedarf wirklich endlich einer Abhülfe.
— Die Brände in den Großstädten schonen nachgerade epidemisch zu werden. Auck Wien hat nunmehr einen Fabrikbrand g'habt, der, nach den vorliegenden Be-
Washington, 31. Januar Gutem Vernehmen nach wird die Finanz- Commtssion des Repräsentanten-Hauses demnächst einen Gesetz-Entwurf, betr. eine erhebliche Herabsetzung verschiedener Eingangs-Zölle, vorlegen. — Die Depesche des amerikanischen Gesandten an den Staalssecretär Fish (November 1875) ist jetzt veröffentlicht worden. Dieselbe theilt mit, daß die Insurgenten auf Cuba von vielen Orten der Insel durch Lebensrnittel und durch Meldungen über die spanische Trnppen-Bewegung unterstützt würden. — Die Zeitun- gen melden nach einem officiellen Berichte des amerikanischen Consnls in der Havannah, daß das Deficit der dortigen Verwaltung circa 40 Millionen betrage.
Achten zu schließen, selbst die Berliner Feuersbrünste b<r letzten Zeit an Ausdehnung zu übeitreffen scheint. Jebermann kennt die berühmten „Apollokerzen", die im Oriama und Imitationen m bunderltauscndcn von Packelen alljährlich in die Welt binaus- wa^bern. Die Fabrik dieser Kerzen nun ist niebergedrannt. Man schreibt darüber aus Wien: Heute Vormittag kam ein Brand zum AuSbruck, wie er in solcher Grobe und Ausdehnung fett Jahren in Wien nicht vorgekommen ist. AuS einer bisher noch nicht ermittelten Urfache entstand um i/2ll Uhr in e nem Arbeitslokale der der Ersten Oesterreichifchen Senensieder-Gewerkfchaft (Apollo-Kerzenfabrik) gehörigen Hauptfabrik m der Zreglergaffe 15 Feuer, welches mit so beispielloser Geschwindigkeit um sich ariff bnfe die zahlreichen Arbeiter kaum Zeit fanden, sich zu flüchten. Es war, als se?das ganze weitläufige Gebäude sammt den zahlreichen Nebentrocten mit Theer bestrichen |o rasch pflanzte sich daS Element fort AIS um halb 11 Uhr bie erste Feuerw hr auf der Brandstätte ankam. stand schon der gesammte Complex in Flammen, und m kurzer Zett darauf stürzte mit donnerndem Gekrache der Dachstuhl des etwa 25 Klafter langen Hauptgebäudes ein unb war jebe Aussicht auf eine Rettung des Hauses ver- geblich. Man mußte ausschtteßlich daraus bedacht sein, bie beiden anstoßenden Gebäude zu schützen. Dies gelang mit größter Anstrengung. Ja diesen beiden Häusern befinden sich nämlich mehrere Seidenzeug- und Posamentlerwaaren-Fabriken. in welchen das Feuer d'e reich -chfte Nahrung gesunden hätte. Die Fabrikslocale wurden geräumt und dann buchstäblich die sammtlichen Stockwerke unter Wasse. gesetzt. Die Feucrwebr arbeitete mit rastloser Bravour. Es machte einen beängstigenden Eindruck wenn man dlele braven Burschen mit total acschwärzten Gesichtern ruhig an den bedrohtesten Punklen in den gefährlichsten Stellungen, umgeben vsn Rauch und Flammen, ihrer schweren Arbeit obliegen sah. Um 12 Uhr Mittags waren nicht weniger als 23 fteuer; tpriben 'n voller Thätigkett, auf der Mariahilfeistraße wurde ein Hydrant der Hoch- queUenlntung geöffnet, und fo stand denn auch Wasser reichlich zur Velfüguna Da in der Fabrik ungeheure Massen von Kerzen^ Talg, Unschlitt und Glycerin aufbewahrt waren, so kann man sich wohl einen annäbemden Begriff von der Intensität des Feuers machem Thurmhoch schlugen die giammen empor und Rauchwolken tbürmten auf, al« stunde eine Stadl in Brand. Es war ein großartiges, schrecklich-schönes
Schauspiel, welches auch Tausende von Menschen anlocktc. Alle zur ^ieglergasfe füb- renden Stratzen wai-en von einer fo dichten Menschenmenge besetzt, daß die Löschwagen Muhe hatten sich Bahn zu brechen. Um 12 Uhr war alle Aussicht, auch nur den kleinsten Th.il der Fabrik zu retten, verschwunden. Von den Apollo-Sälen, einst dem beliebtestcn Vergnugungs-Locale des vormärzlichen Wien, ragten nur mehr die einzelnen Mauerreste aus. In den Arbeitslocalen und Magazinen kochte und brodelte es wie in einem Hollenkessel. Nicht das kleinste Stück gelang es zu retten. D'e ausge- bauften Fettmassen find so bedeutend, aß es im Laufe des heutigen und wahrscheinlich au) morgigen ^.ages nicht ."elingen wird, den Brand gänzl'ch zu unterdrücken, wenn auch feine Gefahr rur die Nachbarhäuser mehr vorhanden ift.*1
Literarisches.
