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Freitag, den 2 Juni

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AnBse- unb AmtsdM sir btn Kreis Gießen

vom

Gießen, den 31. Mai 1876.

Der Vorsitzende des Provinzialtags.

der, Provinzial - Director.

v. R ö

Ausgabe.

Uhr:

- Pf-

M.

M. 50 Pf.

50

700

4850 M 5i) Pf.

Summa der Ausgabe

itliy»6,to"

25. Reservefonds

26. Betriebskapital

862

3788

200

1000

2000

150

1000

AuSstände

Beiträge der Kreise Kapitalzinsen Prozeßkosten Nichts.

Einnahme.

Kassevorrath aus vorhergehenden Jahren

t einer Erhaltung ober Wiedergeburt des osmanischen Reiches glaubt, insbeson­dere also die sog. jungtürkische Partei nach einem haushälterischen und kräftigen Fürsten verlangte, die Succession des Knaben Dustuf Jzzedin's als staatsgesähr- lich betrachtete und die Thronbesteigung Mehemed Murad's immer heißer er­sehnte. Einen äußerlichen Ausdruck fand die solcher Weise geschaffene Spannung bereits Mitte dieses Monats in folgendem Vorfall: Mehemed Murad war zum Sultan gedrungen und hatte sich zum Dolmetsch all' der gerechten Vor­würfe gemacht, welche gegen den Padischah erhoben wurden. Abdul Aziz ließ ihn darnach gefangen setzen, erweckte hiermit aber nur unter den Sofias eine l neue wachsende Aufregung, welche ihn, wie es scheint, jetzt ein- für allemal beseitigt hat. Ob der Thronwechsel völlig unblutig verlaufen, darüber liegen | ebensowenig, wie über das dem entthronten Monarchen bestimmte fernere i Schicksal irgend welche Nachrichten vor. Diese Nebenumstände haben indessen 1 der Thatsache des Thronwechsels gegenüber kaum noch ein Jntereffe. In der Hauptsache wird es sich fragen, ob die europäischen Mächte das fait accompli anerkennen, und wenn dies der Fall, in wie weit der Personenwechsel von Einfluß auf den Verlauf der orientalischen Verwickelung sein wird.

Kapitalzinsen .....

Besoldungen .....

Diäten und Gebühren ....

Botenlohn und Verkündigungskosten

Für Büreaugegenstände und Gerätschaften Erbauung und Unterhaltung von Provinzialftraßen Nichts.

Prciö vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark.bO Pf.

Nachstehend wird der Voranschlag über Einnahme und Ausgabe der Provinzialkassc der Provinz Oberhessen für 1877, wie er in der Sitzung des Provinzialtags 26. I. M. genehmigt wurde, zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstrckße, Lit. B. Nr. 18.

Thronwechsel in Konstantinopel.

In voriger Nummer dieses Blattes veröffentlichten wir die Depesche des Wolff'schen telegraphischen Bureaus aus Konstantinopel, laut welcher Sultan Abdul Aziz entthront und an seiner Stelle Mehemed Murad Effeudi auf den Thron erhoben ist. Ganz unvorbereitet überrascht uns dieses Ereigniß nicht. Prinz Mehemed Murad war als der älteste Agnate des Groß-Sultans nach dem osmanischen Successionsrecht der legitime Thronfolger. Nach demselben Rechte war Abdul Aziz am 25. Juni 1861 seinem Bruder, dem Sultan Abdul Medschid (Vater des Prinzen Mehemed Murad) in der Regierung gefolgt. Die Absicht Abdul Aziz's, diese Tbronfolgeordnung abzuändern und das Reich seinem eigenen Sohne Duffus Jzzedin zu hinterlaffen, ist bekannt. Der Aus­führung widersetzten sich Anfangs eigentlich nur die Alttürken. Aber die Ver­schwendungssucht des Sultans, die wirtschaftliche und politische Nothlage der Türkei brachten es neuerdings dahin, daß Alles, was noch an die Möglichkeit

in Königsberg hlosser (Zranksi

umhin, uns ganz bestimmt auszusprechen, daß die Fortdauer der Ministerien in der gegenwärtigen Lage und Art, der dadurch veranlaßte bedeutende Apparat und der dadurch nothwendig werdende Kostenaufwand mit der Stellung des Großherzogthums, seiner Bevölkerung und seinen Finanzkräften nicht im Einklang zu stehen scheint, ganz abgesehen davon, daß die fortdauernde Trennung der Geschäftskreise der Ministerien der angebabnten Einheit der Leitung in den Weg tritt und diese Trennung zur raschen Erledigung der Geschäfte nicht wohl beitragen wird.

Die Verhältnisse unseres Landes zumal eine große Reihe von Hoheits­rechten auf das Reich übergegangen und die jetzige Zeit vor Allem auf ein­fache und rascke Erledigung der Staatsgeschäste hindrängt sind der Art, daß unseres Erachtens ein verantwortlicher Minister mit seinen Rcfforträthen vollständig genügte. Unter allen Umständen ist aber kein Grund, mit einer Verminderung der Ministerien, resp. Vereinigung mehrerer länger zuzuwarten, und müssen wir uns ganz entschieden gegen Wahrung von Personalrücksichten, welche, auf der einen Seite vielleicht billig, sehr oft zu Ungerechtigkeiten und Unbilligkeiten auf der andern Seite führen, aussprechen. Das Staatsintereffe darf jedenfalls nur als einzig maßgebende Richtschnur behandelt werden.

