1876.
Dienstag, den 2 Mai
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Berlin, den 6. März 1876.
27. „ Gernsheim.
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Lich, den 18. April 1876.
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wd den Eisenbahnen ausgleichen wolle.
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30. M ff
Bemühungen der Diplomatie nicht so erfolglos bleiben wie bisher.
— In Berlin haben seit einigen Tagen die Arbeiten zu der Herstellung der unterirdischen Luftdruckpost begonnen. Es sind bereits über 1000 Meter Röhren gelegt, angefangen wurde in der Genthiner Straße; die Herstellung der Gebäude für die in den verschiedenen Gegenden der Stadt erforderlichen Stationen und Dampfmaschinen ist gleichzeitig in Gang gesetzt. Der General» Postmeister besichtigte gestern die bezüglichen Anlagen.
Berlin, 29. April. Abgeordnetenhaus. Zweite Berathung der Eisen« bahn - Vorlage. Der Landwirthschafts - Minister Dr. Friedenthal betont scharf das Bedürfniß der Vorlage im Interesse der Landwtrthschast gegenüber der Verschiedenheit btr Eisenbahn-Verwaltungen, sowie der materiellen Willkürlichkeit und Systemlosigkeit der Tarife. Der Minister hebt insbesondere die Hin- dernisie hervor, welche jetzt der Beförderung der Lebensmittel entgegenstehen, nnb weist auf die Differential-Tarife hin, die oft den inländischen Exporthandel schädigten. Allem diesem könne nur eine einheitliche Eisenbahn Verwaltung abhelfen und die für die Volkswirlhschast nothwendige Mischung von Industrie und Landwirthschaft Herstellen. Die Negierungs-Vorlage habe keineswegs die prognostictrte gefahrvolle Consequenz, welche die Gegner befürchteten; dieselbe halte sich innerhalb bescheidener, für Handel und Verkehr nur segensreicher Grenzen, indem sie die Wechselwirkung zwischen Land- und Wafferstraßen
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Kriegs-Ministerium, Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. v. Rauch.v. Uslar.
Der Vorsteher der Großherzoglichen Präparanden-Anstalt. R ücfcrt.
DcujstAland.
Darmstadt, 28. April. Aus sicherer Quelle verlautet, daß Minister- Präsident Hofmann sich bereit erklärt hat, in das Reichskanzler-Amt an Stelle Telbrück's einzutreten, daß er jedoch nur einen Theil der von dem Genannten geführten Geschäfte übernehmen werde.
Berlin, 28. April. Man erfährt, daß alle Mächte, auch England, sich den Vorstellungen angeschloffen haben, die Rußland in Konstantinopel gegen das Einschreiten wider Montenegro gemacht hat, daß die Türkei sich zwar gefügt habe, aber die Erbitterung unter den Türken groß sei und die Rüstungen fortgesetzt werden. Aus Sofia wird von neuen Durchmärschen von türkischen Truppen, welche nach Nisck bestimmt sind, berichtet. Am 19. d. Mts. ist die Tüte des 5. Armee-Corps, dessen Hauptquartier sonst Damaskus ist, mit vier Redif-Bataillionen in Sofia angelangt. Diese Truppen sollten in einigen Tagen nach Nisch abrücken, um für ein zweites Echelon Platz zu machen. Das Aussehen dieser asiatischen Truppen wird als nicht besonders gut geschildert. Die Mannschaften sehen in Folge der überstandenen Marsch-Strapazen sehr ermüdet au-, auch läßt deren Uniform Manche- zu wünschen übrig; nichtsdestoweniger ist Gehorsam und Mann-zucht derselben musterhaft. Das Bestreben aller Mächte ist auf Herbeiführung eines Waffenstillstandes gerichtet. Mögen die
Grotzherroaliche Präparanden-Anstalt in Lich.
Die Aufnahme erfolgt in Gemäßheit höchster Entschließung Mittwoch den 7- Juni a. o., und sind Gesuche um Zulassung zur Prüfung unter Anschluß kineS Geburtsscheines, eines Attestcs über den Gesundheitszustand und über seitheriges Verhalten vor genanntem Termine bei Unterzeichnetem einzureichen.
Erscheint täglich mit Ausnabme des Montags. Expedition : S ch u l st r a ß e, Lit- B. Nr. 18.