Hobirk, Wanderungen ans dem Gebiete der Länder- und Völkerkunde. Ein Hausbuch für Jedermann. Band V. D ie fRieb erlaube. Verlag der Meyer'schen Hofbuchhandlung in Detmold. Subscripttonspreis 1 Mark
Wir haben unser Unheil über Band I—IV. dieser „Wanderungen" bereits abgegeben und gesunden, daß dieselben chr Versprechen, zur wahren Volksbildung mit beizutragen redlich gehalten haben. ES liegt uns jetzt Band V. vor, welcher im ersten Theile Holland und im zweiten Belgien behandelt
Wir finden zuerst eine recht eingehende Charakteristik des Landes und VttkeS der Holländer, was für uns Deutsche um so mehr Werth hat, da wir Land und Leute daselbst meistens nur aus den mit ihnen unterhaltenen Handelsbeziehungen kennen. Demgemäß stellen wir uns den Holländer noch immer als einen Mensben mit Froschblut vor, der mehr Wasser als Blut in *cn Adern hat. langsam, steif, klotzig kalt pedanti'ch und förmlich ttt. Herr Horbirk zeigt uns, daß diese Annahme durchaus nicht zutreffend ist und nur dadurch heivorqerufen rohb, daß der Holländer, wie überhaupt der Nordländer, schwer zugänglich ist. Freilich zeigt er sich ruhig, besonnen und behaglich, aber in feigem Innern steht eine Hartnäckigkeit, eine Trotzigkeit, Festigkeit und Entschlossenheit des Willens, die feine Macht zu beugen vermag.
Aus dem weiteren Inhalte dieser Abtheilung wollen wir noch als sehr instruktiv aufmerksam gemacht haben auf die „Geschichte der HerlngSsischerei" und die Einrichtung der „Entwässerungswerke in Holland " „Saandam und Broek" ist ebenso ein sehr interessantes Kapitel.
In der zweiten Abtheilung Belgien weist der Verfasser zuerst auf den Unterschied hm, welcher zwischen diesem Lande und Holland sowohl in charakteristischer als auch geschichtlicher Beziehung sich stets gezeigt hat, um dann in einer Parallele zwischen den belgischen und lombardischen Niederlanden die grotze Uebtreinftimmung dieser letzten beiden Länder zu zeigen. Hierauf folgt eine Wanderung durch das inbuftrureidK Maastdal über Brüssel, Flandern, Gent, Löwen, Ypern, Antwerpen und die tobte etaöt Brügge nach Blankenbcrghe und Ostende, um von hier aus ,uim Schluß noch das Meerle chten in ber Nordsee zu beobachten.
’TtÖÜir’’ Wenn je ein populär-medicinischeS Werk sich schnell in allen Schichten der Bevölkerung eingebürgert hat, fo ist es das berühmte Buch: Arry's Naturbeilmethode. Wie aus den zahlreichen Dankfagungen deutlich hervorgeht, sanden Tausende Kranke, und darunter Viele, welche angeblich rettunaSloS verloren, schnelle und dauernde Hilfe. Wir halten es daher für unsere Pflicht, alle Leser auf dies nur 1 Mark kostende, und in fast allen Buchhandlungen oorrätbiac Werk aufmerksam zu machen.