Es steht uns nicht zu, in die Organisationsfrage selbst jetzt näher einzu­treten, aber wir wiederholen, daß das Land nur dringend eine Aenderung in dem Sinne einer größeren Einheit, Vereinfachung und Kostenersparung zu er­warten scheint, und wir geben diesem, unserer Ansicht nach gerechtfertigten Er­warten bestimmten Ausdruck in dem hiermit an die Großh. Regierung gerichteten Ersuchen: die oberste Verwaltung des Großherzogthums, unter Aenderung der bis jetzt bestehenden Vorschriften, dahin organlsiren zu wollen, daß ein verant­wortlicher Minister an die Spitze der Verwaltung gestellt werde, die selbststän­digen Ministerien aber aufgehoben werden, oder doch jedenfalls eine solche Organisation zu treffen, daß die Zahl der Ministerien vermindert, der Geschäfts­gang vereinfacht und wesentliche Kostenersparniß erzielt werde."

Diesen Anträgen trat der Finanz-Ausschuß der ersten Kammer nicht bei, schlug aber seinerseits das an die Regierung zu stellende Ersuchen vor: in Er­wägung zu ziehen, in welcher Weise die Ausgaben in dieser Hauptabtheilung bei der jetzigen Sachlage etwa verringert werden könnten. Der Finanz-Aus­schuß der zweiten Kammer hält seine Anträge aufrecht.

Berlin, 30. Mai. DerLoudon Gazette" zufolge hat die Königin von England den Herzog von Cumberland (Exkönig von Hannover) zu einem Gene­ral und den Prinzen Ernst August von Cumberland (Kronprinz von Hannover) zu einem Obersten der englischen Armee ernannt.

Berlin, 31. Mai. Der Kaiser hat die Ernennung des bisherigen hessischen Minister-Präsidenten Hofmann zum Präsidenten des Reichskanzler- Amtes vollzogen; dieser übernimmt morgen die Leitung der Geschäfte.

Berlin, 31. Mai. Ein Privat-Telegramm der , Post" meldet, daß diplomatischen Berichten zufolge Sultan Abdul Aziz durch die Sofias ermordet worden sei. Die Bewegung in Konstantinopel dauere fort.

Berlin, 31. Mai. Die Reichs - Justiz - Comnnssion hat gestern Mar- quardsen's Antrag zu § 44a der Strasproceß Ordnung, betr. die Beseitigung des Zengniß-Zwangs bei Preß-Vergehen, wofür der Redacteur als Thäter hastet, mit allen gegen 2 Stimmen angenommen.

Posen, 31. Mai, 9y2 Uhr Morgens. Die Sprit-Fabrik von Potwo- rowski und Comp. steht seit heute Nacht 2 Uhr in vollen Flammen; trotz an­gestrengter Thätigkeit der Feuerwehr und des Militärs ist man bisher des Feuers noch nicht Herr geworden.

Speyer, 31. Mai. Bischof Haneberg ist heute Vormittag gestorben.

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18. 1922.

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DcE-Skand.

Darmstadt, 30. Mai. Der Abg. Osann hat über Hanptabthei- lung VII. a. des Ausgabe-BudgetsGesammtministertum und Cabinelsdirection" Namens des Finanz-Ausschusses Bericht erstattet. Bei der Berathung dieser Abtheilung trat im Ausschuß die Frage in den Vordergrund, ob und inwiefern sich die Organisation des Gesammtministcriums in Verbindung mit den bestchen- >cn drei Reflort-Ministerien bewährt habe. Der Bericht äußert sich hierüber tote folgt:Die Erwartung, daß durch Schaffung dieser Behörde die einzelnen Ressort-Ministerien einigermaßen entlastet würden und dadurch eine Reduction «ngezeigt erscheine, welche den Aufwand an Besoldungen und Kanzleikosten ver­ringern, von welcher der Finanz-Ausschuß voriger Kammer ausging und welche ihn veranlaßte, die Herabminderung der Ehess der Ministerien auf drei Präsi­denten wünschenswerth zu erachten, wurde bis jetzt nicht erfüllt, wie der Hanpt- wranschlag bezüglich der einzelnen Ministerien zur Genüge zeigt. Wenn auch damals die Großh. Regierung erklärte, daß sie gegen eine solche Herabminde- wng bei sich ergebender Gelegenheit kein Bedenken habe und daß es nicht ihre hchsicht sei, die jetzige, auf besonderen Personalverhältniffen beruhende Einrich- lutijj zu einer dauernden zu machen, und wenn sie auch bei ver jüngsten Be- »athung in diesem Sinne sich wiederholt aussprach, so können wir doch nicht

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Auszuleihende Kapitalien 24. Zurückzuzahlende Kapitalien

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Stiftungen, Schenkungen, Vermächtnisse .

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Summa der Einnahme: 4850 M. 50 Pf.

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