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Berlin, 30. April. Die Ernennung des hessischen Minister-Präsidenten Hofmann zum Nachfolger Delbrück's steht jetzt fest — oder richtiger gesagt, es wird jetzt öffentlich bekannt, daß dieser Staatsmann zum neuen Präsidenten des Reichskanzler-Amtes designirt ist. Die Publicirung im „Reichs-Anz." dürfte alsbald erfolgen. In maßgebenden Kreisen war die Wahl dieser Persönlichkeit für den schweren Posten schon seit längerer Zeit bestimmt. UebrigenS soll die Last, welche nur für die Schultern eines Delbrück tragbar war, wie es heißt, in nächster Zeit schon im Sinne der Decentralisation erleichtert werden. Es soll das jetzt schon bestehende Reichsjustiz-Amt vom Reichskanzler-Amt abgezweigt und als eine selbstständige Behörde eingerichtet werden, ebenso werden die Angelegenheiten Elsaß Lothringens, die bis jetzt unter Director Herzog's Leitung dem Reichskanzler-Amte unterstanden, hinfort auch von einem selbstständigen Amte für die Reichslande besorgt werden. Also schon bevor die Durchführung des Projektes der Reichsbahn die Bildung verantwortlicher Reichs- Ministerien nöthig macht, zweigt mau gewiffe Functionen vom Reichskanzler- Amte ab, um die Arbeiten und Aufgaben des Letzteren auf ein Maß zu oei* ringern, dem menschliche Arbeitskraft und Uebersicht gewachsen ist. Daß Herr Hofmann kein Preuße und speciell ein Heffen-Darmstädter ist, darf nicht überraschen. Hat doch der Kanzler schon früher und zwar mit einer ^wissen ausgesprochenen Vorliebe für die Besetzung hervorragender Reichsämter sich dre nöthigeu Persönlichkeiten au- anderen Kleinstaaten geholt. Seinen Studien nach Jurist, trat Herr Hofmann sofort nach beendigten Universttätsjahren in die Staats-Carriöre seines engeren Vaterlandes ein. Im Jahre 1866 war er bei dem Abschluffe des Friedensvertrages mit Preußen erfolgreich thatig und wurde demgemäß trotz seiner Gegnerschaft gegen die Politik^Dalwiglzum Gesandten in Berlin ernannt, gleichzeitig zum Bundesraths-Bevollmächtigten. In diesem Verhältniffe blieb Herr Hofmann unter mancherlei Schwierigkeiten, die ihm seine liberale und antiparticularistische Gesinnung Dalwigk gegenüber verursachten, bis zum Jahre 1873. In diesem Jahre stürzte schließlich das Ministerium Dalwigk zusammen, und der Träger des deutschen Gedankens unter den hessischen Staatsmännern, Hofmann, wird zur Bildung eines neuen Cabi- nets berufen. In diesem neuen Ministerium hat er bis jetzt die Stelle eines Präsidenten, Ministers des Auswärtigen und Ministers des Großherzoglichen Hauses bekleidet. Gleich nach seiner Ernennung zur höchsten Leitung der Dinge in Hessen sprach er sich öffentlich dahin aus, es müsse in seinem engeren Vater- lande durch mannigfache Reformen den Bedürfniffen der neuen deutschen Geschichtsperiode genügt, mehr Licht und Luft verschafft und vielerlei Schutt, dep sich aufgehäuft habe, bei Seite geschafft werden. Hofmann hat dies Wort gehalten und im Verein mit der Landesvertretuug in Heffcn glücklichere Zustande angebahnt. Er blieb übrigens fortdauernd Mitglied deS Bundesrathes, weilte öfters in Berlin und befindet sich in den Ausschüssen für Eisenbahnwesen, Rechnungswesen und für die Geschäftsordnung.
Gießen, am 29. April 1876.
Betreffend: Den Zustand der Fortbildungsschulen. 'ff" m -• C
Die Großhcrzoglichc Kms-Schul-Comimsswn Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erinnern diejenigen Schulvorstände, welche ihr- Berichte über die Fortbildungsschulen noch nicht eingesendct haben, an Erledigung unserer Auflage, Amtsblatt Nummer vom 4. d. M. innerhalb 3 Tagen.
v. R ö d e r.
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B. e k a n n t m a ch u n g,
betreffend den Remonte-Ankauf pro 1876 im Grostherzogthunr Hessen.
Zum Ankauf von R-mont-n im Alter von vorn-gsweis- tret und ausnahmsweise vier und fünf Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgen? um 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden; und zwar am: Bickenbach
6. Juli Alsfeld, 25.‘ „ Groß-Gerau,
26. „ Goddelau,
22. ,, Groß-Umstadt,
Ein Nachmittags 2 Uhr beginnender Markt am 22. Juli in Groß-Bieberau. , ,r.
wU’ÄlK b“n Kauf rückgänM machen,°si°n7 «m WuV« VÄfUw des Kaufpreises und der sWmtlichen
Unkosten zmück,»nehmen, auch sind Krippenscher vom Kauf- ausgeschlossen, Di-Verkäufer siud ferner verpflichtet fedem
mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen, starken Hanfstricken ohne vesonoere ^er
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