Temperatur in Gießen.
Januar 1876.
Höchste...................+ 5,5 or.
mittlere..................... 2,59
Mittel früher er Jahre................ 0'75
niederste..................— 14,5 "
Niederschlag: an 8 Tagen............ 0,41 Par. Holl.
„ im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen . . 1,76
Für die Verunglückten zu Bremerhaven sind noch eingegangen: Assessor Dr. Möbius zu Grünberg M. 4. — 28. B. M. 8. — A. Noll M. 1. -- I. M. M 3 — Frau M K 3. — Louis Flett M. 2. — F. D. M. 2. — N. N. M. 15 —
Indern wir den freundlichen Gebern Dank sagen, verbinden wir hiermit die Anzeige, daß wir den Gesarnmtbetrag von M. 170. 21 Pf . an das Cornttö zu Bremerhaven absendeten.
______________Die Expedition des Gießener Anzeigers.
frucht- und Mehlpreise m verflossener Woche von nachdenannteu Orten und ivcucbmmrften.
Fruchtmärkte.
Jan.
Watzen.
Korn.
Gerste.
Spelz.
Hafer.
Erbsen.
| Linsen.
Wieben.
Kartoffeln.
Weiß, mehl.
0 £
Auf dem Markt
MtH preis
Aus dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
>Mit-- Ipreis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Mir--
Aus dem Markt
Mtt.- preie
Auf dem Markt
Mit.- preis
Markt
preis
1-6 ' -tnv |
vcrk.
M^P.
I aus- 1 ees.
§
M^P.
auf: 6 es.
I
I °
M^P.
verk.
M
P
auf: gef.
1
M PI
lauf- 1 flef.
u-L
G
M>:.
M/i 1 nef.
s
MP.
5
" J üerf-i
M
auf. I gef- 1
M>P.
M
V.
M
P-
M-
M-
M.
M
M.
M.
■
M.
M.
M-
M.
M.
M-
M-
M-
M.
M-
M.
M-
@ 1 e B e n
—
—
——
— 1—
—
—
—- --
—
— 1 —
—
—
—
—
—
—
-- —
—-
—
- -
—
—
—
—-
_
- ■
_
Al 4 scld
—
5
5
19 75
17i
17]
16 70
2
16 29
—
—
—
191
19i
10 29
31
3j
iKjlO
—
—
—
—
_
__
__
-
—
Gründer.;
29
—
539,5
10 48
151
8 4U
—
1)5
8 4
—
—
—
—
—
65
8 33
2»
10 55
—
—
—
—
—
___-
_
-
Lauterbach
—
—
4
20 03
—
17 34
0 ßol
1571
-
—
—
0,6.
15 7J
_
1.26
20:29
—
—
—
—1
—
_
_
_
Mainz
—
—
—
—
10
16;52|
i!
14 86
______________ 1
—
—
3 1
18-
-
— -
—
—
—
—
—
—-
6
—
__
__
** 1
Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen,
Wicken 22
0,
Kartoffeln 200,
Mehl 140 Pfund
Die M a i
nzer
und
Lauterbacher Preise verstehen sich zu 200 Pfd-,
die von Gründ
er g zu 50 Klgr
Hom *• । 8 Uh' '^,nt6n
N
Donneis Naä toll auf W\ raithe der Jul
Flur \y6 ! Mrnplotz mei
Giehen, den Grotzherzoftl
Freitaa.
Boi sollen in dem Sandacker am roth am Heuwe
41 Raumiuete 13 .
413 Wellen Versteigert werd
Lich, den 31.^
bei der Siä
Freitag 1
Vormittags sollen in den hie „Hintere un) werden:
23 Nmtr. $
-2 „ E
9 ,. 9i
3 „ G
80 ., N
14 „
27 „ N
1000 Wellen L
W00 „ ®
26 Stück Eich
7,31 Kubik 74 Stück Nad . 21,97 Kub 3 Stück Eich 0,3s feubi 1,133 Stück Nal
32,40 äu _ Die Zusammei Lehmkaule.
Allendors a. d Wh Bürgerm
Stolli
al|i sch atttn liuigfter zz finb blihrendc, st .gegen 3 50
536)
"»sw«
von je iobe und


